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Photographischer Verschluss mit einer elektronischen Zeitbildungseinrichtung
Die Erfindung betrifft einen photographischen Verschluss mit einer elektronischen, eine elektroma- gnetisch-mechanische Offenzeitsperre für den Verschlussantrieb einschliessenden Zeitbildungseinrichtung und einer zuschaltbaren, den Bewegungsablauf des Verschlusses nach erfolgter Auslösung vorübergehend blockierenden, ebenfalls auf elektronischer Basis arbeitenden Verzögerungseinrichtung, wobei ferner eine Schalteinrichtung vorgesehen ist, die am Ende der Verzögerungszeitspanne betätigt wird und damit den Elektromagnet der Belichtungszeit-Steuerschaltung an Spannung legt.
Um bei Verschlüssen vorstehender Gattung zu verhindern, dass während des Funktionsablaufes der Verzögerungsschaltung ausser dem in deren Stromkreis liegenden Magneten auch der Haltemagnet des Belichtungszeitsteuerkreises Strom zieht und damit die Batterie eine unnötige Belastung erfährt, ist bereits die Anordnung eines mechanischen Schalters vorgeschlagen worden, der nach Aufhebung des Magnetfeldes in dem der Verzögerungsschaltung angehörenden Magneten und der sich hieraus ergebenden Freistellung des Verschlussantriebssystems in Kontaktlage überwechselt und damit den Haltemagnet des Zeitsteuerkreises an Spannung legt.
In der Praxis hat es sich gezeigt, dass die Verwendung eines mechanischen Schalters insofern gewisse Nachteile in sich birgt, als sich für dessen Unterbringung nur schwerlich ein geeigneter Platz im Verschlussinnenraum finden lässt. Ausserdem erfordert der mechanische Schalter eine präzise Justierung, u. zw. in der Weise, dass nach Beendigung der der eigentlichen Belichtungszeit vorausgehenden Verzögerungszeitspanne der im Stromkreis der Verzögerungsschaltung liegende Anker den mechanischen Schalter so früh als möglich schliesst, um zu erreichen, dass der Aufbau des Magnetfeldes im Magneten des Zeitsteuerkreises bis zum Ablaufbeginn des Verschlussblattsystems abgeschlossen ist.
Da jedoch für den Aufbau des Magnetfeldes in dem vorgenannten Magneten immerhin eine Zeit von 4 bis 5 m/sec benötigt wird, die Zeitspanne vom Abschalten des Stromes im Magneten der Verzögerungsschaltung bis zur Anlaufbewegung des Sektorenringes aber gleichfalls etwa 4 bis 5 m/sec beträgt, ist eine einwandfreie Justierung des mechanischen Schalters nicht ohne weiteres möglich, da selbst bei frühest möglichem Schliessen desselben bis zum Anlauf des Sektorenringes allenfalls 2 bis 3 m/sec Zeit für den Aufbau des Magnetfeldes im Magneten der Zeitsteuerschaltung zur Verfügung stehen. Die restliche Zeit von 1 bis 2 m/sec wird letztlich zum Schliessen des mechanischen Schalters benötigt.
Dies wieder hat aber zur Folge, dass beim Anlaufen des Sektorenringes eines Verschlusses der im Zeitsteuerkreis liegende Magnet noch nicht seine volle Haltekraft erreicht hat, so dass unter Umständen der mit ihm zusammenarbeitende Anker abreissen und das Verschlussblattsystem vorzeitig in die Schliess- stellung überwechseln kann. Eine weitere an den mechanischen Schalter erhobene Forderung ist die, dass er prellfrei arbeiten soll
Aufgabe der Erfindung ist es, bei einem elektronischen Verschluss der eingangs erwähnten Gattung die sich aus der Verwendung eines mechanischen Schalters ergebenden Nachteile zu vermeiden.
Hiezu
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wird erfindungsgemäss dieAnordnung eines elektronischen Schalters vorgeschlagen, der einem den Elek- tromagnet mit der Offenzeitsperre einschliessenden Zweig der Belichtungszeitsteuerschaltung zugeordnet ist.
