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Die Erfindung betrifft eine Windschutzanlage, insbesondere für den Schutz von Strassen oder Brücken, mit einem entlang mindestens eines Randes der Strasse oder Brücke angeordneten, länglich ausgebildeten, flächendichten Windschutzkörper.
Alle bisher bekannten Windschutzanlagen dieser Art haben gemeinsam, dass hinter einer entsprechenden Vorrichtung eine Zone verringerter bzw. verschwindender Strömungsgeschwindigkeit von dem Gebiet der ungestörten bzw. nur unwesentlich veränderten Strömung getrennt ist. Zwischen diesen beiden Zonen befindet sich immer eine Obergangsschicht und von der Art dieser Trennungsschicht hängt die Wirksamkeit der Windschutzanlage ab. Bei konventionellen Vorrichtungen, die meist aus durchlässigen Gittern oder Netzen quer zur Windrichtung bestehen, kann die Trennungsschicht, die ungefähr von der Windschutzoberkante ihren Ausgang nimmt und anfangs waagrecht verläuft, nur in beschränktem Masse beeinflusst werden.
Es wurde nun erkannt, dass sich durch eine besondere Formgebung bzw. Ausgestaltung einer allerdings undurchlässigen Schutzanlage eine sehr starke Beeinflussung der Trennungsschicht durch Erhöhung ihrer Strömungsgeschwindigkeit und ihrer Ablenkung nach oben erzielen lässt. Infolge dieser Geschwindigkeits- und Richtungsänderung der Trennungsschicht kann die windgeschützte, d. h. praktisch strömungsfreie Zone nach hinten und insbesondere nach oben wesentlich erweitert werden, was sich insbesondere für den Windschutz an Strassen und Brücken eignet, u. zw. unter anderem deswegen, weil die Höhe der Windschutzwirkung die Höhe der Sichtbehinderung erheblich übersteigt, so dass trotz ausreichender Abwehr des Seitenwindes ein fast unbehinderter seitlicher Ausblick aus den Fahrzeugen möglich ist.
Ausgehend von einer Windschutzanlage der eingangs angeführten Art, wird zur Vermeidung der angeführten Nachteile gemäss der Erfindung vorgeschlagen, dass an der von der Strasse abgewendeten Seitenfläche des Windschutzkörpers eine Umlenkschaufel vorgesehen ist, die mit der Seitenfläche eine sich nach oben verengende, nach aussen gerichtete Düse bildet. Dies ermöglicht unter anderem, dass die seitliche Windströmung auf Grund der Düsenwirkung über ein Fahrzeug abgeleitet wird, wodurch eine Unfallgefahr, insbesondere auch bei hohen Fahrzeugen, an denen der durch die bekannten Schutzkörper abgelenkte Windstrahl oberhalb des Schwerpunktes angreift, vermieden wird.
Hiebei kann die Seitenfläche, im Schnitt gesehen, S-förmig verlaufen und im Bereich ihres oberen Randes mit der Umlenkschaufel eine gleichgerichtete Krümmung aufweisen, wobei die Krümmungsmittelpunkte ausserhalb der von der Strasse abgewendeten Seitenfläche liegen. Um die Windschutzanlage an die jeweiligen örtlichen Verhältnisse anpassen zu können, wird schliesslich vorgeschlagen, dass die Umlenkschaufel gegenüber der Seitenfläche des Windschutzkörpers zwecks Veränderung der Düsenquerschnitte einstellbar ist.
Nachstehend soll ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Windschutzanlage näher erläutert werden, wobei Fig. 1 schematisch einen Querschnitt einer am Rand einer Strasse angeordneten Anlage zeigt. Fig. 2 veranschaulicht einen Strassenquerschnitt mit an beiden Rändern vorgesehenen Windschutzanlagen, wobei die Schutzwirkung der linken Anlage angedeutet ist.
Wie zunächst aus Fig. 2 zu ersehen ist, wird durch die Umlenkung der Windströmung nach oben eine Beschleunigung der Randschicht bewirkt, die infolge der düsenförmigen Ausbildung der Windschutzkante noch verstärkt wird. Es befindet sich also bei windstiller Zone um das 5trömungsgebiet eine Schicht erhöhter Geschwindigkeit, welche die Vermischung der beiden Bereiche weiter nach oben und nach hinten verhindert und derart die Wirkung gegenüber andern Windschutzeinrichtungen um ein Mehrfaches verstärkt.
