AT298374B - Verfahren zur Abtrennung eines nicht unterhalb 200°C siedenden Fermentationsproduktes - Google Patents

Verfahren zur Abtrennung eines nicht unterhalb 200°C siedenden Fermentationsproduktes

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Description


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  Verfahren zur Abtrennung eines nicht unterhalb   2000C   siedenden
Fermentationsproduktes 
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Abtrennung eines nicht unterhalb etwa 2000C siedenden Fermentationsproduktes aus der wässerigen Fermentationsflüssigkeit. 



   Das erfindungsgemässe Verfahren hat allgemeine Anwendbarkeit auf nicht flüchtige Fermentationsprodukte. In bezug auf das Fermentationsprodukt besteht keine Konkurrenz zwischen dem organischen
Lösungsmittel und Wasser, wie es bei Anwendung eines Extraktionsverfahrens der Fall ist. Ferner werden Abfallbeseitigungsprobleme stark verringert, da das Wasser, das während der azeotropen Destillation über Kopf abgezogen wird, frei von Verunreinigungen ist und andere Nebenprodukte in konzentrierter Form anfallen und dadurch leicht verarbeitet werden können. 



   Es ist allgemein bekannt, eine Reihe von Produkten durch Fermentationsverfahren herzustellen, die mit Mikroorganismen arbeiten. Die Mischung, die nach Beendigung der Fermentation vorliegt, ist als Fermentationsflüssigkeit bekannt. Diese Flüssigkeit ist eine verdünnte wässerige Lösung des gewünschten Produktes, die verschiedene weitere Stoffe, z. B. Mycel, Sporen und verbrauchte Nährstoffe und verschiedene Verunreinigungen, enthält. Das gewünschte Produkt muss aus dieser Flüssigkeit abgetrennt und für den Gebrauch gereinigt werden. 



   Zur Abtrennung des Produktes aus der   Fermentationsflüssigkeit   ist bereits eine Reihe von verschiedenen Methoden verwendet worden. Nach einer solchen Methode zur Abtrennung von antibiotischen Stickstoffbasen, die in der USA-Patentschrift Nr. 2, 786, 831 beschrieben ist, wird die vorher filtrierte oder unfiltrierte Flüssigkeit mit einem Kationenaustauscherharz in Teilchenform behandelt und das Antibioticum aus dem Harz mit einer verdünnten Säurelösung eluiert. Die Brauchbarkeit dieses Verfahrens ist beschränkt, da es nur auf basische Stoffe angewandt werden kann. Ferner ist die behandelte Fermentationsflüssigkeit nur von dem Antibioticum befreit und muss weiteren umfangreichen Behandlungen zur Entfernung anderer Komponenten unterworfen werden, bevor sie als Abfallstrom verworfen werden kann. 



   Eine zweite Trennmethode, die bei wasserlöslichen, in organischen Lösungsmitteln löslichen Antibiotica angewandt werden kann, beruht auf einer mehrstufigen Lösungsmittelextraktion der Fermentationsflüssigkeit. Vor der Extraktion kann die Flüssigkeit filtriert oder nicht filtriert werden. Dieses Verfahren ist ebenfalls nur begrenzt anwendbar. Ferner ist es ungeachtet der Zahl der angewandten Extraktionsstufen unmöglich, das gesamte Produkt aus der Flüssigkeit zu entfernen, und daher geht ein Teil des Produktes mit dem wässerigen Abfallstrom verloren. Sowohl der Filterkuchen als auch die extrahierte Flüssigkeit bilden in bezug auf die Abfallbeseitigung ernsthafte Schwierigkeiten. 



   Um die Beschreibung des   erfindungsgemässen Verfahrens   zu   vereinfachen, werden Fermentationspro-   dukte je nach der Löslichkeit des Produktes in Wasser und dem in dem Verfahren verwendeten organischen Lösungsmittel in vier Klassen unterteilt. 



