<Desc/Clms Page number 1>
Die Erfindung hat ein Verfahren zur Herstellung von eine Schachtel bildenden Schachtelhälften zum Gegenstand, bei welchem aus einem blattförmigen Material, beispielsweise Karton oder eine Kunststoffolie, ein Zuschnitt mit der Schachtelform entsprechendem Umriss hergestellt, z. B. ausgestanzt wird. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein einfach durchführbares Verfahren zur Herstellung von Schachtelhälften anzugeben, das weitgehend automatisierbar ist und das ohne weiteres für die Herstellung verschieden geformter Schachtelhälften anwendbar ist.
Erfindungsgemäss wird beim Verfahren zur Herstellung von Schachtelhälften so vorgegangen, dass um den so erhaltenen Zuschnitt eine Kunststoffolie, z. B. im Tiefziehverfahren, zur Bildung der Schachtelhälfte unter Bildung einer nutartigen Vertiefung, in welcher der Rand des Zuschnittes eingreift, herumgeformt wird, und die aus der Kunststoffolie herausgeformte Schachtelhälfte je nach der gewünschten Schachtelhöhe von der Kunststoffolie abgetrennt wird. Bei Anwendung des erfindungsgemässen Verfahrens erhält man ohne aufwendige Arbeitstechniken oder komplizierte Vorrichtungen und auch ohne die Notwendigkeit zusätzlicher händisch durchzuführender Tätigkeiten eine durch ein
EMI1.1
festsitzt.
Aus der CH-PS Nr. 419581 ist es bei der Herstellung von Rädern für Spielzeugautos durch Tiefziehen bekannt, in den Radhälften hinterschnittene Nuten vorzusehen, indem die Kunststoffolie um einen vorspringenden Rand des Formwerkzeuges herumgeformt wird. Anschliessend wird der elastisch verformbare Rand aus der so gebildeten Nut entfernt.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist nicht nur für die Herstellung von ineinandersteckbaren Schachtelhälften geeignet, sondern kann in gleicher Weise ohne weiteres zur Herstellung von Schachteln mit auseinanderklappbaren, durch ein Scharnier verbundenen Schachtelhälften verwendet werden. Hiezu ist im Rahmen der Erfindung vorgeschlagen, dass bei der Herstellung von miteinander verbundenen Schachtelhälften die Kunststoffolie um zwei unmittelbar nebeneinanderliegende Trägerplättchen herumgeformt und zwischen den Zuschnitten ein Scharnier, vorzugsweise ein Filmscharnier, ausgebildet wird.
Einzelheiten des erfindungsgemässen Verfahrens zur Herstellung von Schachtelhälften werden nachstehend unter Bezugnahme auf die Zeichnungen an zwei Beispielen näher erläutert. Es zeigen : Fig. 1 einen blattförmigen Träger mit bereichsweise aufgebrachtem Klebstoff, Fig. 2 im Schnitt den Träger aus
EMI1.2
eine Einzelheit aus Fig. 3, Fig. 5 den nach dem Stanzvorgang erhaltenen Verbundkörper, Fig. 6 den in einen Formstempel eingesetzten Verbundkörper aus Fig. 5, Fig. 7 mehrere Verbundkörper mit um diese herumgeformter Kunststoffolie, Fig. 8 eine aus zwei ineinandersteckbaren Schachtelhälften bestehende Schachtel und die Fig. 9 bis 12 die Stufen der Herstellung einer Schachtel für Uhren, sowie die fertige Schachtel.
Bei der Herstellung der Schachtelhälften nach den Fig. 1 bis 7 wird zunächst auf einen blattförmigen Träger, z. B. Karton oder eine Kunststoffolie, bereichsweise Klebstoff aufgebracht. Das Aufbringen des Klebstoffes kann beispielsweise im Siebdruckverfahren oder durch Rasterspritzen erfolgen. Es entsteht dann der in Fig. 1 gezeigte Träger --1-- mit Klebstoffflächen --2--.
Hierauf wird eine Schicht aus nachgiebigem Werkstoff --3-- auf die mit Klebstoff beschichtete Seite des Trägers --1-- aufgedrückt und so mit diesem verklebt. Als nachgiebiger Werkstoff kann Filz, Watte, Schaumgummi, Kunstschaumstoff od. dgl. verwendet werden. Es ist auch möglich, die freie Fläche der Schicht --3-- aus nachgiebigen Werkstoff mit einer textilen Beschichtung oder mit einer Beflockung zu versehen.
Die Schicht --3-- ist also mit dem Träger-l-nur bereichsweise verklebt, wobei die Klebflächen etwa dem Umriss der herzustellenden Schachtelhälfte entsprechen. Sie sind demgemäss beispielsweise quadratisch, rechteckig, kreisförmig ausgebildet.
