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Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Rauchfangausschleifen, wobei von den
Wandungen des Rauchfanges zunächst die anhaftenden Verunreinigungen entfernt und die Wandungen mit Wasser gereinigt werden, wonach auf die Wandungen eine Verputzmasse mittels eines im Rauch- fang, gegebenenfalls mehrmals, aufwärts gezogenen Verputzkörpers unter Druck aufgebracht wird.
Verfahren der eingangs geschilderten Art sind bekannt (z. B. AT-PS Nr. 163900 und Nr. 178731).
In der Praxis hat es sich jedoch gezeigt, dass das mit den bekannten Verfahren erreichte Ergebnis nicht immer befriedigend ist. Vor allem kommt es verhältnismässig häufig dazu, dass der mittels des Verputzkörpers aufgebrachte, die Verputzmasse bildende Mörtel abrinnt oder zusammen mit einem losen Stück des alten Verputzes abfällt. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass der Druck, mit welchem die Verputzmasse auf die zu verputzende Rauchfangwand aufgebracht wird, nicht nur vom Druck abhängt, mit welchem der Verputzkörper die Verputzmasse an die Wandung an- drückt, sondern auch von der Höhe der auf dem Verputzkörper ruhenden Verputzmassesäule.
Da sich diese Höhe im Laufe des Aufziehens des Verputzkörpers laufend verringert, ist dementsprechend auch der auf die Verputzmasse wirkende Druck über die Rauchfanghöhe nicht konstant, was zu Mängeln in der neu aufgebrachten Verputzauskleidung führen kann.
Die Erfindung setzt sich zur Aufgabe, diese Nachteile zu vermeiden und ein Verfahren der eingangs geschilderten Art so zu verbessern, dass einerseits die losen Teile der alten Verputzmasse besser entfernt werden, anderseits die Qualität und die Dauerhaftigkeit der aufgebrachten neuen Auskleidung verbessert wird. Die Erfindung löst diese Aufgabe, ausgehend vom eingangs beschriebenen bekannten Verfahren dadurch, dass vor dem Entfernen der Verunreinigungen und dem Waschen der Wandungen diese erwärmt werden, wonach die Entfernung der Verunreinigungen mit einer Bürste bei Aufbringung von kaltem Wasser auf die erwärmten Wandungen vorgenommen wird und dass während des darauf folgenden Aufziehens der Verputzmasse diese laufend von oben auf den Verputzkörper nachgeschüttet wird.
Dadurch wird zunächst die Vorbehandlung des Rauchfanges wesentlich verbessert, denn durch die kombinierte Einwirkung des auf die erwärmten Wandungen aufgebrachten kalten Wassers und der Bürste werden durch die auftretenden Temperaturspannungen und die mechanische Einwirkung sämtliche Verkrustungen und losen Mörtelreste der alten Auskleidung gelöst, so dass sie dem späteren Mörtelauftrag durch Abbrechen oder Abrinnenlassen der Verputzmasse nicht schaden können. Die laufende Nachschüttung der Verputzmasse beim Aufziehvorgang des Verputzkörpers sichert, dass die Höhe der Mörtelschicht über dem Verputzkörper über die gesamte auszukleidende Rauchfanglänge zumindest annähernd konstant bleibt, so dass für alle Bereiche des Rauchfanges gleiche Verhältnisse gesichert werden.
Als Verputzkörper kann die Bürste mit einer aufgelegten Textilauflage, insbesondere aus Jute, verwendet werden, so dass dasselbe Gerät, das für die Vorbereitung dient, auch für den eigentlichen Ausschleifvorgang verwendet werden kann, was eine Ersparnis an mitzuführenden Gerätschaften bedeutet. Ein solcher bürstenartiger Verputzkörper erlaubt auch sehr hohe, auf die aufzubringende Verputzmasse wirkende Andrückkräfte, so dass die Verputzmasse tief in die Fugen oder Risse eindringt.
Im Rahmen der Erfindung erfolgt das Erwärmen der Wandungen bis zu einer Temperatur von höchstens 80 C, um Schäden auf das Mauerwerk zu vermeiden. Beim Vorwärmen muss dafür gesorgt werden, dass sich nicht nur die innen im Rauchfang liegenden Luftschichten erwärmen, sondern vor allem die alte Auskleidung bzw. das sie tragende Mauerwerk. Um dies verlässlich zu sichern, wird gemäss einer Weiterbildung des erfindungsgemässen Verfahrens beim Erwärmen der Wandungen der freie Rauchfangquerschnitt an der Rauchfangmündung abgeschlossen.
