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Die Erfindung betrifft eine Anordnung zur Wiedergabe wenigstens zweikanalig übertragener Schallereignisse in geschlossenen Räumen mittels einer von wenigstens einem zweikanaligen Verstärker gespeisten Lautsprecherkombination, wobei zumindest zwei seitlich strahlende und ein nach vorne gerichteter Lautsprecher in der Kombination vorgesehen sind, und jedem seitlich strahlenden Lautsprecher ein der Strahlungsrichtung entsprechender Kanal zugeordnet ist, wogegen die Signale beider Kanäle wenigstens einem nach vorne gerichteten Lautsprecher zugeführt sind.
Derartige Anordnungen sind beispielsweise mit Rundfunkempfängern in einem Gehäuse vereinigt worden, wobei bei Stereo-Wiedergabe der auf der einen Seitenwand des Empfängers angeordnete Lautsprecher für die mittleren und hohen Töne an den Niederfrequenzverstärker des einen Kanals und der auf der andern Seitenwand befindliche gleichartige Lautsprecher an den Niederfrequenzverstärker des andern Kanals angeschaltet wird, während dem auf der Vorderwand des Empfängers befindlichen Lautsprecher (oder den Lautsprechern) nur die tiefen Töne bis etwa 300 Hz aus beiden Kanälen über Frequenzweichen zugeführt werden. Ausserdem ist noch die Möglichkeit vorgesehen, mittels Stecker je einen zusätzlichen Lautsprecher für die mittleren und hohen Töne anzuschliessen, die in grösseren Abständen zu beiden Seiten des in der Mitte angeordneten Empfängers aufzustellen sind.
Derartig konstruierte Empfänger konnten sich jedoch nicht durchsetzen, weil die Stereobasis, die ja nur der Breite des Empfängers entsprechen konnte, zu klein war, um einen deutlichen Stereoeindruck zu gewinnen. Auch die akustischen Eigenschaften des Raumes, in dem ein solcher Empfänger aufgestellt war, konnten hier nicht zum Tragen kommen, da für alle Lautsprecher und beide Kanäle ein gemeinsamer Lautstärkeregler vorgesehen war, so dass eine individuelle Regelung der einzelnen Lautsprecher zur Ausnutzung der Raumakustik zwecks Verbesserung der Stereowidergabe nicht vorgenommen werden konnte.
Wenn man den Stereoeffekt verbessert haben wollte, blieb nur die vorgesehene Möglichkeit offen, über Steckbuchsen od. dgl. zusätzliche Lautsprecher in grösseren Abständen beiderseits des in der Mitte aufgestellten Empfängers aufzustellen, um so die Stereobasis zu vergrössern.
Es sind auch Musikschränke bzw.-truhen bekanntgeworden, bei denen die Lautsprecher beiderseits des Schrankes auf schwenkbaren Flügeln angebracht waren. Im Gebrauchsfalle mussten die Flügel ausgeschwenkt werden, so dass die Lautsprecher nach vorne, also in Richtung Zuhörer, den Schall abstrahlten. Eine Anpassung an die räumlichen Gegebenheiten war nur insoweit vorgesehen, als der Zuhörer nicht unbedingt seinen Platz in der Mitte vor der Truhe oder dem Schrank einnehmen musste, sondern auch seitlich davon sitzen konnte, weil infolge der Verschwenkbarkeit der die Seitenlautsprecher tragenden Flügel die Lautsprecher immer so ausgerichtet werden konnten, dass sie beim Zuhörer einen optimalen Stereoeffekt hervorriefen.
Da auch bei diesen Wiedergabeanlagen für alle Kanäle und Lautsprecher nur ein gemeinsamer Lautstärkeregler zur Verfügung stand, konnten die akustischen Eigenschaften des Wiedergaberaumes nicht zur Verbesserung des stereophonischen Hörens herangezogen werden.