Mit dieser Massnahme konnte erreicht werden, dass der Elektromagnet der Offenzeitsperre unmittel- bar mit Beendigung der Vorlaufzeit zwangsläufig an Spannung gelegt wird, ohne dass hiezu ein Justier- vorgang erforderlich ist. Die zwischen Beendigung der Vorlaufzeit und dem Anlaufen des Verschlussan- triebsmechanismus liegende Zeit steht für den Aufbau des Magnetfeldes im Elektromagnet nunmehr voll zur Verfügung, so dass letztlich eine einwandfreie Funktion der Offenzeitsperre sichergestellt ist. Ausser- dem gestattet der elektronische Schalter eine freizügige Anordnung innerhalb des zur Verfügung stehen- den Einbauraumes.
Von Vorteil ist ferner, dass er eine von einem mechanischen Schalter, wie er bei photographischen
Verschlüssen bisher zur Anwendung kommt, praktisch nicht erreichbare Kontaktqualität besitzt.
Um einerseits den erforderlichen Einbauraum für den elektronischen Schalter auf ein Minimum zu beschränken, anderseits in einfacher Weise die zeitlich richtige Steuerung dieses Schalters herbeizufüh- ren, ist der elektronische Schalter als Transistor und die der Verzögerung des Verschlussablaufes dienen- de Steuerschaltung als an sich bekannte Transistor-Kippschaltung ausgebildet, wobei der Schalttransistor mit seiner Basis an dem Emitter des Endtransistors dieser Kippschaltung angeschlossen und mit seiner
Emitter-Kollektor-Strecke einem der Belichtungszeit-Steuerschaltung angehörenden Transistor zugeord- net ist, in dessen Kollektorkreis der Elektromagnet der Offenzeitsperre liegt.
Damit an diesem Elektromagnet keine zusätzlichen Spannungsverluste auftreten, ist der Schalt- transistor mit seiner Emitter-Kollektor-Strecke parallel zur Basis-Emitter-Strecke eines von der Be- lichtungszeit-Steuerschaltung angesteuerten Transistors angeschlossen. Der gleiche vorteilhafte Effekt lässt sich auch erzielen, wenn der Schalttransistor mit seinem Kollektorkreis an die Basis des Endtran- sistors der Belichtungszeit-Steuerschaltung und mit dem Emitterkreis an den Emitter des von dieser
Schaltung ansteuerbaren Transistors angekoppelt ist.
Eine weitere Möglichkeit für die Anordnung des Schalttransistors besteht darin, dass dieser Transi- stor mit seiner Emitter-Kollektor-Strecke in Serie zur Emitter-Kollektor-Strecke des von der Belichtungszeit-Steuerschaltung angesteuerten Transistors und zum Elektromagnet der Offenzeitsperre geschaltet ist.
In den Zeichnungen sind mehrere Möglichkeiten für die Anordnung des Schalttransistors im Schaltkreis der elektronischen Zeitbildungseinrichtung sowie ein für die Anwendung der Erfindung eingerichteter Verschluss dargestellt. Es zeigen Fig. 1 eine Draufsicht auf den in Spannlage überführten und für Selbstauslöseraufnahmen vorbereiteten Verschluss, Fig. 2 die beiden Schaltkreise zur elektronischen Steuerung von Vorlaufzeit und Belichtungszeit, wobei mit strichpunktierten Linien eine Variante für die Schaltung des Schalttransistors angedeutet ist, Fig. 3 das Zusammenwirken von Sektorenring und Vorlaufzeitsperre nach dem Auslösen des Verschlusses und Fig. 4 eine weitere Möglichkeit für die Schaltung des Schalttransistors.
Bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel eines photographischen Verschlusses mit elektronischer Belichtungszeit- und Vorlaufzeitsteuerung bedeuten --1- die Verschlussplatte und --2-- das Verschlussgehäuse. Auf der Grundplatte-l-ist der als Kurbelantrieb ausgebildete Verschlussantriebsmechanismus angeordnet, der aus einer drehbar gelagerten Antriebsscheibe --4--, einer daran angelenkten Schubklinke-5-und einem mit dieser in Eingriff stehenden Sektorenring-6-- besteht. Eine Treibfeder --7-- vermittelt der Antriebsscheibe --4-- nach deren Freistellung eine im Uhrzeigersinn gerichtete Drehbewegung, wobei der Sektorenring-6-- eine hin-und hergehende Bewegung ausführt.
In der Gespanntlage gemäss Fig. 1 wird die Antriebsscheibe --4-- durch einen zweiarmigen Auslösehebel - arretiert, der mittels eines Betätigungshebels --10-- aus der Sperrlage bewegbar ist.
