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Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum vorzugsweise lösbaren Verbinden bzw. gegenseitigen Verankern zweier Bauteile, insbesondere aus mineralischem Werkstoff, z. B. in Grabdenkmälern, mittels einhakbarer Hakenelemente.
Durch die aus preislichen Gründen immer geringer werdende Stärke von Grabsteinmonumenten ist bei gleichbleibender Sichtfläche und auch geringerer Höhe, in der etwaige Kräfte angreifen, z. B. Kräfte, die von einer sich bei Sturz am Grabsteinmonument abstützenden Person hervorgerufen werden, das stabile Gleichgewicht sehr leicht zu zerstören und die Standsicherheit des Monumentes daher kaum mehr zu gewährleisten. Um hier erhöhte Sicherheit zu schaffen, versucht man, eine nicht sichtbare Verzapfung zwischen den beiden Bauteilen, nämlich dem eigentlichen Grabsteinmonument und dessen Sockel bzw. Fundament zu gewährleisten. Hiebei wurden ausgehend von den Lagerflächen der Bauteile Löcher gebohrt und Dorne aus Thorstahl eingebracht. Diese Dorne überbrücken dann die Lagerfugen.
Die Tauglichkeit dieser Art der Verzapfung hängt aber im wesentlichen von der sorgfältigen Einbringung eines richtigen Klebemörtels mit der erforderlichen Haftspannung und einer entsprechend abgestimmten Dimensionierung des Thorstahlzapfens ab, und unterliegt somit nur der individuellen, jedoch unkontrollierbaren Einflusssphäre des Ausführenden. Bei unsachgemässer Ausführung kam es schon zu Unfällen und sogar zu Todesfällen. Wenn diese Verankerung jedoch sach- und fachgerecht durchgeführt wird, sind die so verbundenen Bauteile nur unter grössten Schwierigkeiten und allfälligen Materialbeschädigungen unter entsprechendem Aufwand lösbar, was aber für oftmals notwendige Demontagen nicht zweckentsprechend ist.
Zum Aufhängen von Fassadenplatten u. dgl. wurde es bekannt, an einem Bauteil eine Ankerplatte zu befestigen, in die ein am andern Bauteil befestigtes Hakenelement eingehängt ist (DE-OS 2115672). Es sind dabei verschiedenartige Verbindungselemente vorhanden, welche für die spezielle Anwendung zur Aufhängung von Fassadenplatten ausgebildet sind, nämlich für eine Aufhängung unter Belassung eines Spiels zwischen den beiden Bauteilen. Es muss dabei für die Ankerplatte eine genau passende Aussparung in dem einen Bauteil vorgesehen werden, da sonst keine zuverlässige Festlegung der Ankerplatte erfolgen kann. Ausserdem muss bei der bekannten Ausbildung in jedem Bauteil eine unterschiedliche Ausnehmung vorgesehen werden, da sonst die unterschiedlichen Verbindungselemente nicht eingesetzt werden können.
Durch die DE-AS 2315292 wurde es bekannt, an den Bauteilen ineinandergreifende, mit Bohrungen versehene Laschen vorzusehen, wobei zur gegenseitigen Festlegung der Bauteile die Bohrungen der Laschen ausgerichtet und die Laschen durch in die Bohrungen eingreifende Fixierelemente (Keile) gegeneinander festgelegt werden ; Hakenelemente sind dabei nicht vorhanden.
Aufgabe der Erfindung ist es nun, eine kontrollierbare, mörtellose und einfach wieder zu lösende Verbindung von massiven Bauteilen (Werkstücken), vorzugsweise im Steinmetzbereich, zu schaffen.
Diese Aufgabe wird gelöst, wenn bei einer Einrichtung der eingangs erwähnten Art, gemäss der Erfindung an jedem der im zusammengebauten Zustand aneinanderliegenden Bauteile ein Hakenelement befestigt ist, wobei beide Hakenelemente im wesentlichen gleich aufgebaut sind. Durch die erfindungsgemässe Ausbildung ist nur eine geringe Lagerhaltung der einzelnen Teile nötig, wobei auch nur in einem Bauteil eine entsprechende Ausnehmung eingebracht werden muss, wogegen auf den zweiten Bauteil das andere Hakenelement lediglich auf der dem ersten Bauteil zugekehrten Fläche aufgesetzt zu werden braucht. Die Verankerung kann dabei in der Steinmetzwerkstätte vorgefertigt werden und unterliegt damit nicht mehr unkontrollierbaren Einflüssen auf der Baustelle.