Grundsätzlich ist festzustellen, dass die bekannten Anordnungen darauf ausgerichtet waren, den Abstand zwischen den beiden Seitenlautsprechern so gross wie nur möglich zu machen, um zu einer befriedigenden Stereowiedergabe zu gelangen. Da aber der räumlichen Ausdehnung sowohl von Rundfunkempfängern als auch von Musikschränken Grenzen gesetzt sind, konnte mit den vorstehend beschriebenen bekannten Anordnungen keine Basisbreite erzielt werden, die für eine optimale stereophonische Wiedergabe von Schallereignissen notwendig ist. Aus diesem Grunde sind daher diese Anlagen vollständig vom Markt verschwunden. Sie wurden von jenen Anlagen verdrängt, die mit voneinander unabhängig aufstellbaren Lautsprechern und zugehörigen Verstärkern arbeiten.
Derartige Anlagen ermöglichen zwar eine ausreichende Stereobasis, haben aber den Nachteil, dass zwei Lautsprecherboxen aufgestellt werden müssen, was in vielen Fällen im Hinblick auf das vorhandene Mobiliar einer Wohnung zu Schwierigkeiten führt und ein Kompromiss getroffen werden muss, so dass nur selten der optimale Effekt der Stereowiedergabe erreicht wird. Aber selbst dann, wenn eine ideale Standardaufstellung der Lautsprecher möglich ist, liefert die Anlage nur einen Stereoeffekt, der ein bescheidenes Abbild der im grossen Raum, etwa einem Konzertsaal, entstehenden Schallereignisse ist. Die Ursache hiefür ist darin zu sehen, dass die durch die Standardaufstellung hervorgerufenen Höreindrücke auf dem Effekt der Summenlokalisation auf Grund von Intensitätsunterschieden beruhen.
Da die Lautsprecher gegen die Zuhörer gerichtet sind, sind die interauralen Signale von Pegeldifferenzen und zeitlicher Verschiebung der Stereosignale abhängig und ergeben die Richtung der Phantomschallquelle. Bei der in Wohnräumen
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erzielbaren geringen Stereobasis sind schon kleine Abweichungen aus dem Bereich des Basiswinkels Anlass, dass der Stereoeffekt verlorengeht und das Gesetz der ersten Wellenfront zur Wirkung kommt. Wenn man sich vor den Lautsprechern vorbeibewegt, merkt man die Pegel- und Phasenänderungen.
Um die räumliche Wiedergabe zu verbessern, wurden Lautsprecherboxen entwickelt, deren Lautsprecher in verschiedenen Richtungen, u. a. auch nach rückwärts, strahlen. Damit soll erreicht werden, dass das Klangbild infolge der Reflexionen an den unmittelbar benachbarten Wänden im Bereich der Lautsprecherbox diffuser, d. h. aufgelöster erscheint. Für eine stereophonische Übertragung sind aber nach wie vor zwei Boxen erforderlich, die ausserdem so aufzustellen sind, dass sich in ihrer unmittelbaren Nähe wenigstens eine Wand des Wohnraumes befindet. Vorzugsweise sollen derartige Boxen jedoch in den Ecken des Wiedergaberaumes aufgestellt werden, was aber, wie bereits erwähnt, nicht immer möglich ist.
In der Praxis haben sich derartige Boxen ebenfalls nicht durchgesetzt und die stereophonische Wiedergabe in Wohnräumen erfolgt nach wie vor mit zwei im Abstand in gleicher Höhe aufgestellten Lautsprecherboxen, bei denen sämtliche Lautsprecher nach vorne gerichtet sind.
Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, eine Anordnung zur Wiedergabe insbesondere zweikanalig übertragener Schallereignisse zu schaffen, die nicht nur einen dem Original weitgehend entsprechenden räumlichen Klangeindruck liefert, sondern auch hinsichtlich der Aufstellung in Wohnräumen keine Probleme aufwirft. Gelöst wird diese Aufgabe dadurch, dass eine zweikanalige Lautsprecherkombination in ein ausschliesslich Lautsprecher enthaltendes Gehäuse eingebaut ist und die Lautsprecher bzw. Lautsprechergruppen eines Kanals unabhängig vom andern Kanal in bezug auf die abgegebene Leistung und/oder den Frequenzgang regelbar sind.
