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Die Erfindung betrifft eine Bremsvorrichtung zum Abbremsen der Sägekette einer tragbaren
Motorkettensäge, die mit einem beim Auftreten eines Gefahrenzustandes ansprechenden Fühler ver- sehen ist, der als bei einer Schleuderbewegung der Säge mit einer Hand des Sägenführers in Be- rührung bringbarer, schwenkbar an dem Gehäuse der Kettensäge gelagerter Bügel ausgebildet ist, durch dessen Bewegung durch Lösen einer Klinkenverbindung eine mit einer Zugfeder in Wirk- verbindung stehende Reibungsbremse betätigbar ist, die auf eine mit dem Antriebskettenrad der
Kettensäge verbundene Trommel einwirkt.
Schleuderbewegungen können bei tragbaren Motorkettensägen leicht auftreten, wenn der über die Oberseite der Schwertplatte verlaufende Teil der Sägekette mit einem festen Gegenstand, wie z. B. einem Zweig, in Berührung kommt. Bei dem hiedurch möglichen Hochschleudern der Säge kann der Sägenführer, wenn er den vorderen bügelförmig ausgebildeten Handgriff der Säge loslässt, im Gesicht oder am Oberkörper verletzt werden. Um dies zu verhindern, sind bereits Schutzein- richtungen bekanntgeworden, die die Kette bei einer plötzlichen Schleuderbewegung der Säge ab- bremsen sollen.
Bei einer ferner bekanntgewordenen Bremseinrichtung ist ein Fühler vorgesehen, auf den die Hand der Bedienungsperson auftrifft, falls sie den Bügelhandgriff unwillkürlich loslässt. Durch dieses Auftreffen erfährt der Fühler eine Lageänderung und bringt die als Kraftantrieb für die
Sägekette vorgesehene Verbrennungskraftmaschine durch Betätigung eines Zündschalters zum An- halten. Ferner ist eine Ausführungsform bekannt, bei der diese Schutzeinrichtung mit einer auf den Kettenantrieb wirkenden Reibungsbremse kombiniert ist, die durch den Fühler betätigt wird.
Diese Bremseinrichtung wurde vorgesehen, um den Zeitverzug zwischen dem Auftreffen der Hand auf den Fühler und dem Stillstand der Sägekette zu vermindern. Die Kraft zum Hervorbringen der Bremswirkung wird dabei aus dem Auftreffen der Hand gegen den Fühler abgeleitet.
Es sind auch als Sicherheitskupplungen ausgebildete Bremseinrichtungen bekannt, die von dem Sägeführer im Gefahrenfall bewusst betätigt werden müssen. Durch die üblicherweise verzögerte
Reaktion des Sägenführers ist bei dieser Vorrichtung aber ein Abbremsen der Sägekette nicht gewährleistet. Die Verwendung von Bremsklötzen, die auf den Sägekettenzähnen zur Anlage bringbar sind, hat sich ebenfalls nicht bewährt, da hiedurch keine sofortige Abbremsung der Sägekette möglich ist. Da die Sägekette sich somit beim Hochschnellen des Sägeschwertes weiterbewegt, besteht weiterhin die Gefahr einer Verletzung des Sägenführers.
Die ebenfalls bekanntgewordene Ausbildung einer Bremseinrichtung, bei der eine Sperrklinke in die Sägekette eingreift, führt infolge Stossbelastungen zu Beschädigungen des Motors und Getriebes. Bei einer weiteren bekanntgewordenen Bremsvorrichtung ist eine Reibungsbremse, die mit dem Antriebskettenrad in Wirkverbindung bringbar ist, einer Zugfeder zugeordnet, die durch eine Sperrklinke gespannt werden kann. Die Sperrklinke rastet in einen mit der Reibungsbremse verbundenen Hebel ein und kann durch einen Auslösebügel gelöst werden. Bei dieser Bremseinrichtung besteht der Nachteil, dass die Schwenkeinrichtung des Bügels innerhalb des Gehäuses angeordnet werden muss, was konstruktiv aufwendig ist und eine kompakte Bauweise verhindert.
Darüber hinaus wird der Durchgang der von der Sägekette mitgezogenen Späne durch den Späneraum beein- trächtigt.