   Diese vier Klassen sind : 
1. wasserlöslich, lösungsmittellöslich,
2. wasserlöslich, lösungsmittelunlöslich, 

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3. wasserunlöslich, lösungsmittellöslich,   4. wasserunlöslich,   lösungsmittelunlöslich. 



   Das erfindungsgemässe Verfahren kann in seinen verschiedenen Ausführungsformen zur Abtrennung von Fermentationsprodukten verwendet werden, die zu irgendeiner der oben genannten Kategorien ge- hören, aus praktischen Gründen wird es jedoch vor allem dann angewandt, wenn es sich um ein Produkt handelt, das zu einer der ersten drei Klassen   gehört.   



   Die grundlegenden Verfahrensmassnahmen sind unabhängig von der Klasse, zu der das Fermenta- tionsprodukt gehört, die gleichen. Im wesentlichen besteht das erfindungsgemässe Verfahren zur Ab- trennung eines nicht unterhalb etwa 2000C siedenden Fermentationsproduktes aus der wässerigen Fermentationsflüssigkeit darin, dass man die Fermentationsflüssigkeit mit einem organischen Lösungsmittel versetzt, das mit Wasser ein Azeotrop bildet, und in welchem Wasser bei   250C   bis zu 10   Gew.

   -0/0   löslich ist, dass man dann die Mischung zur Entfernung von Wasser einer azeotropen Destillation unterwirft, wobei man das organische Lösungsmittel der Fermentationsflüssigkeit im Überschuss über die zur azeo- tropen Entfernung des Wassers erforderliche Menge zusetzt und die Destillation so lange fortsetzt, bis eine einzige flüssige Phase im Rückstand vorliegt, d. h., dass das restliche Wasser im noch vorhandenen Lösungsmittel gelöst ist und dass man dann das Fermentationsprodukt aus dem Destillationsrückstand gewinnt. Die Art und Weise, in der die Gewinnung des Produktes aus dem Rückstand erfolgt, hängt von den Löslichkeitseigenschaften des Produktes ab. 



   Wenn es sich um ein Produkt aus Klasse 1 oder 3 handelt, liegt es nach der azeotropen Destillation als Lösung in dem organischen Lösungsmittel vor. Unlösliche Nebenprodukte können dann durch geeignete Massnahmen, z. B. durch Filtration oder Zentrifugation, abgetrennt werden, wodurch eine Lösung des gewünschten Produktes in dem organischen Lösungsmittel erhalten wird. Das Produkt kann dann aus der Lösung nach jedem üblichen Verfahren, z. B. Verdampfen des Lösungsmittels, Präzipitation durch Zusatz eines Fällungsmittels oder Extraktion, gewonnen werden. 



   Bei   lösungsmittelunlöslichen   Produkten, die unter die Klasse 2 und 4 fallen, erfolgt die Gewinnung durch Filtration oder Zentrifugation des Rückstandes aus der azeotropen Destillation. Lösungsmittelunlösliche Produkte sind durch andere unlösliche feste Nebenprodukte verunreinigt, was ihre Reinigung erschwert. Aus diesem Grund wird der Fachmann das erfindungsgemässe Verfahren wahrscheinlich bevorzugt für die Gewinnung solcher Produkte, die lösungsmittellöslich sind, anwenden. 



   Bei wasserlöslichen Produkten, ob sie nun lösungsmittellöslich oder lösungsmittelunlöslich sind, kann die wässerige Flüssigkeit zur Entfernung   wasserunlöslicher Nebenprodukte   vor der Zugabe des organischen Lösungsmittels filtriert werden. Eine solche Filtrationsstufe kann spätere Reinigungsoperationen vereinfachen. Dies gilt besonders für wasserlösliche lösungsmittelunlösliche Produkte. 



