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Die Erfindung betrifft eine Abzugsvorrichtung für die Stoffbahn an einer Textilmaschine, vorzugsweise Webmaschine, mit zwei stangenartigen Umlenkelementen für die Ware und mit einer angetriebenen Abzugswalze, wobei der lichte Abstand der Umlenkelemente kleiner ist als der Durchmesser der Abzugswalze und wobei die der Abzugswalze vor-und nachgeschalteten Umlenkelemente unter Zwischenschaltung der Ware an der Abzugswalze anliegen.
Bei der bekannten Vorrichtung nach der DE-PS Nr. 2430302 ist die Stoffabzugswalze ortsfest im Maschinengestell und in einem Abstand sind zwei Umlenkwalzen gelagert. Bei dieser bekannten Ausführung besteht der Nachteil, dass die Stoffabzugswalze an ihrem Umfang mit besonders rauhem Belag, z. B. mit einer Korundschicht oder mit Nadeln, versehen werden muss, damit der Stoff nicht auf der Walze rutschen kann. Für empfindliche Stoffe, wie Nylon- oder Glasfasergewebe, und auch für besonders schwere Stoffe, bei denen eine hohe Abzugskraft erforderlich ist, sind derart rauhe Oberflächen oder Nadeln an der Stoffabzugswalze unerwünscht, weil dadurch Stoffbeschädigungen entstehen können. Beispielsweise können die eingetragenen Schussfäden eines Gewebes verschoben werden, so dass Banden entstehen.
Bei Anwendung von Nadeln auf dem Umfang der Stoffabzugswalze können sichtbare Einstiche im Stoff entstehen.
Bei der Vorrichtung nach der DE-OS 2015369 können die Umlenkelemente nur ausserhalb der Warenbahn gelagert werden. Diese Vorrichtung ist für breite Warenbahnen wenig brauchbar, da sich die nur aussen abgestützten Umlenkelemente durchbiegen, wodurch eine ungleichmässige Anpresskraft entsteht.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese Nachteile zu vermeiden und eine insbesondere für breite Warenbahnen geeignete Stoffabzugsvorrichtung zu schaffen, bei welcher die Durchbiegung der Umlenkelemente weitgehend vermindert und damit eine gleichmässige Anpresskraft gewährleistet wird.
Dies wird gemäss der Erfindung bei einer Abzugsvorrichtung der eingangs genannten Art dadurch erreicht, dass die in an sich bekannter Weise ortsfest angeordneten Umlenkelemente innerhalb der Warenbahnbreite am Maschinengestell abgestützt sind und dass, wie an sich bekannt, die Stoffabzugswalze quer zu ihrer Achsrichtung beweglich angeordnet ist.
Die Stoffabzugswalze kann dann selbsttätig durch den Stoff selbst umso stärker gegen die Umlenkelemente gezogen werden, je grösser der Stoffzug ist. Es wird ein besonders sicherer, rutsch-
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glatten und gegebenenfalls etwas elastischen Oberflächenbelag der Stoffabzugswalze auskommen. Der Stoff rutscht nicht durch und kann nicht durch übermässig rauhe oder Nadeln aufweisende Oberfläche beschädigt werden.
In Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Umlenkelemente in an sich bekannter Weise walzenförmig und an ihrem Umfang am Maschinengestell abgestützt sind.
Besonders vorteilhaft ist es hiebei, dass die Umlenkelemente in dem von der Warenbahn freien Teil ihres Umfanges abgestützt sind.
Weitere Merkmale ergeben sich aus der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit den Patentansprüchen und den Zeichnungen. Es zeigen : Fig. l eine schematische Seitenansicht einer erfindungsgemäss ausgebildeten Webmaschine, Fig. 2 eine zugehörige, schematische Vorderansicht von der Warenseite her gesehen, Fig. 3 eine zugehörige Einzelheit in grösserem Massstab, die Fig. 4 und 5 der Fig. 1 entsprechende Darstellungen von abgewandelten Ausführungsformen und Fig. 6 eine gegenüber Fig. 3 abgeänderte Bauart.
Die Kette --10-- (Fig. l bis 3) läuft von einem Kettbaum --11-- unter Bildung des Webfaches --12-- durch Schäfte-13-- zum Anschlag-8--, an dem ein von einem Greiferschützen ("Projektil") - eingetragener, nicht gezeichneter Schussfaden angeschlagen wird. Das bei --8-- entstehende Gewebe-l-durchsetzt einen Ereithalter --9-- und gelangt über eine Stoffabzugsvorrichtung --15-und eine Umlenkschiene-16-- auf einen Warenbaum --17--.
