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Die Erfindung bezieht sich auf eine Benetzungsvorrichtung für körniges bzw. pulverförmiges Gut, insbesondere für Getreide, mit einem Gehäuse mit einem Guteinlass und einem Gutauslass und einer, vorzugsweise im Bereich des Guteinlasses vorgesehenen, Einrichtung zur Zuführung einer dosierten Menge einer Benetzungsflüssigkeit, insbesondere Wasser zum Innnenraum des Gehäuses,
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Gutförderung vorgeschaltet ist, die vorzugsweise an der Welle des Rotors drehschlüssig befestigt ist.
Bei bekannten Benetzungsvorrichtungen dieser Art (z. B. AT-PS Nr. 343440) ist der mit liegender Achse angeordnete Rotor mit Schlagleisten versehen, die das zu benetzende Gut bei der Rotorumdrehung in Form eines Körnerschleiers od. dgl. mitnehmen. Hiezu ist eine verhältnismässig hohe Drehzahl der Rotorwelle und in der Folge ein verhältnismässig hoher Energieverbrauch erforderlich.
Ferner sind solche bekannte Benetzungsvorrichtungen laut im Betrieb und benötigen viel Platz. Die schlagende Einwirkung der das zu benetzende Gut umrührenden Vorsprünge bewirkt ausserdem Bruchbildungen beim Gut, die in vielen Fällen, vor allem bei Getreide, unerwünscht sind.
Die Erfindung setzt sich zur Aufgabe, eine Benetzungsvorrichtung der eingangs geschilderten Art so zu verbessern, dass bei geringem Kraft- und Platzbedarf ein geräuscharmer Betrieb ermöglicht wird, wobei zugleich eine schonende Einwirkung der das benetzte Gut umrührenden Vorsprünge stattfindet, so dass Bruchbildungen beim Produkt vermieden werden. Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, dass die Welle des Rotors in an sich bekannter Weise gegenüber der Horizontalen geneigt, vorzugsweise vertikal angeordnet ist, wobei die Schnecke unten angeordnet ist, um das durch den unten im Gehäuse angeordneten Guteinlass zugeführte benetzte Gut zum oben im Gehäuse angeordneten, von einer Überlaufkante begrenzten Gutauslass hochzudrücken.
Durch die vorzugsweise vertikale Anordnung der Welle wird zunächst der Platzbedarf der Benetzungsvorrichtung gegenüber einer liegenden Anordnung der Rotorwelle wesentlich verringert. Zugleich wird der Lauf der Benetzungsvorrichtung gegenüber den eingangs geschilderten bekannten Vorrichtungen wesentlich leiser gemacht. Die Masse des zu benetzenden Gutes bewegt sich im Gehäuse vorwiegend nur durch das von unten mittels der Schnecke nachgelieferte Gut nach oben, wobei es, auch im Zusammenwirken mit den Vorsprüngen des Rotors zu einem innigen intensiven Reiben der einzelnen Gutteile, insbesondere Getreidekörnern, aneinander kommt. Dadurch wird die beigegebene Benetzungsflüssigkeit intensiv mit dem zu benetzenden Gut vermischt und gleichsam in dessen Körner einmassiert, wobei bei Getreide bis 10% Wasserzugabe erreichbar ist.
Da hiezu die das benetzte Gut umrührenden Vorsprünge des Rotors nur verhältnismässig langsam laufen müssen, wird eine Bruchbildung beim zu benetzenden Gut, insbesondere Getreide vermieden. Zugleich entsteht bei Getreide eine erwünschte Schalenlockerung, die das Vermahlen des Getreides erleichtert. Es kommt sogar zu einem Schäleffekt auf die Getreidekörner durch die erwähnte Reibwirkung, wodurch die Oberhaut des Getreides entfernt wird. Dadurch nimmt das Getreidekorn schneller und mehr Wasser auf als bei den bisher bekannten Vorrichtungen.
Rotoren mit stehenden Wellen sind bei Getreidewaschvorrichtungen an sich bekannt (AT-PS Nr. 182941).
Aus der DE-AS 2014519 ist eine Benetzungsvorrichtung bekanntgeworden, welche Schleuderteller aufweist, die das von oben zugeführte Gut in radialer Richtung abschleudern, wodurch das Gut auf einen Siebmantel gelangt. Zweck dieser Massnahme ist die Abtrennung überschüssigen Wassers. Eine unten an einer Welle befestigte Schraubenförderfläche übt eine Zeitgeberfunktion aus und fördert das auf sie auftreffende Getreide kurzzeitig nach oben, wobei das Getreide wieder teilweise nach aussen geschleudert wird. Dadurch wird aber lediglich eine Bremswirkung auf das grundsätzlich von oben nach unten strömende Getreide erzielt. Eine Schalenlockerung oder ein Schäleffekt im Sinne der Erfindung lässt sich bei der bekannten Vorrichtung nicht erzielen.
Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Schnecke in einem unteren Abschnitt des Gehäuses angeordnet, dessen Durchmesser geringer ist als jener Gehäuseabschnitt, der den mit Vorsprüngen bestückten Bereich des Rotors umgibt, wobei die beiden Gehäuseabschnitte über einen kegelstumpfförmigen Abschnitt ineinander übergehen. Dadurch entsteht in jenem Bereich, in welchem das zu benetzende Gut durch die Rotorvorsprünge umgerührt wird, eine gewisse
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Auflockerung des Gutes gegenüber dem Förderbereich über die Schneckenlänge, was für die schonende Behandlung des Gutes vorteilhaft ist. Der kegelstumpfförmige Abschnitt sichert einen allmählichen Übergang.
Vor allem aber ermöglicht es die Erfindung, die wirksame Höhe der vom Gehäuse gebildeten Mischkammer einzustellen, was gleichbedeutend ist mit einer Einstellung der Zeitdauer, über welche das benetzte Gut umgerührt wird. Hiezu ist gemäss einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung die Überlaufkante für das benetzte Gut von einer an sich bekannten höhenverstellbaren Schieberplatte gebildet, die vor einer den Gutauslass bildenden Öffnung in der Wand des Gehäuses angeordnet ist. Bei höherer Lage der Schieberplatte ergibt sich bei gleicher Umdrehungszahl der Schnecke eine längere Verweilzeit des benetzten Gutes in der Mischkammer des Gehäuses. Zur Verstellung dieser Schieberplatte kann ein Schraubentrieb, eine Zahnstange oder am besten eine festklemmbare, das Gehäuse durchsetzende Stange dienen.
Um die Vorrichtung leicht reinigen zu können ist es erfindungsgemäss zweckmässig, am unteren Ende des die durch einen reversierbaren Elektromotor angetriebene Schnecke aufnehmenden Gehäuseabschnittes eine Klappe anzuordnen, die vorzugsweise durch eine Feder belastet ist, die die Klappe in eine von zwei Endlagen drückt, von denen die eine die Verschlussstellung für das Gehäuse ist. Diese Klappe bildet eine Austragklappe, durch welche auch nach Abschaltung der Vorrichtung die Gutrestmenge abgelassen werden kann, was durch einen Rückwärtsgang der Schnecke erleichtert wird.
Es ist ferner zweckmässig, im Gehäuse bzw. in der Wand eines an die Überlaufkante angeschlossenen Ablaufschachtes Sichtfenster in der Höhe der Überlaufkante und des Guteinlasses vorzusehen, wodurch der Guteinlassbereich und der Gutauslassbereich kontrolliert werden können. Das über die Überlaufkante aus dem Gehäuse austretende benetzte Gut kann aufgefangen und in an sich bekannter Weise weiterbehandelt werden. Der Ablaufschacht bewirkt eine Sammlung des benetzten Gutes und die Abgabe desselben an einer vorbestimmten Stelle. Da durch die Schnecke und die anschliessende, bis zur Überlaufkante reichende Gehäusepartie eine Hochförderung des benetzten Gutes stattfindet, kann diese Hochförderung dazu ausgenutzt werden, das Gut über eine bestimmte Strecke zu transportieren.
Weitere Kennzeichen und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen sowie einer Beschreibung eines Ausführungsbeispieles der Erfindung, das in den Zeichnungen schematisch dargestellt ist. Fig. 1 zeigt eine Seitenansicht der erfindungsgemässen Benetzungsvorrichtung, während Fig. 2 eine Draufsicht auf dieselbe zeigt. Die Fig. 3 und 4 sind Schnitte nach den Linien III-III der Fig. 2 bzw. IV-IV der Fig. 3.
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einander koaxial angeordnete rohrförmige Abschnitte --3, 4-- mit vertikalen Achsen hat, die durch einen kegelstumpfförmigen Abschnitt --5-- miteinander verbunden sind. Am unteren Ende des mit kleinerem Durchmesser ausgebildeten Abschnittes --4-- ist in dessen Seitenwand ein Ein- lass --6-- für das zu benetzende Gut vorgesehen.
