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Gleitfangvorrichtung an Aufzügen
Das Stammpatent Nr. 282874 betrifft eine Gleitfangvorrichtung an Aufzügen mit beidseits der Führungsschiene am Fahrkorbrahmen angeordneten, mit Abrollflächen ausgerüsteten Klemmbacken, die, nach Auslösung eines die Klemmbacken von der Führungsschiene in Abstand haltenden Sperrgliedes unter der Wirkung einer von einem Geschwindigkeitsbegrenzer erzeugten Impulses, durch Federkraft gegen die Führungsschiene gepresst, an dieser abrollend in Fangstellung gelangen. Gemäss der im Stammpatent geoffenbarten Erfindung sind die beiden Klemmbacken als Bremsscheiben ausgebildet, deren Drehachse quer zur Führungsschiene verläuft und die mit einem Teil ihrer gegeneinander gerichteten Stirnflächen an der Führungsschiene anliegen.
Bei den im Stammpatent dargestellten Ausführungsbeispielen sind ferner die beiden Bremsscheiben auf ihren von der Führungsschiene abgewendeten Stirnseiten mit schraubenförmig ansteigenden Rollenbahnen versehen, auf denen im Bereiche des jeweils an der Führungsschiene anliegenden Teilabschnittes Druckrollen laufen, die an den beweglichen Enden zweier aufeinander hin verschwenkbar angeordneter, federbelasteter Hebelbalken gelagert sind.
Es hat sich gezeigt, dass auch bei derartigen Gleitfangvorrichtungen, deren Vorzüge aus dem Stammpatent hervorgehen, die Wirkung stark vom vorhandenen Reibwert zwischen den Klemmbacken und der Führungsschiene abhängt. Der Reibwert ist nicht nur sehr verschieden zwischen geschmierten und ungeschmierten Führungsschienen, er kann sich auch im Laufe der Betriebszeit des Aufzuges weitgehend ändern. Besonders ausgeprägt sind die Reibwertunterschiede, wenn an einer Führungsschiene stellenweise verharztes Schmierfett und an andern Stellen Rost oder stark aufgerauhte Stellen vorhanden sind. Unter solchen Voraussetzungen ist eine richtige Einstellung der Gleitfangvorrichtung kaum möglich.
Durch richtige Einstellung sollte z. B. bei leerer oder wenig belasteter Kabine oder Ladebühne durch die Gleitfangvorrichtung eine Verzögerung von 0, 8 g erreicht werden können, während für Höchstbelastung meist noch eine Verzögerung von mindestens 0, 2 g verlangt wird.
Die Erfindung bezweckt, die Gleitfangvorrichtung nach dem Stammpatent in der Weise zu verbessern, dass die beschriebene Abhängigkeit ihrer Wirkung von Reibwertunterschieden selbsttätig weitgehend ausgeglichen wird, indem bei Auftreten von grossen Reibwerten die Anpresskraft der Bremsscheiben vermindert und dadurch die maximale Bremskraft begrenzt wird.
Die Gleitfangvorrichtung nach der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Bremsscheiben in Fangstellung mit Nasen an einem durch Federmittel vorgespannten Druckbolzen anliegen, und dass ein Entlastungsbolzen und Rollen vorgesehen sind, welch'letztere auf die Hebelbalken einwirken und beim Durchfedern des Druckbolzens eine der auf die Bremsscheiben wirkenden Anpresskraft entgegenwirkende Kraft ausüben.
Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass der Entlastungsbolzen quer durch die Bremsscheiben hindurchgeführt und mit Schrägflächen versehen ist, an welchen die Rollen anliegen, die ihrerseits in V-förmige Nuten der Hebelbalken eingelegt sind, und dass der Bolzen in eine Nut des Spannbolzens eingreift. Dabei sind zweckmässig die Schrägflächen im
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wesentlichen eben und ebenso wie die Nuten zur Schwenkebene der Hebelbalken senkrecht gerichtet.
In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt. Es zeigen : Fig. 1 eine Ansicht einer Gleitfangvorrichtung, teilweise im Schnitt ; Fig. 2 einen Schnitt nach Linie 11-11 in Fig. 1 ; und Fig. 3 eine Draufsicht auf die Gleitfangvorrichtung nach Fig. l, teilweise im Schnitt.