   Unter Berücksichtigung der vorstehend erläuterten Grenzen kann das erfindungsgemässe Verfahren zur Gewinnung jedes nicht flüchtigen Fermentationsproduktes angewandt werden, das nicht unterhalb etwa 2000C siedet. Eine grosse Zahl solcher Produkte wird gegenwärtig technisch erzeugt. Eine Zusammenstellung solcher Produkte findet sich in Biochemical Engineering von Aiba, Humphrey und Millis, Academic Press [1965], S.   11.

   Dazu gehören beispielsweise Antibiotica, wie Bacitracin,   Chloramphenicol, Cephalosporine, Erythromycin, Neomycin, Penicilline, Streptomycin, Tylosin und Vancomycin, Steroide, wie Cortison, Hydrocortison,   Prednisolon und Methylprednisolon,   Enzyme, wie Amylase, Catalase, Glucoseoxydase, Invertase, Lipase und Penicillinase, organische Säuren, wie   Zitronensäure,   Milchsäure, Gluconsäure und Glutaminsäure, Vitamine und verwandte Produkte, wie Riboflavin, Gibberellin, Xanthophylle, Torulahefe und Vitamin    Bu'Polymere,   wie Dextran und verschiedene andere Fermentationsprodukte. 



   Das erfindungsgemässe Verfahren ist auch auf Fermentationsprodukte anwendbar, die durch chemische Behandlung in der   Fermentationsflüssigkeit   vor der Gewinnung modifiziert worden sind. Der Begriff "Fermentationsprodukt", wie er hierin verwendet wird, soll daher auch solche chemisch modifizierten Stoffe umfassen. Die chemische Modifizierung kann zur Erleichterung der Gewinnung des Produktes oder zur Erzeugung eines vorteilhafteren Produktes dienen.

   Zu Beispielen für   chemische     Modifizierungen   gehören   die Ansäuerung   einer Penicillin   V-Fermentationsflüssigkeit zur Umwandlung   des Penicillin V-Salzes in Penicillin V-Säure und   die Umwandlung vonCephalosporin   C in   N-Chloracetylcephalosporin   C in der Fermentationsflüssigkeit durch Behandlung   mit Chloracety1chlorid oder einem gemischten Chlorace-   tylanhydrid. 



   Für das erfindungsgemässe Verfahren werden Lösungsmittel angewandt, die mit Wasser ein Azeotrop bilden und begrenztes Lösungsvermögen für Wasser haben. Daher werden Lösungsmittel bevorzugt, in denen nicht mehr als etwa 10 g Wasser pro 100 g Lösungsmittel bei   250C   löslich ist. Gute Lösungsmittel 

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 für die erfindungsgemässen Zwecke sind im allgemeinen aliphatische Alkohole mit etwa 4 bis etwa
8 Kohlenstoffatomen sowie die Ester dieser Alkohole mit niederen aliphatischen Säuren, besonders Essig- säure. Zu weiteren Klassen geeigneter Lösungsmittel gehören die halogenierten niederen Alkane, Ke- tone mit wenigstens 5 Kohlenstoffatomen und aromatische Kohlenwasserstoffe. 



   Einzelne Beispiele für geeignete Lösungsmittel sind Butylalkohol, Amylalkohol, Hexylalkohol, Ben- zylalkohol, Butylacetat, Amylacetat, 1, 2-Dichloräthan, Pentanon-3, Hexanon-2, Cyclohexanon, Ben- zol, Toluol und die Xylole. 



   Diese Aufzählung ist lediglich beispielhaft und nicht als Beschränkung auf bestimmte Klassen von
Lösungsmitteln zu verstehen. Lösungsmittel, die mit Wasser Azeotrope bilden, sind dem Fachmann be- kannt. Das Wesen der Erfindung liegt nicht in den Lösungsmitteln, die solche Azeotrope bilden, sondern darin, dass diese Lösungsmittel in dem erfindungsgemässen Verfahren zur Entfernung von Fermentationsprodukten aus der Fermentationsflüssigkeit verwendet werden können. Welches bestimmte Lösungsmittel in einem gegebenen Fall gewählt wird, hängt von den Löslichkeitseigenschaften des abzutrennenden Produktes ab. 



