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Die Erfindung betrifft eine Auskleidung für wasserführende Stollen, bestehend aus einer schlauchförmigen Kunststoffolie und mehreren dem Stollenquerschnitt angepassten Stützelementen.
Abdichtungshäute aus Kunststoffolien im Tunnel- und Stollenbau sind bekannt. Die Befestigung der
Kunststoffolien an den Wandungen des Tunnels oder Stollens erfolgt auf verschiedene Weise. Bei einer bekannten Art wird die Kunststoffolie angeschossen oder verschraubt und im Bereich der Befestigungs- stelle eine Abdichtung vorgesehen. Bei einer andern bekannten Befestigungsart werden Druckschienen und Knopfbänder bzw. Druckknöpfe oder Spannschieber verwendet. Auch ein Anschweissen der
Kunststoffolie an vorher angebrachte Kunststoffbänder oder Kunststoffplatten ist bereits bekannt. Ebenso wurden auch bereits Klemmringe zur Befestigung der Kunststoffolie verwendet.
Die bekannten Befestigungsarten sind jedoch entweder äusserst aufwendig und damit teuer oder es ist keine einwandfreie Abdichtung zu erzielen.
Ziel der Erfindung ist die Beseitigung dieser Nachteile und die Schaffung einer Auskleidung, die vollständig dicht, aber auch einfach anzubringen ist.
Dieses Ziel wird mit einer Auskleidung der eingangs genannten Art dadurch erreicht, dass erfindungsgemäss jedes Stützelement mit wenigstens einer im Stollen verbleibenden Spreizvorrichtung versehen ist, mit deren Hilfe das im Innern der Kunststoffolie angeordnete Stützelement an die
Stollenwandung anpressbar ist.
Günstig ist, wenn jedes Stützelement mit in etwa gleichen Abständen über dessen Umfang verteilt angeordneten Spreizvorrichtungen versehen ist, von denen eines im Scheitelbereich des Stützelements vorgesehen ist. Einfacherweise kann jedes Stützelement als Band und jede Spreizvorrichtung als
Spannschraube ausgebildet sein.
Zur Vereinfachung der Montage der Stützelemente kann jedes derselben mit wenigstens einer, vorzugsweise an einer der Spreizvorrichtungen angeordneten Halterung versehen sein, die an ein Tragorgan, z. B. einen Spanndraht anschliessbar ist. Dabei ist vorteilhafterweise die Halterung von zwei Klemmbacken mit jeweils einer dem Tragorgan angepassten Ausnehmung gebildet.
Damit die Enden der schlauchförmigen Kunststoffolie ebenfalls völlig dicht an die Stollenwandung anschliessen, sind erfindungsgemäss mehrere Spannkrallen mit U-förmigem Querschnitt und einem im Steg ausgebildeten Loch, vorzugsweise einem Langloch, vorgesehen, wobei die Spannkrallen an den Enden der Kunststoffolie vorgesehen sind, mit ihren Schenkeln einerseits an der Kunststoffolie und anderseits an der Stollenwandung anliegen und ausserhalb der Kunststoffolie an der Stollenwandung befestigt, insbesondere angeschraubt sind. Dabei ist von Vorteil, wenn jede Spannkralle im Bereich eines ihrer Schenkel mit einem in dieselbe Richtung wie die Schenkel weisenden sowie parallel hiezu verlaufenden Fuss versehen ist, der um einen Betrag kürzer ist als der benachbarte Schenkel, welcher der Dicke des Stützelements entspricht.
Durch diese Massnahme ist es möglich, an den Enden der Kunststoffolie das Stützelement knapp neben dem Folienrand anzuordnen, wobei die Spannkralle sowohl die Folie als auch das Stützelement dicht an die Stollenwandung anpresst. Weiters können die Schenkel jeder Spannkralle unterschiedlich lang sein, wobei an den Enden der Kunststoffolie zwischen dieser und der Stollenwandung ein Streifen aus elastischem Werkstoff, wie Zellgummi, angeordnet ist. Dieser Streifen dient ebenfalls zur vollständigen Abdichtung der Stollenauskleidung gegenüber der Stollenwandung.
