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Die Erfindung betrifft einen Riegelverschluss für Türen und Tore mit einem in einer am Stock od. dgl. angebrachten Vertikalführung gelagerten, gewichtsbelastet selbsttätig in seine Sperrstellung verstellbaren Riegel, der mit einem am Flügel befestigten Gegenhalter zusammenwirkt.
Insbesondere betrifft die Erfindung einen Riegelverschluss, der bei allen Türen und Toren verwendbar ist, gleichgültig ob dabei der Flügel gegenüber einem zweiten Flügel oder gegenüber einem Stockrahmen, einer Zarge bzw. im Falle von Garten- oder Gattertoren, Boxentüren in Tierstäl- len usw. gegenüber einer Standsäule zu verriegeln ist.
Es sind horizontal verstellbare Schieberiegel bekannt, die über einen Handgriff hin-und herverschoben werden können. Es gibt auch Verschlüsse mit einer federnd zurückschiebbaren Falle, wobei der Fallenriegel eine Keilfläche bildet und unter Zusammenwirkung mit einem Gegenanschlag am Stock beim Schliessvorgang zurückgeschoben wird und dann einrastet. Federbelastete Fallenriegel sind meist mit einem Handgriff oder einem Schlüssel im Öffnungssinn betätigbar. Für viele Anwen- dungsgebiete ist die Konstruktion zu aufwendig und auch zu wenig betriebssicher. Besonders bei
Tierboxen und Weidegattern muss darauf geachtet werden, dass der jeweilige Verschluss auch bei stärkerer Verschmutzung und bei ungenauem Einbau sowie bei ebenfalls möglichen, z.
B. durch Set- zungserscheinungen bedingten Lageänderungen des Tores gegenüber dem Stock oder der Standsäule funktioniert und dass keine überstehenden Teile vorhanden sind, die den Tieren die Möglichkeit bieten, den Verschluss zufällig oder absichtlich zu öffnen bzw. an denen sich Tiere verletzen kön- nen. Bei reinen Schieberiegeln ergibt sich das Problem, dass der Riegeleingriff genau auf den Tür- anschlag abgestimmt sein muss. Ebenfalls bekannte, über Klinken betätigbare und gegebenenfalls selbsttätig einfallende Schwenkriegel, die durch Federn oder Gewichte in die Schliessstellung gedrückt werden, müssen beim Schliessvorgang zunächst aus der Schliessstellung heraus verstellt werden, wonach sie einrasten. Sie sind im Aufbau kompliziert und nicht immer betriebssicher. Schliesslich ergibt sich bei allen Riegelverschlüssen das Problem, dass am Flügel bzw.
Stock od. dgl. kein ausreichender Platz für die Anbringung des Verschlusses vorhanden ist bzw. dass bei einem am Flügel anzubringenden Verschluss der Flügel im Anbringungsbereich entsprechend verstärkt oder als Halterung für den Verschluss konstruiert sein muss.
Aus der AU-B1-22359/77 ist ein Riegelverschluss der eingangs genannten Art bekanntgeworden, der ausschliesslich für Gattertore insbesondere in Weidezäunen bestimmt ist und bei dem in einer rohrförmigen Standsäule an der Schliessseite des Gattertores ein durch sein Eigengewicht bzw. zusätzliche Gewichte belasteter Riegel in einer der Schliesslage entsprechenden Stellung gehalten wird.
Dieser Riegel ist vorzugsweise als Schwenkriegel ausgebildet, kann aber auch ein vertikal verschiebbarer Riegel sein. Aus dem Kopf der Standsäule ist eine Betätigungshandhabe für den Riegel herausgeführt, die über ein Gestänge mit dem Riegel in Verbindung steht. Nach einer bevorzugten Ausführung ist dabei der Riegel als um eine Querachse schwenkbarer Riegel ausgeführt und der Torflügel trägt als Gegenhalter ein Keilstück, das flügelseitig einen Absatz für den Eingriff des Riegels aufweist. Wird dieses Keilstück beim Schliessen des Flügels durch eine Eintrittsöffnung der Standsäule eingeführt, so hebt es den Riegel zunächst an, der dann in die Rast einfällt.
Nach einer Variante besitzt der Schwenkriegel selbst eine zu einer maulartigen Aufnahme führende Keilfläche, und der am Tor befestigte Gegenhalter besteht nur aus einem seitlich vorstehenden Dorn, der wieder durch eine Öffnung der Standsäule eingreift. Bei diesem Eingriff wirkt der Dorn zunächst mit der Keilfläche zusammen und verschwenkt den Riegelteil, der dann beim Eingriff dieses Dornes in das Maul in die Sperrstellung zurückfällt. Auch hier ist eine mit dem Riegel über ein Gestänge verbundene Handhabe am Säulenkopf angebracht. Der beschriebene Riegelverschluss ist aufwendig, erfordert eine Sonderkonstruktion der Standsäule und ist überhaupt nur bei entsprechenden Gatterverschlüssen verwendbar.