   Die zugesetzte Lösungsmittelmenge hängt von einer Reihe von Faktoren ab, darunter beispielsweise der Wassermenge, die in der Flüssigkeit vorhanden ist, der Zusammensetzung des Wasser-LösungsmittelAzeotrops und der Löslichkeit von Wasser und des Produktes in dem Lösungsmittel. Es soll so viel Lösungsmittel zugesetzt werden, dass Wasser so lange als Azeotrop entfernt wird, bis eine einzige flüssige Phase zurückbleibt. Wasser soll also azeotrop entfernt werden, bis das restliche Wasser in dem Lösungsmittel, das in dem Destillationsgefäss vorliegt, löslich ist. Gewünschtenfalls kann praktisch das gesamte Wasser entfernt werden. Wenn das zu gewinnende Produkt in dem Lösungsmittel löslich ist, soll nach der azeotropen Destillation genügend Lösungsmittel vorhanden sein, um das gesamte Produkt vollständig aufzulösen.

   Das Lösungsmittel kann auf einmal zugesetzt oder kontinuierlich oder in Anteilen während einer Zeitspanne zugeführt werden. Lösungsmittel, das in dem Azeotrop über Kopf abgeführt wird, kann nach Abtrennung von dem Wasser wieder zurückgeführt werden. 



   Die azeotrope Destillation kann bei Atmosphärendruck oder vermindertem Druck entsprechend bekannten Arbeitsweisen der chemischen Verfahrenstechnik durchgeführt werden. Wenn das gewünschte Produkt wärmeempfindlich ist, ist es zweckmässig, die Destillation zur Erzielung einer niedrigeren Temperatur bei vermindertem Druck durchzuführen. 



   Nachdem das Azeotrop kondensiert und abgekühlt ist, kann es in die wässerige Phase und die Lösungsmittelphase getrennt werden. Die wässerige Phase kann nach einer Abstreifbehandlung zur Entfer nung von gegebenenfalls darin gelöstem Lösungsmittel als Abwasser abgeführt werden. Infolge der Art und Weise, in der das Wasser entfernt wird, ist es frei von Verunreinigungen, und bedarf keiner Abwasserreinigung. Das   Lösungsmittel kann   in das Verfahren zurückgeführt werden. 



   Nach Beendigung der azeotropen Destillation kann das Produkt aus dem Destillationsrückstand nach einer der oben beschriebenen Methoden gewonnen werden. Typisch für Produkte, die sowohl in Wasser als auch in organischen Lösungsmitteln löslich sind, sind Penicillin V, Penicillin G, Tylosin und Erythromycin. Diese Produkte liegen in dem Destillationsrückstand in Lösung vor. 



   Ein Beispiel für ein Produkt, das in Wasser löslich, in organischen Lösungsmitteln jedoch unlöslich ist, ist Cephalosporin C. Dieses Produkt kann aus dem Rückstand durch Filtration gewonnen werden. Ein typisches Beispiel für ein Fennentationsprodukt, das in Wasser unlöslich, in organischen Lösungsmitteln jedoch löslich ist, ist Monensin. Dieses Produkt liegt ebenfalls in Lösung in dem Rückstand aus der Destillation vor. 



   Nachdem das Produkt von dem Destillationsrückstand getrennt ist, kann es durch Massnahmen gereinigtwerden, die bereits bisher zu seiner Reinigung   üblich waren.   Die Reinigungsmethoden für Monensin und Penicillin V sind typisch für die verschiedenen Arten von Massnahmen, die dafür angewandt werden. Im Falle des Monensins bleibt nach Verdampfung des organischen Lösungsmittels aus dem Destillationsrückstand eine Mischung aus Monensin und Öl zurück. Diese Mischung wird mit Methanol versetzt, die das Monensin löst, das Öl dagegen nicht. Das Öl wird von der Lösung durch Dekantieren abgetrennt und verworfen. Bei Zugabe von Wasser zu der Methanollösung scheidet sich kristallines   Monen-   sin ab. Das Produkt wird dann durch Filtration gewonnen. 