Dem Verschlussantriebsmechanismus ist eine elektronisch gesteuerte Zeitbildungseinrichtung zugeordnet, die eine elektromagnetisch-mechanische Offenzeitsperre einschliesst. Letztere umfasst einen Fanghebel--12--, der am Ende der Öffnungsbewegung des Sektorenringes --6-- unter Federwirkung von dessen Arm --6a-- abgleitet und sich stirnseitig vor diesen stellt, wodurch der Verschlussantrieb blokkiert ist.
Nach Beendigung der Belichtungszeit wird der Fanghebel --12-- durch den Nocken --14a-- eines Ankerhebels --14-- aus derSperrlage herausbewegt, der auf einem Zapfen --15-- lagert und einen An- ker --16-- trägt. Letzterer wird beim Spannen des Verschlusses gegen die Wirkung einer Rückholfeder - -17-- zwangsläufig an einem Elektromagnet --18-- zur Anlage gebracht, wozu ein Andrückhebel - vorgesehen ist, der beim Spannvorgang von einem Stift --4a-- der Antriebsscheibe --4-- mit-
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Damit bei Durchführung von Selbstauslöseraufnahmen unmittelbar mit Beendigung der Vorlaufzeit ohne Zeitverzögerung der Elektromagnet --18-- an Spannung gelegt wird und die elektromagnetischmechanische Offenzeitsperre ihre Sperrfunktion bezüglich des Verschlussantriebsmechanismus mit Sicherheit auszuüben vermag, ist im Schaltkreis der Belichtungszeit-Steuerschaltung ein weiterer Transistor --T7-- vorgesehen, welcher bezüglich des Elektromagnets --18-- die Funktion eines Schalters ausübt.
Für die schaltungsmässige Anordnung des Schalttransistors --T7-- im Kreis der BelichtungszeitSteuerschaltung bestehen mehrere Möglichkeiten. In derSchemadarstellung gemäss Fig. 2 ist der Schalttransistor --T7-- als n-p-n-Transistor ausgeführt, der mit seiner Kollektor-Emitter-Strecke parallel zur Basis-Emitter-Strecke des von derBelichtungszeit-Steuerscha1tung angesteuerten Transistors --T6-- ge- schaltet und mit der Basis über einen Widerstand-R--an den Emitter des Endtransistors-T-der Vorlaufzeit-Steuerschaltung angeschlossen ist. Bei dieser Schaltung des Transistors --T7-- ist für die Spannung am Elektromagnet --18-- lediglich einmal die Kniespannung eines Transistors zuberücksichtigen.
Die Arbeitsweise des elektronischen Schalters in Verbindung mit der vorbeschriebenen Verschlussanordnung ist folgendermassen : Zur Durcntuhrung einer Autnahme onne Vorlautzeit wird der verschlussantrieb in die in Fig. 1 gezeigte Spannlage überführt, während der Sperrhebel --22-- in der nicht dargestellten Grundstellung belassen wird, in welcher sich die Riegelkante --22b-- ausserhalb der Bewegungsbahn des Lappens-6b- des Sektorenringes --6-- befindet. Hiebei wird der Schalter --S4-- offen gehalten und der Ankerhebel --26-- ist vom Elektromagnet --29-- abgehoben, während der Stützhebel --24-- mit seinem Lap-
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oder den Stromfluss durch die Spule des Magnets --18-- auszuüben vermag.
Mit dem Schliessen des Einschalters--S1-- werden die beiden Transistoren -- Ts und T6-- stromleitend, während Transistor-T-noch gesperrt bleibt. Infolgedessen fliesst im Elektromagnet --18-ein Strom, wodurch der Ankerhebel --14-- durch Magnetkraft in der in Fig. 1 gezeigten Stellung gehalten wird. Am Ende der Schwenkbewegung des Hebels --10-- wird die Antriebsscheibe --4-- freigegeben, so dass diese im Uhrzeigersinn anlaufen und den Sektorenring --6-- in der gleichen Drehrichtung mitnehmen kann.
In der der Offenstellung des Verschlusses entsprechenden Umkehrphase des Ringes --6-- fällt der Fanghebel --12-- vor dem Arm-6a-ein und blockiert die rückläufige Bewegung des Sektorenringes für eine bestimmte Dauer. In dieser Sperrlage stützt sich der Fanghebel-12-auf dem Nocken-14ades Ankerhebels --14-- ab.