Die Anordnung ist erfindungsgemäss so aufzustellen, dass in der Gebrauchslage ausser den nach vorne gerichteten Lautsprechern alle andern Lautsprecher gegen Schall reflektierende Begrenzungsflächen des geschlossenen Raumes gerichtet sind.
Daraus geht hervor, dass bei der erfindungsgemässen Anordnung für z. B. stereophonisch übertragene Schallereignisse, im Gegensatz zu den bekannten Anordnungen, nur mehr eine Lautsprecherbox od. dgl. erforderlich ist, deren Aufstellung im Raume beliebig gewählt werden kann, also auch nicht an die unmittelbare Nähe reflektierender Wände angewiesen ist.
Es ist sogar günstig bzw. notwendig, die bei der erfindungsgemässen Anordnung vorgesehene Lautsprecherkombination zumindest in bezug auf die Seitenwände des Raumes in einem grösseren Abstand aufzustellen, damit die Reflexionen an den Wänden Spiegelschallquellen liefern, die den Eindruck einer Verbreiterung der Basis des Hörereignisses hervorrufen, wobei auch die Laufzeit der reflektierten Welle eine gewisse Rolle spielt, insbesondere dann, wenn auch ein nach vorne strahlender Lautsprecher bzw. eine dementsprechende Lautsprechergruppe vorgesehen ist.
Damit wird gegenüber der herkömmlichen Anordnung von zwei in Stereobasis aufgestellten Lautsprechern eine Verbreiterung des Hörereignispanoramas erreicht und die Einschränkung auf die enge Hörzone der herkömmlichen Stereotechnik vermieden. Es sind somit mindestens zwei, vorzugsweise drei Ausbreitungseinrichtungen von Schallwellen der an einem Aufstellungsort befindlichen oder zu einer Baueinheit vereinigten Schallwandler vorgesehen. Davon ist eine die frontale Richtung, während mindestens zwei mit den Rechts- und Linkssignalen gespeiste Schallwandler gegen die Begrenzungswände des Wohnraumes gerichtet sind. Die seitlich strahlenden Schallwandler ergeben mit dem zugehörigen Frontschallwandler die aus der Summenlokalisation resultierende Richtung des seitlich einfallenden Schallanteiles.
Die Hörereignisse des rechten und des linken Kanals setzen sich wieder aus den Pegeldifferenzen und in geringem Mass der zeitlichen Verschiebung zum endgültigen Hörereignis zusammen. Dabei hat man es in der Hand, durch Pegel-und/oder Frequenzgangunterschiede die verschiedensten Wirkungen zu erzielen. Werden die seitlich strahlenden Schallwandler gegenüber dem Frontschallwandler mit höherem Pegel betrieben, dann weitet sich das Hörereignis. Werden überdies, nach an sich bekannten Gesichtspunkten, bestimmte Frequenzgebiete abgesenkt bzw. angehoben, dann kann das Hörereignis mehr nach vorne oder nach oben verschoben werden. Da die Erfindung im wesentlichen von dem Einfluss der von den Wänden des Wohnraumes reflektierten Schallwellen abhängt, ist es erforderlich, die Absorption der Schallwellen an schallschluckenden Gegenständen zu kompensieren.
Dies geschieht durch Betonung der hohen Frequenzlagen, die durch elektrische Mittel an der Lautsprechereinheit oder am elektronischen Gerät, aber auch durch Fernsteuerung mittels Ultraschall oder Infrarot erfolgen kann. Auch der Pegel kann auf diese Weise nach Belieben. eingestellt werden. In Weiterentwicklung der Erfindung können überdies Schallwandler in Richtung der Zimmerdecke oder an die Wand hinter der Lautsprechereinheit strahlen.
