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Die Erfindung betrifft einen Schleppliftbügel mit einem Längs- und einem Querholm.
Schleppliftbügel für Skilifte sind hohen mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt. Sie müssen einerseits einer wechselnden statischen Belastung bis in die Grössenordnung von 2 X 100 kp standhalten und anderseits starken Stoss- und Schlagbeanspruchungen bei relativ tiefen Temperaturen widerstehen. Darüber hinaus wird vom
Querholm eines Schleppliftbügels aber auch noch eine gewisse Federwirkung gefordert, um ruckartige
Geschwindigkeitsänderungen des Zugseiles, an dem der Schleppliftbügel aufgehängt ist, zu dämpfen. Ferner soll durch ein federndes Nachgeben der Querholmhälften infolge der Verlagerung des Lastschwerpunktes nach aussen beim Aussteigen dieser Vorgang erleichtert werden.
Schliesslich ist man bestrebt, Schleppliftbügel so leicht wie möglich zu bauen, u. zw. im Hinblick auf die begrenzte Aufspulkraft der Seilaufwickeleinrichtung und den
Wunsch, möglichst lange Längsholme einzusetzen, welche für den Fahrkomfort und die Automatisierung eines
Skiliftes von Vorteil sind.
Die Gesamtheit dieser Forderungen konnte von den bisher bekanntgewordenen Schleppliftbügeln nicht erfüllt werden.
Bei einem bekannten Schleppliftbügel (Schweizer Patentschrift Nr. 537827) besteht der Querholm aus
Polyamid und er weist in der Mitte ein Befestigungsauge zum Einschieben und Befestigen des rohrförmigen
Längsholmes auf. Zwischen diesem Befestigungsauge und den freien Enden des Querholmes besitzt der letztere einen umgekehrt U-förmigen Querschnitt und die Höhe der Querholmseitenwände nimmt von den freien Enden in Richtung auf das Befestigungsauge leicht zu, so dass sich das axiale Trägheitsmoment der Querholmhälften von aussen nach innen erhöht. Nicht befriedigend bei diesem bekannten Schleppliftbügel ist jedoch die
Bruchsicherheit im mittleren, durch das Befestigungsauge geschwächten Bereich.
Der Erfindung lag nun die Aufgabe zugrunde, diesen bekannten Schleppliftbügel so zu verbessern, dass er die Gesamtheit der vorstehend aufgeführten Forderungen erfüllt und für die Praxis als absolut bruchsicher bezeichnet werden kann. Ausgehend von einem Schleppliftbügel der geschilderten Art, d.
h. also von einem
Schleppliftbügel mit einem Längs- und einem Querholm, welch letzterer aus Polyamid besteht, in der Mitte ein
Befestigungsauge zum Einschieben und Befestigen des rohrförmigen Längsholmes und zwischen diesem
Befestigungsauge sowie seinen Enden einen umgekehrt U-förmigen Querschnitt mit von aussen nach innen ansteigendem axialem Trägheitsmoment besitzt, wird zur Lösung dieser Aufgabe erfindungsgemäss vorgeschlagen, den Schleppliftbügel so zu gestalten, dass das Trägheitsmoment des Querholmes von aussen nach innen über ungefähr 2/3 bis 4/5, insbesondere über ungefähr 3/4 der Länge einer Querholmhälfte ungefähr auf das 2- bis
2, 5fache je 100 mm Länge ansteigt und dass das Trägheitsmoment über die restliche Länge der Querholmhälfte in Richtung auf das Befestigungsauge noch stärker anwächst,
insbesondere auf das 3- bis 4fache je 100 mm. Der erfindungsgemässe Schleppliftbügel weist folgende Vorteile auf : Ebenso wie bei dem eingangs geschilderten, bekannten Schleppliftbügel führt der Werkstoff Polyamid dazu, dass eine hohe Alterungsbeständigkeit, wasserbzw. eisabweisende Eigenschaften sowie eine hohe Schlagfestigkeit bei relativ tiefen Temperaturen erzielt werden. Ausserdem erfordert die Herstellung eines einfachen U-Profils keine komplizierten Formen. Durch die erfindungsgemässe Dimensionierung des U-Profils werden aber auch die erwünschten Federungseigenschaften erreicht, u. zw. bei gleichzeitiger Verstärkung der das Befestigungsauge umgebenden Bereiche derart, dass der erfindungsgemässe Schleppliftbügel im Einsatz absolut bruchsicher ist.