Während der Öffnungsbewegung des Sektorenringes --6-- ist der Schalter --S3 -- umgelegt worden, so dass der Kondensator-C-beginnt sich aufzuladen. Nach einer dem Widerstandswert des Photo-
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bzw.--17-- den Ankerhebel --14-- im Uhrzeigersinn drehen kann, wobei mittels des Nockens --14a-- der Fanghebel --12-- aus der Sperrlage herausgeführt wird. Dadurch wieder kann der Sektorenring-6- seine im Gegenuhrzeigersinn gerichtete Rücklaufbewegung fortsetzen und die Sektoren in die Schliess- stellung überführen.
Für die Durchführung einer Aufnahme mit Vorlaufzeit wird der Verschlussantriebsmechanismus wieder in die in Fig. 1 gezeigte Spannlage gebracht, wobei der Ankerhebel --14-- zwangsläufig am Magnet --18-- zur Anlage kommt. Anschliessend wird der Sperrhebel --22-- aus der vorstehend kurz beschriebenen Grundstellung in die Riegelstellung gemäss Fig. 1 überführt. Hiebei werden die beiden Hebel --24 und 26-im Gegenuhrzeigersinn gedreht, was die Anlage des Ankerhebels --2B-- am Elektromagnet --29-- zur Folge hat.
Ferner stellt sich der Lappen --24a-- des Stützhebels --24-- vor den Lappen --22e-- des Sperr- hebels --22--, während der Lappen --24b-- vor dem abgeschrägten Lappen-6b-des Sektorenringes --6-- einfedert. Dadurch werden die Hebel --22, 24 und 26-- in der in Fig. 1 gezeigten Stellung selbsttätig gehalten.
Schliesslich ist beim Überführen des Sperrhebels --22-- in die Riegelstellung der Schalter --S4-- geschlossen worden.
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--10-- wirdren --Ts und T6-- durch, und der Elektromagnet --18'-- zieht Strom. Nach Ablauf der Belichtungszeit steuert Transistor -- T4-- auf, während die beiden Transistoren --Ts und T6-- gesperrt werden, so dass der mit der Offenzeitsperre zusammenarbeitende Elektromagnet --18'-- stromlos wird.
Zur Durchführung einer Aufnahme mit Vorlaufzeit wird wieder der Sperrhebel --22-- in die in Fig. 1 gezeigte Riegelstellung überführt, wobei der Schalter --S4 -- geschlossen wird. Mit dem Schlie- ssen des Schalters-S-zieht der Elektromagnet --29-- Strom, da der Transistor --T1-- gesperrt ist, die beiden Transistoren-T und T-dagegen durchgesteuert sind. Hiebei erhält die über den Wider-
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nen Strom ziehen. Mit dem Umsteuern der Vorlaufzeit-Steuerschaltung erhält die Basis des Schalttran- sistors-T'-negatives Potential, was dessen Durchsteuerung zur Folge hat. Der Elektromagnet-18'wird daher unmittelbar mit Beendigung der Vorlaufzeit an Spannung gelegt, so dass die Offenzeitsperre mit Beginn des Anlaufen des Verschlussantriebsmechanismus wieder voll funktionsfähig ist.
Die Erfindung ist auf die dargestellten und beschriebenen Anordnungen nicht beschränkt, sondern umfasst noch weitere Ausführungsmöglichkeiten. So können insbesondere die Transistoren durch Komplementärtransistoren ersetzt werden. Ferner könnte für denSchalter-S-auch ein einfacher Kontaktschalter vorgesehen sein, mittels dessen lediglich ein Parallelschluss bezüglich des Einschalters-S- hergestellt wird.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Photographischer Verschluss mit einer elektronischen, eine elektromagnetisch-mechanische Offenzeitsperre für den Verschlussantrieb einschliessenden Zeitbildungseinrichtung und einer zuschaltbaren, den Bewegungsablauf des Verschlusses nach erfolgter Auslösung vorübergehend blockierenden, ebenfalls auf elektronischer Basis arbeitenden Verzögerungseinrichtung, wobei ferner eine Schalteinrichtung vorgesehen ist, die am Ende der Verzögerungszeitspanne betätigt wird und damit den Elektromagnet der Belichtungszeit-Steuerschaltung an Spannung legt, dadurch gekennzeichnet, dass als Schalteinrichtung ein elektronischer Schalter Anwendung findet, der in einem den Elektromagnet (18 ; 181) der Offenzeitsperre einschliessenden Zweig der Belichtungszeit-Steuerschaltung angeordnet ist,