Auch sind Bremseinrichtungen für Motorsägen bekannt, die einschenkelige Klinkenhebel aufweisen, die einseitig drehbar gelagert und mit einer Zugfeder und dem die Trommel des Antriebskettenrades umfassenden Bremsband verbunden sind. Bei derartigen Bremseinrichtungen besteht der Nachteil, dass zum Ausrasten der Sperrklinken an den Klinkenhebeln relativ hohe Kräfte erforderlich sind. Hiedurch besteht die Gefahr einer Verzögerung des Ansprechens der Bremseinrichtung, so dass der Schutz des Sägenführers gefährdet ist.
Bei einer weiteren bekannten Bremseinrichtung ist an dem Auslösebügel ein Nocken angeformt, der kniegelenkartig mit dem Gegennocken eines Betätigungsgliedes im Eingriff steht. Das Betätigungsglied ist federbeaufschlagt und mit dem freien Endabschnitt des Bremsbandes verbunden.
Diese verschleissempfindliche Bremseinrichtung hat noch den Nachteil, dass Vibrationen und Stösse, wie. sie im normalen Sägebetrieb auftreten, über den Auslösebügel direkt auf das Betätigungsglied auch im Drehsinn der Bremsbetätigung übertragen werden, so dass es beim Sägen von knorrigem Holz od. dgl. leicht passieren kann, dass die Bremseinrichtung bereits teilweise oder
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ganz betätigt wird, ohne dass ein Gefahrenmoment eingetreten ist. Im Ergebnis bewirkt eine der- artige Bremseinrichtung somit eine Beeinträchtigung der Sägeleistung des Sägeführers.
Des weiteren ist eine mit einem zweiarmigen Hebel arbeitende Bremseinrichtung bekanntge- worden, die jedoch konstruktiv sehr aufwendig aufgebaut ist. Schwenkbewegungen des Sägeblattes, die auch bei normalem Sägebetrieb auftreten, werden bei dieser bekannten Ausführungsform un- mittelbar über diesen Hebel auf die Bremseinrichtung übertragen, so dass auch hier die Bremsein- richtung ansprechen kann, ohne dass eine Gefährdung des Sägenführers gegeben ist.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Bremsvorrichtung zum Abbremsen der Sägekette einer tragbaren Motorkettensäge zu schaffen, durch die die Nachteile bekannter Bremseinrichtungen vermieden werden und die eine sichere Abbremsung der Sägekette beim Hochschnellen der Motorsäge und eine kompakte und leichte Konstruktion der Motorsäge ermöglicht, wodurch gleichzeitig die
Betriebssicherheit erhöht werden soll.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird eine Bremsvorrichtung gemäss der eingangs beschriebenen Art vorgeschlagen, die gemäss der Erfindung in der Weise ausgebildet ist, dass an dem Auslösebügel ein zweischenkeliger Ausrückhebel angeformt ist, an dessen der Drehachse des Auslösebügels abgewandtem Endabschnitt eine rechtwinkelige Ausnehmung ausgebildet ist, die mit einem Einrastbolzen mit quadratischem oder rechteckigem Querschnitt in Wirkverbindung bringbar ist, der an einer um eine Drehachse drehbaren und mit der Zugfeder und dem beweglichen Endabschnitt des Bremsbandes verbundenen Schlossplatte angeordnet ist.
Mit einer derart ausgebildeten Bremseinrichtung ist eine vereinfachte Ausführungsform geschaffen, die trotz ihrer konstruktiven Einfachheit zu einer erhöhten Betriebssicherheit beiträgt. Durch die besondere Form des zweischenkeligen Hebels ist darüber hinaus eine schnelle Wiederinbetriebnahme der Motorsäge nach einem Ansprechen der Bremseinrichtung möglich.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt. Es zeigt : Fig. 1 die Bremsvorrichtung in dem Sägegehäuse in einer Seitenansicht, Fig. 2 den Auslösebügel mit Verstelleinrichtung in einer Seitenansicht, Fig. 3 den Auslösebügel mit Verstelleinrichtung in einer Ansicht von hinten.
In Fig. 1 ist ein Teil einer Kettensäge --10-- mit aufgebrochenem Gehäuse --25-- dargestellt.
