AT390436B - Verfahren und vorrichtung zur kompostierung organischer abfallstoffe - Google Patents
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Description
Nr. 390 436
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Kompostierung organischer Abfallstoffe mit oder ohne Klärschlammzugabe u. dgl. in zwei oder mehreren Mieten, denen Luft zugeführt wird. Die organischen Abfälle können aus dem Hausmüll, Gewerbe- bzw. Industriemall und auch aus der Tierhaltung, vor allem der Massentierhaltung stammen, jedoch auch Grünabfälle sein.
Im allgemeinen werden die Abfälle in verschiedenen Mieten (Dreiecksmiete, Tafelmiete, Boxenmiete) aufgeschichtet und durch Zugabe von Wasser und durch die Zufuhr von Luft bei mehr oder weniger, teilweise automatisierter Umsetzung der Mieten kompostiert. Dabei werden die organischen Bestandteile abgebaut und in organische Erden umgewandelt. Der Abbau muß in aerober Atmosphäre erfolgen, d. h. der Zutritt von Luft zu allen Bestandteilchen der Mieten muß ständig gewährleistet sein. Die Luftzufuhr aller bisherigen Verfahren erfolgt durch DRÜCKEN (Luftzufuhr von unten in die Miete) oder durch SAUGEN (Luftabsaugung oberhalb der Miete). Die bekannten Verfahren konnten nun, sowohl was die Geschwindigkeit des Verrottens betrifft, als auch hinsichtlich der Geruchsbelästigung, nicht voll zufriedenstellen. Daher erfolgt im allgemeinen eine zusätzliche Desodorierung der Abluft
Aufgabe der Erfindung ist es, hier Abhilfe zu schaffen und ein Verfahren zu geben, mit dem es möglich ist, die Verrottung von organischen Abfallstoffen mit oder ohne Beimischung von Klärschlamm zu beschleunigen ohne dabei mehr als eine vertretbare Geruchsbelästigung zu produzieren. Erreicht wird dies durch eine Verfahrensführung, bei der erfindungsgemäß aus mindestens einer Miete, jedoch nicht aus allen Mieten Luft abgesaugt wird und die abgesaugte Luft der anderen Miete bzw. den restlichen Mieten unter Druck zugeführt wird. Bei erfindungsgemäßer Verfahrensführung kann in beiden Mieten eine optimale Verteilung der notwendigen Feuchtigkeit so erreicht werden, daß die erforderliche Wasserzugabe entweder auf der Oberfläche der Saugmiete erfolgt oder durch Eindüsen in die Luftleitung vor der Druckmiete. Hiedurch wird nicht nur eine optimale Verrottung erreicht, ohne daß hiebei eine zu starke Geruchsbelästigung auftritt, sondern auch das normale regelmäßige Umsetzen des Rottematerials kann entfallen. Die Mieten können parallel zueinander oder auch hintereinander angeordnet sein. Sind beispielsweise zwei Mieten vorhanden, was im einfachsten Fall ausreichend ist, so wird aus einer der Mieten die Luft (über das Lufteintragesystem) abgesaugt und in die zweite Miete (über deren Lufteintragesystem) hineingedrückt. Die Belüftungsrichtung der Saugmiete ist somit von der Oberfläche zum Mietenboden, bei der Druckmiete vom Mietenboden zur Oberfläche.
In Weiterbildung der erfindungsgemäßen Verfahrensführung kann vorgesehen werden, daß jener Miete bzw. jenen Mieten aus welchen Luft abgesaugt wird, nach Beendigung der Absaugung, Luft aus jener Miete bzw. jenen Mieten zugeführt wird, welchen zuvor Luft unter Druck zugeführt wurde. Durch diese Verfahrensführung wird eine Verhinderung der Kanalbildung und der Verfestigung der Mieten bzw. ein Vergleichmäßigungseffekt zwischen den Mieten erzeugt. Die Umschaltung kann zyklisch automatisch oder händisch in Abhängigkeit des Aufgabematerials erfolgen.
Weiters ist bei erfindungsgemäßer Verfahrensführung eine zusätzliche Desodorierung der Abluft über ein Biofilter nicht mehr erforderlich. Das Verfahren hat, egal in welcher Richtung gedrückt oder gesaugt wird, eine bisher noch nicht erteichte Geruchsfilterwirkung und einen erheblich beschleunigten Rottevorgang zur Folge.
Zur Zu- bzw. Abführung der Luft unter den Mieten können alle bekannten Arten einer flächigen Belüftung verwendet werden. Wird keine flächige Belüftung vorgesehen, so kann folgende bevorzugte Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens eingesetzt werden, die sich dadurch auszeichnet, daß in jede Miete, insbesondere in Ausnehmungen des Bodens, mit Öffnungen versehene, bevorzugt parallel zueinander angeordnete (maximaler Achsenabstand 750 mm), Rohre eingelegt sind, daß die Rohre einer jeden Miete in einen Sammler münden, daß die Sammler jeweils zweier Mieten über mit Absperrorganen, z. B. Klappen versehene Rohre verbunden sind und daß eine der Leitungen an die Druckseite und die andere Leitung an die Saugseite eines Ventilators angeschlossen sind. Diese Vorrichtung erlaubt in besonders einfacher Weise, nämlich durch entsprechende Änderung der Stellung der Abspenorgane, die Umstellung der Mieten von Saug- auf Druckbetrieb.