Die Stoffabzugsvorrichtung --15-- enthält eine Stoffabzugswalze --5-- und zwei Umlenkelemente (Umlenkwalzen)-3-. Die Abzugswalze --5-- wird von einem von der Hauptwelle der Webmaschine aus angetriebenen Ritzel --18-- über Zahnräder --19, 20-- und ein Kardan- oder Kugelgelenk --21-in konstante Drehung versetzt (positiver Warenabzug). Die Walzen --3, 5-- erstrecken sich über die gesamte Webbreite B der Maschine.
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Während die beiden Umlenkwalzen --3-- in einem muldenförmigen Stützkörper --22-- eines gemeinsamen Halters --6-- des Maschinengestelles --2-- ortsfest abgestützt und nur um ihre eigene Achse drehbar sind, ist die Stoffabzugswalze --5-- infolge des Gelenkes --21-- quer zu ihrer Achslinie --24-- bewegbar (vgl. Pfeil 25 in Fig. 3) ; sie besitzt kein Achslager. Die Bewegung der Walze - erfolgt unter dem durch das Gewebe-l-verursachten Stoff zug (Pfeil Z), der gegen die Laufrichtung des Gewebes gerichtet ist.
Die Gewebeabzugswalze --5-- besitzt einen Durchmesser D, der grösser ist als der lichte Abstand Ader Umlenkwalzen --3--, so dass ihre Bewegungsmöglichkeit quer zu ihrer Achse --24-begrenzt ist. Durch den Stoffzug wird die z. B. mit einer Oberfläche --4-- aus Kunststoff versehene Abzugswalze --5-- an den Stellen --26-- auf ihrer gesamten Länge gleichmässig und kräftig an die Umlenkwalzen --3-- angepresst. Je stärker der Stoffzug ist, umso höher sind auch die Anpresskräfte, so dass das Gewebe nicht auf der Oberfläche --4-- der Walze --5-- rutschen kann.
In den die Stoffabzugswalze --5-- von unten U-förmig umgreifenden Haltern --6-- ist eine Ausnehmung --29-- angebracht, in der eine U-förmigen Querschnitt aufweisende Schiene --31-- sowie
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angepasste, muldenförmige Fläche --33--. Während des Betriebes wird die Schiene --31-- von der
Feder --32-- gegen die Walze --5-- gedrückt. Dadurch kann das Gewicht der Walze --5-- durch die U-Schiene --31-- aufgenommen und eine zusätzliche Anpressung bei --26-- erzeugt werden. Die
Mitnahme des Stoffes ist damit auch gewährleistet, wenn der Stoffzug zeitweilig wegfällt.
Bei der Bauart nach Fig. 4 ist die Gewebeabzugsvorrichtung --15-- in Laufrichtung des Ge- webes --1-- unmittelbar nach Anschlag --8-- und Breithalter --9-- angeordnet.
Bei dem Beispiel nach Fig. 5 ist die Gewebeabzugsvorrichtung --15-- schräggestellt. Das Gewebe-l-wird ihr über eine Umlenkrolle --10-- zugeleitet.
Bei einer abgewandelten Bauart ist die Rolle-lOa-beim Breithalter-9-angeordnet, und das Gewebe ist entsprechend dem gestrichelten Weg --la-- zu der Vorrichtung --15-- hin und von ihr weg zum Warenbaum geführt. Die Rollen --10 bzw. 10a-- können mit Vorteil als Gewindestangen mit gegenläufiger Steigung ausgebildet sein zum faltenfreien Breitstrecken des Gewebes. Die Vorrichtung --15-- wirkt als Umlenkung für das Gewebe --1--.
Bei dem Beispiel nach Fig. 6 ist der Halter --6-- mit zwei sich über die gesamte Gewebebreite erstreckenden Umlenkelementen (Backen) --3a-- versehen, über welche das Gewebe-l-zu-bzw. abgeführt wird. Die Abzugsrolle --5-- befindet sich oberhalb der Backen --3a--, so dass ihr Eigengewicht von diesen aufgenommen werden kann und bei --26-- eine Anpressung erzeugt, auch wenn zeitweilig der Stoffzug ausfällt.
Die Erfindung lässt sich auch bei andern Textilmaschinen, z. B. in der Stoffausrüstung, anwenden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Abzugsvorrichtung für die Stoffbahn an einer Textilmaschine, vorzugsweise Webmaschine, mit zwei stangenartigen Umlenkelementen für die Ware und mit einer angetriebenen Abzugswalze, wobei der lichte Abstand der Umlenkelemente kleiner ist als der Durchmesser der Abzugswalze und wobei die der Abzugswalze vor-und nachgeschalteten Umlenkelemente unter Zwischenschaltung der Ware an der Abzugswalze anliegen, dadurch gekennzeichnet, dass die in an sich bekannter Weise ortsfest angeordneten Umlenkelemente (3,3a) innerhalb der Warenbahnbreite am Maschinengestell (2) abgestützt sind und dass, wie an sich bekannt, die Stoffabzugswalze quer zu ihrer Achsrichtung beweglich angeordnet ist.