   Im Falle von Penicillin V wird die Lösung in dem organischen Lösungsmittel aus der Destillation zur Entfernung von Verunreinigungen mit Aktivkohle behandelt und anschliessend wird die organische Lösung mit wässeriger Kaliumacetatlösung versetzt. Das Penicillin V in dem organischen Lösungsmittel reagiert mit dem Kaliumacetat unter Bildung des Kaliumsalzes von Penicillin V, das in dem organischen Lösungsmittel unlöslich ist und sich abscheidet. Dieses Kalium-Penicillin V wird durch Filtration 

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 oder andere geeignete Massnahmen gewonnen. 



   Diese beiden Arbeitsweisen sind lediglich Beispiele für gebräuchliche Reinigungsmethoden. Die im
Einzelfall angewandte Reinigungsmethode bildet keinen Teil der Erfindung und hängt von dem jeweili- gen Produkt ab, das gereinigt werden soll. 



   Durch die folgenden Beispiele wird die Erfindung weiter   erläutert.   



     Beispiel 1 : 21   Penicillin V Fermentationsflüssigkeit, die auf Grund einer Bestimmung   9,     84mg  
Penicillinaktivität und 30 mg unlösliche Feststoffe pro ml enthält, werden mit 11 n-Hexylalkohol ver- setzt. Unter Rühren werden 20 ml   20% igue   Schwefelsäure zu der Mischung zugegeben, wodurch der   p -  
Wert der wässerigen Phase auf 3,9 sinkt. Die Mischung wird mit weiteren 600 ml Hexylalkohol versetzt, und die erhaltene Aufschlämmung wird bei einer Temperatur von etwa   350C   und einem Druck von etwa
25 mm Quecksilber absolut destilliert, bis nur noch die Lösungsmittelphase zurückbleibt.

   Gegen En- de der Destillation wird die siedende Aufschlämmung mit weiteren 400 ml n-Hexylalkohol zum Ersatz des Lösungsmittels versetzt, das mit dem Azeotrop entfernt wurde. Die trockene Aufschlämmung wird filtriert und die Feststoffe werden zur Entfernung des anhaftenden, mit Aktivität beladenen n-Hexylalkohols mit 200 ml frischem Hexylalkohol gewaschen. Die gesamte Lösungsmittelphase enthält 14,2 g   Penicillinaktivität.   



   Zur Erläuterung der Reinigungsmethode für Penicillin, das auf diese Weise aus der Fermentationsflüssigkeit entfernt wurde, wird ein Teil des Filtrats, der 7,90 g Penicillinaktivität enthält, mit 10 ml   80%iger Kaliumacetatlösung   behandelt. Die Mischung wird 30 min lang aufgeschlämmt und dann zur Entfernung von abgeschiedenem Penicillin-V-Kaliumsalz filtriert. Es werden 6,13 g Penicillinaktivität gewonnen. 



    Beispiel 2: 900 ml Penicillin V Fermentationflüssigkeit mit einem PH-Wert von ?, 2 und einem Gehalt von 9, 56 mg Penicillinaktivität und 27 mg unlöslichen Stoffen pro ml werden mit 3 1   Amylacetat versetzt. Die Mischung wird bei etwa 28 C und einem Vakuum von etwa 25 mm Quecksilber absolut azeotrop destilliert, bis nur noch die Lösungsmittelphase vorhanden ist. Die trockene Aufschlämmung wird filtriert und die Feststoffe werden mit 200 ml frischem Amylacetat gewaschen. Die gesamte Lösungsmittelphase hat ein Volumen von   1050 ml   und ihr Gehalt beträgt 4,43 mg Penicillinaktivität pro ml Lösung. Ein Teil der Lösung wird wie im Beispiel 1 durch Kristallisation gereinigt. 



