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Vorrichtung zum Ausschenken aromatischer Heissgetränke
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Ausschenken aromatischer Heissgetränke, insbesondere von Kaffee, aus Vorratsbehältern, bei welcher das im Vorratsbehälter unter Druck eines sauerstofffreien Gases aufbewahrte, kalte Getränk durch den Druck dieses Gases in einen geheizten
Zwischenbehälter geleitet, über ein Ventil das Gas abführt und schliesslich diesem Zwischenbehälter das heisse Getränk in praktisch gasfreiem Zustand unmittelbar entnommen wird, wobei sich das Aggregat zur Erwärmung des kalten Getränkes, der zur Zwischenspeicherung des erhitzten Getränkes dienende
Kessel sowie die Einrichtung zum Abführen der aus dem zugeführten Getränk beim Erhitzen entweichenden Gase im Inneren eines alle die Teile umschliessenden Gehäuses befinden.
Zum Ausschenken aromatischer Heissgetränke, wie beispielsweise von Kaffee, werden vielfach sogenannte Espresso-Maschinen verwendet, bei denen der Kaffee mit Dampf oder Heisswasser portionenweise zubereitet wird. Diese bekannten Geräte haben jedoch nur eine begrenzte Kapazität und sind daher für Stossbetrieb, wie beispielsweise in Theaterbuffets oder in Bahnhofswirtschaften, meistens nicht ausreichend. Es wurden auch andere Geräte vorgeschlagen, bei denen der Kaffee in grösseren Mengen auf Vorrat zubereitet, in einem Vorratsgefäss heiss gehalten und dann an Zapfhähnen in Tassen ausgeschenkt wird. Diese Geräte haben den wesentlichen Nachteil, dass der auf Vorrat zubereitete Kaffee unbrauchbar wird, wenn er innerhalb einer begrenzten Zeit nicht abgezapft wird.
Gerade in Bahnhofswirtschaften, Theater-Restaurationn und andern Gaststätten mit Stossbetrieb lässt sich aber die Menge des voraussichtlich zum Ausschank gelangenden Kaffees nicht vorher abschätzen. Infolgedessen entsteht bei sparsamem Betrieb in der Stosszeit ein Mangel an heissem Kaffee ; bei grosszügigem Betrieb muss damit gerechnet werden, dass am Ende der Theaterpause oder der Betriebszeit eine grössere Menge unverbrauchten Kaffees zurückbleibt. Dieser verliert aber nach einiger Zeit, beispielsweise über Nacht, den wesentlichen Teil seines Aromas, was sich insbesondere bei hochwertigen Kaffeesorten unangenehm bemerkbar macht.
Es ist aus der USA-Patentschrift Nr. 3, 261, 507 bereits bekannt, aus einem Vorratsbehälter unter dem Druck eines sauerstoff reien Gases aufbewahrte kalte Getränke in einen geheizten Zwischenbehälter zu leiten und dort ein Ventil anzuordnen, welches das Gas aus dem geheizten Zwischenbehälter ableitet. Bei dieser bekannten Anordnung kann es jedoch vorkommen, dass aus der Gas-Vorratsflasche das Gas entweicht, wenn im Vorratsgefäss die Flüssigkeitsmenge erschöpft ist, und daher keine kalte Flüssigkeit durch Gasdruck in den geheizten Zwischenbehälter gefördert werden kann ; dann wird das im Vorratsbehälter enthaltene Kohlendioxydgas durch das Ventil in die freie Atmosphäre austreten und der Kohlensäure-Vorrat unnütz verlorengehen.
Nach der Erfindung werden nun bei Ausschankvorrichtungen der eingangs beschriebenen Art für aromatische Heissgetränke diese erwähnten Nachteile in einfacher, verlässlicher Weise dadurch vermindert, dass der in einen, das Heizaggregat enthaltenden Metallblock eingebettete Speicherkessel für das erhitzte Getränk mit einem zur Abführung des sauerstofffreien Gases dienenden Entlüftungsventil versehen ist, welches durch Schwimmersteuerung bei Absinken des Flüssigkeitsspiegels unter einen ersten vorgegebenen Wert zunächst geöffnet und bei weiterem Absinken unter einen zweiten vorgegebenen Wert wieder geschlossen wird. Das heisse Getränk wird dabei in praktisch gasfreiem
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Zustande unmittelbar dem geheizten Behälter entnommen.
Im praktischen Betrieb hat sich gezeigt, dass hiebei das kalte Getränk im Vorratsbehälter über lange Zeit, beispielsweise mehrere Monate, ohne Verlust an Aroma und Geschmack gespeichert und bei Bedarf kurzfristig mit vollem Aroma und gutem Geschmack als Heissgetränk gezapft werden kann.
Es ist zweckmässig, wenn der Speicherkessel einen Deckel besitzt, an welchem das zur Abführung des sauerstofffreien Gases dienende Entlüftungsventil sowie der dieses Ventil steuernde Schwimmer befestigt sind.
