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Abweichung alsdann von dem ganzen abgelesenen Winkel abgezogen, so bleibt der reine Drehung winkel des Apparates übrig. Diese Richtung kann in verschiedener Weise bemerkbar gemacht werden. Am einfachsten geschieht dies dadurch, dass man die Verbindungslinie des Aufhängungpunktes des Lotes mit dem Mittelpunkt der Skala, z. B. nach dem Nullpunkt der Skala zwangsläufig schief legt. Dann sind die Einwirkungen, weiche auf das Lot ausgeübt werden, folgendermassen zu zergliedern :
Steht die Verbindungslinie des Aufhängungspunktes des Lotes mit dem Mittelpunkt der Skala geneigt, so stellt sich das Lot in die Neigungsrichtung ein.
Wird alsdann das Lot durch irgendeine Kraft aus dieser Richtung nach dem Nullpunkt der Skala zu abgelenkt, so stellt es sich nicht nach dem Nullpunkt der Skala, sondern nach einem Punkt, welcher in der resultierenden Richtung liegt, die hervorgegangen ist aus der ersten Stellung des Lotes in der Schiefstellungs- richtung der Stabachse und der zwangsläufigen Ablenkung des Lotes nach dem Nullpunkt der Skala hin.
Wenn man diese beiden Lotstellungen als Bewegungen betrachtet, die durch Einwirkungen von Kräften auf das Lot in seiner Ruhelage, d. h. im Nullpunkt der Skala erzeugt sind, so würde die erste Stellung die eine Bewegungskomponente sein, weil nur eine ablenkende Kraft die Bewegung des Lotes hervorgerufen hat : die zweite Stellung aber ist als Bewegungs- komponente aufzufassen, welche entstanden ist durch die Ablenkung des Lotes einerseits illfolge der Schiefstellung der Stabachse, andererseits infolge der Ablenkung nach dem Nullpunkt der Skala hin.
Die Bewegungsrichtung stellt also die Resultante dar aus der ablenkenden Kraft durch die Schiefstellung der Stabachse, d. h. der zuerst gefundenen Komponente und der Kraft, welche in der Richtung nach dem Nullpunkt der Skala hin wirkt. Aus diesen beiden Grossen lässt sich nach dem Parallelogramm der Bewegung die Grösse der Ablenkung des Lotes vom Nullpunkt der Skala finden. Diese Grösse bleibt in allen Fällen proportional der Richtungsänderung des Lotes, die hervorgerufen ist durch die Anderung der Schiefstellung der Stabachse.
Der Winkel. welcher gebildet wird von der Richtung der zwangsläufigen Schiefstellung mit der Richtung des Lotes in der ersten Schiefstellung der Stabachse, gibt also das Verhalten des Lotes zu der Nulllinie bzw. zu der Wirkungsrichtung der zwangsläufigen Ablenkung des Lotes in der Richtung
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stehende Grösse.
Wenn man zwei Stellungen des Lotes sowohl bei verschiedener Schiefstellung der achse als auch bei einer beliebigen Drehung der Skala festlegt. so bilden die Ablesungen der Lot- stellungen in beiden Fällen denjenigen Winkel, welcher durch die Drehung der Skala und ferner durch Veränderung der Schiefstellung der Stabachse entstanden ist.
Die beiden Lotstellungen, von denen die zweite dadurch erzielt wird, dass noch eine Kraft in der Richtung der Nullinie der Skala wirkt, geben die Grössen der Ablenkung des Lotes in bezug auf die Nullinie der Skala an. welche genau in demselben proportionalen Verhältnis stehen. wie die tatsächliche Ablenkung des Lotes durch die veränderte Schiefstellung der Stabachsc zum Meridian.
'Wenn dieser Winkel von dem ganzen Winkel. den die ersten Lotstellungen bilden, abgezogen wird. so bleibt der reine Drehungswinkel der Skala um sich selbst übrig.
Wird nun die erste Lotstellung so gewählt, dass der Nullpunkt der Skala im Nordpunkt des Meridians hegt. so korrespondiert die Meridianskala in diesem Fall mit der Skala unter dem Lot.
