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Die Erfindung betrifft eine Seilstarrführung für ein Hebezeug mit einem Lastaufnahmemittel, das an vier Seilen hängt, wobei die Seile, von der Lastaufnahmeeinrichtung, z. B. Hakenflasche gesehen, eine Pyramide bildend und nach oben divergierend entlang den Seitenkanten dieser Pyramide zu einem Hebezeugrahmen (Laufkatze) geführt sind und auf mindestens einer am Hebezeugrahmen vorgesehenen Hubseiltrommel aufwickelbar sind.
Bei einer Seilstarrführung dieser Art, die aus der DE-PS Nr. 396245 bekannt ist, kann infolge der pyramidenförmigen Seilabspannung ein Schwingen der Lastaufnahmeeinrichtung zuverlässig verhindert werden. Bei der bekannten Seilstarrführung sind jedoch die Seile an der Lastaufnahmeeinrichtung direkt befestigt und über am Kranfahrwerk angeordnete Umlenkrollen zu Winden geführt. Dies hat den Nachteil, dass das Lastaufnahmemittel ohne Verwendung eines Flaschenzuges angehoben wird.
Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, eine Seilstarrführung der eingangs beschriebenen Art zu schaffen, bei der das Flaschenzugprinzip verwirklicht werden kann, wobei jedoch ein Schwingen der Lastaufnahmeeinrichtung wie bei der bekannten Seilstarrführung zuverlässig verhindert ist.
Hebezeuge, bei denen das Flaschenzugprinzip bei einer Mehrfachseilabspannung verwirklicht ist, sind beispielsweise aus der DD-PS Nr. 109205, der DE-OS 2502713 und der US-PS Nr. 3, 945, 503 bekannt. Die am Lastaufnahmemittel für den Flaschenzug vorgesehenen Umlenkrollen liegen voneinander im grösseren Abstand, wodurch ein Schwingen der Last nicht verhindert werden kann.
Aus der US-PS Nr. 1, 785, 090 ist ein Hebezeug bekannt, bei dem lediglich zwei in etwa einer Ebene liegende Seile und in dieser Ebene mehrfach umgelenkte Seile zur Bildung eines Flaschenzuges vorgesehen sind, die jedoch ein Pendeln des Hakens nicht zuverlässig verhindern können, zumal die Anlenkpunkte der Seile an der Hakenflasche eine grosse Distanz aufweisen, wodurch am Haken auftretende Kräfte, auch wenn sie in der Ebene der umgelenkten Seile liegen, Rückwirkungen auf die Hakenflasche haben.
Die DE-OS 2241475 zeigt ebenfalls ein Hebezeug mit einem Lastaufnahmemittel, das an einer Mehrzahl von Seilen hängt, wobei jedes Seil von der Hubseiltrommel zu einer am Lastaufnahmemittel angeordneten Umlenkeinrichtung geführt ist und von dort weiter zu dem Hebezeugrahmen verläuft. Jeweils zwei'diametral gegenüberliegende Seile sind über am Lastaufnahmemittel koaxial angeordnete Umlenkeinrichtungen geführt. Auch bei diesem bekannten Hebezeug mit Flaschenzug kommt es infolge der am Lastaufnahmemittel in grosser Distanz angeordneten Umlenkrollen zu einem Schwingen der Last.
Zur Lösung der der Erfindung zugrundeliegenden Aufgabe ist jedes Seil im Zentrum der Pyramide von der Hubseiltrommel zu einer an der Lastaufnahmeeinrichtung angeordneten Umlenkrolle und von dort entlang einer Seitenkante der Pyramide weiter zu dem Hebezeugrahmen geführt, wobei jeweils zwei diametral gegenüberliegende Seile über an der Lastaufnahmeeinrichtung, z. B. Hakenflasche koaxial angeordnete Umlenkrollen geführt sind und die beiden andern diametral gegen- überliegenden Seile über Umlenkrollen laufen, deren horizontale Achsen in der Vertikalprojektion die Achse der Umlenkrollen kreuzen, wobei die Seilumlenkung der Seile innerhalb der Umlenkung der Seile erfolgt.
Durch die koaxial angeordneten Umlenkrollen, von denen die ein Seilpaar umlenkenden Umlenkrollen innerhalb der Umlenkung der beiden andern Seile und deren Umlenkrollen laufen, gelingt es, dass keine zwischen den Umlenkrollen wirkenden Momente auftreten, dass also nicht eine Umlenkrolle auf die andere ein Kippen der andern Umlenkrolle verursachende Kräfte ausübt. Dadurch wird trotz Verwirklichung des Flaschenzugprinzipes ein Schwingen der Lastaufnahmeeinrichtung vermieden.
Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform sind an einem Gehängerahmen zwei ringförmig ausgebildete erste, zwei diametralen Seilen zugeordnete Umlenkrollen über je ein Drehkranzlager und die beiden weiteren, den beiden andern diametralen Seilen zugeordnete Umlenkrollen in einem zentralen innerhalb der ersten Umlenkrollen angeordneten Achsbolzen des Gehängerahmens, dessen Achse jene der ersten Umlenkrollen rechtwinkelig kreuzt, gelagert.
Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet, dass für die aussen umgelenkten Seile für jedes Seil zur Umlenkung jeweils mindestens zwei Umlenkrollen kleineren
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Durchmessers vorgesehen sind, die jweils in einer Ebene liegen und die Umlenkrollen der innerhalb der äusseren Seile umgelenkten Seile umgeben.
Die Erfindung ist nachfolgend an Hand zweier in den Zeichnungen dargestellter Ausführungsbeispiele einer Seilstarrführung für ein Hebezeug näher erläutert. Darin zeigen Fig. 1 die Seilstarrführung im Schrägriss in schematischer Darstellung, Fig. 2 einen Horizontalschnitt entlang der Linie II-II der Fig. 3, ebenfalls in schematischer Darstellung, Fig. 3 eine Ausführung der Umlenkeinrichtung nach einer ersten Ausführungsform im Schnitt entlang einer Vertikalebene und Fig. 4 eine weitere Ausführungsform der Umlenkeinrichtung in Seitenansicht.
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Von den Ecken des Krankatzenrahmens --1-- gehen vier Seile--2, 3,4, 5--aus, wobei die an den Ecken des Krankatzenrahmens-l-befindlichen Endabspannpunkte der Seile --2 bis 5--mit-2', 3', 4'bzw. 5'-- bezeichnet sind. Die Seile --2 bis 5-- sind über je eine jeweils als Umlenkrolle --6, 7,8 und 9-- ausgebildete Umlenkeinrichtung geführt, die eine Lastaufnahmeeinrichtung des Hebezeuges, z. B. eine Hakenflasche, trägt. Je zwei Umlenkrollen--6, 8 bzw.
7, 9-- sind nebeneinander koaxial angeordnet, wobei das aus den Umlenkrollen --6 und 8-- be- stehende Paar innerhalb des aus den Umlenkrollen --7 und 9-- bestehenden Paares angeordnet ist. Die Umlenkrollen --6 und 8-- sind im Durchmesser kleiner als die Umlenkrollen --7 und 9-- und in bezug auf die letzteren um 90 versetzt angeordnet. Alle Umlenkrollen --6 bis 9-- sind sehr eng um einen gemeinsamen zentralen Mittelpunkt M angeordnet.
Die Seile--2 bis 5-- sind jeweils ausgehend von den Endabspannpunkten --2'bis 5'-- über die Umlenkrollen --6 bis 9-- zu einer auf dem Krankatzenrahmen --1-- angeordneten Hub- seiltrommel --10-- geführt.
Die Seile --2 bis 5-- bilden mit den von den Endabspannpunkten-2'bis 5'-ausgehenden Strängen etwa eine Pyramide, deren Spitze unten bei-M--liegt, wobei etwa von der Spitze - vier Seilstränge etwa in der Achse der Pyramide nach oben zur Hubseiltrommel-10-laufen.
In Fig. 2 sind die zur Hubseiltrommel --10-- führenden Stränge der Seile --2 bis 5-- mit einem vollen Kreis gezeichnet, wogegen die zu den Endabspannpunkten --2'bis 5'-- führenden Stränge der Seile --2 bis 5--mit einem leeren Kreis gezeichnet und zusätzlich mit je einem Pfeil versehen sind. Es ist ersichtlich, dass die Umlenkrollen --6 und 8 bzw. 7 und 9-- jedes Paares von Umlenkrollen --6 bis 9-- gegensinnig laufen und die beiden Paare von Umlenkrollen --6 bis 9-- gegensinnig abgespannt sind, so dass sich von den Umlenkrollen herrührende Momente um den Mittelpunkt M gegenseitig aufheben. Auf den beiden koaxial angeordneten Umlenkrollen --6, 8 bzw. 7, 9-- laufen jeweils von diagonal gegenüberliegenden Endabspannpunkten--2', 4'bzw. 3', 5'-- ausgehende Seile --2, 4 bzw. 3,5--.
Eine detaillierte Ausführungsform der Anordnung der Umlenkrollen-6 bis 9-- ist in Fig. 3 gezeigt. Insbesondere ist die Lagerung der Umlenkrollen an einem Gehängerahmen --11-- ersicht- lich. Es läuft ein Paar von Umlenkrollen --6 und 8-- innerhalb eines andern Paares von Umlenk- rollen --7 und 9--.
Die beiden äusseren Umlenkrollen --7 und 9-- sind am Gehängerahmen --11-- aussen jeweils mittels als Grosswälzlager ausgebildeter Drehkranzlager --12-- gelagert. Die beiden inneren Umlenk- rollen --6 und 8-- sind am Gehängerahmen --11-- an einem zentralen Achsbolzen --13-- gelagert.
Am Gehängerahmen --11-- ist weiters ein eine Lastaufnahmeeinrichtung verkörpernder Haken --14-- aufgehängt.
Bei der in Fig. 4 dargestellten Ausführungsform der Umlenkeinrichtungen sind die äusseren Umlenkeinrichtungen von jeweils drei Rollen-7', 9'-gebildet. Die inneren Umlenkeinrichtungen sind ebenso wie bei der in Fig. 3 dargestellten Ausführungsform von je einer Umlenkrolle-6', 8'-gebildet, welche Umlenkrollen --6', 8'-- am Gehängerahmen --11'-- innen an einem zentralen Achsbolzen --13'-- gelagert sind. Der bei der Ausführungsform gemäss Fig. 4 am Gehängerahmen hängende Haken ist nicht eingezeichnet.