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Die für das Richtungs- oder Entfernungshören bestimmenden interauralen Zeitdifferenzen und Schalldruckpegeldifferenzen werden vom Gehör in Abhängigkeit vom Frequenzbereich unterschiedlich ausgewertet. Laufzeitverschiebungen der Trägerschwingungen der Ohrsignale sind nur dann wirksam, wenn die Signale keine Anteile oberhalb 1, 6 KHz enthalten. Schalldruckpegeldifferenzen und interaurale Hüllkurvenverschiebungen wirken sich dann aus, wenn wesentliche Anteile oberhalb 1, 6 KHz enthalten sind. Diese wesentlichen Kenntnisse sind z. B. in"Räumliches Hören"von Jens Blauert, S. Hirzel Verlag Stuttgart 1974, mit umfangreichen Literaturangaben dargestellt.
Erfindungsgemäss kann die Lautsprecherkombination ausser den beiden spiegelbildlich symmetrisch angeordneten, seitlich strahlenden Mittel-Hochtonlautsprechern und dem nach vorne gerichteten Laut- sprecher bzw. der nach vorne gerichteten Lautsprechergruppe auch einen oder mehrere nach oben und/oder seitlich - vorne - oben strahlenden Mittel-Hochtonlautsprecher aufweisen, die beiden Kanälen zugeordnet sind. Diese Massnahme bringt eine weitere Vervollkommnung des Klangbildes mit sich.
Zur Anpassung der Anlage an die Gegebenheiten des Wiedergaberaumes ist erfindungsgemäss vorgesehen, dass am die Lautsprecher enthaltenden Gehäuse den Frequenzgang und/oder die Amplitude einzelner Lautsprecher oder Lautsprechergruppen beeinflussende Einstellregler vorgesehen sind, die gegebenenfalls in an sich bekannter Weise mittels Ultraschall- oder Infrarotträger fernsteuerbar sind.
Unter Umständen kann es auch vorteilhaft sein, die Lautsprecher jedes Kanals mit unterschiedlichen Frequenzgängen auszustatten, wobei jedoch die Frequenzgänge der korrespondierenden Lautsprecher in jedem Kanal wenigstens angenähert denselben Verlauf aufweisen.
Eine vorteilhafte Ausführung des Lautsprechergehäuses kann aus zwei Teilen zusammengesetzt sein, nämlich aus einem kastenförmigen, den oder die nach vorne gerichteten Lautsprecher aufnehmenden Teil, und einem daraufgesetzten, kugelförmigen Teil, der die seitlich und/oder nach oben strahlenden Lautsprecher enthält. Gegebenenfalls ist es aber auch im Hinblick auf die Schallverteilung günstig, das die Lautsprecherkombination enthaltende Gehäuse kugelförmig auszubilden, mit wenigstens einem nach vorne gerichteten Tiefton-Mittelton-Lautsprecher, und die verbleibende Oberfläche mit Mittel-Hochtonlautsprechern zu besetzen, die zwei Gruppen bilden, die für je einen Übertragungskanal vorgesehen sind.
Zur Verbesserung des Wirkungsgrades der Anordnung ist es vorteilhaft, die seitlich und nach oben strahlenden Lautsprecher der Lautsprecherkombination als Druckkammerlautsprecher mit Trichterschallführung auszubilden.
Schliesslich kann der nach vorne gerichtete Lautsprecher bzw. die entsprechende Lautsprechergruppe, die das Summensignal aus beiden Kanälen abgeben soll, durch zwei elektrisch voneinander unabhängige Lautsprecher bzw. Lautsprechergruppen ersetzt werden, von denen jeder bzw. jede einem Stereokanal zugeordnet ist, so dass das Summensignal aus beiden Kanälen sich auf akustischem Wege ergibt. Der Zweck dieser Massnahme ist darin zu sehen, dass man sich die Schaltungsanordnung zur Summierung der beiden Kanäle, die ja ohne Beeinflussung bzw. ohne Rückwirkung auf die von den seitlichen Lautsprechern abgestrahlten Signale jedes Kanals erfolgen muss, ersparen kann.