Die Stellung des Lotes würde also in der Meridianskala und der Lotskala dieselbe Ablesung
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indem die Entfernung des Lotfusspunktes von dem Mittelpunkt der Skala senkrecht unter dem Aufhängungspunkt des Lotes gemessen wird.
Der auf der Zeichnung dargestellte Apparat dient zur Ausführung des beschriebenen Ver- fahrens.
Fig. 1 zeigt einen senkrechten Schnitt durch den Apparat, Fig. 2 einen wagerechten Schnitt durch den Kopf des Apparates, Fig. 3 einen Schnitt oberhalb der Skala und Fig. 4 einen wagerechten Schnitt durch den Fuss des Apparates. Die Fig. 5 zeigt einen senkrechten Schnitt durch den Apparat mit zwangsläufig schief gestellter Lotachse.
Der Apparat dient zur Bestimmung einerseits der Abweichung von Bohrlöchern von der, Senkrechten, andererseits des Einfallens der Schichten in Bohrlöchern.
Ein Rohr 1 ist am oberen und unteren Ende mit je vier Druckfedern 2 ausgerüstet, welche den Apparat in der Mitte des Bohrloches halten sollen : In dem Rohr ist an einer an einem Gestänge aufgehängten Platte 17 vermittels eines Gestelles 16 eine Glasplatte 3 aufgehängt, an deren Umfang eine Kreisteilung 4 in Graden angebracht ist. Im Mittelpunkt der Platte 17 und 3 sind Stahlspitzen 5 befestigt, zwischen denen eine drehbare Achse 6 angeordnet ist, die vermittels eines Armes 7 ein Lot8 trägt. An dem unteren Ende der Achse 6 dicht ober der Glasplatte ist ein Zeiger 9 mit einer Millimeterteilung angebracht, der mit einem Schlitz versehen ist, in dem das Lot # geführt ist.
In der unteren Hälfte des Rohres 1 sind zur Beleuchtung der Glasplatte, des Zeigers und des Lotes vier elektrische Glühlampen 10 angeordnet. Ferner befindet sich in diesem Teil eine
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welches durch ein elektrisch auszulösendes Uhrwerk 14 vermittels der Rollen 15 bewegt wird.
Das Gestell 16, welches die Glasplatte 3 und damit die drehbare Lotachse 6 trägt, greift mit zwei Stahlspitzen. 30 in entsprechende Aussparungen der Fassung der Glasplatte ein und kann in dem Rohrmantel 1 schiefgestellt werden. Diese Schiefstellung wird durch die Aufhängung in folgender Weise bewirkt : An der Platte 17 des Gestelles 16 greifen vermittels eines Gelenkes M zwei durch eine Gelenk 26 miteinander verbundene Glieder 18 an, welche ihrerseits durch ein Gelenk 27 mit einer Stande 19 verbunden sind, welche in einer Stopfbüchse 20 des Mantelrohrdeckels geführt ist. Zwischen letzterem und einem Bund des einen Gliedes ist eine Feder. 21 und zwischen der Platte li und dem Rohr 1 eine Feder 22 angeordnet.
Die Feder 22 ist bestrebt, die Platte 17 nach der Seite zu drücken und dadurch das Gestell 16 schief zu stellen. Sobald die
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Der Deckel des Apparates trägt noch zwei Spitzen 23, welche das Einrichten des Apparates erleichtern, eine Klammer 24, welche zur Befestigung eines Seiles dient und einige Klemm- schrauben für den Anschluss der elektrischen Leitung. 29 für die Glühlampen und die AuslösungdesUhrwerkes.
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Spannung der Feder 41 derart hält, dass die Nadel 38 frei schwingen kann.
Über dem oberen Kolben am Deckel des Apparates ist eine Aus ! ösevorrichtung angebracht, welche einem Gewehrschloss nachgebildet ist. Der Abzugdrücker besteht aus einer Stange 49, welche durch eine mittlere Bohrung des Deckels tritt. Die Stange 49 trägt an ihrem unteren Ende eine schiefe Ebene 50, welche auf einer schiefen Ebene 51 eines drehbaren mit einer Nase
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ein (Fig. 9).