Auf der andern Seite lässt sich ein Schleppliftbügel erfindungsgemässer Gestaltung aber auch besonders leicht ausbilden und er kann geringe Abmessungen haben, wodurch nicht nur Gewicht und Material eingespart, sondern auch der Hebelarm der Belastung kürzer als bei den bekannten Schleppliftbügeln gehalten werden kann.
Als Nebeneffekt eröffnet die erfindungsgemässe Dimensionierung des Querholmes auch die Möglichkeit, dem Schleppliftbügel ein sehr ansprechendes Aussehen zu geben.
Es ist auch noch ein weiterer Schleppliftbügel mit im Querschnitt im wesentlichen umgekehrt U-förmigem Querholm bekannt (österr. Patentschrift Nr. 312048), bei dem der letztere jedoch geteilt ist und die beiden Hälften auf ein Querjoch des Längsholmes aufgeschoben werden. Durch diese Massnahme ergibt sich zwar ein ähnlich hohes Widerstandsmoment der Querholmhälften im Bereich des Längsholmes wie bei dem erfindungsgemässen Schleppliftbügel, jedoch wird dieses Ergebnis mit einem höheren konstruktiven und Fertigungsaufwand erzielt und ausserdem muss naturgemäss ein erheblich höheres Gewicht des Schleppliftbügels in Kauf genommen werden.
Bei einem weiteren bekannten Schleppliftbügel mit einem einteiligen Querholm, welcher in seiner Mitte ein Befestigungsauge zum Einschieben und Befestigen eines Längsholmes aufweist, ist der Querholm im mittleren Bereich so gestaltet, dass das axiale Trägheitsmoment in kurzen Bereichen beiderseits des Befestigungsauges in Richtung auf dieses ebenfalls stark ansteigt, jedoch umfassen diese Bereiche höchstens ungefähr 1/10 der Querholmlänge, weshalb das umgekehrt U-förmige Profil des Querholmes über die gesamte Querholmlänge mittels Längs- und Querrippen verstärkt werden muss. Dadurch wird nicht nur der Materialaufwand erhöht, sondern es ist auch eine ausserordentlich komplizierte Form für die Herstellung des Querholmes erforderlich.
Schliesslich besteht der Querholm dieses bekannten Schleppliftbügels aus Polyäthylen, das einen niederen E-Modul und eine geringe UV-Beständigkeit aufweist, was sich gerade bei einem in grossen Höhen eingesetzten Schleppliftbügel ausserordentlich nachteilig auswirkt, weil das Material nach kurzer Zeit brüchig wird.
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Bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemässen Schleppliftbügels steigt das Trägheitsmoment jeder Querholmhälfte von aussen nach innen über ungefähr 2/3 bis 4/5, insbesondere über ungefähr 3/4, der Länge ungefähr auf den 10fachen Wert an und erhöht sich dann noch einmal auf das ungefähr 3- bis 4fache über die restliche Länge, so dass das Trägheitsmoment insgesamt auf das ungefähr 30- bis 40fache des äusseren Wertes ansteigt.
Um den geforderten Anstieg des Trägheitsmomentes leichter zu erzielen und um diesen Anstieg nicht nur durch einen Anstieg der Höhe der Querholm-Seitenwände erreichen zu müssen, wird ferner empfohlen, die Dicke der Querholmseitenwände über mindestens einen Teil ihrer Länge von aussen nach innen zunehmen zu lassen.
Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und/oder aus der nachfolgenden Beschreibung und den zeichnerischen Darstellungen zweier Ausführungsformen des erfindungsgemässen Schleppliftbügels ; es zeigen : Fig. l eine schaubildliche, schematische Darstellung eines Teiles eines Skiliftes ; Fig. 2 eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemässen Schleppliftbügels in der Seitenansicht und teilweise im Schnitt ; Fig. 3 eine Ansicht dieses Schleppliftbügels von unten, und Fig. 4 eine Seitenansicht einer zweiten Ausführungsform.
Wie die Fig. 1 zeigt, sind an einem Tragseil--10-mehrere Schleppliftbügel-12-über jeweils ein Schleppseil--14-und eine Seilaufwickelvorrichtung-16--befestigt. Die Schleppliftbügel bestehen im wesentlichen aus einem Längsholm --18-- und einem Querholm-20-, auf dem zu beiden Seiten des Längsholmes jeweils eine Person sitzen kann.