Die Erwärmung selbst kann mit Ausbrennapparaten, die mittels Petroleum oder eines Dieselantriebes betrieben sind, leicht erfolgen, wobei die Warmluft zweckmässig im Bereich des untersten Putztürchens in den Rauchfang eingebracht wird und in diesem nach oben strömt, jedoch infolge der teilweisen Abschliessung des Rauchfangquerschnittes mit vermindertem Zug, so dass die eingebrachte Wärmeenergie bestmöglichst ausgenutzt wird.
Es ist bekannt, Wasser auf die auszuschleifende Wandung aufzuspritzen. Im Rahmen der Erfindung ist es jedoch günstiger, das kalte Wasser von der Rauchfangmündung nach unten entlang der erwärmten Wandungen abrinnen zu lassen. Dadurch muss der Schlauch, der zur Wasserzufuhr dient, nicht in den Kamin hinabgelassen werden.
Die Höhe der von oben laufend nachgefüllten Verputzmasse am Putzkörper wird im Rahmen der Erfindung im allgemeinen zwischen 40 und 60 cm gehalten, was sich in der Praxis als bewährter Wert herausgestellt hat.
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In den Zeichnungen sind das erfindungsgemässe Verfahren sowie zu seiner Durchführung geeignete Geräte an Hand eines Ausführungsbeispieles schematisch dargestellt. Fig. 1 zeigt den die Reinigung des auszuschleifenden Kamines betreffenden Verfahrensschritt, Fig. 2 zeigt eine hie- für geeignete Bürste im Vertikalschnitt, Fig. 3 zeigt ein Detail, Fig. 4 zeigt den das eigentliche i Ausschleifen betreffenden Verfahrensschritt, Fig. 5 ist ein Vertikalschnitt durch einen hiefür geeig- neten Verputzkörper und Fig. 6 zeigt eine Seitenansicht eines Details.
Wie bereits erwähnt, wird beim erfindungsgemässen Verfahren grosser Wert auf die Vorbehand- lung des Rauchfanges (es kann sich hiebei um einen Rauchfang im engeren Sinn, aber auch um einen Abgasfang oder einen Sonderfang jeglichen Querschnittes handeln) gelegt. Vor dem eigentlichen Schleifvorgang wird daher der Rauchfang --1-- (Fig. 1) gleichmässig vorgewärmt. Dies ge- schieht mittels eines Petroleum- oder Dieselausbrennapparates --2--, wobei die Wärme durch die unterste Putzöffnung --3-- in den Kamin eingebracht wird und in diesem aufsteigt.
Zur Drosselung des Zuges im Rauchfang --1-- wird hiebei der freie Fangquerschnitt an der Mündung --4-- des
Rauchfanges --1-- teilweise abgeschlossen, z. B. mittels einer Textilauflage oder eines Kunststoff-
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was durch elektrische Messgeräte, z. B. Feststoffühler, überwacht wird.
Sodann wird der Rauchfang --1-- mittels einer Bürste --5-- und durch Zufuhr einer reichlichen Menge kalten Wassers gewaschen. Die Bürste --5-- wird hiebei im Rauchfang --1-- in an sich bekannter Weise mittels eines Stahlseiles --6-- und einer Winde --7--, die oben auf den Rauchfang --1-- aufgesetzt ist, hochgezogen. Zugleich wird kaltes Wasser von oben entlang der Wandungen --8-- des Rauchfanges --1-- ablaufen gelassen. Das kalte Wasser trifft auf die erwärmten Wandungen --8-- des Rauchfanges --1--, wodurch Temperaturspannungen hervorgerufen werden, die dazu beitragen, die Verkrustungen --9-- oder lose Reste vom ehemaligen Innenmörtel von den Wandungen --8-- zu lösen.
Weitere Fehler im Rauchfang --1-- können von abgefalle-
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--10-- oder Zungenbrüchen --11-- gebildetste --5--, die aus mehreren übereinander angeordneten Stahlsternen --12-- (Fig. 2, 3) besteht, die übereinander auf einen mittigen Dorn --13-- aufgesteckt sind. Eine Verschraubung --14-verhindert das Abfallen der Stahlsterne --12--. Jeder Stahlstern besteht aus einem mittigen, auf den Dorn --13-- mit erheblichem Spiel aufgesteckten Ring-15- (Fig. 3), von welchem eine Vielzahl von Zungen --16-- nach aussen abstehen, die von elastischen Flachstahlstücken gebildet sind und einander mehrfach kreuzen, so dass ein flechtwerkartiges Gebilde entsteht.