Die Erfindung gestattet es durch die grosse Anzahl der Parameter, den Schalldruckpegel der nach verschiedene Richtungen strahlenden Schallwandler, den Frequenzgang dieser Schallwandler, die Richtcharakteristik der Schallwandler in Abhängigkeit von der Frequenz, die Hauptstrahlrichtung der Schallwandler, die Anordnung der Schallwandler in der Lautsprechereinheit, zu beeinflussen und die verschiedensten Forderungen im Hinblick auf die Grösse und Gestalt des Wohnraumes, die Absorptionsverhältnisse durch Vorhänge, Möbel u. dgl., den Schluckgrad der Begrenzungswände und die individuelle Abstimmung nach dem Geschmack des Hörenden zu erfüllen.
Die Abstimmung ist durch elektronische und/oder akustische Massnahmen in weiten Grenzen durchzuführen. Sie kann bei. der Aufstellung des Lautsprechers erfolgen oder in Anpassung an die jeweilige akustische Darbietung durch Stellglieder am Lautsprecher, im Leitungszug der elektronischen Anlage oder durch Fernsteuerung auf drahtlosem Weg. Die Anwendung der Erfindung ist geeignet, sowohl für elektronische Musikanlagen aller Art für Rundfunk, Schalplatte oder Tonband und auch für elektronische Musikinstrumente.
Die Erfindung soll nun an Hand der Zeichnungen näher erläutert werden, in der Fig. 1 die bekannte Standardaufstellung zweier Boxen für zweikanalige Stereowiedergabe und deren relativ geringe nutzbare Hörfläche zeigt, Fig. 2 die kompakte Anordnung von Schallwandlern für die erfindungsgemässe Anordnung und die ihnen zugeordneten Strahlungsrichtungen erkennen lässt, Fig. 3 einen Grundriss, Fig. 4 einen
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Seitenriss und Fig. 5 einen Aufriss eines Wohnraumes zeigt, in dem erfindungsgemäss eine einzige Lautsprecheranordnung mit den Strahlungsrichtungen der Lautsprecher eingezeichnet ist, die Fig. 6 und 7 Horizontalschnitte durch erfindungsgemäss verwendbare Lautsprecherkombinationen sind, Fig. 8 eine Frequenzgangdarstellung für Front- und Seitenlautsprecher ist, Fig.
9 zeigt ein kugelförmiges Gehäuse, mit einem Frontlautsprecher und einer Anzahl Seitenlautsprecher, Fig. 10 soll die Anwendung der Erfindung bei Fahrzeugen, insbesondere in Autos, zeigen und Fig. 11 zeigt schliesslich für die erfindungsgemässe Anordnung eine Lautsprecheranordnung, deren Seitenlautsprecher als Druckkammerlautsprecher mit Trichter ausgebildet sind.
In Fig. 1 sind zwei Lautsprecherboxen --1 und 2-- im Wohnraum mit den Begrenzungswänden --3, 4, 5 und 6-- aufgestellt. Der im Grundriss dargestellte Raum weist die Begrenzungslinien --7 und 8-- auf, innerhalb derer die Summenlokalisation auf Grund der Intensitätsunterschiede möglich ist. Die Stereobasis B entspricht etwa dem Abstand des Hörenden vom Lautsprecher. Diese einschränkenden Bedingungen fallen besonders auf, wenn sich der Zuhörer im Raum bewegt. Sehr bald herrscht der eine oder der andere Lautsprecher vor, so dass das Hörereignis in den einen oder andern Lautsprecher verlegt wird.
Die Fig. 2 zeigt schematisch die kompakte Anordnung der Schallwandler gemäss der Erfindung, die in verschiedene Richtungen strahlen. Es ist gewissermassen die Lautsprecherbox in zwei Teile unterteilt, von denen der rechte Teil beliebig viele Schallwandler für die Richtungen vorne rechts (Vr), Seite rechts (Sr), rückwärts rechts (Rr) und oben rechts (Or) enthält.
Spiegelbildlich symmetrisch sind die Schallwandler für den linken Kanal vorgesehen. Diese vollständige Besetzung mit Schallwandlern kann auch reduziert werden, ohne den Wert der Erfindung zu beeinträchtigen.
