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Die Erfindung betrifft einen hydraulischen Seilausspulantrieb für einen Seilkran, bestehend aus Tragseil und Laufwagen, mit einer Seilausspulrolle für ein Hubseil, und mit einer vom Hubseil antreibbaren Hydraulikpumpe und einem Druckspeicher für das Hydraulikmedium.
Bei einem aus der US-PS Nr. 3, 712, 478 bekannten Seilkran ist am Krangehäuse ein Rückholseil befestigt und es ist neben dem Hubseil ein Ausziehseil vorgesehen. Um ein Durchrutschen der Seilrolle gegenüber dem Hubseil zu verhindern, dient gemäss der AT-PS Nr. 362553 mindestens eine das Hubseil in eine Nut der Hubrolle drückende Andrückrolle, die mit einer der Umfangsgeschwindigkeit der Hubrolle entsprechenden Umfangsgeschwindigkeit angetrieben ist.
Dieser bekannte Seilkran hat den Nachteil, dass beim Einfahren des Kranwagens das Hubseil mit dem Ausziehseil mit der gleichen Geschwindigkeit, also synchron laufen muss. Dies erfordert nicht nur eine spezielle Konstruktion der Seilwinden-Antriebsmaschine, sondern auch einen besonders geschulten und geübten Windenfahrer mit viel Gefühl. Die Steuerung und der Synchronlauf der beiden Seile wird besonders dann schwierig, wenn schwere Bäume im Kopfhochverfahren auf Berghängen, die nicht parallel zum Tragseil verlaufen, zu Tal gefahren werden müssen. Dabei wechselt die Höhe vom Kranwagen zur Last ständig und es muss das Ausziehseil mit dem Hubseil während der Fahrt aus-und eingespult werden, wobei bei Unachtsamkeit des Windenfahrers Seilverwicklungen und Störungen auftreten.
Aus der AT-PS Nr. 253740 ist ein hydraulischer Seilausspulantrieb für Seilkräne bekannt, bei dem eine Seilausspulrolle für das Hubseil, eine vom Tragseil antreibbare Hydraulikpumpe und ein Druckspeicher für das Hydraulikmedium vorgesehen sind.
Aufgabe der Erfindung ist, diese Nachteile zu beseitigen und einen Seilkran zu schaffen, bei dem auch ohne das beim Seilkran gemäss der US-PS Nr. 3, 712, 478 vorgesehene Ausziehseil das Hubseil beliebig weit ausgespult werden kann.
Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, dass zum Antrieb der Seilausspulrolle am Seilkran oder in einem mit diesem kuppelbaren Zusatzwagen ein Hydraulikmotor vorgesehen ist, der für seinen Betrieb mit dem Druckspeicher verbunden ist, dass beim Einfahren des Hubseiles sowohl die vom Hubseil antreibbare Hydraulikpumpe als auch der als Pumpe betriebene Hydraulikmotor über Hydraulikleitungen mit dem Druckspeicher verbunden sind, und dass die Hydraulikpumpe beim Ausspulen des Hubseiles durch Ventile auf Leerlauf schaltbar ist.
Bei der Erfindung sind beim Einfahren des Hubseiles zwei Pumpen zum Laden des Druckspeichers wirksam, nämlich die Hydraulikpumpe und der beim Einfahren des Hubseiles als Pumpe wirkende Hydraulikmotor. Bei der erfindungsgemässen Seilausspulvorrichtung ergibt sich beim Einfahren und Laden des Druckspeichers stets eine Reserve, da zum Ausspulen bloss der Hydraulikmotor verwendet wird. Diese Reserve erlaubt es, dass an der Beladestelle mit Hydraulikantrieb beliebig viel Hubseil ausgespult werden kann und der Baldemann den Lasthaken mit dem Hubseil mühelos zur Beladestelle, d. h. zum Baumstamm, bringen kann.