Wie in Fig. 3 gezeigt, werden mit Hilfe einer Stanzvorrichtung --4-- durch Stanzen Verbundkörper --20- erzeugt, wie beispielsweise einer in Fig. 5 schematisch gezeigt ist. Hiezu besitzt die Stanzvorrichtung --4-- zwei Gruppen von Stanzmessern, nämlich Stanzmesser --5--, die lediglich die Schicht--3-aus nachgiebigem Werkstoff, und Stanzmesser --6--, die auch den Träger --1-- durchdringen. Die Umrissform des ausgestanzten Werkstoffteiles --8-- entspricht etwa der Grundrissform der herzustellenden Schachtelhälfte.
Die Umrissform des von den Stanzmessern --6-- ausgestanzten Trägerplättchens --7-entspricht ebenfalls etwa der Grundrissform der herzustellenden Schachtelhälfte, wobei der Rand--7'-des Trägerplättchens --7-- allseitig gegenüber dem Werkstoffteil --8-- vorspringt. Der Stanzvorgang wird
<Desc/Clms Page number 2>
dabei so vorgenommen, dass die Stanzlinien der Stanzmesser --5--, die nur den nachgiebigen Werkstoff durchdringen, im wesentlichen am Aussenrand der Klebstoffflächen--2--oder etwas ausserhalb derselben liegen.
Hiebei ist noch anzumerken, dass es nicht unbedingt erforderlich ist, dass der Werkstoffteil--8--mit dem Trägerplättchen --7-- vollflächig verklebt ist. Es ist durchaus denkbar, dass die Verklebung nur längs der Ränder erfolgt. Dies lässt sich ohne weiteres durch einen entsprechenden Klebstoffauftrag auf den Träger --1-- erreichen.
Der nach dem Stanzvorgang erhaltene Verbundkörper --20-- wird nun in einen Formstempel --13-eingesetzt, der etwa die in Fig. 6 gezeigte Form besitzt. Demnach besitzt der Formstempel --13-- eine den Werkstoffteil --8-- aufnehmende Ausnehmung --14--. Weiters ist der Formstempel --13-- so bemessen, dass der Rand --7'-- des Trägerplättchens --7-- etwas über die Seitenfläche des Formstempels --13-- übersteht. Mit Vorteil sind mehrere derartige Formstempel --13-- vorgesehen, in die jeweils ein Verbundkörper --20-- in der in Fig. 6 gezeigten Art und Weise eingesetzt wird. Über den Formstempeln --13-- wird nun eine Kunststoffolie --9-- in Stellung gebracht, die nach entsprechender Erwärmung, beispielsweise durch Vakuumtiefziehen, um den Verbundkörper bzw. den Formstempel --13-- herumgeformt wird.
Nach dem Herumformen besitzt die Kunststoffolie --9-- die in Fig. 6 strichliert eingezeichnete Form.
Es ist ersichtlich, dass die Ränder --7'-- des Trägerplättchens --7-- in beim Formvorgang gebildeten, nutartigen Vertiefungen --15-- aufgenommen sind.
Nach dem Abnehmen von den Formstempeln --13-- weist die Kunststoffolie --9-- eine Anzahl napfartiger Vertiefungen auf, wobei in jeder Vertiefung ein Verbundkörper --20-- aufgenommen und festgehalten ist (Fig. 7).
Beim Herumformen der Kunststoffolie --9-- um den Verbundkörper --20-- können gleichzeitig nicht gezeigte Rastmittel, z. B. Rastnoppen oder-rippen, eingeformt werden, die später den Zusammenhalt der Schachtelhälften gewährleisten.
Die napfartigen Vertiefungen werden dann längs der Ebene --10-- in Fig. 7 von der Kunststoffolie - abgetrennt und man erhält die fertigen Schachtelhälften --11 bzw. 12--. Durch entsprechende Wahl der Dimension des Formstempels --13-- und insbesondere der Stärke der die Ausnehmung --14-umgebenden Wand kann je nach Wunsch ein Schachteloberteil-11-bzw. ein Schachtelunterteil --12-- gemäss Fig. 8 hergestellt werden. Beim Beispiel gemäss Fig. 8 ist angenommen, dass der Schachteloberteil --11-- den Schachtelunterteil --12-- übergreift und dessen hochstehende Seitenwände zwischen die Seitenwände des Oberteiles und seinen Werkstoffteil-8-- eingreifen.