Die Fig. 3 dient der Erläuterung der Erfindung. Die Lautsprecherbox --9-- ist an beliebiger Stelle des Wohnraumes mit den Begrenzungswänden--3, 4,5, 6-- aufgestellt. Sie enthält z. B. zwei seitlich strahlende Schallwandler --10, 11-- und einen Schallwandler für frontale Abstrahlung --12--. Der Übersichtlichkeit halber ist der Verlauf der Schallstrahlen nur eines seitlich angeordneten Lautsprechers dargestellt. Die vom Strahler --10-- ausgehenden Strahlen --13, 14, 15--werden von der Wand --7-nach den geometrischen Gesetzen der Schallausbreitung reflektiert. Die reflektierten Strahlen sind mit - -16, 17, 18-- bezeichnet. Die rückwärtige Verlängerung der Strahlen-16, 17, 18-- ergibt das Spiegelbild mit den Punkten --19, 20, 21--.
Für einen Beobachter scheinen die Schallstrahlen --16, 17, 18-- vom Spiegelbild zu kommen. Dadurch werden die Schallwellen höherer Frequenz, die infolge ihrer kurzen Wellenlängen gerichtet und gebündelt abgestrahlt werden, so umgelenkt, dass sie senkrecht zur Ohrmuschel eines im Abstand vor der Lautsprecherkombination stehenden Hörenden eintreffen, wodurch einmal die Abschaltung des andern Ohres durch den Kopf und das Gesetz der ersten Wellenfront wirksam werden.
Die Ohrsignale sind nämlich von der Einfallsrichtung der Schallwellen infolge der Eigenschaften der Ohrmuschel abhängig. Überdies ist die Entfernung"Spiegelsehallquelle-Ohr"wesentlich grösser als der Schallweg der direkt gegen den Zuhörer gerichteten Lautsprecher der herkömmlichen Anordnung in Stereostandardaufstellung. Damit ist die Basis B der Hörereignisse wesentlich verbreitert. Diese Strahlen setzen sich mit den vom Frontallautsprecher --12-- herrührenden Strahlen --22, 23, 24-- zusammen. Dies gilt aber nur insofern und eingeschränkt, als nur in Frequenzbereichen, die bei beiden Schallstrahlern übereinstimmen, Summenwirkung entsteht. Die Erfindung ist besonders dadurch ausgezeichnet, dass die Frequenzgänge der einzelnen Schallwandler unterschiedlich sind.
Die Erfindung ist vornehmlich auf Schallpegelunterschiede aufgebaut, im Gegensatz zu einer bereits vorgeschlagenen Lösung, die Laufzeitunterschiede der seitlich gegenüber frontal abgestrahlten Schallereignissen zur Grundlage hat.
Während eine künstliche Laufzeitverzögerung, zweckmässig auf elektronischem Weg, technisch verhältnismässig aufwendig ist, verzichtet die Erfindung darauf und baut die interauralen Signale auf die Schallpegelunterschiede auf.
Interaurale Zeit- und Pegeldifferenzen sind für das Richtungs- und Entfernungshören von gleich grosser Bedeutung. So können Zeitdifferenzen durch entgegengesetzte Pegeldifferenzen in gewissen Frequenzgebieten kompensiert werden.
Wirtschaftlich jedoch erscheint die Anwendung von Pegeldifferenzen günstiger, weil Pegel und Frequenzgangoptimierung im Zuge der elektronischen Verstärkung ungleich einfacher sind, als ein Laufzeitverzögerungsglied.
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Die Fig. 4 und 5 beziehen sich auf Lautsprecherkombinationen für die erfindungsgemässe Anordnung, die zur weiteren Verbesserung des räumlichen Hörens auch Schallsender --110, 111-- aufweisen, die gegen die Decke des Wohnraumes strahlen. Die gegen den Zuhörer gerichteten reflektierten Strahlen--25, 26, 27-- ergeben eine Phantomschallquelle --28--. Damit weitet sich das Hörsignal auch über die Raumhöhe hinaus aus.