Der Aufbau der in den Fig. 1 bis 3 dargestellten Gleitfangvorrichtung entspricht den Ausführungsbeispielen des Stammpatentes. Auf dem Spannbolzen--9--sind die beiden Hebelbalken - 6-- angeordnet, die an ihren Enden Druckrollen--5--tragen. Ferner sitzen auf dem Spannbolzen--9--die in diesem Fall als Segmente ausgebildeten Bremsscheiben --2a, 2b--. In Fig. 2 ist die Bremsscheibe--2b--in Ruhelage strichpunktiert und in Fanglage ausgezogen dargestellt.
Im Gegensatz zu den im Stammpatent dargestellten Ausführungsformen ist auf dem Spannbolzen --9-- nur eine Tellerfeder--7-angeordnet, welche die Hebelbalken--6--mit ihren Rollen - 5-- gegen die Bremsscheiben--2a, 2b--drückt, so dass diese nach Auslösung der nicht dargestellten Auslösevorrichtung an der Führungsschiene --1-- zum Anliegen kommen.
In der Fangstellung liegt das Ende--2f-der Bremsscheiben an einem Druckbolzen--35-an, der unter Vorspannung einer Feder --36-- steht. Die Hebelbalken --6-- sind hinter den Druckrollen--5--mit einer V-förmigen Nut--6b--ausgerüstet. In einer Bohrung der
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gegen die Schrägfläche--38--abstutzt.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende : Wenn sich die Bremsscheiben--2a, 2b--in Fangstellung befinden und mit ihren Enden--2f-am Druckbolzen--35--anliegen, so wird dieser verschoben, sobald die Bremskraft grösser als die Kraft der auf den Druckbolzen--35--
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2b--werdenHebelbalken--6--gegen den Druck der Feder --7- etwas auseinanderspreizen. Dadurch wird der Druck der Rollen--5--auf die Bremsscheiben--2a, 2b--vermindert und die Bremskraft reduziert. Nimmt dann beispielsweise der Reibwert zwischen der Führungsschiene--l--und den Bremsscheiben --2a, 2b-- wieder ab, so wird auch die Bremskraft kleiner.
Die Feder-36-drückt den Druckbolzen --35-- in seine Ruhelage und die Bremsscheiben kehren ebenfalls in ihre normale Fangstellung zurück. Dadurch hört die Wirkung des Entlastungskeiles--37--auf und die Feder - wird wieder voll wirksam, so dass der Druck der Rollen--5--auf die Bremsscheiben --2a, 2b-wieder zunimmt und damit die Bremskraft wieder ansteigt. Durch die Vorrichtung kann somit die Bremskraft auf einen gewünschten Höchstwert begrenzt werden. Dieser kann durch Veränderung der Vorspannung der Feder--36--mittels Spannschrauben--40--beliebig eingestellt werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Gleitfangvorrichtung an Aufzügen mit beidseits der Führungsschiene am Fahrkorbrahmen angeordneten, mit Abrollflächen ausgerüsteten Klemmbacken, die, nach Auslösung eines die Klemmbacken von der Führungsschiene in Abstand haltenden Sperrgliedes unter der Wirkung eines von einem Geschwindigkeitsbegrenzer erzeugten Impulses, durch Federkraft gegen die Führungsschiene gepresst, an dieser abrollend in Fangstellung gelangen, wobei die beiden Klemmbacken als Bremsscheiben ausgebildet sind, deren Drehachse quer zur Führungsschiene verläuft, und die mit einem Teil ihrer gegeneinandergerichteten Stirnflächen an der Führungsschiene anliegen, und wobei die beiden Bremsscheiben auf ihren von der Führungsschiene abgewendeten Stirnseiten mit schraubenförmig ansteigenden Rollenbahnen versehen sind,
auf denen im Bereiche des jeweils an der Führungsschiene anliegenden Teilabschnittes Druckrollen laufen, die an den Enden zweier aufeinander hin verschwenkbar
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Bremsscheiben (2a, 2b) in Fangstellung mit Nasen (2f) an einem durch Federmittel (36) vorgespannten Druckbolzen (35) anliegen, und dass ein Entlastungsbolzen (37) und Rollen (39) vorgesehen sind, welch'letztere auf die Hebelbalken (6) einwirken und beim Durchfedern des Druckbolzens (35) eine der auf die Bremsscheiben (2a, 2b) wirkenden Anpresskraft entgegenwirkende Kraft ausüben.
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