Die freien Enden der Zungen --16-- liegen auf einem Kreis --17--, dessen Durchmesser grösser ist als die lichte Querschnittsweite des auszuschleifenden Rauchfanges --1--, so dass die Enden der Zungen --16-- beim Hochziehen der Bürste --5-- nach unten umgebogen werden (Fig. 2) und unter
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ten können und hiezu eine Belastbarkeit von mindestens 1700 N/mm2 aufweisen. Das beschriebene Waschen und Auskratzen des Rauchfanges-l-muss solange unter dauerndem Aufziehen der Bürste --5-- fortgesetzt werden, bis an der untersten Putzöffnung--3--annähernd reines Wasser austritt und sich keine Russ-, Mörtel- oder Ziegelreste mehr im Russsack --19-- befinden.
Das hiezu nötige Wasser wird mittels eines Schlauches zugeführt, dessen Ende an das obere Ende der Wandungen --8-- des Rauchfanges --1-- angelegt wird, so dass das Wasser entlang dieser Wandungen --8-- nach unten abrinnt.
Sobald diese Vorbehandlung beendet ist, kann der eigentliche Schleifvorgang beginnen. Für diesen Schleifvorgang wird als Verputzkörper --20-- die Bürste --5-- verwendet, jedoch ergänzt um eine auf den obersten Stahlstern-12-aufgelegte Textilauflage-21-- (Fig. 5), insbesondere aus Jute.
Der Durchmesser dieser Textilauflage --21-- ist etwas grösser als der Durchmesser der Stahlsterne --12--, so dass sie sich, wie in Fig. 5 dargestellt, haubenförmig um zumindest die
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oberen Stahlsterne --12-- beim Hochziehen des Verputzkörpers --20-- herumlegt. Die Textilaufla- ge --21-- verhindert einerseits ein Durchfallen der auf die aufgebrachten Verputzmasse --22-- (Verputzmörtel) durch die Öffnungen zwischen den Zungen --16-- der Stahlsterne --12--, anderseits sichert sie eine glatte Oberfläche der auf die Wandungen --8-- aufzutragenden Innenbeschichtung des Rauchfanges.
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--12-- hängtpers --20-- wird ein Kippen desselben beim Hochziehen und somit ein Durchfallen und krustenar- tiges Klebenbleiben der Verputzmasse --22-- an den Wandungen --8-- verhindert. Als Faustregel kann gelten, dass die Anzahl der Stahlsterne --12-- sich ergibt aus dem halben Durchmesser des Rauchfanges --1-- in cm. Da die Stahlsterne --12-- mit einem erheblichen Anpressdruck an den Wandungen --8-- anliegen, können die Durchmesser der Stahlsterne --12-- im entspannten
Zustand derselben im allgemeinen nicht grösser als 20% des Rauchfangdurchmessers gewählt werden.
Durch Art und Stärke bzw. durch die besondere Form des Geflechtes der die Stahlsterne --12-- aufbauenden Zungen --16-- lässt sich eine Regelung des Anpressdruckes erzielen, welcher im Ver- gleich zu herkömmlichen Systemen wesentlich gesteigert ist und im allgemeinen zwischen etwa 10 und 14 kPa liegt. Dadurch wird eine gute Andrückung der Verputzmasse --22-- an die Wandungen erzielt, insbesondere eine Eindrückung der Verputzmasse in Risse, Löcher od. dgl. In Fig. 5 ist angedeutet, dass die Verputzmasse --22-- tief in eine zwischen zwei benachbarten Ziegeln bestehende Fuge--23-- beim Hochziehen des Verputzkörpers --20-- eingedrückt wird.
Für das Hochziehen, welches im allgemeinen mehrmals wiederholt wird, wird der Dorn --13-- des Verputzkörpers --20-- mittels eines am Dornende angeordneten Ringes, eines Schäkels und einer Kausche des Stahlseiles --6-- an diesem befestigt und sodann wird von oben, also durch den Rauchfang --1--, Verputzmasse --22-- in der nötigen Höhe (40 bis 60 cm) auf den Verputzkörper --20-- aufgebracht. Die Textilauflage --21-- verhindert ein Absacken der Verputzmasse --22--. Vor dem Schleifvorgang muss darauf geachtet werden, dass der Verputzkörper --20-- absolut gerade und nicht verkantet im Rauchfang --1-- sitzt, was durch die untere Putzöffnung --3--, durch die der Verputzkörper --20-- in den Rauchfang --1-- eingesetzt wird, beobachtet werden kann.