Die Fig. 5 stellt einen Lautsprecher dar, der zwei Frontstrahler --29, 29'-- für den rechten und den linken Stereokanal aufweist. Die seitlich gerichteten Strahler --30, 31 bzw. 32, 33-- sind Mittelhochtonsysteme.
Es hat sich gezeigt, dass erhebliche Frequenzgangunterschiede zwischen den Frontlautsprechern und den Seitenstrahlern bestehen sollen, wenn die breite Basis des Hörereignisses entstehen soll. Dabei ist es vorteilhaft, dem Frontlautsprecher der auch, wie Fig. 7 zeigt, sowohl das rechte als auch das linke Signal abstrahlt, wobei eine Zusammenschaltung der elektrischen Signale erfolgt, einen Frequenzgang haben soll, wie er in Fig. 8 dargestellt ist. Über 1, 6 KHz fällt der Pegel ab und erreicht bei 10 KHz 25 db. Die seitlich strahlenden Wandler haben über 1, 6 KHz einen Anstieg des Pegels --35-- um 30 bis 40 db, womit die Absorption der Schallwellen im Zuge der Reflexionen kompensiert wird.
Der Aufbau der elektronischen Einrichtung zur Speisung der verschiedenen Schallwandler ist nach dem Stande der Technik auf verschiedenste Weise möglich. Als Beispiel sei erwähnt, dass ein gemeinsamer Stereo-Endverstärker mit vor den Schallwandlern geschalteten Teilungsnetzwerken und gegebenenfalls Dämpfungsgliedern oder getrennte Endstufen für die verschiedenen Lautsprecher bzw. Frequenzbereiche vorgesehen sein können. Dabei werden die Filter und die Dämpfungsglieder vor die Endstufen geschaltet.
Frequenzgangänderungen in Anpassung an die Wohnraumverhältnisse können hiebei besonders günstig vorgenommen werden.
Die Fig. 9 zeigt ein kugelförmiges Gehäuse, dessen Lautsprecher von den Stereosignalen gespeist werden. Ein Frontlautsprecher --50-- verarbeitet den Rechts- als auch den Linkskanal auf Grund elektrischer Zusammenschaltung. Die Schallwandler --51, 52-- werden vom Rechts-, die Wandler --53, 54-vom Linkskanal der Stereoanlage versorgt.
Die Anordnung gemäss der Erfindung eignet sich auch für die Wiedergabe von Quadrophoniesignalen.
Dabei wird je ein Lautsprecher an gegenüberliegenden Punkten des Wohnraumes aufgestellt, so dass für einen Beobachter zwischen diesen Punkten die Quadrophoniesignale wirksam werden. Dabei spielen der Frequenzgang und der Pegel der einzelnen Lautsprecher eine wesentliche Rolle. Der Vorteil, der durch die erfindungsgemässe Anordnung erzielt wird, ist in erster Linie in der Einsparung von zwei Lautsprecherboxen zu sehen und in der freien Wahl des Aufstellungsortes jeder Box.
Weitere Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Fig. 10 und 11 dargestellt. Fig. 10 zeigt schematisch die Heckpartie des Innenraumes eines Kraftfahrzeuges. Der Lautsprecher für Stereowieder- gabe --55-- enthält die seitwärts strahlenden Schallwandler --56 und 57--. Die Richtcharakteristiken der Wandler --56 und 57-sind frequenzabhängig, so dass durch die Richtwirkung im Bereich der höheren Frequenzen, z. B. ab 1, 6 KHz, die an der Seitenbegrenzung des Fahrzeuginnenraumes reflektierten Schallwellen für die Verbreiterung der Basis durch die Spiegel-Schallquellen wirksam sind, während die Schallwellen tieferer Frequenzen sich kugelförmig ausbreiten.
In Fig. 11 sind die seitwärts strahlenden Schallwandler in einem Lautsprecher nach der Erfindung als Druckkammertypen mit Trichtern ausgebildet, während der Wandler für den niederen Frequenzbereich als in der Frontwand eingebauter Konuslautsprecher ausgebildet ist.
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