Die Erfindung wird im folgenden an Hand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels näher erläutert, das in den Zeichnungen schematisch dargestellt ist ; in dieser zeigen Fig. 1 einen Querschnitt durch einen mit der Auskleidung versehenen Stollen, Fig. 2 das Spreizelement samt Halterung in grösserem Massstab und Fig. 3 die Ausbildung der Auskleidung an ihrem Ende.
In Fig. l ist ein Wasserleitungsstollen im Querschnitt dargestellt, der undicht geworden und mit Hilfe der erfindungsgemässen Auskleidung abgedichtet wird. Hiezu ist eine schlauchförmige Kunststoffolie-lvorgesehen, die mittels dem Stollenquerschnitt angepasster Stützelemente --2-- an die Stollenwandung angepresst wird. Diese Stützelemente --2-- sind je nach Stollenquerschnitt in gleichmässigen Abständen von etwa 50 bis 100 cm entlang des Stollens angeordnet.
Zur Erzielung des nötigen Anpressdrucks ist das Stützelement --2u in drei etwa gleich lange Abschnitte unterteilt, die über je eine Spreizvorrichtung --3-- aneinandergeschlossen sind. Zur Erleichterung der Montage des Stützelements --2-- ist es mit zwei Halterungen --4-- versehen, die an einem Tragorgan, z. B. einem entlang der Stollenwandung gespannten Spanndraht --5-- befestigt sind.
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Obwohl das Stützelement --2--, die Spreizvorrichtung --3-- und die Halterung --4-- auf die verschiedenste Weise ausgebildet sein können, besteht das Stützelement --2-- in einfacher Weise aus drei
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gebogen und an den Enden rechtwinkelig abgebogen und mit einer Bohrung versehen sind (Fig. 2). Die Spreizvorrichtung--3--, die z. B. auch als Kniehebelkonstruktion ausgebildet sein kann, besteht beim gezeigten Ausführungsbeispiel aus einem Schraubenbolzen --6-- und Muttern --7--, wobei zur Fixierung Kontermuttern --8-- vorgesehen sind. An diesem Schraubenbolzen --6-- ist weiters die Halterung --4--
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--9-- mitscheibe --12-- angebracht ist.
Da in der Praxis meistens ein Stollen nicht zur Gänze, sondern abschnittweise abgedichtet werden soll, besteht auch das Problem, die Enden der schlauchförmigen Kunststoffolie-l-gegenüber der
Stollenwandung vollständig abzudichten. Erfindungsgemäss wird dieses Problem mit Spannkrallen --13-- gelöst, die an den Enden der Kunststoffolie --1-- diese übergreifend angeordnet sind. In Fig. 3 ist eine solche Spannkralle --13-- in Seitenansicht dargestellt. Die Spannkralle --13-- besitzt U-förmigen
Querschnitt und weist einen rechteckigen plattenförmigen Steg --14-- und zwei an dessen Enden anschliessenden Schenkeln --15, 16-- sowie einen dazwischen liegenden Fuss --17-- auf. Im Steg --14-- ist ein Langloch --18-- ausgebildet, das von einer Befestigungsschraube --19-- durchsetzt ist.
Dieses
Langloch --18-- ist aussermittig im Steg --14-- angeordnet. Der dem Langloch --18-- näher liegende
Schenkel --15-- ist länger als der andere Schenkel-16- ; der Fuss-17-, der hier als aufgeschweisster
Stab ausgebildet ist, ist kürzer als der kürzere Schenkel-16-, wobei die Längendifferenz der Dicke des bandförmigen Stützelements --2-- entspricht. Die Spannkralle --13-- ist aus korrosionsfestem Metall oder
Kunststoff hergestellt.