Um die Kupplungstrommel --11-- ist das Bremsband--13--einer Bandbremse gelegt. Der eine Endabschnitt des Bremsbandes --13-- ist um eine Umlenkung gelegt und an dem Gehäuse unbeweglich befestigt. Der bewegliche andere Endabschnitt --13b-- ist an einer Schlossplatte --4-- be- festigt, die um eine Drehachse --6-- drehbar ist. Die Schlossplatte --4-- ist mit dem einen Endab- schnitt --7a-- einer Zugfeder --7-- verbunden, deren anderer Endabschnitt --7b-- an einem Teil des Gehäuses --25-- befestigt ist.
Auf der Schlossplatte --4-- ist ein Einrastbolzen--3--mit quadratischem Querschnitt ausgebildet. Dieser Einrastbolzen --3-- befindet sich im Abstand von der Drehachse --6-- und ist parallel zu dieser ausgerichtet. Der Einrastbolzen --3-- steht mit einer rechtwinkeligen Ausnehmung --2-- eines Ausrückhebels in Wirkverbindung. Der Endabschnitt --15-- des Ausrückhebels --14--
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angeformt. Der Auslösebügel --1-- ist um eine Drehachse --12-- drehbar, die im Bereich der Verbindung des Ausrückhebels --14-- mit dem Auslösehebel --1-- angeordnet ist.
Die Ausnehmung --2-- weist rechtwinkelig zueinander angeordnete Flächen--5a, 5b--auf, so dass der Einrastbolzen --3-- an den Flächen--5a, 5b--ganzflächig zur Anlage kommen kann.
Der Handschutz --16-- ist mittels einer Einstellvorrichtung auf dem Auslösebügel --1-- verschieblich angeordnet und mit einem Stützhebel --23-- verbunden, der um eine an dem Gehäuse --25-- angeordnete Drehachse --23b-- drehbar ist. Der der Drehachse --12-- abgewandte Endab-
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--8-- des Auslösebügels --1-- dientSchraubbolzens --22-- in seiner Winkelstellung verstellbar ist (Fig. 2, 3). An dem oberen Endab- schnitt --23a-- des Stützhebels --23-- sind zwei Gleitstücke --24-- drehbar angeordnet, die auf vertikalen, auf der Rückseite des Handschutzes ausgebildeten gekrümmten Stegen --26-- ver-
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schieblich sind.
Bei einem Verschwenken des Handschutzes --16-- relativ zum Schraubbolzen --22- werden gleichzeitig die Gleitstücke --24-- auf den Stegen --26-- verschoben.
Die Verstellbarkeit des Handschutzes --16-- gestattet eine optimale individuelle Einstellung des Abstandes zwischen der Hand des Sägenführers und des Handschutzes --16--, der für das rechtzeitige Auslösen der Bremseinrichtung massgebend ist. Beim Hochschlagen der Kettensäge --10--, z. B. durch Berühren eines Stammes mit der Schwertspitze und laufendem Motor, soll nach Durchfahren eines Winkels von maximal 60 die Bremseinrichtung voll gewirkt haben. Dies kann wegen der unterschiedlichen Handgrösse der Sägenführer nur durch Einstellung des Abstandes der Hand des Sägenführers von dem Handschutz gewährleistet werden. Diese Einstellung wird durch die Einstellvorrichtung --20-- ermöglicht.
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--3-- übernehmung --2-- gleitet.
Hiernach wird durch die Zugfeder --7-- die Schlossplatte --4-- um die Drehachse --6-- geschwenkt und übt auf den beweglichen Endabschnitt --13b-- des Bremsbandes - eine Zugkraft aus, wodurch das Bremsband --13-- an der Kupplungstrommel --11-- zur Anlage kommt. Durch Reibung wird dann die Sägekette abgebremst. Das Lösen des Bremsbandes - erfolgt dadurch, dass der Auslösebügel-l-durch Betätigung des Handschutzes --16-zurückgezogen wird, wobei der Einrastbolzen --3-- über den vorgekrümmten Abschnitt --14a-des Ausrückhebels --14-- gleitet, bis er in der Ausnehmung --2-- einrasten kann. Durch die Verschwenkung der Schlossplatte --4-- wird die Zugfeder --7-- erneut unter Zugspannung gesetzt.
Hiemit ist die Bremseinrichtung wieder einsatzbereit.