<Desc/Clms Page number 1>
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von neuen Derivaten des 9-Chlor- prednisolons.
Das 9-Chlorprednisolon (= 9a-Chlor-llss, 17a, 21-trihydroxy-l, 4-pregnadien-3, 20-dion) ist seit langem bekannt (J. Amer. Chem. Soc., 77, 1955,4181). Dieses Kortikoid ist als Wirkstoff für pharmazeutische Präparate, die zur topischen Behandlung entzündlicher Erkrankungen dienen, ungeeignet, da es sehr starke systemische Wirkungen aufweist.
Es wurde gefunden, dass bisher unbekannte Derivate des 9-Chlorprednisolons systemisch fast unwirksam sind, aber bei topischer Anwendung überraschenderweise eine starke antiinflammatorische Wirksamkeit besitzen, die meist diejenige der wirksamsten handelsüblichen Kortikoide übertrifft..
Die neuen erfindungsgemäss erhältlichen Derivate des 9-Chlorprednisolons haben die allgemeine Formel
EMI1.1
worin
R, eine Alkanoylgruppe mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen oder eine Benzylgruppe bedeutet und
X ein Fluoratom, ein Chloratom, eine Hydroxygruppe, eine Alkanoyloxygruppe mit 1 bis 8
Kohlenstoffatomen oder eine Benzoyloxygruppe darstellt.
Unter einer 1 bis 8 Kohlenstoffatome enthaltenden Alkanoylgruppe R, und einer 1 bis 8 Kohlenstoffatome enthaltenden Alkanoyloxygruppe X soll eine Gruppe verstanden werden, welche sich von einer geradkettigen oder verzweigten Fettsäure, wie z. B. Ameisensäure, Essigsäure, Propionsäure, Buttersäure, Isobuttersäure, Valeriansäure, Isovaleriansäure, Trimethylessigsäure, Capronsäure, tert.-Butylessigsäure oder Caprylsäure ableitet.
Besonders bevorzugte Alkanoylgruppen R, und Alkanoyloxygruppen X sind solche, die sich von einer 2 bis 6 Kohlenstoffatome enthaltenden Alkancarbonsäure ableiten.
Die erfindungsgemäss erhältlichen neuen Verbindungen sind nicht nur als pharmakologisch wirksame Substanzen von Bedeutung. Sie können darüber hinaus auch als Zwischenprodukte zur Herstellung von 9-Chlorprednisolon-Derivaten der allgemeinen Formel (I) mit X in der Bedeutung eines Chloratoms, einer Alkanoyloxygruppe oder einer Benzoyloxygruppe verwendet werden.
9-Chlorprednisolon-Derivate der allgemeinen Formel (I) mit X in der Bedeutung einer Alkanoyloxygruppe oder einer Benzoyloxygruppe sind vorzugsweise solche, in denen die Reste R, und X zusammen 3 bis 14 Kohlenstoffatome besitzen.
Die neuen 9-Chlorprednisolon-Derivate der allgemeinen Formel (1) werden erfindungsgemäss erhalten, indem man in an sich bekannter Weise den Epoxydring einer Verbindung der allgemeinen Formel
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
EMI2.2
<Desc/Clms Page number 3>
EMI3.1
EMI3.2
<tb>
<tb> 3, <SEP> 678, <SEP> 034, <SEP> Nr. <SEP> 3, <SEP> 718, <SEP> 671EDs <SEP> in <SEP> mg/kg
<tb> tir.