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Riegelverschlusses der eingangs genannten Art, der bei allen Türen und Toren verwendbar ist, einfach und robust aufgebaut sein kann, keine gefährlich überstehenden Teile aufweist, leicht betätigbar ist, einen geringen Platzbedarf hat und der auch bei rauhem Betrieb sicher funktioniert.
Die gestellte Aufgabe wird dadurch gelöst, dass der Riegel als Vorsteckriegel ausgebildet, in seiner Führung nach Art eines Fallklotzes gelagert und in einer angehobenen Wartestellung durch Rasten oder Anschläge gehalten ist, welch letztere beim Schliessen des Flügels durch den über den
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seitlichen Flügelrand vorstehenden Gegenhalter lösbar sind, so dass der Riegel hinter dem Gegenhal- ter in seine Sperrstellung fällt.
In Sonderfällen kann der Riegel mit seiner Führung auch am Flügel angebracht werden, wo- bei dann der Gegenhalter am Stock, der Zarge, einer Standsäule oder an einem zweiten meist für sich feststellbaren Torflügel angebracht wird. Obwohl der Riegel zwei mögliche Betriebsstellungen, nämlich die Wartestellung und die Sperrstellung, aufweist, ergibt sich ein einfacher Aufbau. Beim
Schliessen des Tores fällt der bis dahin in der Wartestellung befindliche Riegel nach dem Lösen der Rasten oder Anschläge gleich in die Schliessstellung ein und muss also nicht wie die bekannten
Riegel zunächst angehoben werden, ehe er einfallen kann, was manchmal beim Zuschlagen des Tores oder bei schwergängigeren Riegeln zu einem Zurückprellen des Tores führt, ehe der Riegel einrasten kann.
Nach einer bevorzugten Ausführung ist als Führung für den Riegel, wie an sich bekannt, ein rohrförmiges Gehäuse von vorzugsweise rechteckigem Querschnitt und mit einer in seiner Frontwand vorgesehenen Eintrittsöffnung für den Eingriff des Gegenhalters vorgesehen, über die ein unterer Sperrteil des Riegels verstellbar ist, wobei ein von oben in das Gehäuse eingreifender, aussen mit einer Handhabe od. dgl. versehener Kopfteil des Riegels die Rohröffnung im wesentlichen ausfüllt ;
der Sperrteil ist gegenüber dem Kopfteil an der von der Eintrittsseite des Gegenhalters abweisenden Seite abgesetzt und an der Rückwand des Gehäuses ist eine seinerseits nach oben und unten über die Höhe der Eintrittsöffnung hinausragendes Raststück, dessen Länge grösser als der Abstand von Front- und Rückwand gehalten ist, mit seinem unteren Ende kippbar gelagert, welches Raststück einen ein Übergewicht im Sinne eines Kippens auf die Frontwand zu erzeugenden Kopfteil trägt, mit dem es den angehobenen Riegel am unteren Ende des Sperrteils unterstützt und das über den Gegenhalter aufschwenkbar ist, so dass der Riegel hinter dem Gegenhalter einrastet und dieser zwischen Riegel und Raststück festgehalten ist.
Bei dieser Konstruktion besteht der gesamte Riegelverschluss im einfachsten Fall nur aus vier für sich leicht herstellbaren Teilen, nämlich dem Gehäuse, dem Riegel, dem Raststück und dem Gegenhalter, der seinerseits als Profilstab oder Öse ausgeführt sein kann. In der Schliessstellung nimmt der Absatz des Riegelkörpers zumindest teilweise das hochgeschwenkte Raststück und den Gegenhalter auf. Um zu gewährleisten, dass der Gegenhalter in der Sperrstellung festgeklemmt wird, damit Tor und Verschluss nicht klappern, kann die nach innen weisende und mit dem Gegenhalter zusammenwirkende Seite des Sperrteils zum Ende hin keilförmig abgeschrägt sein.
Nach einer Weiterbildung ist das Raststück mit seinem unteren Ende an einem einspringenden Lappen od. dgl. der Gehäuserückwand abgestützt, dem gegenüber an der Frontwand ein gegengleicher Lappen angeordnet ist, wobei Front- und Rückwand mit gegengleichen, gegebenenfalls an der einen Seite des Gehäuses verbundenen Eintrittsöffnungen für den Gegenhalter versehen sind.
Diese Variante ermöglicht es, den Verschluss bei links oder rechts schliessenden Türen zu verwenden. Die Umstellung von der einen auf die andere Schliessart erfolgt einfach durch Umdrehen des Riegels und Umsetzen des Raststückes.
Weitere Einzelheiten und Vorteile des Erfindungsgegenstandes gehen aus der nachfolgenden Zeichnungsbeschreibung hervor.
In den Zeichnungen ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise veranschaulicht. Es zeigen
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in Rückansicht und Fig. 3 einen in der Schliessstellung befindlichen Verschluss im Schnitt durch das Gehäuse.
