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Verfahren zur Herstellung künstlicher, glänzender Fäden.
Es ist bekannt, aus Zellulose, welche in Kupferoxydammoniak aufgelöst ist, kunstliche, glänzende Fäden in der Weise herzustellen, dass man diese gelöste Zellulose durch enge Öffnungen in saure Flüssigkeiten austreten lässt, welche Erstarrung bewirken. Die gelöste Zellulose wird hiebei unter erhöhtem Druck durch die feinen Öffnungen in die Ausfällflüssigkeit gedrückt. Als Fällungsflüssigkeit benutzt man in den meisten Fällen eine hochprozentige Schwefelsäure.
Der Verwendung konzentrierter Säuren, wie sie nach dem alten Verfahren notwendig sind, haften wesentliche Nachteile an ; auch ist die Festigkeit der so erzielten Fäden nicht gross.
Dies rührt unter anderem daher, dass bei der notwendigen späteren Entfernung der Säuren aus den fertigen Fäden gewisse Lücken in den Fäden bleiben, weiche die oben erwähnte Verringerung der Festigkeit herbeiführen.
Es ergibt sich hieraus ohne weiteres, dass es bei der Fabrikation künstlicher, glänzendes Fäden aus Zellulose einen erheblichen Vorteil bedeuten würde, wenn es gelänge, die Anwendung der flüssigen Säuren zu vermeiden.
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dass die Erstarrung der Kupferoxydzelluloselösung beim Austritt aus feinen Düsen erfolgt. wenn der austretende Faden von sauren oder erwärmten Gasen oder Dämpfen umspült wird.
Voraussetzung für diese Erstarrung ist allerdings, dass der Kupferoxydammoniak-
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wird. Eine Kupferoxydammoniakzelluloselösung, welche nach den bekannten Verfahren hergestellt ist, kann für den vorliegenden Zweck nicht verwendet worden, selbst wenn man Kupferoxydammoniak von ganz schwachem Ammoniakgehalt zum Auflösen der Zellulose vorwenden würde.
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wollen, hier nicht in Frage kommen können;
bedarf wohl keines weiteren Beweises, da es sich dort lediglich um einfache Fällungsprozesso handelt und das Problem der Fadenbildung aus gelösten Stoffen überhaupt nicht gestellt wird,
Eine für die Durchführung des vorliegenden Verfahrens geeignete Lösung wird zum Beispiel dadurch erhalten, dass man die Kupferoxydammoniakzelluloselösung im Vakuum bewegt, wobei eine grosse Menge Ammoniak entweicht, ohne dass sich Zellulose ausscheidet.
Es verbleibt dann eine verhältnismässig homogene Lösung, welche durch feino Düsen ge- presst und in der oben ausgedrückten Weise der Einwirkung der Gase ausgesetzt wird.
Der gewonnene Faden kann direkt auf der Spule oder, nachdem er umgespult ist, von den anhaftenden Kupfersalzen befreit, gewaschen und getrocknet werden, wobei die Fäden einer grossen Spannung unterworfen werden müssen.
Die Entfernung der Salze aus den Fäden erfolgt hiebei getrennt vom Spinnprozess, u. zw. genügt zu diesem Zwecke eine ganz verdünnte Säure, während bei den bisherigen
Verfahren bekanntlich zur Ausfällung der Zellulose und Entfernung der Salze aus den Zellnlosefäden eine konzentrierte Säure dienen müsste. Die so hergestellten Fäden weisen eine erhöhte Festigkeit auf, wozu auch die geringe Al1talit ! it der Lösung beiträgt ; ein weiterer Vorteil besteht darin, dass nach vorliegendem Verfahren eine bedeutende Ersparnis an Ammoniak erzielt wird.
Ausführungsbeispiol : Eine Kupferoxydammoniaklösung, welche etwa 7% Zellulose gelöst enthält, wird
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die Masse zu rühren oder zu kneten. Nachdem der Ammoniakgohalt der L ösung so weit gesunken ist, dass eine entnommene Probe in angesäuerter Luft schnell erstarrt, wird die
Lösung nochmals filtriert und dann durch feine Öffnungen einer entsprechenden Düse in 'eine sauro Gas-oder Dampfatmosphäro, z. B. erwärmte Salzsiiurodlmpfe, ausgepresst. Den
Gasen gibt man zweckmässig dieselbe Bewegungsrichtung wie den Fäden, die letzteren können beim Austritt aus den Düsen auch noch feiner ausgezogen werden.