AT272218B - Verfahren zur Behandlung von cyanidischen und chromathaltigen Abwässern - Google Patents

Verfahren zur Behandlung von cyanidischen und chromathaltigen Abwässern

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AT272218B AT494767A AT494767A AT272218B AT 272218 B AT272218 B AT 272218B AT 494767 A AT494767 A AT 494767A AT 494767 A AT494767 A AT 494767A AT 272218 B AT272218 B AT 272218B
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Behandlung von cyanidischen und chromathaltigen Abwässern 
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung von cyanidischen und chromathaltigen Abwässern bei gemeinsamen Anfall aus galvanischen u. ähnl. Betrieben der Metallindustrie, wobei die Chromatreduktion im alkalischen Bereich durchgeführt wird. 



   Es ist ein Verfahren bekannt, welches nach vorangegangener Cyanidoxydation die Reduktion von chromathaltigen Abwässern ermöglicht. Die Cyanidoxydation erfolgt hiebei durch Zugabe von hypochlorithaltigen Entgiftungsmitteln im Überschuss und im stark alkalischen Bereich. Über das Zwischenprodukt Chlorcyan bilden sich als Endprodukte Cyanat- und Chlorid-Ionen: 
 EMI1.1 
 
Danach erfolgt die Chromatreduktion durch Hinzufügen von Eisen   (II)-Sulfat   in zwei Phasen. In der ersten Phase entsteht durch den Überschuss von Hydroxyl-Ionen Eisen (II)-Hydroxyd, welches eine starke Reduktionswirkung besitzt : 
 EMI1.2 
 
In der zweiten Phase findet die eigentliche quantitative Reduktion der chromathaltigen Abwässer statt : 
 EMI1.3 
 
Das bei der Reduktion gebildete dreiwertige Chrom fällt dabei als Chrom (III)-Hydroxyd aus. 



   Dieses Verfahren hat den Nachteil, dass gegenüber der stöchiometrischen Menge ein grosser Überschuss an Eisen   (II)-Sulfat   zugegeben werden muss, um das nach der Cyanidoxydation verbliebene freie Chlor abzubinden. 
 EMI1.4 
 



   Der erhöhte Verbrauch an Eisen   (II)-Sulfat   verursacht durch die Fällung von Eisen-Hydroxyden gro- sse Schlammengen, deren Beseitigung schwierig und kostenaufwendig ist. 



   Theoretisch müssen zur Bindung von 1 kg überschüssigem Chlor 15, 7 kg Eisen (II)-Sulfataufgewendet werden. Daraus entstehen unvermeidbar 600 1 Eisen-Hydroxydschlamm mit einem Wassergehalt von etwa   990/0.   

 <Desc/Clms Page number 2> 

 



   Der Zweck der Erfindung ist, den Zusatz von Eisen (II)-Sulfat wesentlich und die bei der Chromatreduktion entstehenden Schlammengen auf den geringsten Anteil zu mindern, um die Wirtschaftlichkeit der Schlammbeseitigung zu erhöhen. 



   Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu schaffen, welches die gemeinsame Behandlung von cyanidischen und   chromathaltigenabwässem   mit   Eisen (II)-Salzen gestattet,   unter der Bedingung, dass der nach dercyanidoxydation   vorhandene Chlorüberschuss   durch chemische Reduktionsmittel beseitigtwird, die als Nebenprodukte wasserlösliche Verbindungen bilden. Das Verfahren muss im alkalischen Bereich anwendbar sein. 



   Die Aufgabe der Erfindung ist so gelöst, dass der nach der Cyanidoxydation verbliebene Chlorüberschuss durch wasserlösliche Reaktionsprodukte erzeugende Chemikalien beseitigt wird, vorzugsweise durch schwefelige Säure, Thiosulfat, Sulfit und/oder Pyrosulfit, bevor die Reduktion der Chromate mit   Eisen (II)-Verbindungen   im alkalischen Bereich erfolgt. 