Die Art der Verankerung mittels Hakenelementen ist dabei in einfacher Form lösbar, wobei Materialbeschädigungen sicher hintangehalten werden können.
Die Verbindung kann verdeckt hergestellt werden, wenn mindestens eines der Hakenelemente in einer insbesondere in die Lagerfläche des betreffenden Bauteiles mündenden Aussparung des zugehörigen Bauteiles angeordnet ist. Dabei könnten auch beide Hakenelemente in jeweils einer Vertiefung des zugehörigen Bauteiles angeordnet und fixiert werden. Wird die Breite der Ausnehmung der Breite des Hakenelementes angepasst, so wird zusätzlich noch eine Drehsicherung des Hakenelementes erreicht.
Eine einfache Herstellung der Hakenelemente ist erreichbar, wenn jedes von ihnen zwei im wesentlichen parallel zueinander verlaufende, bevorzugt unterschiedlich lange Schenkel aufweist, die durch einen Steg miteinander verbunden sind.
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Die Befestigung der Hakenelemente in dem jeweiligen Bauteil ist einfach ausführbar, wenn in besonderer Ausgestaltung der erfindungsgemässen Einrichtung ein Schenkel des Halteelementes mit mindestens einer Bohrung für den Durchtritt einer Befestigungsschraube versehen ist, die vorzugsweise als Klebankerschraube ausgebildet ist. Verbindungen unter Verwendung sogenannter Klebanker sind besonders einfach herzustellen, da dabei nur auf die für das jeweilige Volumen des Klebankers vorgesehene Bautiefe bzw. den Bohrungsdurchmesser zu achten ist.
In weiterer Ausgestaltung der erfindungsgemässen Einrichtung kann vorgesehen sein, dass die Hakenelemente so dimensioniert sind, dass ihre im zusammengebauten Zustand einander übergreifenden Schenkel einen Abstand (Spiel), z. B. etwa 2 bis 3 mm, voneinander aufweisen. Bei dieser Ausgestaltung der erfindungsgemässen Einrichtung kann die Wirksamkeit der Verankerung unmittelbar nach der Montage der Bauteile dadurch erprobt werden, dass auf den freistehenden Bauteil ein Moment ausgeübt wird, unter dessen Wirkung ein leichtes Abheben einer Kante des Bauteiles von der Lagerfläche auftritt. Dieses leichte Abheben zeigt an, dass die Verankerung in der erfindungsgemässen Weise erfolgt ist.
In die Lagerfuge zwischen den Bauteilen kann Dachpappe zum Ausgleich etwaiger Unregelmässigkeiten in der Lagerfläche eingelegt werden.
Die Erfindung wird nachstehend an Hand der Zeichnungen näher erläutert. Hiebei zeigen Fig. l einen Schnitt durch eine erfindungsgemässe Einrichtung entlang der Linie I-I in Fig. 2, Fig. 2 einen Schnitt entlang der Linie 11-11 in Fig. l, und die Fig. 3 bis 5 in schematischer Darstellung aufeinanderfolgende Stellungen der Bauteile beim Verhakungsvorgang.
In den Zeichnungen sind mit-l und 2-- die beiden miteinander zu verbindenden Bauteile bezeichnet. Diese Bauteile sind lediglich ausschnittsweise in jenem Bereich dargestellt, der für die Einbringung der erfindungsgemässen Verbindungseinrichtung erforderlich ist. An jedem der Bauteile --1, 2-- ist ein Hakenelement --3-- befestigt. Wie Fig. l erkennen lässt, die den zusammengebauten Zustand wiedergibt, sind die Hakenelemente --3-- einander übergreifend angeordnet.
Im Bauteil --3-- befindet sich eine Aussparung --5--, in der ein Hakenelement --3-- angeordnet ist, wogegen das Hakenelement --3-- des andern Bauteiles --2-- auf der Lagerfläche --10-- die- ses Bauteiles befestigt ist. Selbstverständlich könnte auch im Bauteil --2-- eine Aussparung vorgesehen sein, in welche das Hakenelement --3-- eingesenkt wird. Die Tiefe der Aussparung bzw. der Aussparungen ist jedenfalls so zu gestalten, dass ein Übergreifen der Hakenelemente im zusammengebauten Zustand möglich ist. Es ist zweckmässig, die Breite b des Hakenelementes der Weite w der Aussparung --5-- anzunähern, da hiedurch eine Verdrehsicherung des Hakenelementes auf einfache Weise erreicht wird.