In Fig. 1 ist ein flächendichter Windschutzkörper-l-angeordnet, dessen von der Strasse angewendete Seitenfläche-2-,. im Schnitt gesehen, S-förmig verläuft. Am oberen Rand des Windschutz- Körpers ist eine Umlenkschaufel --3-- vorgesehen, die mit der Seitenfläche --2-- eine sich nach ) ben verengende, nach aussen gerichtete Düse --4-- bildet. Die Umlenkschaufen --3-- und die Seiten- fläche-2-- in ihrem oberen Teil weisen eine gleichgerichtete Krümmung auf, wobei die Krümmungs- nittelpunkte-5 bzw.
6-- ausserhalb der von der Strasse abgewendeten Seitenfläche --2-- liegen. Es versteht sich, dass die Umlenkschaufel --3-- gegenüber der Seitenfläche --2-- des Windschutzkör- ) ers-l-zwecks Veränderung der Querschnitte der Düse --4-- einstellbar ist (nicht dargestellt).
) ie Umlenkschaufel-3-- kann im Grunde aber durch ein fixes Stegblech --7-- mit der Seitenflä- She he --2-- verbunden sein.
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Die Seitenfläche --2-- kann in irgendeiner zweckmässigen Weise am Strassenrand --8-- mittels ge- eigneter Stützvorrichtungen befestigt werden. So ist z. B. eine Befestigung an üblichen Strassenleitschienen denkbar, aber auch die Ausgestaltung der Seitenfläche --2-- zu einer als Strassenleitschie-
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und mit der Seitenfläche --2-- eine verhältnismässig spitze Kante --11-- bildet.
Wählt man die Höhe der Windschutzvorrichtung auf beiden Strassenseiten 1 m hoch, so er- streckt sich der Windschutz zwischen ihnen auf eine Breite von etwa 20 m. Auf einer Breite von
18 m reicht der Windschutz dabei über eine Höhe von 2 m hinauf und auf einer Breite von 16 m reicht der Windschutz über eine Höhe von 2, 5 m. Wenn also die Windschutzvorrichtung bis zur
Unterkante der Scheiben eines normalen Personenautos reicht (1 m) und daher freien seitlichen
Ausblick ermöglicht und ausserhalb der Leitschienen angebracht wird, bietet sie auf der vol- len Breite einer Strasse mit Regelquerschnitt einen absoluten Windschutz über 2, 5 m Höhe, so dass alle Personenkraftwagen im vollkommenen Schutz vor Seitenwinde fahren und selbst grosse Lastwagen und Omnibusse in jedem Fall ausreichend gegen Seitenwind geschützt werden.
Fig. 2 zeigt diese Strömungsverhältnisse schematisch.
Um auch die Verhältnisse bei Strassen mit getrennten Fahrbahnen (Autobahnen) zu berücksichtigen, können Windschutzvorrichtungen mit einer dazwischenliegenden konventionellen Windschutzanlage (Netz) von doppelter Höhe kombiniert werden, welche die Bepflanzung des Mittelstreifens der Autobahnen ermöglichen. Die Breite des windgeschützten Gebietes wird dadurch auf das Eineinhalbfache vergrössert, so dass im einzelnen eine absolut windgeschützte Zone zwischen den zwei äusseren Windschutzvorrichtungen liegt und ein vollkommener Windschutz von über 2 m Höhe auf einer Breite von 27 m vorhanden ist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Windschutzanlage, insbesondere für den Schutz von Strassen oder Brücken, mit einem entlang mindestens eines Randes der Strasse oder Brücke angeordneten, länglich ausgebildeten, flächendichten Windschutzkörper, dadurch gekennzeichnet, dass an der von der Strasse abgewendeten Seitenfläche (2) des Windschutzkörpers (1) eine Umlenkschaufel (3) vorgesehen ist, die mit der Seitenfläche eine sich nach oben verengende, nach aussen gerichtete Düse bildet.