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Plattenförmiger Träger für die Festlegung darauf ausgebreiteter nasser Lederteile
Die Erfindung bezieht sich auf plattenförmige Träger für die Festlegung darauf ausgebreiteter nasser Lederteile sowie für die chargenweise Beladung oder die kontinuierliche Durchführung durch einen Trockenofen. Für die Trocknung von nassem Leder sind eine Vielzahl von Techniken entwickelt worden, wobei entweder die Qualität des trockenen Leders oder wirtschaftliche Erwägungen durch Erhöhung der Lederausbeute bzw. durch günstigere Ausnutzung der Trocknungsanlage bestimmend waren.
Mit keiner der bisher entwickelten Techniken ist es aber gelungen, sowohl den Wünschen nach bester Lederqualität als auch den Wünschen hinsichtlich wirtschaftlichster Ausnutzung der Anlagen und wirtschaftlichster Lederausbeute gerecht zu werden.
Die besonders hohe Lederqualität ist gekennzeichnet durch einen reinen Narben, d. h. eine klare Lederoberfläche, sowie durch den milden Ledergriff. Diese Qualität war bisher nur dadurch erreichbar, dass man das nasse Leder über Stangen oder an Haken aufgehängt hat und dem Trockenprozess unterwarf. Das Leder konnte dabei der natürlichen Schrumpfung folgen, was im Verein mit der Klebstofffreiheit für die Erhaltung einer reinen narbenfreien Oberfläche und eines milden Ledergriffs erforderlich ist. Es besteht hiebei aber der nicht unerhebliche Nachteil durch das unvermeidliche Einrollen der Seitenteile, welche bei dem Stollen, d. h. bei dem mechanischen Weichmachen zum Abreissen neigen.
Dieser Mangel war im wesentlichen der Anlass zur Entwicklung einer Verfahrensweise, bei der das nasse Leder mittels Klebstoff auf einer Glasplatte festgelegt wird. In der Praxis hat sich diese Technik aber nicht besonders gut bewährt, weil man nur einen leicht abwaschbaren Klebstoff mit geringer Klebkraft verwenden kann. Es ist deshalb nicht vermeidbar, dass sich Lederstücke während des Trocknungsvorganges von den Glasplatten lösen, wodurch Materialverlust und Betriebsstörungen verursacht werden. Im übrigen ist es stets erforderlich, Klebstoffreste von dem Leder abzuwaschen. Ausserdem geht die Milde des Ledergriffs weitgehend verloren. Schliesslich kann diese Verfahrensart bei mit Anilinfarben durchfärbten Lederarten nicht Anwendung finden.
Ähnliche Mängel bestehen bei einer ebenfalls bekannten Ausführungsform, bei der das nasse Leder auf einer gelochten Blechplatte ausgebreitet und mittels Klammern festgelegt wird. Diese Art der Festlegung des nassen Leders macht im übrigen umfangreiche Handarbeit erforderlich.
Schliesslich ist es bekannt, nasses Leder auf einer beheizbaren Platte festzulegen und mit einem Vakuum-Trockenkopf abzudecken. Die hiebei notwendige Abkehr von der Trocknung in einem Trockenofen stellt die Wirtschaftlichkeit in Frage, die nur bei sehr rascher Trocknung erzielbar ist. Eine solche rasche Trocknung ist auch in der Regel nicht geeignet, eine hohe Lederqualität zu erzielen, vielmehr sind das Aussehen des Leders und der Ledergriff unbefriedigend.
Es ist ferner bekannt, die nassen Lederstücke auf Trockenbrettern auszubreiten, längs ihres
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Randes mittels Gewebestreifen, die mit Klebstoff imprägniert sind, auf Trockenbrettern aufzukleben, und danach irgendeinem Trockenverfahren zu unterwerfen. Verunreinigung der Trockenbretter und der
Fleischseite der Häute ist dadurch nicht vermieden und die Beseitigung von Klebstoffresten bleibt daher erforderlich. Eine andere bekanntyAusführungsform besteht darin, dass die nassen Lederstücke auf einer starren porösen Trägerplatte ausgebreitet und mit einem für Wasserdampf undurchlässigen Belag (Gummiplatte) abgedeckt werden.