Zur Herstellung der Stollenauskleidung wird zunächst die schlauchförmige Kunststoffolie-l-in den
Stollen eingebracht, wobei ihre Länge grösser als der abzudichtende Stollenabschnitt bemessen ist. Sodann werden an den Enden der Kunststoffolie-l-in der Stollenwandung Ösen verankert, an denen die durch die Kunststoffolie --1-- verlaufenden Spanndrähte --5-- abgespannt werden. An diesen Spanndrähten - wird anschliessend der bodenseitige Abschnitt des Stützelements --2-- mit Hilfe der Halterungen - befestigt. Hiezu wird der bodenseitige Abschnitt des Stützelements --2-- samt den Schraubenbolzen - versetzt, an denen die Klemmbacken --9-- lose angebracht sind, die dann durch Festziehen der Mutter --11-- an den Spanndrähten --5-- festgeklemmt werden.
Darauffolgend werden die beiden übrigen Abschnitte des Stützelements --2-- angebracht, wobei die Muttern --7-- nahe beieinander angeordnet sind und die Schraubenbolzen --6-- in die Bohrungen der abgebogenen Enden der Bandeisen eingeführt werden, worauf diese Abschnitte am Scheitel der Auskleidung ebenfalls mit einer Spreizvorrichtung --3-- verbunden werden. Durch Verschraubung der Muttern --7-- zum Ende des Schraubenbolzens --6-- hin werden die Abschnitte des Stützelements--2-- auseinandergespreizt, wodurch die Kunststoffolie-l-durch die im Stollen verbleibende Spreizvorrichtung - fest gegen die Stollenwandung gepresst wird. Abschliessend werden die Kontermuttern --8-- festgezogen.
Nachdem die gesamte Kunststoffolie--l-mit Hilfe der in vorgewählten Abständen an den Spanndrähten-5-- befestigten Stützelementen-2-- an die Stollenwandung des abzudichtenden Stollenabschnitts örtlich angepresst ist, wird jeder Rand der Kunststoffolie-l-mit einem Zell- gummistreifen --20-- hinterlegt (Fig. 3) und darüber das äusserste Stützelement --2-- angebracht. Sodann werden entlang dieses Stützelements --2-- in vorbestimmten Abständen Spannkrallen --13-- angeordnet, wobei deren kurzer Schenkel --16-- an der mit dem Zellgummistreifen--20--hinterlegten Kunststoffolie - und deren langer Schenkel --15-- an der Stollenwandung anliegt ;
dabei liegt der Fuss--17--am Stützelement --2-- an. Die Spannkrallen --13-- werden mit Hilfe der Befestigungsschrauben --19-- an die Stollenwandung geschraubt und hiedurch werden das Stützelement --2-- samt Kunststoffolie --1-- und Zellgummistreifen --20-- fest gegen die Stollenwandung gepresst und eine vollständige Abdichtung des Endes der Stollenauskleidung bewirkt, welche auch dem Wasserdruck im Stollen zuverlässig standhält.
Als Material für die Bauteile der Auskleidung mit Ausnahme der Kunststoffolie kommen in erster Linie verzinktes oder kunststoffbeschichtetes oder auch korrosionsfest lackiertes Eisen sowie Kunststoff in Frage. Weiters kann auch im Scheitelbereich der Auskleidung ein Spanndraht vorgesehen sein, an den die
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mit Halterungen versehenen scheitelseitigen Spreizvorrichtungen angeschlossen sind. Alternativ kann jedes Stützelement bei Ausbildung als Bandeisen infolge dessen Biegsamkeit mit bloss einer Spreizvorrichtung, insbesondere einem Kniehebelmechanismus versehen sein.
Die Erfindung schafft somit eine Auskleidung, die äusserst einfach aufgebaut sowie leicht zu montieren ist und eine absolut zuverlässige Abdichtung ermöglicht.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Auskleidung für wasserführende Stollen, bestehend aus einer schlauchförmigen Kunststoffolie und mehreren dem Stollenquerschnitt angepassten Stützelementen, d a d u r c h g e k e n n z e i c h - net, dass jedes Stützelement (2) mit wenigstens einer im Stollen verbleibenden Spreizvorrichtung (3) versehen ist, mit deren Hilfe das im Innern der Kunststoffolie (1) angebrachte Stützelement (2) an die Stollenwandung angepresst ist.