Der Auslass --7-- für das benetzte Gut ist von einer seitlichen Öffnung im oberen Teil des Mantels des Abschnittes --3-- gebildet. An den Guteinlass --6-- ist ein Einlaufrohr --8-- angeschlossen, das schräg nach oben führt und über einen
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und benötigt daher hier keiner genaueren Beschreibung. Es ist über einen Schlauch --11-- an einen Nippel --12-- angeschlossen, über den die Benetzungsflüssigkeit in das Einlaufrohr --8-in der Nähe des Guteinlasses --6-- eintritt. Durch das Steuergerät --9-- wird der Zustrom von Benetzungsflüssigkeit zum Nippel --12-- in bekannter Weise unterbrochen, sobald durch die Ein- bringeöffnung --10-- nicht mehr genügend zu benetzendes Gut in das Steuergerät --9-- einge- bracht wird.
Das Steuergerät --9-- ist in bekannter Weise so verstellbar, dass die pro Gewichtseinheit des zu benetzenden Gutes zugeführte Menge an Benetzungsflüssigkeit dosiert einstellbar ist.
In den Abschnitten --4, 5, 3-- des Gehäuses --2-- ist mittig eine den Rotor bildende Welle --13-- stehend angeordnet, die in der oberen horizontalen Abschlusswand --14-- des Gehäu-
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ses --2-- mittels eines Drucklagers --15-- und eines Radiallagers --16-- gelagert ist. Diese Wel- le --13-- läuft über die gesamte Höhe des Gehäuses --2-- durch und trägt im Bereiche des Ge- häuseabschnittes --4-- eine Schnecke --17--, durch welche das durch den Guteinlass --6-- ein- tretende Gut in den Gehäuseabschnitt --5-- hochgefördert wird.
In dem oberen zylindrischen GeHäuseabschnitt --3--, u.zw. im unterhalb des Gutauslasses --7-- liegenden Teil desselben, ist die Welle --13-- mit mehreren sternförmig angeordneten Vorsprüngen --18-- versehen, die eine rührende Wirkung auf das benetzte Gut ausüben und hiezu als Schaufeln, Rührstangen, Paddel od. dgl. ausgebildet sein können. Zweckmässig sind diese Vorsprünge --18-- von radial zur Welle --13-- angeordneten Stangen gebildet, die mit Zapfen durch radiale Bohrungen der Welle --13-- hindurchgesteckt und mittels Muttern gesichert sind. An den freien Enden können diese Stangen nach Art von Paddeln Bleche --19-- oder sonstige Verbreiterungen tragen, um den Rühreffekt intensiver zu gestalten.
Die Welle --13-- wird von einer Riemenscheibe --20-- angetrieben, die über mehrere Keilriemen mit der Riemenscheibe der Abtriebswelle eines Getriebes --21-- verbunden ist, das von einem seitlich an das Gehäuse --2-- angesetzten Elektromotor --22-- angetrieben wird. Die Drehzahl der Welle --13-- liegt im allgemeinen zwischen 120 und 200, vorzugsweise zwischen 175 und 185 Umdr/min.
Vor der den Gutauslass --7-- bildenden Öffnung ist eine gebogene Schieberplatte --23-angeordnet, deren oberer Rand eine Überlaufkante --24-- für das benetzte Gut bildet. Die Schieberplatte --23-- ist mit seitlichen Ringen --25-- (Fig.4) an zwei vertikal angeordneten Stangen --26-- gehalten und entlang dieser eine Führung --27-- bildenden Stangen verschiebbar, so dass die Überlaufkante --24-- höhenverstellbar ist.
Zur Durchführung dieser Höhenverstellung ist an der Überlaufkante --24-- der Schieberplatte --23-- eine Stange --28-- angeschweisst, die nach oben ragt und durch eine Hülse --29-- in der oberen Abschlusswand --14-- hindurchgeführt ist und an ihrem oberen Ende einen Kugelgriff --30-- trägt. In der Hülse --29-- sitzt eine Klemmschraube --31-- mit Sterngriff, durch welche die Stange --28-- und damit die Überlaufkante --24-- in der gewünschten Höhe fixiert werden kann.
Zur Erleichterung der Reinigung und der Abfuhr von Restgut ist das untere Ende des Gehäu- seabschnittes --4-- durch eine Klappe --33-- verschlossen, die mittels einer horizontalen Welle --32-- in Richtung des Doppelpfeiles 34 verschwenkbar ist. Hiezu ist die Welle --32-- ausser- halb des Gehäuses --2-- mit einem Schwenkhebel --35-- (Fig. 4) verbunden, der durch eine am Gehäuse --2-- befestigte Zugfeder --36-- in eine von zwei Endstellungen gezogen wird, von denen eine die in Fig. 3 dargestellte Verschlussstellung ist, wogegen die andere eine hiezu um etwa 180 verdrehte Offenstellung ist.