Da beim Einziehen des Hubseiles zwei Pumpen angetrieben werden und Hydraulikmedium in den Druckspeicher pumpen, kann in kurzer Zeit bzw. mit kurzer Seillänge mehr Ölmenge in den Druckspeicher gepumpt werden als für das Ausspulen der gleichen Länge des Hubseiles benötigt wird. Es ergibt sich weiters der Vorteil, dass an der Beladestelle, falls mehr Seil gebraucht wird als die Ölmenge im Druckspeicher hergibt, durch kurzes Anziehen des Hubseiles der Druckspeicher wieder aufgepumpt ist und zusätzliche Seillänge ausgespult werden kann. Praktisch kann man dadurch jede beliebige Seillänge ausspulen, was ein ganz besonderer Vorteil ist.
Bei einer erfindungsgemässen Ausbildung eines Zusatzlaufwagens wird der Vorteil erzielt, dass jeder Lasthaken mit kleinem Gewicht abgesenkt und von einem Mann spielend ausgetragen werden kann. Dadurch ist vermieden, dass der Lasthaken bei langen Seillängen mit viel Gewicht belastet werden muss und zwei Männer den Haken austragen und mühsam ausziehen müssen.
Beim erfindungsgemässen Antrieb wird durch die Anordnung von Ventilen in der Ölleitung zwischen der Hydraulikpumpe und Druckspeicher gewährleistet, dass der Hydraulikpumpe, die beim Ausspulen ja nicht als Motor arbeiten soll, kein Öl zugeführt wird und daher beim Ausspulen des Hubseiles stillsteht. In der Ölleitung zwischen dem Druckspeicher und dem Hydraulikmotor ist kein Ventil eingebaut, so dass das Öl jederzeit zurückfliessen und der Hydraulikmotor die Seilausspulrolle antreiben kann.
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Im Rahmen der Erfindung ist ferner vorgesehen, dass zum Antrieb der Hydraulikpumpe durch die Seilausspulrolle und zum Antrieb der Seilausspulrolle durch den Hydraulikmotor ein Verteiler- getriebe vorgsehen ist, dessen Antrieb über ein Vorgelege mit der Seilausspulrolle gekuppelt ist bzw. zum Antrieb der Seilausspulrolle über das Vorgelege einschaltbar ist.
Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist in der Kraftübertragung zwi- schen der Seilausspulrolle und der Hydraulikpumpe sowie dem Hydraulikmotor zwischen dem vor- gesehenen Vorgelege und dem Verteilergetriebe ein Freilauf vorgesehen. Dadurch ist eine Schnellab- senkung der Last im Leerlauf möglich, ohne dass durch die erhöhte Umlaufzahl der Seilausspulrol- le und des Vorgeleges auch das Verteilergetriebe und über dieses die Hydraulikpumpe bzw. der
Hydraulikmotor durch eine zu hohe Drehzahl beschädigt werden können.
Einzelheiten der Erfindung werden an Hand der Zeichnungen erläutert, in welchen der erfin- dungsgemässe Ausspulantrieb für einen Seilkran in Fig. 2 schematisch in Seitenansicht und in Fig. 3 in Draufsicht einer in Fig. 1 veranschaulichten bekannten Anlage gegenübergestellt ist und die
Fig. 4 und 5 in Seitenansicht bzw. in Draufsicht die erfindungsgemässe Ausbildung in einem Zu- satzlaufwagen zeigen.
Der in Fig. l wiedergegebene, als Bergabseilkran ausgebildete bekannte Seilkran besteht aus einem längs eines Tragseiles--1--über Laufwerke--6--mit Hilfe eines Rückholseiles --4-- verfahrbaren Krangehäuse --5--. Im Krangehäuse --5-- ist eine Welle gelagert, mit der drehfest eine Seilausspulrolle --10-- verbunden ist, über die ein Hubseil --2-- geführt ist. Die Welle trägt weiters eine Speichertrommel, auf der ein Ausziehseil--3--aufgewickelt ist.
Bei diesem bekannten Seilkran ist es schwierig eine gewünschte Lage eines zu Tal zu befördernden Baumstammes gegenüber dem Untergrund, d. h. die in Fig. l dargestellte Höhendifferenz H einzuhalten, da dies den Gleichlauf des Hubseiles --2--, des Ausziehseiles --3-- und des Rückholseiles --4-- erfordert.