Bei der Ausführungsform gemäss den Fig. 2 und 3 besteht der Längsholm --18-- aus einem Aluminiumrohr --18a--, das mit einem Kunststoffmantel--18b--versehen ist und sich durch die Öffnung
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Schleppliftbügels und ein vollständig korrosionsbeständiger und auch bei tiefen Temperaturen angenehm zu ergreifender Längsholm, sondern es lässt sich auf diese Weise auch der Wunsch nach einem möglichst tiefliegenden Gesamtschwerpunkt des Schleppliftbügels vollständiger erfüllen. Das Aluminiumrohr kann im
Befestigungsauge beispielsweise mit Hilfe eines nicht dargestellten Querstiftes, einer am unteren Ende des Rohres angebrachten Sicherungsscheibe od. dgl. gesichert werden.
Der Querholm besitzt mit Ausnahme der Bereiche an seinen Enden und des Befestigungsauges umgekehrt U-förmige Querschnitte und bildet so in jeder Hälfte einen Sitzsteg--24--sowie Seitenwände--26--. An den freien Enden ist das Profil durch jeweils eine Stirnwand - -28-- verschlossen.
Wie in Fig. 2 angedeutet, setzt sich jede Querholmhälfte aus Bereichen--A und B--zusammen, wobei das axiale Trägheitsmoment des Querholmes im Bereich-A--von aussen nach innen mehr oder minder gleichförmig zunimmt, wogegen sich die Zunahme des Trägheitsmomentes längs des Querholmes am übergang vom Bereich--A--in den Bereich--B--und innerhalb des letzteren sprunghaft ändert. Dies wird im wesentlichen durch eine entsprechende Zunahme der Höhe der Seitenwände --26-- erreicht ; ausserdem nimmt jedoch auch die Dicke dieser Seitenwände von aussen nach innen zu, wie die Fig. 3 erkennen lässt, die allerdings diese Zunahme nicht massstäblich zeigt.
Bei dem Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 2 soll nun das axiale Trägheitsmoment vom äusseren Ende des Bügels nach innen zu über eine Länge von ungefähr 300 mm (Bereich-A--) auf den zirka 10fachen Wert ansteigen und sich dann längs des ungefähr 100 mm langen Bereiches--B--noch einmal verdreifachen, so dass sich insgesamt eine Verdreissigfachung des Wertes am freien äusseren Ende des Querholmes ergibt.
Dank dieser Dimensionierung und der Verwendung von Polyamid als Werkstoff lassen sich die in der Praxis auftretenden Belastungen mit einem gegenüber dem Stand der Technik wesentlich verkürzten und leichteren Querholm bewältigen. Während die Querholme der bekannten Schleppliftbügel mindestens 880 bis 900 mm lang sind, weisen die erfindungsgemässen Schleppliftbügel Querholme mit einer Länge von höchstens 850 mm auf, und besonders zweckmässig ist es, wenn die Querholmlänge ungefähr zwischen 800 und 850 mm, vorzugsweise zwischen 840 und 850 mm liegt. Wie bereits erwähnt, haben diese geringen Längen eine erhebliche Materialersparnis zur Folge, wobei in diesem Zusammenhang die Verringerung der Lasthebelarme zu beachten ist, welche eine schwächere Dimensionierung des Profils erlaubt.
Aus all diesen Gründen ermöglicht es die Erfindung auch, das Gewicht des Querholmes eines erfindungsgemässen Schleppliftbügels so zu reduzieren, dass es höchstens 600 g beträgt. Ausserdem besitzt der Querholm auf Grund der charakteristischen Knicke im mittleren Bereich ein ansprechendes, modernes Aussehen.
In Fig. 4 ist eine zweite Ausführungsform eines erfindungsgemässen Schleppliftbügels mit Längsholm - -30-- und Querholm --32-- dargestellt, der sich vom Ausführungsbeispiel nach den Fig. 2 und 3 nur in der Gestaltung der Seitenwände unterscheidet. Deshalb kann auf eine Beschreibung im einzelnen verzichtet werden und es wurden lediglich die Bereiche-A und B-angedeutet, deren Bedeutung für den Verlauf des Trägheitsmomentes derjenigen der Bereiche--A und B--bei der Ausführungsform gemäss den Fig. 2 und 3 entspricht.