Mittels einer durch ein Sternrad --37-- betätigbaren Fixierung kann die Klappe --33-- in der Verschlussstellung arretiert werden.
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--7-- istte --24-- beobachtet werden kann. Das Sichtfenster --41-- liegt etwa in der Höhe des Guteinlasses --6--, so dass der Gutzustrom zur Schnecke --17-- beobachtet werden kann.
Die Klappe --33-- oder ein gesonderter Bodendeckel kann mit einem Zentrierzapfen --42-für das untere Ende der Welle --13-- versehen sein.
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--17--,kante --24-- angeordnet werden kann, um beispielsweise das Gut unter Einfluss der Rührwirkung der Vorsprünge --18-- über die Überlaufkante --24-- zu treiben. Ausserdem wird dadurch gesichert, dass bei hoch eingestellter Überlaufkante --24-- auch in jenen Höhenbereich der Mischkammer noch eine intensive Durchmischung des benetzten Gutes stattfindet, welcher unmittelbar unter der Überlaufkante --24-- liegt.
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Statt des Riementriebes, der auf die Riemenscheibe --20-- wirkt, kann selbstverständlich auch ein Kettentrieb oder eine direkte Kupplung mit der Motorantriebswelle bzw. der Abtriebswelle des Getriebes bzw. Variators treten.
Im Betrieb gelangt das Getreide oder sonstige zu benetzende Produkt, das körnig oder mehlig sein kann, über das Steuergerät --9-- in das Einlaufrohr --8--, wobei das Steuergerät --9-- den Zusatz des Wassers bzw. der sonstigen Benetzungsflüssigkeit unterbricht, sobald der zu benetzende Produktstrom unterbrochen wird. Das zu benetzende Produkt wird im Einlaufrohr --8-mit der Benetzungsflüssigkeit, die über den Nippel --12-- eingebracht wird, benetzt, wobei die Menge dieser Flüssigkeit von der im Steuergerät --9-- angeordneten Dosiereinrichtung mit Mengendurchflussanzeige dosiert wird.
Das mit der Flüssigkeit versetzte Gut wird mittels der relativ langsam laufenden Schnecke --17-- im Gehäuseabschnitt --4-- hochgefördert und in den mit grö- sserem Durchmesser ausgebildeten Gehäuseabschnitt--3--hochgedrückt, der die Mischkammer bildet, deren wirksame Höhe mittels der Schieberplatte --23-- stufenlos eingestellt werden kann.
Da die Benetzungsflüssigkeit ohne Düsen unmittelbar in den Gutstrom eingebracht wird, wird bei geringem Aufwand auch die Störungsanfälligkeit verringert. Die Masse des benetzten Produktes bewegt sich im vom Gehäuseabschnitt --3-- gebildeten Mischzylinder vorwiegend nur durch das nachgedrückte Gut, wodurch es zu einer innigen intensiven Reibung der Teilchen des benetzten Gutes aneinander kommt.
Weiters weist die Vorrichtung den Vorteil einer raschen Montage, einer leichten Reinigungsmöglichkeit und einer verschleissarmen Bauart auf, insbesondere wenn die Ausführung der Vorrichtung in rostfreiem Stahl, insbesondere Nirosta (V2A-Stahl) erfolgt. Es sind jedoch auch Ausführungen in Normalstahl brauchbar.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Benetzungsvorrichtung für körniges bzw. pulverförmiges Gut, insbesondere für Getreide, mit einem Gehäuse mit einem Guteinlass und einem Gutauslass und einer, vorzugsweise im Bereich des Gutauslasses vorgesehenen, Einrichtung zur Zuführung einer dosierten Menge einer Benetzungsflüssigkeit, insbesondere Wasser zum Innenraum des Gehäuses, wobei im Gehäuse ein mit das benetzte Gut umrührenden Vorsprüngen, z. B.
Rührstangen oder Paddeln, bestückter, durch einen Drehantrieb antreibbarer Rotor umläuft, dem eine Schnecke für die Gutförderung vorgeschaltet ist, die vorzugsweise an der Welle des Rotors drehschlüssig befestigt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle (13) des Rotors in an sich bekannter Weise gegenüber der Horizontalen geneigt, vorzugsweise vertikal angeordnet ist, wobei die Schnecke (17) unten angeordnet ist, um das durch den unten im Gehäuse (2) angeordneten Guteinlass (6) zugeführte benetzte Gut zum oben im Gehäuse (2) angeordneten, von einer Überlaufkante (24) begrenzten Gutauslass (7) hochzudrücken.