Vorteilhafterweise ist die Heizvorrichtung in einen Metallblock eingebettet, in dem sich auch eine Rohrschlange befindet, durch welche das zu erwärmende Getränk einem Vorratskessel zur Zwischenspeicherung des Heissgetränkes zugeführt wird. Da der Metallblock infolge natürlicher Abkühlung aussen etwas kühler ist als innen, durchläuft das zugeführte Kaltgetränk zuerst die vom Vorratskessel weiter entfernten Zonen des Metallblocks, bevor es dem Kessel zugeführt wird.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Ausschankvorrichtung veranschaulich. Die Figur zeigt einen Längsschnitt durch eine zum Ausschank von heissem Kaffee besonders geeignete Ausführungsform. Diesem Ausschankgerät wird der kalte Kaffee von dem (nicht dargestellten) Vorratsbehälter über die Rohrleitung --5'-- zugeführt, und er gelangt nach Durchlaufen einer Rohrschlange --13-- in heissem Zustand aus der Öffnung --17-- in das Innere des als Zwischenbehälter dienenden, allseits geschlossenen Kessels-18-. Die Rohrleitung --13-- ist ebenso wie die elektrische Heizspirale --20-- in einen Aluminiumgusskörper --19-- eingegossen,
welcher in direktem Kontakt mit dem Kessel --18-- ist. Unterhalb der Öffnung --17-- befindet sich ein Prallblech welches dazu dient, den bei --17-- austretenden heissen Kaffeestrahl über eine grössere Fläche zu verteilen und dadurch das Austreten des Kohlendioxyds zu erleichtern. Der Kessel --18-- ist oben durch einen ovalen Deckel --22-- abgeschlossen, welcher sich durch Drehen in bekannter Weise wie ein Mannlochdeckel herausnehmen lässt. An dem Deckel ist ein Schwimmer --23-- befestigt, der das zum Abführen des Kohlendioxyds dienende Ventil-24steuert.
Eine Rohrleitung --25-- führt vom Boden des Kessels --18-- zum Zapfventil --11-- ;
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einem Schutzgehäuse aus wärmeisolierendem Material, beispielsweise Asbest, umgeben. Dieses Schutzgehäuse besteht im wesetlichen aus einer Bodenplatte --30-- mit hochgezogenem zylindrischem Rand-31-und einer Abdeckhaube-32--. Diese und der zylindrische Rand enthalten Öffnungen für die notwendigen Leitungen. Dieses Schutzgehäuse wird in entsprechendem
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Eine in der Zeichnung nicht dargestellte Temperatursteuerung sorgt dafür, dass der Kaffee im Vorratsbehälter jeweils auf einer bestimmten Temperatur, beispielsweise zwischen 90 und 95 C, gehalten wird.
Das Gerät arbeitet folgendermassen :
Mit Beginn der Erwärmung in der Heizschlange --13-- beginnt sich bereits das Gas aus der Flüssigkeit zu entbinden, so dass aus der Öffnung --17-- Flüssigkeit und Gas austreten. Bei der Entnahme einer Flüssigkeitsmenge aus dem Zapfhahn --26-- fällt im Kessel --18-- der Flüssigkeitsspiegel um den Gasanteil, der freigeworden ist. Sinkt dabei der Flüssigkeitsspiegel unter einen vorgegebenen Wert, öffnet der Ventilstössel--34--durch das Fallen des Schwimmers--23-- die obere Öffnung --35-- im Ventil --24--, und Gas entweicht aus dem Kessel--18--. Der freiwerdende Raum wird wieder durch zufliessende Flüssigkeit und Gas erfüllt.
Durch diese Möglichkeit des Gasaustrittes aus dem Fessel-18-bei knapp unter dem Siedepunkt liegenden Temperaturen wird die völlige Entbindung der Kohlensäure aus dem Getränk erreicht.
Sollte das Vorratsgefäss leer werden und Kohlendioxydgas aus der Flasche ungehindert in den Kessel --18-- strömen können, dann hat sich inzwischen der Schwimmer--23--so weit gesenkt, dass der vom Vetilstössel --34-- betätigte Ventilkörper --36 das Ventil schliesst, indem der Ventilkörper auf seinen Sitz gesenkt wird. Die Grösse des Ventils bzw. der Querschnitt, auf welchen der Gasdruck wirken kann, ist hier derart bemessen, dass die vom Gas ausgeübte Kraft mit Sicherheit geringer ist als die den Ventilkörper auf seinen Sitz drückende Kraft, welche im wesentlichen durch das Eigengewicht des Schwimmers bestimmt ist.
Es kann also kein Gas aus der Kohlendioxyd-Vorratsflasche entweichen, wenn die Flüssigkeitsmenge des Kaffee-Vorratsgefässes erschöpft ist.
Die Erfindung ist vor allem für den Ausschank von heissem Kaffee nützlich, kann jedoch sinngemäss auch für den Ausschank anderer aromatischer Heissgetränke, z. B. Tee, benutzt werden.