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Die Erfindung betrifft eine Backanlage mit zumindest einer Schar längsseitig nebeneinandergereihter, über ihre Stirnseiten mittels einzelner Beschickungsvorrichtungen mit Teigstücken beschickbarer Etagenbacköfen, die mit diesen Stirnseiten in einer gemeinsamen Front fluchtend aufgestellt sind.
Bei solchen Backanlagen wurden bisher meist die geformten Teigstücke einzeln auf die sogenannten Beschickungsvorrichtungen, die zum Absetzen der Teigstücke auf die Herde des Etagenbackofens dienen und bekanntlich aus kleinen Förderbändern bestehen, abgesetzt, auf diesen Beschickungsvorrichtungen liegend geschnitten oder gestupft sowie auch abgestrichen ; die Teigstücke mussten also vor dem sogenannten Einschiessen in den Etagenbackofen einzeln backfertig hergerichtet und auf einzelnen Beschickungsvorrichtungen bereitgestellt werden. Für diese vorbereitenden Arbeiten ergibt sich jedoch ein erheblicher Zeitaufwand, der erfahrungsgemäss etwa dem Fünffachen jener Zeitspanne entspricht, die dann für das eigentliche Beschicken, also für das Einschiessen der Teigstücke in die Etagen des Backofens, erforderlich ist.
Abgesehen von dieser unrationellen Zeit-Diskrepanz bedingt die bisher übliche Vorgangsweise einen ausserordentlich hohen Zeitaufwand.
Es sind anderseits schon Backanlagen mit Etagenbacköfen und mit einer Hängebahn bekanntgeworden, welche diese Etagenbacköfen mit einer Teigwirk-und-form-Station bzw. mit einer gemeinsamen Gärkammer verbindet. Diese vorbekannten Anlagen bedurften jedoch eines aufwendig gegliederten und verzweigten Gleissystems für die Hängebahnwagen, wobei vor jedem einzelnen Etagenbackofen eine Weiche angeordnet werden musste. Diese Anordnung, insbesondere die Manipulation der zahlreichen Weichen brachte eine Vielzahl betriebstechnischer Schwierigkeiten mit sich ; die Hängebahnwagen mussten mit erheblichem Zeitund Müheaufwand und unter oftmaligem Wechsel der Fahrtrichtung längs der Gleisstränge der Anlage hinund herverschoben werden.
Ziel der Erfindung ist es, die obgenannten Nachteile der vorbekannten Anlagen zu beheben und eine Backanlage zu schaffen, die mit minimalem Zeitaufwand und minimaler Anzahl von Bedienungspersonen zu arbeiten vermag und die sich mit Hilfe moderner elektrischer und elektronischer Einrichtungen ausserordentlich weitgehend und mit optimaler Wirtschaftlichkeit automatisieren lässt, wobei die Steuerung der Anlage weitgehend nach dem System einer Programmsteuerung durchführbar wird, wie sie sich bei der Automatisierung anderer industrieller Anlagen schon gut bewährt hat.
Erfindungsgemäss ist zumindest ein der Zubringung voller und ein der Abbeförderung leerer ortsbeweglicher, aus einzelnen Förderbändern bestehender Beschickungsvorrichtungen dienendes Förderband vorgesehen, das sich längs der Front der Etagenbacköfen parallel hiezu erstreckt und vor den einzelnen Etagenbacköfen vorgesehene, vorzugsweise durch Anschläge od. dgl. im Verlauf des Förderweges bestimmte Bereitstellungsorte der Beschickungsvorrichtungen mit einem Gärschrank bzw. mit in dessen Nachbarschaft befindlichen Vorrichtungen zum Ausfertigen der Teigstücke verbindet, wobei sich das der Zubringung der Teigstücke dienende Förderband in den Bereich des Gärschrankes, vorzugsweise in diesen Gärschrank hinein, erstreckt, um darin enthaltene und z.
B. von Gärgutträgern auf die Beschickungsvorrichtungen abgelegte Teigstücke zu übernehmen und die belegten Beschickungsvorrichtungen den Etagenbacköfen zuzuführen.
Es ist zwar bei Verwendung sogenannter Durchlauföfen, die von den Teigstücken während des Backvorganges langsam durchlaufen werden, z. B. bei sogenannten Netzbandöfen, schon bekannt, Backanlagen insoweit zu automatisieren, dass die fertiggeformten Teigstücke von einem Endgärschrank, z. B. einem Schrank mit auf Gehängen wandernden Gärtgutträgern, unmittelbar auf einen Übergabeförderer oder auch gleich auf das den Ofen durchlaufende Band gesetzt werden. Diese Durchlauföfen erfordern zwar einen geringeren Bedienungsaufwand, sie haben jedoch mannigfache Nachteile ; so haben sie beispielsweise eine geringere Temperaturbeweglichkeit, d. h. ihre Innentemperatur lässt sich nicht feinfühlig genug regeln und nicht rasch genug variieren.
Sie erfordern ferner viel Raum und sind hinsichtlich des hohen kalorischen Aufwandes und ständigen Wärmeverlustes weniger wirtschaftlich als die sehr bewährten Etagenbacköfen.