Jedes Hakenelement --3-- besitzt zwei im wesentlichen parallel zueinander verlaufende Schenkel --6 und 7-- unterschiedlicher Länge. Die Schenkel --6 und 7-sind durch einen Steg --8-- miteinander verbunden. Die Hakenelemente sind untereinander gleich
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richtung mit einer Bohrung --9-- für den Durchtritt einer Befestigungsschraube --10-- versehen.
Die Befestigungsschraube ist bevorzugt als Klebankerschraube ausgebildet. Die Verwendung eines Klebankers ermöglicht eine schnelle und sichere Montage, wobei die Klebstoffmischung bereits fertig vorliegt, somit nicht mehr der Einflussnahme durch den die Montage Ausführenden unterliegt. Selbstverständlich könnten auch mehr als eine Schraube für die Befestigung vorgesehen werden, in welchem Falle dann in den Schenkel --6-- eben mehr als eine Bohrung einzubringen wäre.
Die Stirnseite des kürzeren Schenkels --7-- ist mit einer Einbuchtung --11-- versehen, um das Ansetzen eines Schraubenschlüssels zum Festziehen der Befestigungsschraube --10-- zu ermöglichen.
Wie Fig. l erkennen lässt, ist im zusammengebauten Zustand ein Spiel s zwischen den einander übergreifenden Schenkeln --7-- der Hakenelemente --3-- vorhanden. Das Spiel s kann dabei in der Grössenordnung von etwa 2 bis 3 mm liegen. In der Lagerfuge kann Dachpappe zum Ausgleich geringfügiger Unregelmässigkeiten der Lagerflächen eingelegt werden.
Die Fig. 3 bis 5 veranschaulichen die Montage der beiden Bauteile, wobei diese Bauteile bereits mit daran befestigten Hakenelementen --3-- an die Baustelle angeliefert werden. Auf der Baustelle werden dann auf die Lagerfläche --10-- des Bauteiles --2-- Klötze --12-- aufgelegt,
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auf welche der Bauteil-l-abgesenkt wird, u. zw. derart, dass sich die Hakenelemente --3-mit den Stirnflächen der kürzeren Schenkel --7-- gegenüberstehen. Durch Verringern der Klötze - wird dann der Bauteil-l-gegen den Bauteil --2-- bewegt, wobei in die Fuge zwischen den Bauteilen Stahldrahtrollen --13-- mit einem Durchmesser von etwa 3 mm eingelegt werden (Fig.
4). Der Bauteil-l-kann dann auf diesen Stahldrahtrollen --13-- rollend in Richtung des Pfeiles P (Fig. 5) bewegt werden, bis sich die Schenkel --7-- der Hakenelemente --3-- übergrei- fen, wie dies Fig. 5 zeigt. Die Stahldrahtrollen --13-- werden dann aus der Fuge zwischen den Bauteilen --1 und 2-- entfernt und der Bauteil-l-sitzt fest auf dem Bauteil --2-- auf.
Die erfindungsgemässe Verbindungseinrichtung kann beispielsweise auch bei Grabeinfassungen Anwendung finden. Das Kontrollspiel s kann durch Verringerung des Abstandes zwischen den beiden C-förmigen Hakenelementen --3-- (bei Trockenverschub) ausgeschaltet werden. Weiters kann durch die Einführung eines Pass stiftes --14-- auch ein Rückverschub ausgeschaltet werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zum vorzugsweise lösbaren Verbinden bzw. gegenseitigen Verankern zweier Bauteile, insbesondere aus mineralischem Werkstoff, z. B. in Grabdenkmälern, mittels einhakbarer Hakenelemente, dadurch gekennzeichnet, dass an jedem der im zusammengebauten Zustand aneinanderliegenden Bauteile (1, 2) ein Hakenelement (3) befestigt ist, wobei beide Hakenelemente (3) im wesentlichen gleich aufgebaut sind.