Ein in seiner Grundform einen flach-rechteckigen Querschnitt aufweisendes rohrförmiges Ge- häuse--l-besitzt eine Frontwand --2-- und eine Rückwand --3--. In der Nähe des unteren Endes des Gehäuses sind in Front- und Rückwand ausgerissene Lappen --4, 5-- eingeformt, wobei der eine dieser Lappen je nach Verwendung des Schlosses an der rechten oder an der linken Türseite als Abstützung für das untere Ende eines die Grundform eines Hakens aufweisenden Raststük-
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Das Gehäuse --3-- besitzt in Front- und Rückwand gegengleiche Öffnungen --8, 9--, die beim Ausführungsbeispiel durch einen Ausschnitt --10-- in der einen Seitenwand des Gehäuses zu einer geschlossenen Öffnung verbunden sind.
Der Schaftteil des Raststückes --6-- reicht von unten nach oben über diese Öffnungen hinweg.
In der Wartestellung nach Fig. 1 stützt der Kopf --7-- des Raststückes --6-- einen in der Wartestellung befindlichen Riegel --11-- ab. Dieser Riegel besitzt einen Kopfteil-12-, der im wesentlichen die Rohröffnung des Gehäuses --1-- zumindest der Tiefe nach ausfüllt und an Frontund Rückwand --2, 3-- geführt ist. Im Kopfteil befindet sich eine Öse --13--, die als Handhabe dient und im Bedarfsfall auch zum Einhängen eines Kettengliedes oder eines Schnur- oder Seilstükkes verwendet werden kann. In den Breitseiten des Kopf teils --12-- sind gegengleich Nuten - ausgeformt.
In eine dieser Nuten wird ein ausgerissener Lappen --15-- der einen Gehäuseseitenwand eingebogen, wodurch der Riegel --11-- gegen völliges Herausziehen aus dem Gehäuse - gesichert ist. Im unteren Bereich ist der Riegel --11-- vom Kopfteil--12-- zu einem Sperrteil --16-- abgesetzt, dessen Rückseite --17-- keilförmig zur Spitze verjüngt ist.
Das Gehäuse --1-- wird am Stockrahmen bzw. an einer Standsäule montiert. Am Flügel der Tür oder des Tores wird ein Gegenhalter --18-- angebracht, der beim Ausführungsbeispiel einfach aus einem über den Seitenrand des Flügels überstehenden Zapfen oder Stab bestehen kann. In Fig. 1 wird angenommen, dass das gehäuse --1-- vom Flügel her betrachtet wird.
Wird der Flügel in die Schliessstellung gebracht, dann tritt der Gegenhalter --18-- durch die Öffnung --8-- in das Gehäuse ein (bei der Darstellung nach Fig. 2 von hinten) und trifft schlliesslich auf das Raststück --6--, welches er beim Weiterschwenken des Türflüges mitnimmt, so dass der Kopf --7-des Raststückes den Riegel --11-- freigibt, der dann wie ein Fallklotz unter seinem Eigengewicht nach unten fällt und über die Öffnung --8-- hinweg hinter dem Gegenhalter --18-- einrastet, so dass der Gegenhalter zwischen dem Raststück --6-- und dem Sperrteil --16-- des Riegels festgehalten wird. Damit ist auch die Tür bzw. das Tor sicher verriegelt.
Beim Ausführungsbeispiel bildet der Kopf --7-- des Raststückes zugleich einen Anschlag für den Absatz des Riegels
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das Ende des Gegenhalters --18-- in dem durch den Absatz des Riegels freigelassenen Bereich des Gehäuseinnenraumes zu liegen. Wird der Riegel --11-- aus der Stellung nach Fig. 3 angehoben, kann der Flügel wieder geöffnet werden, da der Durchtritt des Gegenhalters --18-- durch die Öffnung --8-- freigegeben ist. Beim Wegschwenken des Flügels wird auch das Raststück --6-- freige- geben, so dass es wieder in die Lage nach Fig. 1 zurückkippt und den Riegel --11-- nach dem Loslassen in der Wartestellung unterstützt.
Verwendet man als Gegenhalter eine durch die Öffnung --8-- einführbare Öse, dann kann der Sperrteil --16-- des Riegels --11-- einen an die Ösenöffnung angepassten Querschnitt aufweisen und sich gegebenenfalls in seiner Gesamtheit zur Spitze verjüngen. Hier wirkt der Riegel als Vorstecker, der in die Öse eingreift.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Riegelverschluss für Türen und Tore mit einem in einer am Stock od. dgl. angebrachten Vertikalführung gelagerten, gewichtsbelastet selbsttätig in seine Sperrstellung verriegelbaren Riegel, der mit einem am Flügel befestigten Gegenhalter zusammenwirkt, dadurch gekennzeichnet, dass der Riegel (11) als Vorsteckriegel ausgebildet, in seiner Führung (1) nach Art eines Fallklotzes gelagert und in einer angehobenen Wartestellung (Fig. l) durch Rasten oder Anschläge (6,7) gehalten ist, welch letztere beim Schliessen des Flügels durch den über den seitlichen Flügelrand vorstehenden Gegenhalter (18) lösbar sind, so dass der Riegel hinter dem Gegenhalter in seine Sperrstellung fällt.