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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Laden von Müll in das Innere von Sammelbehältern von Müll-Ladewagen unter Anfeuchten und Verdichten des Mülls darin.
Hiefür ist es bekannt, Wasser durch eine unter der Decke eines undrehbaren Müllsammelbehälters angeordnete Sprühverteileranlage in den Sammelbehälter zu geben, der durch eine über seinem Boden sich in Längsrichtung erstreckende Transportschnecke beschickt wird. Die Transportschnecke übt zugleich eine Verdichtung auf den Müll im Behälter aus. Diese Verdichtungswirkung soll durch die mit der Wasserzugabe erstrebte Aufweichung des Mülls gesteigert werden. Steigt der Behälterinhalt über den Schneckendurchmesser, dann wird das Zusammenwirken zwischen Schnecke und Wasserzugabe geringer, so dass zur Verdichtung der Ladung schliesslich nur die blosse Wasserberieselung wirksam wird. Der Vorgang erfordert eine erhebliche Wassermengengabe.
Durch sie können mit wachsendem Steigen des Ladungsspiegels die darunter befindlichen Regionen mit Wasser übersättigt werden und bilden einen Schlamm, dessen Wassergewichtsanteil im Verhältnis zum Gewicht der Nutzladung so gross werden kann, dass die Tragkraft des Fahrzeugs der vollen Nutzung des Sammelbehältervolumens Grenzen setzen kann.
Bei einem andern bekannten Verfahren zur Anfeuchtung des Mülls wird Wasser durch eine Pumpe in den Aussenraum eines Hohlkegels gespritzt, der als Teil eines undrehbaren Deckels die offene Stirnseite einer als Sammelbehälter dienenden Drehtrommel verschliesst, wobei er in sie hineingekröpft ist und unten eine Einschüttöffnung aufweist. Damit soll vor allem Hausratmüll zerkleinert werden, wofür innerhalb von etwa zwei Ladestunden 40 bis 45 Gew.-% oder mehr an Wasser in die Drehtrommel gegeben werden sollen. Auch hier ist der Gewichtsanteil des Wassers überaus hoch und belastet den Ladewagen zusätzlich derart, dass die Tragfähigkeit des Fahrzeugs bei dem an sich nicht leichten Hausratmüll das Ladevolumen des Sammelbehälters nicht voll nutzen lässt.
Ein weiterer Nachteil ist, dass der Vorratsbehälter für das mitzutransportierende Wasser entsprechend gross bemessen sein muss. Dieser Vorratsbehälter muss sogar noch erheblich mehr Wasser fassen, weil viel Wasser beim Einspritzen in den Aussenraum des Hohlkegels durch die Einschüttöffnung nach unten in den sich nach aussen erweiternden Teil der Drehtrommel abfliesst und gar nicht erst in das Behälterinnere gelangt.
Keine dieser bekannten Verfahren und Ladewagenausführungen hat sich deshalb in die Praxis einführen lassen.
Aufgabe der Erfindung ist das Auffinden einer brauchbaren Lösung, bei der aus der Erkenntnis der aufgezählten Mängel die Wassermenge auf ein solches Mass reduziert ist, dass durch sie das Gesamtladungsgewicht nicht nennenswert erhöht wird. Dabei soll trotzdem auch bei schwerem Müll, wie Hausratmüll, eine Zerkleinerung gefördert werden, damit die Deponierung des auf eine Müllhalde ausgeladenen Gutes Hohlräume weitgehend vermeiden lässt, die Brandgefahr oder Rattenansiedlung als unerwünschte Folgen haben. Leichter Müll, vor allem aus Papier, Pappe od. dgl. soll weitgehend aufgelöst oder aufgeweicht werden, um eine Steigerung der Verdichtung im Sammelbehälter zu erzielen, die die Ausnutzung der Tragfähigkeit des Fahrzeugs ermöglicht, ohne dass das Gewicht des zugegebenen Wassers einen merklich ins Gewicht fallenden Anteil der Tragfähigkeit in Anspruch nimmt.
Gemäss der Erfindung gelingt die Lösung dieser Aufgabe dadurch, dass nach loser Füllung des Behälters mit Müll Dampf, vorzugsweise überhitzter Wasserdampf, in den Behälter eingeblasen wird.
Bei der Erfindung füllt Dampf auf Grund seines gasförmigen Zustandes das gesamte Behältervolumen und durchdringt auch dessen Ladung, so dass alle Müllteilchen angefeuchtet werden, wie es zur Zerkleinerung erforderlich ist, ohne dass es zu einem Nasswerden kommt. Pappen werden nach kurzer Einwirkung knautschfähig. Die Wärme des Dampfes verstärkt dabei die Verdichtungswirkung, so dass der Einsatz von überhitztem Dampf besonders vorteilhaft ist. Sie steigert auch die Verrottungswirkung und lässt deshalb den Müll in vorkompostiertem Zustand zur Halde gelangen. Mit der Erfindung lässt sich das Gewicht des aus dem Dampf im Müll niedergeschlagenen Wassers, das somit mitabzutransportieren bleibt, auf den etwa fünften Teil des Wassers reduzieren, das bei der bisher bekannten Zugabe in flüssigem Aggregatzustand eingeführt wurde.