Die beiden Platten mit dem dazwischenliegenden Leder bilden den
Deckel einer Vakuumkammer, durch welche der aus dem Leder durch oberseitige Beheizung des undurchlässigen Belages (Gummiplatte) ausgetriebene Wasserdampf abgesaugt wird, wobei die
Festhaltung der Lederstücke durch das Vakuum erfolgt und nur eine Einzeltrocknung durchgeführt werden kann.
Die Erfindung zielt darauf ab, die angeführten Nachteile zu vermeiden, und die Wirtschaftlichkeit durch Vereinfachung der Handhabung und Vergrösserung der Ausbeute an trockenem Leder zu erhöhen, sowie die Erhöhung der Qualität des Leders zu verbessern.
Die Erfindung besteht darin, dass der plattenförmige Träger für die Festlegung darauf ausgebreiteter nasser Lederteile sowie für die chargenweise Beladung oder die kontinuierliche
Durchführung durch einen Trockenofen mindestens einseitig mit sich über diesen erstreckenden und gegen ihn schmiegenden, die Lederteile stellenweise federnd andrückende Elementen, z. B. in Form von an Rosten vorgesehenen Abdeckgittern ausgestattet ist. Das nasse Leder wird vorzugsweise unter
Zuhilfenahme von Handschlicker satt auf den Träger aufplattiert und unmittelbar danach bis zur Beendigung des Trockenvorganges mittels des einen leichten Federdruck ausübenden Elementes gegen den Träger gedrückt. Der plattenförmige Träger soll starr sein, damit er dem leichten Federdruck nicht nachzugeben vermag.
Als besonders zweckmässig hat sich die an sich bekannte Verwendung von Glasplatten als Träger erwiesen. Zur Erleichterung der Beschichtung mit dem nassen Leder empfiehlt es sich, den Träger vorher mit Wasser zu befeuchten. Da das nasse Leder klebstofffrei, also nur unter Ausnutzung der Feuchtigkeitshaftung auf den Träger aufplattiert wird, und die Festlegung der Lederstücke auf dem Träger durch Roste bewirkt wird, die bis zur Beendigung des Trockenvorganges mit ihrer ganzen Fläche durch geringe Druckwirkung gegen den Träger gedrückt werden, ergibt sich eine grössere Wirtschaftlichkeit vornehmlich aus der Vermeidung des Klebstoffauftrages auf die Träger und aus dem Wegfall der Reinigung der Träger und des Leders von Klebstoffresten nach der Trocknung.
Die Wirtschaftlichkeit erhöht sich zusätzlich dadurch, dass sich die Lederstücke während der Trocknung von dem Träger nicht lösen können, was beim Ankleben der Lederstücke auf dem Träger praktisch nicht vermeidbar ist und zu erheblichen Lederverlusten führt. Die erzielte bessere Lederqualität ergibt sich einerseits aus der Vermeidung bleibender Druckstellen und anderseits daraus, dass das Leder wegen der Geringhaltung der Druckwirkung inneren Kräften nachgeben kann und seine Struktur beibehält.
Nach einer vorzugsweisen Ausführungsform gemäss der Erfindung sind die Roste am Träger oder dessen Halter verschwenkbar und verriegelbar angebracht und bestehen aus niederspannbaren Leisten oder Gurten.
Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes sind in den Zeichnungen dargestellt. Fig. l zeigt die Draufsicht auf einen plattenförmigen Träger, welchem auf der Vorder-und Rückseite je zwei Roste zugeordnet sind ; Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie 11-11 der Fig. l ; Fig. 3 die Draufsicht auf einen plattenförmigen Träger, welchem auf der Vorder-und Rückseite je ein Rost zugeordnet ist ; Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie IV-IV der Fig. 3 und Fig. 5 einen der Fig. 4 entsprechenden Schnitt einer weiteren Ausführungsform.
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letzterem verschweisst ist.
An der oberen Leiste des Rahmens--2-des Hängeträgers sind beiderseits vorspringende, nach oben offene Lageraugen --4-- angebracht. An der unteren Leiste des Rahmens - sind je zwei Schwenkriegel-5--befestigt. Der Rohrrahmen-3-ist in nicht näher dargestellter Weise durch Einhängen an Schienen eingerichtet, die durch einen Heizofen führen.