     Beispiel 3 : 11 Monensinfermentationsflüssigkeit,   die 2,26 mg Aktivität pro ml enthält, wird mit 1500 ml n-Hexylalkohol versetzt. Die Mischung wird bei   980C   und Atmosphärendruck azeotrop destilliert, bis nur noch die Lösungsmittelphase vorhanden ist. Die Aufschlämmung wird abgekühlt und filtriert und die Feststoffe werden mit 100 ml frischem n-Hexylalkohol gewaschen. Das Filtrat wird im Vakuum bei etwa   300C   eingedampft, bis nur noch eine Ölphase vorhanden ist. Das Öl wird mit 500 ml Methanol versetzt, und die Mischung wird in eine Ölphase und eine Methanolphase getrennt. Das Methanol enthält 1, 89 g Monensinaktivität. Ein Teil des Monensins wird durch Einengen der Methanollösung und Zugabe von Wasser gewonnen. Das kristalline Monensin wird durch Filtration isoliert. 



   Beispiel 4 : Ein kontinuierlicher Fallfilmverdampfer wird mit 351 Benzylalkohol beschickt. 



  Der Verdampfer wird unter einem Vakuum von 700 mm Quecksilber bei einer Temperatur von   50 C   betrieben, während das Lösungsmittel in dem System mit einer Geschwindigkeit von 15 l/min   umläuft.   



  Dem Verdampfer werden kontinuierlich 50   l/h     Monensinfermentationsflüssigkeit,   die 8,75 mg Aktivität pro ml enthält, und 27   l/h   frischer Benzylalkohol zugeführt. Das über Kopf abgehende Azeotrop wird kondensiert und die   Aufschlämmung   aus trockenen Feststoffen und monensinreichem Lösungsmittel wird periodisch aus dem Verdampfer entnommen, um ein konstantes Volumen von etwa 35   l   in dem Verdampfergefäss aufrecht zu erhalten. Das Lösungsmittel wird von den Feststoffen abdekantiert und auf Monensinaktivität analysiert. Die Gesamtausbeute an Monensin bei dieser Methode beträgt   90%   aus der Fermentationsflüssigkeit in den Lösungsmittelextrakt. 



   Beispiel 5 : Ein   11361-DestilIationsgefäss,   das 757   l   n-Hexylalkohol enthält, wird langsam mit 379   l     Fermentationsflüssigkeit   beschickt, die das extracellulare Bakterienpolysaccharid Dextran enthält, welches von dem Mikroogranismus Xanthomonas campestris, NRRL B-1459 gebildet wurde. Die Flüssigkeit enthält etwa 3   Gew. -0/0   Feststoffe und hat eine Viskosität von   7 800 cP. Die   Viskosität ist ein Mass für die Konzentration und das Molekulargewicht des Polysaccharids. Die Mischung wird bei   980C     azeotrop destilliert, und das über Kopf abgehende Azeotrop wird kondensiert. Am Ende des Versuches wird die Temperatur auf 1020C ansteigen gelassen.

   Das Dextran, das in n-Hexylalkohol unlöslich ist,   wird durch Filtration gewonnen und mit heisser Luft bei   71 C   getrocknet. Das trockene ölfreie Polysaccharidprodukt ist während längerer Lagerung stabil. Bei Rückführung des Produktes mit Wasser auf das ursprüngliche Volumen wird eine Viskosität von 7100 cP gemessen. 

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     Beispiel 6 :   Dieses Beispiel erläutert die Gewinnung von Cephalosporin P aus Cephalosporin C   Fermentationsflüssigkeit.   Cephalosporin P ist ein mikrobielles Steroid, das in Cephalosporin C Fermentationsflüssigkeit in Spurenmengen enthalten ist. Dieses Steroid ist schwer zu reinigen und zu gewinnen. 