Das vorstehend am Beispiel der Herstellung von nicht miteinander verbundenen Schachtelhälften--11 bzw. 12--beschriebene Verfahren lässt sich ohne weiteres auch auf die Herstellung von miteinander gelenkartig, z. B. durch ein Filmscharnier verbundenen Schachtelhälften anwenden. Zu diesem Zweck genügt es, die Formstempel --13-- jeweils paarweise zusammenzufassen und dafür Sorge zu tragen, dass beim Herumformen der Kunststoffolie --9-- um die Verbundkörper --20-- zwischen diesen jeweils ein Scharnier, beispielsweise ein Filmscharnier, gebildet wird.
In den Fig. 9 bis 12 ist die Herstellung einer beispielsweise für die Verpackung von Uhren bestimmten Schachtel gezeigt.
Zunächst werden vorzugsweise mehrere Trägerplättchen --21-- mit Ausnehmungen --22--, wie eines in Fig. 9 gezeigt ist, aus einem blattförmigen Träger ausgestanzt. Dieses Trägerplättchen --21-- wird dann auf ein Tiefziehwerkzeug --23-- (Fig. 10) aufgelegt, wobei quaderartige Vorsprünge --25 und 26-- des
EMI2.1
die Löcher-22-- des Trägerplättchens-21-- durchsetzen.gewünschten Weise ausgerichtet ist, so dass der Rand --24-- des Trägerplättchens --21-- allseitig über die Grundrissfläche des Tiefziehwerkzeuges --23-- gleich weit vorsteht.
EMI2.2
--23-- ist z. B.durchsetzen.
Es wird nun über dem Tiefziehwerkzeug eine tiefziehfähige Kunststoffolie--9--, die entsprechend vorgewärmt wurde, in Stellung gebracht, und danach durch Tiefziehen um das Werkzeug - und das Trägerplättchen-21-- herumgeformt. Dabei bildet sich, ebenso wie beim weiter oben
<Desc/Clms Page number 3>
beschriebenen Ausführungsbeispiel, eine ringsumlaufende, nutartige Vertiefung in der Kunststoffolie --9-aus, in welcher der Rand --24-- des Trägerplättchens --21-- aufgenommen ist. In Fig. 11 ist die Form der Kunststoffolie --9-- nach dem Tiefziehen strichliert eingezeichnet.
Hierauf wird die Kunststoffolie --9--, in der sich nunmehr in der Regel mehrere napfartige Ausformungen befinden, von den Tiefziehwerkzeugen --23-- abgezogen, was einfach möglich ist, da diese keine Vorsprünge, die das Abziehen behindern oder erschweren könnten, besitzen. Anschliessend wird längs der in Fig. 11 strichliert eingezeichneten Schnittlinie --10--, die so hergestellte Schachtelhälfte bzw. die Schachtelhälften --30-- vom übrigen Teil der Kunststoffolie --9-- abgetrennt.
In Fig. 12 ist nochmals die Schahtelhälfte --30-- gezeigt und es ist deutlich zu sehen, dass das Trägerplättchen-21-durch die nutartige Vertiefung in der Schaehtelhälfte-30-- festgehalten wird.
Zur Befestigung einer Uhr od. dgl. in der Schachtelhälfte --30-- werden nun durch die Öffnungen --22-- im Trägerplättchen-21-Halteringe-29-gesteckt und in die beim Tiefziehvorgang von den Vorsprüngen --25 und 26-- gebildeten Ausformungen --27 und 28--klemmend hineingedrückt. Durch diese Halteringe --29-- können die beiden Hälften des Uhrarmbandes einer Uhr gesteckt werden, so dass diese im Schachtelboden --30-- lagefixiert ist. In Fig. 12 ist auch noch gezeigt, dass im auf den Schachtelboden - 30 aufgesetzten Deckel --31-- eine Vertiefung --32-- vorgesehen ist, welche auf den Oberseiten der Halteringe --29-- aufliegt, so dass diese nicht aus den Ausformungen --27 und 28-- herausfallen können.
Obwohl der Sehachteldeekel-31-- ein gewöhnlicher Tiefziehteil ohne verstärkendes Trägerplättchen ist, kann selbstverständlich auch ein Schachteldeckel verwendet werden, der unter Anwendung des erfindungsgemässen Verfahrens hergestellt wurde. In diesem Fall würde das Trägerplättchen eine der Vertiefung --32-- entsprechende Ausstanzung besitzen.
Wesentliche Vorteile des erfindungsgemässen Verfahrens liegen darin, dass es für die verschiedensten Schachteltypen verwendet werden kann und dass mit jedem Ablauf der Verfahrensstufen nicht nur eine Schachtelhälfte bzw. Schachtel sondern eine Vielzahl solcher hergestellt werden kann.