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Schuhboden
Eine Vielzahl von Schuhen, Sandalen, Gesundheitssandalen usw. haben ein gut geformtes Fussbett.
Zum Teil bestehen die Fussbetten aus Kork oder Holz mit Leder oder Kunststoffen überzogen. Auch Moosgummi gepolsterte Fussbetten werden oft verwendet. Bei Wander- und Kletterschuhen finden sich auch wabenartige Hohlräume in der Klettersohle, um griffiger auftreten zu können, ohne jedoch auf das Fussbett zu wirken. Gymnastikschuhe sind auch mit Rollen, Rillen oder mit Gummiköpfchen versehen, die über das ganze Fussbett verteilt sind. Auch Sandalen mit Holzfussbett sind sehr verbreitet.
Kunststoffsandalen werden auch mit perforierter Fussbettoberfläche, welche auf zapfenartige Erhöhungen der Sohle aufgeklebt sind und so von unten her Luft an die Fusssohle heranlassen, erzeugt.
Eine Zahl Schuhmodelle, welche mit durch Druck verlagerbaren Medien gefüllt sind, sind bekannt, doch haben sich diese nicht richtig durchsetzen können. Alle aufgezählten Variationen von Fussbetten sind mehr oder weniger eine Annäherung an die natürlichen Bedingungen beim Barfussgehen auf weichen Naturböden, wie Wiesen, Erde oder Sandstrand usw., um den Fuss vor Haltungsschäden zu bewahren.
Die Vorgänge beim Gehen während des Abrollens des Fusses auf weichem Untergrund und die Arbeit der Fussmuskulatur sind kompliziert und erfassen alle Fussmuskeln, wie es bei harter Unterlage oder nicht abbiegbaren Schuhsohlen kaum der Fall ist. Die bekannten Schuhe bieten deshalb keinen Ersatz für die natürlichen Bedingungen zur Gesunderhaltung des Fusses.
Der grundsätzliche Unterschied zwischen den Bedingungen unter welchen der Fuss seine Arbeit auf weicher oder harter Unterlage leistet, besteht darin, dass dieser beim bekannten Schuh auf einem vorgeformten, meist hartem Fussbett abrollen muss. Bei einem Fussbett aus Moosgummi werden nur die Stellen, welche druckbelastet sind, zusammengedrückt, ohne jedoch eine unterstützende Wirkung durch Verlagerung des Fussbettinhaltes zu erreichen. Die Erfindung stellt sich die Aufgabe einen Schuhboden so auszubilden, dass die vorstehend aufgezeigten Nachteile bei Benutzung eines Schuhes vermieden werden. Der Schuhboden, der aus einer Laufsohle und aus einer mit der Laufsohle verbundenen Fussbettsohle besteht, die ein aus elastischem Material z. B.
Gummi hergestellter Hohlkörper ist, der mit einem bei Einwirkung eines Druckes verlagerbaren Medium gefüllt ist, ist erfindungsgemäss dadurch gekennzeichnet, dass der mit der Fusssohle in Berührung kommende Teil des Hohlkörpers unterschiedliche Wandstärken aufweist und dass die Laufsohle im Bereich der Zehenwurzelnn mit einem quer zur Längsachse der Sohle angeordneten Scharnier versehen ist.
Durch die erfindungsgemässe Ausbildung des mit der Fusssohle in Berührung kommenden Teiles des Hohlkörpers ist es beim Gehen möglich dem Fuss die notwendige Stütze zu geben. Es werden nämlich an den Stellen, wo die Wandstärke gegenüber dem umliegenden Bereich geringer ist, das Medium durch den Druck des Fusses den geschwächten Teil des Hohlkörpers nach aussen in Richtung zum Fuss drücken und somit diesen unterstützen. Stellen, wo die Stärke des Hohlkörpers geschwächt ist, sind z. B. der Bereich des Fussgewölbes und der Bereich zwischen dem Ballen und den Zehenspitzen.
Die Verwendung eines verlagerungsfähigen Mediums im Zusammenwirken mit der besonderen Ausbildung des mit der Fusssohle in Berührung kommenden Teiles des Hohlkörpers bewirken beim Gehen jene Gestaltgebung des Hohlkörpers, die beim Barfussgehen auf lockerem Sand od. dgl. gegeben ist. Daher ist mit dem erfindungsgemässen Schuhboden, der natürliche Bewegungsablauf des Fusses gegeben. Um die Bewegung des Fusses nicht zu behindern, ist die Laufsohle im Bereich der
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Zehenwurzeln mit einem quer zur Längsachse der Sohle zugeordneten Scharnier versehen. Alle konvexen und konkaven Teile der Fussbettsohle, Wölbungen und Vertiefungen, werden so aus dem belasteten Hohlkörper bei jedem Schritt neu geformt. Die Verformung endet erst, wenn der Fuss ruhig steht oder das Fussbett verlassen hat.
Dadurch werden bei jedem Schritt alle Muskelgruppen des Fusses, wie Zehen, Fussgewölbe, Fersen und Ristmuskeln usw. zur Arbeit veranlasst oder reflektorisch bewegt.
Durch den alle Muskelgruppen erfassenden Bewegungsablauf ist eine gute Durchblutung gegeben. Der erfindungsgemässe Schuhboden entwickelt die Fussmuskulatur ; es werden daher die Bänder entlastet und Haltungsschäden verhindert oder gebessert. Bei Naturvölkern wurden Haltungsschäden des Fusses hauptsächlich dort festgestellt, wo Menschen einen Grossteil ihrer Bewegung auf harten Böden, wie Fels, Stein od. ähnl. harten Böden, ausführen. Hingegen haben Menschen, welche viel barfuss oder mit einfachen Schuhen auf verformbarem Boden zu tun haben, sehr gut ausgebildete Füsse ohne jegliche Haltungsschäden.
Bei serienmässiger Erzeugung ist es möglich, die Fussbettsohle mit der Laufsohle in einem Stück herzustellen oder dieses auf die Sohle aufzuvulkanisieren. Die Oberseiten von Fussbettsohlen aus Gummi oder Kunststoff werden mit hautfreundlichen, die Fusssohle massierenden überzügen versehen (Leder oder Gewebe aus textilem Material).
Für alle Menschen, welche durch ihre Tätigkeit gezwungen sind wenig zu gehen oder sich meist auf harten Flächen bewegen (Beton, Pflaster) wird die Erfindung von Nutzen sein.
Zur Herstellung des Hohlkörpers werden zwei der Grundrissgestalt des Fusses entsprechende Zuschnitte aus dehnbarem Material, z. B. Gummi oder Kunststoff, an ihren Rändern verbunden, sodann wird der Hohlraum mit einem Gas, oder einer Flüssigkeit, oder mit einem pulverisierten festen Stoff oder mit einem Gemisch aus flüssigem und festem Medium gefüllt. Hiezu weist der Hohlkörper eine Füllschraube, ein Ventil od. dgl. auf, wobei die Füllschraube, das Ventil od. dgL an der Oberseite oder an der Randfläche des Hohlkörpers befestigt ist. Die so hergestellte Fussbettsohle wird mit der Laufsohle durch Vulkanisation verbunden. Es ist aber auch möglich den Hohlkörper mit der Laufsohle aus einem Stück herzustellen.
Der so gebildete Schuhboden kann fussseitig mit einem hautfreundlichen, die Fusssohle massierenden überzug aus Leder oder Gewebe aus textilem Material überzogen sein.