Der Trägerplatte-l-sind beiderseits zwei Roste --6-- mit Abdeckgittern --9-- zugeordnet ; jeder Rost ist aus mehreren gebogenen Federn --7-- und in Querrichtung verlaufenden Leisten --8-- zusammengesetzt und mit dem Gitter-9--in Form einer grobmaschigen Bespannung versehen. An den oberen Enden der Federn-7-sind Lagerköpfe-10-angebracht, welche mittels einer durchlaufenden Achse--11-in den Pfannen-4-verschwenkbar sind. Die unteren Enden der Federn --7-- sind an die unterste Leiste --8-- angeschlossen, mit welcher die Schwenkriegel-5-in Eingriff gebracht werden können.
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Bei der Ausführungsform nach Fig. 3 und 4 besteht der Träger auch aus einer Glasplatte welche in einen Metallrahmen --2-- eingefasst ist, der seinerseits in einen Rohrrahmen--3-- eingesetzt und mit letzterem verschweisst ist.
Der Trägerplatte --1-- ist beiderseits je ein Rost --6-- zugeordnet der aus einer Reihe paralleler Spannleisten --8-- und einer Reihe paralleler, die Spannleisten--8--kreuzenden Spanngurten--7a--zusammengesetzt ist. Die Spannleisten --8-- sind auf einer Bespannung aus einer gelochten Folie --9a-- festgelegt, die in Fig. 3 schematisch nach Art eines Gitters dargestellt ist.
Die beiden Roste jedes Trägers sind an der oberen Querleiste des Rahmens --2-- befestigt. Am unteren Ende sind sie bzw. die Spanngurte --7a-- an der unteren Querleiste des Rahmens-2- befestigbar.
Die Spannleisten --8-- bilden zusammen mit den Spanngurten --7a-- eine Spanneinrichtung,
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- 9a-bzw. auf den Träger-l-ausübt.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 4 haben die Spannleisten-8-. gleichbleibenden
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befestigt werden, erfahren sie eine gewisse Durchbiegung, so dass sie einen leichten Federdruck auf die Spannleisten--8--ausüben.
Bei der Ausbildung nach Fig. 5 haben die Spannleisten --8a-- eine bis zur Mitte des Trägers
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gegen den Träger--l--gedrückt werden.
Bei der Benutzung der Vorrichtung zur Festlegung von nassem Leder word der Rost-6-
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hinaus empfiehlt es sich, die Glasplatte etwas zu neigen, um ein unerwünschtes Rutschen des Leders vor seiner Aufplattierung zu verhindern. Die Glasplatte-l-wird dann leicht angefeuchtet und das nasse Leder auf der Platte ausgebreitet. Für dieses Aufplattieren wird die Verwendung von Handschlickern bevorzugt. Durch Herunterschwenken des Rostes --6-- wird das Leder endgültig
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dem Leder zur Anlage gebracht. Infolgedessen wird ein leichter Druck auf das Leder ausgeübt und das Leder kann während des Trockenvorganges nicht von der Glasplatte abrutschen ; auch ein Einrollen der Randteile des Leders kann nicht stattfinden.
Anderseits ist der Anpressdruck so bemessen, dass das Leder während des Trockenvorganges etwas schrumpfen und dabei seiner natürlichen Struktur folgen kann. Für die Dauer des Trockenvorganges ist der Rost --6-- mittels der Schwenkriegel--5-festgehalten.
Die mit Leder beschichteten Glasplatten --1-- werden partieweise zweckmässig in lotrechter Lage einem Trockner zugeführt bzw. in einen Heizofen eingebracht oder kontinuierlich durch einen Heizofen befördert, in welchem die Trocknung des Leders erfolgt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Plattenförmiger Träger für die Festlegung darauf ausgebreiteter nasser Lederteile sowie für die chargenweise Beladung oder die kontinuierliche Durchführung durch einen Trockenofen,
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erstreckenden und gegen ihn schmiegenden, die Lederteile stellenweise federnd andrückenden Elementen, z. B. in Form von an Rosten (6 ; 7, 8) vorgesehenen Abdeckgittern (9) ausgestattet ist.
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