   Die Beseitigung des Chlorüberschusses erfolgt unter Bildung von wasserlöslichen Sulfat-Ionen nach folgenden   Reaktionsgleichungen :  
Reaktionsgleichung für Sulfit-Ionen : 
 EMI2.1 
 Reaktionsgleichung für Thiosulfat-Ionen : 
 EMI2.2 
 Reaktionsgleichung für Pyrosulfit-Ionen. 
 EMI2.3 
 



   Durch die Verwendung von sulfithaltigen od. ähnl. Reduktionsmitteln nach der Entgiftung wird der Verbrauch von Eisen (II)-Salzen für die nachfolgende Chromatreduktion erheblich gemindert und der Schlammanfall entsprechend stark reduziert. 



   Die Erfindung wird an Hand eines Ausführungsbeispieles nachstehend näher erläutert. 
 EMI2.4 
 
 EMI2.5 
 
<tb> 
<tb> : <SEP> Werden <SEP> in <SEP> einer <SEP> Abwasserbehandlungsan1age <SEP> eines <SEP> galvanischen <SEP> Betriebes <SEP> 30m3 <SEP> Ab-freie <SEP> Cyanide <SEP> : <SEP> 50 <SEP> mg/l <SEP> CNChromate <SEP> : <SEP> 30 <SEP> mg/l <SEP> Cr6+ <SEP> 
<tb> p-Wert <SEP> : <SEP> 8 <SEP> 
<tb> 
 erhält zunächst eine Zugabe von Natronlauge und wird somit auf einen pH-Wert von 11 eingestellt. Unter ständiger Durchmischung erfolgt die Dosierung von 401 Natriumhypochloritlauge, um die Oxydation der Cyanid-Verbindung herbeizuführen. Die dafür benötigte Kontaktzeit beträgt etwa 30 min, nach der ein Restchlorgehalt von 10   mg/l   verbleibt.

   Der Restchlorgehalt wird in neuer Weise durch Hinzufügen von 21 Natriumbisulfiüauge nach der Reaktionsgleichung für Sulfitionen beseitigt. Nach dem bisher bekannten Verfahren müssten dem Abwasser zum Zweck der Chromatreduktion bedeutend mehr Eisen   (li) -   Verbindungen zugesetzt werden als nachstehend aufgeführt, wobei im vorliegenden Fall durch die chemische Bindung des verbliebenen, überschüssigen Chlors in einer Menge von 900 g zusätzlich etwa 540 1 Eisen-Hydroxydschlamm mit einem Wassergehalt von zirka   990/0   entstehen würden. 



   Für den Reduktionsvorgang kommt nun nach der Beseitigung des Restchlorgehaltes verbrauchte Salzsäurebeize mit einem Gehalt von 200   g/l   Eisen (II)-Chlorid zur Anwendung. Die dem cyanidfreien Abwasser in der Grössenordnung von 35 1 zugesetzte Salzsäurebeize bewirkt eine quantitative Reduktion bis zu einem Chromgehalt von unter   0, 1 mg/I erG +.   



   Der PH-Wert senkt sich durch die chemische Bindung von Hydroxyl-Ionen und durch den Anteil an freier Salzsäure aus der verbrauchten Salzs & urebeize auf etwa 8, 5, so dass nach den üblichen Einleitungsbedingungen eine nachträgliche Neutralisation entfällt. Das Abwasser wird der öffentlichen Vorflut zugeleitet, sobald der Absetzvorgang für die ausgefällten Metallhydroxyde abgeschlossen ist.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH : Verfahren zur Behandlung von cyanidischen und chromathaltigen Abwässern bei gemeinsamen An- EMI3.1 ähnl.gekennzeichnet, dass der nach der Cyanidoxydation verbliebene Chlorüberschuss durch wasserlösliche Reaktionsprodukte erzeugende Chemikalien, vorzugsweise durch schwefelige Säure, Thiosulfat, Sulfit und/oder Pyrosulfit, beseitigt wird, bevor die Reduktion der Chromate mit Eisen (II)-Verbindungen im alkalischen Bereich erfolgt.
AT494767A 1966-06-15 1967-05-26 Verfahren zur Behandlung von cyanidischen und chromathaltigen Abwässern AT272218B (de)

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