Wenn nun auf die Stange 49 ein Druck ausgeübt wird, dreht die schräge Fläche 50 dieser Stange den Hebel 52, welche dadurch den Hebel 55 freigibt, so dass dieser von der Feder 54 gedreht wird. Infolge dieser Drehung des Hebels 55 wird dessen Arm 53 gegen den Hebel 44 gedrückt und dieser wird derart gedreht, dass er aus den Aussparungen 43 bzw. 45 der Stangen 42 bzw. 46 tritt und diese freigibt. Jetzt kommen die Federn 41 zur Wirkung und drücken die Korkkülben 4 in die Spitzen der Nadel und und 38.
Die Nadel 37 würde das Einfallen des Bohrloches und die Nadel 38 die Ablenkung durch die Schiefstellung, veranlasst durch die Gewichte 39 und das Einfallen des Bohrloches, notieren.
Um diese Stellung vergleichen zu können, werden die Korkkolben mit Papierskalen belegt, in welche die Nadeln 34 und 38 Stiche machen.
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Einfallrichtung des Bohrlochs stellen und man erhält hiedurch die Einfallrichtung am Bohrlochsmundloch. Darauf werden die Glühlampen In eingeschaltet und die Stellung des Lotes photographisch aufgenommen.
Nun wird der Apparat, ohne ihn zu drehen, an dem Seil 24 aufgehängt und dadurch die Lotachse schief gestellt. Das Lot 8 stellt sich nun in einen Punkt ein, welcher durch das Einfallen desBohrlochesselbstunddieSchiefstellungderLotachsebestimmtist.
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dar. Diese Richtung kann aus dem Dreieck a--c ausgerechnet werden, denn da a-b und ( < -f aus den Lotstellungen und der Winkel c-a-b aus der Stellung des Zeigers 9 bekannt ist. so kann der Winkel a-c-b, welcher dem Winkel c-a-d ! gleich ist, berechnet werden.
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buchse angebrachten Marke zu dem Meridian zulassen.
Beim Kernbohren wird, bevor der Kern abgebrochen wird, die Korkplatte in der beschriebenen Weise freigegeben und die Stellung der Nadeln festgelegt. Alsdann wird der Kern losgebrochen und aufgeholt. Die Kernbüchse wird über Tage so aufgestellt, dass sie etwas geneigt steht und eine bestimmte Marke nach dem Meridian eingerichtet ist. Nun zieht man die Korkkolben 40 wieder zurück und die freigegebenen Nadeln stellen sich nach der Neigung der Kernbüchse ein.
Sind die Nadeln zur Ruhe gekommen, so werden die Kolben wiederum freigegeben und die neue Nadelstellung, bei welcher die Apparatskala mit der Meridianskala übereinstimmt, aufgezeichnet.
Man erhält auf diese Weise die Punkte a und b aus der Stellung vor Ort und die Punkte al und bl aus der Stellung über Tage (Fig. 7). Für beide Messungen wird alsdann aus dem Parallelogramm der Kräfte die Lage der Richtungen bestimmt, in welchen die Gewichte 39 die Nadel 38 schief gestellt haben. Diese sind durch die beiden Linien o-c und o-c dargestellt. Da die Linie aber im Meridian liegt, so ist c-o-c1 der Drehungswinkel des Apparates während des Aufholens des Kernes. Wenn man den Kern mit seiner Marke vom Punkt c nach dem Punkt el dreht, so steht er genau in derselben Himmelsrichtung, wie er vor dem Abbrechen vor Ort gestanden hat.
Anstatt des Lotes können auch Pendel in derselben Weise Verwendung finden.
PATENT. ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Ermittlung der Abweichung von Bohrlöchern von der Senkrechten und zur Ausrichtung erbohrter Gebirgskerne über Tage vermittels Lote, dadurch gekennzeichnet,
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