Durch kurzes Aufziehen des Verputzkörpers --20-- mittels der Winde --7-- wird dieser Sitz geprüft. Ein Abgleiten der Verputzmasse --22-- vom schrägstehenden Verputzkörper --20--, was erneut zu Verkrustungen an der Rauchfanginnenfläche führen würde, wird damit sicher verhindert.
Sitzt der Verputzkörper --20-- einwandfrei gerade, dann kann der erste Aufziehvorgang beginnen und der Verputzkörper --20-- wird durch den Rauchfang --1-- gleichmässig langsam aufgezogen, wobei laufend von oben durch den Rauchfang --1-- Verputzmasse --22-- auf den Verputzkörper --20-- entsprechend dem Verputzmassenverbrauch aufgeschüttet wird, so dass die Höhe der Mörtelschicht der Verputzmasse --22-- über dem Verputzkörper --20-- stets annähernd konstant ist und im allgemeinen zwischen 40 und 60 cm beträgt. Durch beständiges, gleichmässiges Nachschütten der Verputzmasse durch den Rauchfang --1-- lässt sich dies leicht erzielen.
Schon beim ersten Aufziehvorgang ergibt sich im Vergleich zu bisher bekannten Verfahren eine wesentlich grössere Schichtdicke der erzielten Auskleidung bei höherer Standfestigkeit. Ein Abfallen des Mörtels ist daher weder in dieser Phase noch in der Trocknungsphase wahrscheinlich. Die weiteren Aufziehvorgänge werden in analoger Weise durchgeführt, aber nur solange, bis sich an der oberen Putzöffnung-24- (Fig. 4) eine glatte Oberfläche der hergestellten Auskleidung zeigt. Bei diesen weiteren Aufziehvorgängen werden im allgemeinen keine wesentlichen Zunahmen der Schichtdicke der Auskleidung auf dem Mauerwerk mehr erreicht, wohl aber wird eine vollständige Auspressung der Stoss- und Lagerfugen der das Mauerwerk bildenden Bausteine erzielt. Es wird Material also nur dort aufgebracht, wo es auch wirklich gebraucht wird.
Durch diesen Umstand und dadurch, dass bei jedem Aufziehen Mörtel der gleichen Konsistenz verwendet werden kann, ergibt sich im Vergleich zu bekannten Verfahren ein wesentlich geringerer Arbeitsaufwand und somit eine erhebliche Kosteneinsparung, zumal auch keinerlei Gerüste oder sonstige Hilfsvorrichtungen, mit Ausnahme der Abstützung der Winde --7--, benötigt werden.
Zur Vermeidung einer Schiefstellung des Verputzkörpers --20-- trägt bei, dass die Winde --7--, die auf dem Dachgestell-25-- (Fig. 4) aufruht, eine Einrichtung hat, mit welcher
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dennoch aussermittig im Rauchfang --1-- laufen, so können geringere Abweichungen dadurch aufgenommen werden, dass die Ringe --15-- der Stahlsterne --12-- mit dem erwähnten Spiel auf dem Dorn --13-- sitzen und daher eine begrenzte Seitenbeweglichkeit gegeben ist.
Bei stark gezogenen Rauchfängen wird es allerdings notwendig sein, Hilfsöffnungen --29-- im Bereich der Verziehungen des Rauchfanges anzubringen, um mittels manueller Eingriffe am Stahlseil --6-- das Kippen des Verputzkörpers --20-- zu verhindern und den erforderlichen Mörtel für die jeweils gewünschte Mörtelhöhe nachzugiessen bzw. zu kontrollieren, dass sich kein Mörtel in den Verziehungen ansammelt oder liegen bleibt. Querschnittsverengungen des Rauchfanges und damit verbundene Reklamationen sind daher vermieden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Rauchfangausschleifen, wobei von den Wandungen des Rauchfanges zunächst die anhaftenden Verunreinigungen entfernt und die Wandungen mit Wasser gereinigt werden, wonach auf die Wandungen eine Verputzmasse mittels eines im Rauchfang, gegebenenfalls mehrmals, aufwärts gezogenen Verputzkörpers unter Druck aufgebracht wird, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Entfernen der Verunreinigungen und dem Waschen der Wandungen diese erwärmt werden, wonach die Entfernung der Verunreinigungen mit einer Bürste bei Aufbringung von kaltem Wasser auf die erwärmten Wandungen vorgenommen wird und dass während des darauffolgenden Aufziehens der Verputzmasse diese laufend von oben auf den Verputzkörpern nachgeschüttet wird.
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