AT357335B - Verfahren zur verwertung von stroh - Google Patents
Verfahren zur verwertung von strohInfo
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verwertung von Stroh, bei welchem Stroh zuerst zu transportablen Einheiten gepresst und sodann einer industriellen Verwertung zugeführt wird. Ziel der Erfindung ist es, die beim Pressen dieses Materials auftretenden Schwierigkeiten möglichst weitgehend zu beseitigen, u. zw. beruht die Erfindung auf der Erkenntnis, dass sich völlig trockenes Stroh nur sehr schwierig bzw. nur mit sehr hohem Leistungsaufwand zu kompakten Presslingen verarbeiten lässt und dass dieser Leistungsaufwand bzw. Leistungsbedarf einerseits auf ein optimales Minimum verringert und anderseits die Formbeständigkeit der Presslinge erheblich verbessert werden kann, wenn das Stroh vor dem endgültigen Verpressen auf einen dosierten Feuchtigkeitsgehalt von etwa 10 bis 20 Gew.-% gebracht wird. der empirisch ermittelbar ist. Im Zusammenhang damit wurde ferner erkannt, dass es vorteilhaft ist, diese Flüssigkeit mit einem Zusatz zu versehen, der die Verpressung zusätzlich begünstigt. Erfindungsgemäss wird demnach dem Stroh vor dem Pressen zu Presslingen mit einem Raumgewicht von mindestens 300 kg/m', vorzugsweise mindestens 500 kg/m, eine die Pressung begünstigende Flüssigkeit, vorzugsweise Wasser, mit zumindest einem Zusatz, z. B. einem Tensid, der die Oberflächenspannung der Flüssigkeit reduziert und/oder deren elektrische Leitfähigkeit erhöht und/oder deren Adhäsion auf den Strohteilchen verbessert, hinzugefügt. Die Beigabe der Flüssigkeit kann im Rahmen der Erfindung grundsätzlich auf beliebige Art erfolgen, wobei aber stets auf eine gute Durchmischung mit dem Stroh zu achten sein wird. Vorzugsweise enthält die dem Stroh hinzuzufügende Flüssigkeit die hinzuzufügenden Materialien, z. B. ein Tensid, Schmierseife od. dgl., in Form einer Emulsion, Dispersion, einer Lösung oder kolloidalen Lösung. Es ist aber auch denkbar, dem Stroh die jeweils zuzusetzenden Materialien vorerst trocken beizumischen und dann erst die Flüssigkeit, z. B. Wasser, hinzuzufügen, in welcher sich die Materialien lösen oder dispergieren. Bevorzugt wird jedoch das Stroh zur Verbesserung seiner Pressbarkeit und Herabsetzung der erforderlichen Pressleistung zunächst mit einer wässerigen Flüssigkeit benetzt und sodann im noch feuchten Zustand gepresst. Praktische Versuche haben die Vorteile des erfindungsgemässen Verfahrens überzeugend erwiesen : Unter Ausserachtlassung der Leerlaufverluste einer Strohpressanlage wurde bei einer Leistung von etwa 140 kg/h an Strohpresslingen bei Einsatz allein von Wasser als hinzugefügte Flüssigkeit eine Stromaufnahme von 24 bis 25 A gemessen. Setzte man diesem Wasser etwa 0,4 bis 0, 5 Vol.-% eines an sich bekannten Netzmittels, z. B. eines Tensids, hinzu, sank der Strombedarf auf etwa 14 A. Fügte man dem Wasser etwa 0, 15 Vol.-% des Netzmittels und ausserdem etwa 1 Vol.-% Öl oder Bitumen zu, sank der Strombedarf auf 7 bis 8 A. Zur Überprüfung der Lagerfähigkeit von Strohpresslingen wurden diese unter Wasser gelagert. Presslinge, die nur unter Hinzufügung entspannten Wassers hergestellt wurden, zerfielen nach etwa 10 bis 15 min, hingegen war bei Presslingen, die unter Zusatz von Bitumen hergestellt wurden, erst nach etwa 10 h ein geringfügiges Aufquellen der Enden feststellbar. Gleichwohl im Rahmen der Erfindung - aus den eingangs geschilderten Erwägungen - eine Hinzufügung der die Verpressung begünstigenden Flüssigkeit vor dem Pressen der Presslinge zum Stroh vorgesehen ist, um dadurch die Verarbeitung des Strohs und die Herstellung der Presslinge zu erleichtern, schliesst dies selbstverständlich nicht aus, dass eine Hydrophobisierung der Presslinge oder eine Verbesserung der Lagerfähigkeit dieser Presslinge, als Sicherheit gegen Verrottung und/oder gegen Quellen, auch noch zusätzlich durch Besprühen oder Baden (Imprägnieren) der fertigen Presslinge erzielt werden kann. Insbesondere eignen sich für eine solche konservierende Nachbehandlung der fertigen Presslinge bekannte Imprägniermittel auf Kohlenwasserstoffbasis, z. B. Teeröl. Wenn die Strohpresslinge für eine bestimmte Verwertung, für eine kalorische oder chemische Verwertung bestimmt sind, wird man im Rahmen der Erfindung zweckmässigerweise hierauf bei der Wahl der dem Wasser hinzuzufügenden Flüssigkeit Bedacht nehmen, sei es durch Wahl eines die Verwertung begünstigenden Mittels, z. B. eines den Heizwert erhöhenden Mittels oder eines für die Herstellung chemischer Produkte geeigneten Katalysators, oder sei es durch Wahl eines bei der chemischen Verwertung zumindest inerten Mittels, welches später einen Bestand- <Desc/Clms Page number 2> teil des bei der Verwertung hergestellten Produktes verkörpert. PATENTANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Verwertung von Stroh, bei welchem das Stroh zuerst zu transportablen Einheiten gepresst und sodann einer industriellen Verwertung zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass dem Stroh vor dem Pressen zu Presslingen mit einem Raumgewicht von mindestens 300 kg/m', vorzugsweise mindestens 500 kg/m', eine die Pressung begünstigende Flüssigkeit, vorzugsweise Wasser, mit zumindest einem Zusatz, z. B. einem Tensid, der die Oberflächenspannung der Flüssigkeit reduziert und/oder deren elektrische Leitfähigkeit erhöht und/oder deren Adhäsion auf den Strohteilchen verbessert, hinzugefügt wird.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Stroh zur Verbesserung seiner Pressbarkeit und Herabsetzung der erforderlichen Pressleistung mit einer wässerigen Flüssigkeit benetzt und sodann im noch feuchten Zustand gepresst wird.
Priority Applications (8)
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1974
- 1974-09-23 AT AT761074A patent/AT357335B/de not_active IP Right Cessation
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