Bei einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann vorgesehen werden, daß die Einmündung der Saugleitung bzw. die Einmündung der Druckleitung des Ventilators jeweils in den zwischen zwei Absperrorganen befindlichen Abschnitt eines Rohres erfolgt. Durch diese Ausgestaltung ist es möglich, mehrere Mieten von einem Ventilator aus mit Über- bzw. Unterdrück zu versorgen.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung beispielsweise näher erläutert. Es zeigen, Fig. 1 eine zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens geeignete Vorrichtung, schematisch in Draufsicht und Fig. 2 einen Schnitt entlang der Linie (Π-Π), jedoch in gegenüber Fig. 1 größerem Maßstab.
Mit (1) und (2) sind zwei Mieten zur Aufnahme organischer Abfälle bezeichnet. Im dargestellten Ausführungsbeispiel liegen die Mieten parallel zueinander. Die Mieten können jedoch auch hintereinander angeordnet sein. Ebenso können auch mehr als zwei Mieten vorgesehen sein, wobei es jedoch bevorzugt wird, eine gerade Zahl von Mieten vorzusehen. Der Boden (8) der Mieten (1), (2) besitzt Ausnehmungen (7), in welche Rohre (3) eingelegt sind, deren Mantel mit Öffnungen versehen sind, die in das Rohrinnere führen. Die Rohre (3) liegen in einem in den Ausnehmungen (7) befindlichen Schotterbett und sind mit Schotter abgedeckt. Die Rohre (3) jeweils einer Miete (1) und (2) münden in einen Sammler (4). Die Sammler (4) jeweils zweier Mieten (1), (2) sind durch Rohre (9) und (10) miteinander verbunden. Das Rohr (9) steht dabei mit der Druckseite eines Ventilators (5) in Verbindung, dessen Saugseite mit dem Rohr (10) in Verbindung steht. In das Rohr (9) sind Absperrorgane (6), (6'), z. B. in Form von Klappen eingebaut, wobei die Einmündung des -2-
Claims (5)
- Nr. 390 436 Druckstutzens des Ventilators (5) in dem zwischen den Absperrorganen (6), (6') gelegenen Bereich des Rohres (9) liegt. Analoges gilt für das Rohr (10). Dieses ist ebenfalls mit zwei Absperrorganen (11), (11') ausgestattet, wobei die Einmündung des Saugstutzens des Ventilators (5) in den zwischen den Absperrorganen (11), (11') gelegenen Bereich des Rohres (10) erfolgt. Soll beispielsweise die Miete (1) als Saugmiete und die Miete (2) als Druckmiete betrieben werden, so sind die Absperrorgane (6) und (11') geschlossen und die Absperrorgane (11) und (6') offen. Der Ventilator (5) saugt dann über das offene Absperrorgan (11) Luft aus dem der Miete (1) zugeordneten Sammler (4) ab und führt die abgesaugte Luft unter Druck über das offene Absperrorgan (6') dem Sammler (4) zu, welcher der Miete (2) zugeordnet ist Der Mittenabstand der Rohre (3) soll maximal 750 mm betragen (Fig. 2). PATENTANSPRÜCHE 1. Verfahren zur Kompostierung organischer Abfallstoffe mit oder ohne Klärschlammzugabe u. dgl. in zwei oder mehreren Mieten, denen Luft zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß aus mindestens einer Miete, jedoch nicht aus allen Mieten Luft abgesaugt wird und die abgesaugte Luft den restlichen Mieten unter Druck zugeführt wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jener Miete bzw. jenen Mieten, aus welchen Luft abgesaugt wird, nach Beendigung der Absaugung, Luft aus jener Miete bzw. jenen Mieten zugeführt wird, welchen zuvor Luft unter Druck zugeführt wurde, ohne daß die Mieten umgesetzt werden müßten.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die notwendige Wasserzugabe entweder an der Oberfläche der jeweiligen Saugmiete oder Saugmieten, oder durch Eindüsen in die Luftzuleitung zur Druckmiete oder den Druckmieten erfolgt.
- 4. Verfahren zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß in jede Miete (1), (2), insbesondere in Ausnehmungen (7) des Bodens (8), mit Öffnungen versehene, bevorzugt parallel zueinander angeordnete, Rohre eingelegt sind, daß die Rohre einer jeden Miete (1 bzw. 2) in einen Sammler (4) münden, daß die Sammler (4) jeweils zweier Mieten (1), (2) über mit Absperrorganen (6), (6'); (11), (11'), z. B. Klappen versehene Rohre (9), (10) verbunden sind und daß eine der Leitungen (9) an die Druckseite und die andere Leitung (10) an die Saugseite eines Ventilators (5) angeschlossen sind.
- 5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Einmündung der Saugleitung bzw. die Einmündung der Druckleitung des Ventilators (5) jeweils in den zwischen zwei Absperrorganen (6), (6'); (11), (11') befindlichen Abschnitt eines Rohres (9), (10) erfolgt. Hiezu 1 Blatt Zeichnung -3-
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