Entsprechend verkleinert sich der mitzuführende Wasservorrat. Bei schwerem Hausratmüll kann das volle Behältervolumen ausgenutzt werden ; bei Leichtmüll kann die erhöhte Verdichtbarkeit, die etwa doppelt so hoch wie bei angefeuchtetem Leichtmüll ist, in vollem Ausmass genutzt werden.
Ein Müll-Ladewagen mit einem mit einer Müllförderausrüstung ausgestatteten Sammelbehälter zur Durchführung des neuen Verfahrens ist gemäss Weiterbildung des Erfindungsgedankens durch eine Dampfquelle und eine Dampfleitung zum Sammelbehälter gekennzeichnet. Insbesondere bevorzugt die Erfindung eine Anordnung der Dampfleitung an der geschlossenen Stirnwand des Sammelbehälters. Der unter Überdruck stehende Dampf ist dann bestrebt, nach der gegenüberliegenden Stirnseite des Behälters zu strömen, die als Beladeseite mit der Atmosphäre kommuniziert. Der Dampf durchzieht bei dieser Strömung den gesamten Behälterraum und durchdringt dabei den gesamten Inhalt an Ladegut.
Wenn so ausgebildete Müll-Ladewagen stationär gefüllt werden, wie bei Kaufhäusern, lässt sich das neue Verfahren sehr einfach dadurch durchführen, dass die Dampfleitung des Sammelbehälters an einen stationären Dampferzeuger, z. B. einer Dampfheizung oder einer Ferndampfheizanlage, angeschlossen wird. Für andere Müll-Ladewagen ist die Dampfquelle als Dampferzeuger ausgebildet. Für die relativ geringe mitzutransportierende Wassermenge gibt es auf dem Markt kleine Dampferzeuger, deren Gewicht so niedrig ist, dass es nur einen
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Bruchteil des mitzutransportierenden Wassers ausmacht und den Müll-Ladewagen nicht nennenswert belastet.
Der Einsatz der Erfindung ist unabhängig von der Art des Sammelbehälters. Besonders wirkungsvoll wird er gemäss Weiterbildung des Erfindungsgedankens, wenn als Sammelbehälter eine an sich bekannte Drehtrommel dient, deren an der geschlossenen Stirnwand befindlicher Drehzapfen eine durchgehende Axialbohrung als Dampfzuleitung aufweist. Hiebei dringt der Dampf in Zusammenarbeit mit dem in der rotierenden Sammeltrommel umstürzenden Müll in alle Müllteilchen und reduziert schon in der Phase des losen Füllens das Ladegut so weit in seinem Volumen, dass hiebei schon eine starke Verdichtung unter der Umstürzbewegung stattfindet. Ist die Einladevorrichtung der Drehtrommel mit einer bekannten Verdichtungseinrichtung ausgerüstet, z.
B. in Form einer schraubenförmig einwärts steigenden Deckelinnenwand, lässt sich mit der Erfindung ein sehr hoher Verdichtungsgrad erreichen.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen an einem Müll-Ladewagen mit Drehtrommelsammelbehälter dargestellt. Es zeigt Fig. 1 den Müllwagen in schematischer Gesamtdarstellung, Fig. 2 die Dampfeinführung in grösserer Darstellung.
Von dem Müllwagen sind der Rahmen--l--mit den Laufrädern --2-- und das Fahrerhaus-3-erkennbar. Auf dem Rahmen--l--ist in bekannter Weise ein Drehtrommelbehälter--4--an seiner geschlossenen Stimendwand--5--mittels eines Drehzapfens--6--und einer am Rahmen angelenkten Lagerstütze--7--im Zusammenwirken mit nicht gezeigten Lagerrollen am andern Trommelende drehbar gelagert.
Auf dem Dach des Fahrerhauses --3-- ist ein Wasservorratsbehälter--8--angeordnet. Von ihm führt eine Leitung--9--unter Zwischenschaltung einer Pumpe--10--zu einem Dampferzeuger der durch eine Olfeuerung--12--beheizt wird. Die von ihm aufsteigende Dampfleitung --13-- führt zu einer Axialbohrung im Drehzapfen--6--, die eine Dampfeinführleitung--16--bildet. Am gegenüberliegenden Ende ist die Drehtrommel --4-- durch einen mit einer Forder-und Verdichtungseinrichtung zusammenarbeitenden Deckel--14--verschlossen, der zum Entladen hochklappbar ist und über den im übrigen das Einladen des Mülls erfolgt.
Die Einführung des Wasserdampfes beginnt zweckmässigerweise erst nach loser Füllung des Behälters mit Müll und mit einem Dampfüberdruck, der ihn auch gegen eine zunehmend verdichtete Müllwand in die Müll-Ladung eindringen lässt.
Bei Sammelbehältern, die nicht wie nach den Zeichnungen drehbar sind, können die Dampfeinführungsdüsen auch über den Behälterboden verteilt angeordnet sein.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Laden von Müll in das Innere von Sammelbehältern von Müll-Ladewagen unter
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