  Eine Mischung aus 150 ml Cephalosporin C   Fermentationsflüssigkeit,   deren   p-Wert   mit   5n- Natrium-   hydroxyd auf 10,5 eingestellt wurde, und 250 ml n-Hexylalkohol wird im Vakuum bei einer Temperatur von etwa 350C azeotrop destilliert, bis eine einzige flüssige Phase zurückbleibt. Die Lösungsmittelphase wird von den Feststoffen abdekantiert und papierchromatographisch auf Cephalosporin P analysiert. Das Cephalosporin P wird innerhalb der Genauigkeit der Testmethode vollständig in dem Lösungsmittel gewonnen. Die Abtrennung des Cephalosporins P von dem Lösungsmittel erfolgt durch Verdampfen. 



   Beispiel   7 : EineMischungaus200mlCephalosporinCFermentationsflüssigkeit, die6, 80mg   Aktivität pro ml enthält, und 200 ml n-Hexylalkohol wird im Vakuum bei einer Temperatur von etwa   300C   azeotrop destilliert, bis nur noch eine Suspension von Feststoffen in einer einzigen flüssigen Phase zurückbleibt. Die Aufschlämmung wird filtriert und die Feststoffe werden bei   490C   getrocknet. Die Analyse der Feststoffe auf Cephalosporin-C-Aktivität ergibt, dass   780     des lömngsmittelunlöslichen Ce-   phalosporins C mit dem trockenen festen Produkt gewonnen wurden. 



   Beispiel 8 : Eine Mischung aus 200 ml Tylosin-Fermentationsflüssigkeit, die 4150 mg Aktivi- 
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 eine flüssige Phase zurückbleibt. Der Destillationsrückstand wird filtriert. Durch Analyse wird nachgewiesen, dass das Filtrat die Tylosinaktivität enthält. 



   Beispiel 9 : Zitronensäure ist ein Beispiel für eine organische Säure, die durch Fermentation erzeugt wird. Ihre Löslichkeit in Wasser bei   200C   beträgt 207 mg/ml, in Benzylalkohol dagegen nur 65 mg/ml. Dadurch wird ihre Gewinnung durch Extraktion infolge des schlechten Verteilungskoeffizienten von Zitronensäure zwischen Wasser und Benzylalkohol erschwert. Zitronensäure kann jedoch nach 
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 Benzylalkohol gewonnen werden. 



   Beispiel 10 : Das Exoenzyl Arylamidase III, das von dem Mikroorganismus Cephalosporin acremonium gebildetwird, ist in Wasser löslich, in organischen Lösungsmitteln dagegen in hohem Masse unlöslich. Eine Fermentationsflüssigkeit, die eine spezifische Aktivität von 670 Einheiten pro mg Protein aufweist, kann mit n-Hexylalkohol azeotrop destilliert werden, bis nur noch eine flüssige Phase vorliegt, Das unlösliche Enzym wird von dem Destillationsrückstand durch Filtration abgetrennt. 



   Eine ähnliche Trennung kann mit Benzylalkohol statt n-Hexylalkohol durchgeführt werden. 
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Claims (1)

  1. <Desc/Clms Page number 6> von Wasser einer azeotropen Destillation unterwirft, wobei man das organische Lösungsmittel der Fermentationsflüssigkeit im Überschuss über die zur azeotropen Entfernung des Wassers erforderliche Menge zusetzt und die Destillation so lange fortsetzt, bis eine einzige flüssige Phase im Rückstand vorliegt, und dass man dann das Fermentationsprodukt aus dem Destillationsrückstand gewinnt.
    2. VerfahrennachAnspmch 1, dadurch gekennzeichnet, dassmanein organisches Lösungs- mittel verwendet, in welchem das. Fermentationsprodukt löslich ist. EMI6.1
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