Zwecks Beseitigung des weiter oben durch die Verwendung eines Ausziehseiles --3-- bedingten Nachteiles ist bei dem erfindungsgemässen Seilkran gemäss den Fig. 2 und 3, der längs eines Tragseiles --1-- mittels Laufwerken --6-- verfahrbar ist und der ein Krangehäuse --5-- auf- weist, an dem ein Rückholseil --4-- befestigt ist, und in dem eine Seilausspulrolle --10-- für ein Hubseil --2-- gelagert ist, ein Hydraulikantrieb für die Seilausspulrolle --10-- vorgesehen.
Dieser Antrieb besteht aus einem Hydraulikmotor --22--, zu dessen Betrieb ein über eine Hydraulikpumpe --21-- aufladbarer Druckspeicher --26-- vorgesehen ist. Die Hydraulikpumpe - wird beim Einfahren des Hubseiles --2-- durch Drehung der Seilausspulrolle --10-- über ein Vorgelege --25-- und ein Verteilergetriebe --23-- ebenso angetrieben wie der jetzt als Pumpe arbeitende Hydraulikmotor --22--.
Ist der Ladevorgang beendet (System im Stillstand), wird durch ein Rückschlagventil ein Entladen des Druckspeichers über die Hydraulikpumpe --21-- verhindert. Durch Nachlassen des Hubseiles --2-- baut sich der Speicherdruck über den Hydraulikmotor --22-- ab. Der Hydraulikmotor --22-- wird dadurch angetrieben und spult seinerseits über das Verteilergetriebe --23--, einen dabei gesperrten Freilauf --24--, das Vorgelege --25-- und die Seilausspulrolle--10-das Hubseil --2-- aus. Bei grösseren Absenkgeschwindigkeiten unter der Wirkung einer Last öffnet der Freilauf, so dass die Last schneller zu Boden sinken kann als dies unter dem Antrieb des Hydraulikmotors --22-- möglich ist.
Beim ungebremsten Lastabsenken ermöglicht der Freilauf --24-- somit ein Voreilen der Seilausspulrolle --10--, ohne dass sich das übrige System schneller als mit der vorgegebenen Geschwindigkeit drehen muss.
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systemen das Hubseil --2-- mit dem Lasthaken hydraulisch ausgespult werden kann. Besonders bei grossen, schweren Kränen und starken Zugseilen, flacheren und langen Trassen, konnte der Lasthaken bisher nicht durch sein Eigengewicht abgesenkt werden und musste mit Zusatzgewichten beschwert werden. Die hydraulische Seilausspulung ermöglicht auch bei diesen Seilkränen die Verwendung von leicht tragbaren Lasthaken, die dann ein Mann leicht und ohne am Hubseil ziehen zu müssen, zur Last austragen kann.
Die Hubseilausspulung kann auch bei dieser Ausführungsform von beliebiger Länge erfolgen,
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da zwei Pumpen (Hydraulikpumpe --21-- und Hydraulikmotor --22--) den Druckspeicher beim Einfahren des Hubseiles mehr aufladen als der Hydraulikmotor Speicherkapazität zum Ausspulen der vorher eingefahrenen Länge des Hubseiles benötigt (z. B. 10 m Einfahren bringen etwa 20 m Ausspulung).
PATENTANSPRÜCHE :
1. Hydraulischer Seilausspulantrieb für einen Seilkran, bestehend aus Tragseil und Laufwagen, mit einer Seilausspulrolle für ein Hubseil, und mit einer vom Hubseil antreibbaren Hydraulikpumpe und einem Druckspeicher für das Hydraulikmedium, dadurch gekennzeichnet, dass zum Antrieb der Seilausspulrolle (10) am Seilkran (5) oder in einem mit diesem (29) kuppelbaren Zusatzwagen (28) ein Hydraulikmotor (22) vorgesehen ist, der für seinen Betrieb mit dem Druckspeicher (26) verbunden ist, dass beim Einfahren des Hubseiles (2) sowohl die vom Hubseil (2) antreibbare Hydraulikpumpe (21) als auch der als Pumpe betriebene Hydraulikmotor (22) über Hydraulikleitungen mit dem Druckspeicher (26) verbunden sind, und dass die Hydraulikpumpe (21) beim Ausspulen des Hubseiles (2) durch Ventile auf Leerlauf schaltbar ist.