Dank der Verwendung der obenerwähnten, aus kleinen Förderbändern bestehenden, handlichen Beschickungsvorrichtungen kann im Rahmen der Erfindung auf Zweiggeleise od. dgl., die senkrecht zur Front des einzelnen Etagenbackofen fördern, verzichtet werden. Die Förderrichtung der vor bzw. längs der Fronten der Etagenbacköfen verlaufenden Förderbänder kann bei der erfindungsgemässen Backanlage einheitlich sein, wodurch der Betrieb erheblich vereinfacht wird.
Die auf diesem Längsförderband den Etagenbacköfen zugebrachten Beschickungsvorrichtungen können lose nebeneinanderliegend in Gruppen
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unterteilt und nach jeweiligem Bedarf den Öfen zugeteilt werden, wobei es keinerlei Schwierigkeiten verursacht, diese Beschickungsvorrichtungen in der jeweils gewünschten Anzahl vor den einzelnen Backöfen individuell in Gruppen zu sammeln, z. B. mittels programmgesteuerter Anschläge od. dgl. zu stoppen, so dass sich die verschiedenen Backöfen beispielsweise ohne Schwierigkeit mit verschiedenen und verschieden zu behandelnden Backgütern individuell beschicken lassen.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes ist - wie an sich bekannt-das der Zubringung der Teigstücke dienende Förderband vorderseitig der Front der Etagenback- öfen verlaufend angeordnet, wogegen ein der Abbeförderung der leeren Beschickungsvorrichtungen dienendes Förderband oberhalb der Schar der Etagenbacköfen verläuft.
Die Erfindung ist nachstehend an Hand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert. Die Zeichnung zeigt eine schematische Draufsicht auf eine erfindungsgemässe Anlage.
Im wesentlichen besteht diese Anlage zunächst aus einer Schar längsseitig aneinandergereihter, unmittelbar benachbart angeordneter, über ihre Stirnseiten mittels einzelner Beschickungsvorrichtungen --1-- mit Teigstücken --2-- beschickbarer Etagenbacköfen --3--, die mit diesen Stirnseiten in einer gemeinsamen Front fluchten.
Längs der Front dieser Etagenbacköfen --3-- erstreckt sich nun ein der Zubringung voller Beschickungsvorrichtungen --1-- dienendes Förderband mit der durch den Pfeil --4-- bezeichneten Förderrichtung und ein der Abbeförderung leerer Beschickungsvorrichtungen --1-- dienendes Förderband, dessen Förderrichtung mit dem Pfeil --5-- bezeichnet ist. Die beiden Förderbänder --4 und 5--sind beim dargestellten Ausführungsbeispiel übereinanderverlaufend angeordnet, ihre Grundrisse fallen also in der Draufsicht zusammen, sie könnten auch parallel nebeneinander verlaufen, oder es könnte das der Abbeförderung der Beschickungsvorrichtung dienende Förderband --5-- auch oberhalb der Etagenbacköfen --3-- angeordnet sein.
Vor den Etagenbacköfen sind jeweils die Bereitstellungsorte der Beschickungsvorrichtungen-l-durch schematisch angedeutete Anschläge --6-- festgelegt. Die beiden Förderbänder --4 und 5--verbinden diese Bereitstellungsorte mit'einem Gärschrank--7-, dem verschiedenerlei Vorrichtungen zum Ausfertigen der Teigstücke zugeordnet werden können ; nur beispielsweise ist eine Stüpfel-, Streich- oder Schneidvorrichtung --8-- am Ausgang des Gärschrankes - -7-- schematisch angedeutet.
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Abtransport des ausgebackenen, fertigen Backgutes. Diesem Förderband --14-- kann zweckmässig eine Vorrichtung --15-- zur Nachbearbeitung und Ausfertigung des Backgutes, z. B. eine Streichvorrichtung, zugeordnet sein.
Die Anlage ist weitgehend automatisierbar und bedarf nur weniger Bedienungspersonen, nämlich eines Teigmischers, der beispielsweise in Zeitabständen von 12, 5 min 1250 N Teig bereitet und in den Hebekipper füllt, eines Einstellers, der sich im Bereich des Gärschrankes aufhält und zweier Ofenarbeiter, die im Arbeitstakt von etwa 48 s jeweils eine Beschickungsvorrichtung dem Ofen zuführen (15 s) bzw. das fertige Backgut dem Ofen entnehmen (20 s).
Für die Anlage lässt sich unschwer eine selbsttätige Steuerung, z. B. eine durch Lochkarten betätigte Programmsteuerung, vorsehen, welche sämtliche Förderbänder und die ihnen zugeordneten, obenerwähnten Vorrichtungen zur Bearbeitung bzw. Nachbearbeitung der Teigstücke bzw. des Backgutes umfasst. Die Geschwindigkeit des die Beschickungsvorrichtungen den Etagenbacköfen zubringenden Förderbandes wird zweckmässigerweise grösser gewählt als die Taktgeschwindigkeit des Absetzens, so dass diese Beschickungsvorrichtungen stets vor den zu beschickenden Ofen gebracht werden ; zweckmässigerweise werden immer alle Herde eines Ofens nacheinander beschickt.