<SEP> Substanz <SEP> A) <SEP> Rattenohrtest <SEP> B) <SEP> Adjuvans- <SEP> C) <SEP> ThymolyseOden-Test <SEP> test
<tb> I <SEP> 9a.-Chlor-llss, <SEP> 17a, <SEP> 21-trihydroxy-l, <SEP> 4-pregnadien- <SEP>
<tb> - <SEP> 3, <SEP> 20-dion <SEP> 1, <SEP> 4 <SEP> 6, <SEP> 3 <SEP> 0, <SEP> 4 <SEP>
<tb> II <SEP> 21-Acetoxy-'h-chlor-llss, <SEP> l <SEP> -dihydroxy-l, <SEP> 4- <SEP>
<tb> - <SEP> pregnadien-3, <SEP> 20-dion <SEP> 1, <SEP> 5 <SEP> 6, <SEP> 0 <SEP> 0, <SEP> 6 <SEP>
<tb> III <SEP> 9a-Chlor-llss-hydroxy-16ss-methyl-17a, <SEP> 21-dipropionyl- <SEP>
<tb> oxy-1, <SEP> 4-pregnadien-3, <SEP> 20-dion <SEP> 1, <SEP> 4 <SEP> > <SEP> 30 <SEP> 2, <SEP> 0 <SEP>
<tb> IV <SEP> 17a-Acetoxy-ga-chlor-lla, <SEP> 21-dihydroxy-1, <SEP> 4- <SEP>
<tb> pregnadien-3,20-dien <SEP> Fp. <SEP> 205 C <SEP> (Zers.) <SEP> 0,16 <SEP> < 30 <SEP> 9,5
<tb> V <SEP> 9α-Chlor-11ss,21-dihydroxy-17α
-propionyloxy-1,4-
<tb> -pregnadien-3, <SEP> 20-dion <SEP> Fp. <SEP> 1810C <SEP> (Zers. <SEP> ) <SEP> 0, <SEP> 45 <SEP> 30 <SEP> 4, <SEP> 8 <SEP>
<tb> VI <SEP> 21-Acetoxy-9α-propionyloxy-
<tb> - <SEP> 1, <SEP> 4-pregnadien-3, <SEP> 20-dion <SEP> Fp. <SEP> 2100C <SEP> (Zers. <SEP> ) <SEP> 0, <SEP> 026 <SEP> 25 <SEP> 4, <SEP> 8 <SEP>
<tb> VII <SEP> 21-Acetoxy-17α-benzoyloxy-9α-chlor-11ss-hydroxy-
<tb> -1, <SEP> 4-pregnadien-3, <SEP> 20-dion <SEP> Fp. <SEP> 2210C <SEP> (Zers. <SEP> ) <SEP> 1, <SEP> 5 <SEP> > 30
<tb> VIII <SEP> 17α-Benzayloxy-9α
-chlor-11ss-hydroxy-21-propionyloxy-1, <SEP> 4-pregnadien-3, <SEP> 20-dion <SEP> Fp. <SEP> 2260C <SEP> (Zers. <SEP> ) <SEP> 1, <SEP> 5 <SEP> > <SEP> 30 <SEP>
<tb>
Zu ähnlichen Ergebnissen gelangt man, wenn man die pharmakologische Wirksamkeit der erfindungsgemäss erhältlichen 9-Chlorprednisolon-Derivate mit Hilfe des bekannten Vasokonstriktionstests oder des bekannten Natrium-Kaliumretentionstests ermittelt.
Die neuen Verbindungen eignen sich in Kombination mit den in der galenischen Pharmazie üblichen Trägermitteln zur lokalen Behandlung von Kontaktdermatitis, Ekzemen der verschiedensten Art, Neurodermatosen, Erythrodermie, Verbrennungen, Pruritis vulvae et ani, Rosacea, Erythematodes cutaneus, Psoriasis, Lichen ruber planus et verrucosus und ähnlichen Hauterkrankungen.
Die Herstellung der Arzneimittelspezialitäten erfolgt in üblicher Weise, indem man die Wirkstoffe mit geeigneten Zusätzen in die gewünschte Applikationsform, wie z. B. : Lösungen, Lotionen, Salben, Cremen oder Pflaster, überführt. In den so formulierten Arzneimitteln ist die Wirkstoffkonzentration von der Applikationsform abhängig. Bei Lotionen und Salben wird vorzugsweise
<Desc/Clms Page number 4>
eine Wirkstoffkonzentration von 0, 001 bis 1% verwendet.
Darüberhinaus sind die neuen Verbindungen gegebenenfalls in Kombination mit den üblichen Trägermitteln und Hilfsstoffen auch gut zur Herstellung von Inhalationsmitteln geeignet, welche zur Therapie allergischer Erkrankungen der Atemwege, wie z. B. des Bronchialasthmas oder der Rhinitis, verwendet werden können.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von neuen Derivaten des 9-Chlorprednisolons der allgemeinen Formel
EMI4.1
worin
R, eine Alkanoylgruppe mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen oder eine Benzylgruppe bedeutet und
X ein Chloratom, eine Hydroxygruppe, eine Alkanoyloxygruppe mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen oder eine Benzoyloxygruppe darstellt, dadurch gekennzeichnet, dass man in an sich bekannter Weise den Epoxydring einer Verbindung der allgemeinen Formel
EMI4.2
worin
R, und X die obige Bedeutung besitzen, durch Behandlung mit Chlorwasserstoff öffnet.