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Knüpffadeneinheit zur Anfertigung von Textilien mit eingeknüpftem Flor
Die Erfindung bezieht sich auf eine Knüpffadeneinheit zur Anfertigung von Textilien mit eingeknüpftem Flor, z. B. von Teppichen, in welcher Einheit die Knüpffadenstücke parallel und im Abstand nebeneinanderliegend an beiden Enden festgehalten sind.
Es sind Knüpffadeneinheiten dieser Art bekannt, bei denen unter anderem auf einem starren, aus zwei einen Abstand miteinander bildenden Leisten bestehenden Träger ein Faden schraubenlinienförmig aufgewickeltwird und die einzelnen Fadenschlingen nachträglich zwischen den Leisten miteinander verbunden und dann oben und unten aufgeschnitten werden. Hierauf kann die Einheit von dem Träger zur Weiterverarbeitung abgenommen werden.
Es ist ferner ein Florband bekannt, bei dem die einzelnen Florfäden mit querliegenden Verbindungfäden auf einer besonderen Knüpfvorrichtung verbunden werden müssen. Diese bekannten Knüpffadeneinheiten müssen in langwierigen und oft komplizierten Verfahren hergestellt werden und leiden durchwegs unter dem Mangel, dass sie nicht mit mechanischen Mitteln, z. B. zur Herstellung von Teppichen, in das Trägergewebe eingearbeitet werden können ; sie dienen lediglich der Handverarbeitung.
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Einknüpfen in ein Trägergewebe, eignet.
Die Lösung dieser Aufgabe besteht erfindungsgemäss darin, dass zum Festhalten der Enden der Fadenstücke Einfassbänder vorgesehen sind, deren zwischen den Enden der einzelnen Knüpffadenstücke liegende Bereiche miteinander verbunden, insbesondere verklebt sind, wobei die Enden der Knüpffadenstücke frei von Klebstoff od. dgl. und nur durch Klemmung gehalten sind. Die Knüpffadenstücke können dabei nach Art einer Leiter angeordnet sein.
In einem andern Fall sind die Knüpffadenstücke in U-ähnliche Form gebogen und mit einem gemeinsamen, gleichzeitig beide Enden der Knüpffadenstücke erfassenden Einfassband verbunden.
In besonderer Ausbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass zwischen aufeinanderfolgenden Knüpffadenstücken oder Gruppen von Knüpffadenstücken ein oder mehrere Felder freigelassen sind.
Schliesslich kann man noch vorsehen, dass jedes Einfassband eine Lochreihe aufweist, von der jedes Loch zwischen je zwei benachbarten Knüpffadenstücken liegt.
Die erfindungsgemässe Knüpffadeneinheit kann so hergestellt werden, dass zunächst eine Fadenkette mit Einfassbändern, die gegenüber den normalen die doppelte Breite haben, hergestellt und alsdann diese Fadenkette längs der Mittellinien der Einfassbänder zerschnitten wird, womit sich Einfassbänder normaler Ausführung ergeben. Anderseits kann man zunächst einen Doppelfadenstreifen mit Knüpffadenschlaufen zu beiden Kanten des doppelt breit gehaltenen Einfassbandes herstellen und dann längs der Mittellinie des Einfassbandes dieses in zwei Streifen aufschneiden.
Die erfindungsgemässe Knüpffadeneinheit kann mittels einer mechanischen Vorrichtung in einem
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überraschend einfachen Verfahren zur Herstellung von Teppichen und sonstigen mit Knüpffäden besetz- ten Gegenständen verwendet werden. Gegenüber der Verwendung eines Knüpfhakens, mit dem von Karo zu Karo des Gittergewebes jeweils nacheinander nur ein einziger Knüpffaden eingeknüpft werden kann, wird eine bedeutende Verringerung der Arbeitszeit für den einzelnen Gegenstand erreicht.
In den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes dargestellt, u. zw. zei- gen : Fig. l ein an sich bekanntes Gittergewebe, Fig. 2 eine Draufsicht auf einen Wandteppich, der mit einem solchen Gittergewebe hergestellt ist, Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie III-III und Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie IV-IV in Fig. 2.
Fig. 5 schaubildlich einen Knüpffaden (Florfaden) mit dem hier benutzten Knoten, Fig. 6 einen Ausschnitt eines Gittergewebes mit einem in dieses eingeknüpften Knüpf- faden, Fig. 7 eine Knüpffadeneinheit, Fig. 8 eine Stirnansicht der Knüpffadeneinheit nach Fig. 7, Fig. 9 eine Kette, die noch in Knüpffadeneinheiten gemäss den Fig. 7 und 8 aufzuschneiden ist, Fig. 10 in schaubildlicher Darstellung ein gefalztes, einstückiges Einfassband für die Knüpffadeneinheit, Fig. 11 eine Knüpffadeneinheit entsprechend Fig. 7, jedoch mit durchlaufenden Numerierungen und Perforationen auf ihren Einfassbändern, Fig. 12 eine Knüpffadeneinheit, die unter anderem zur Darbietung einzelner Knüpffäden bestimmt ist, Fig. 13 eine abgewandelte Ausführung der Knüpffadeneinheit, Fig. 14 ein Einfassband aus zwei Teilbändern vor der Verarbeitung, Fig.
15 in Seitenansicht ein Hilfsgerät zur Herstellung von Knüpffadeneinheiten, insbesondere mit Einfassbändern nÅach Fig. 14, Fig. 16 in Seitenansicht ein Hilfsgerät zur Vorbereitung des einen Teilbandes-eines zweiteiligen Einfassbandes und Fig. 17 in Seitenansicht ein Hilfsgerät zur Herstellung von Knüpffadeneinheiten, insbesondere mit einem Einfassband nach Fig. 16.
Allgemein gesehen, dient die Erfindung dazu, Knüpffäden (auch"Florfäden"genannt) an dargebotenen Tragfäden, insbesondere an die Schussfäden (oder Kettenfäden) eines Gittergewebes, anzuknüpfen. Durch mehrfache Wiederholung erhält man, wenn die Trägfäden unter sich verbunden sind, wie z. B. beim Gittergewebe (Stramin) durch die Kettenfäden, ein Flächengebilde. Man kann dieses je nach der Ausdehnung und der Art der verwendeten Stoffe als Brücke, als Bodenteppich oder Wandteppich verwenden, oder auch zur Herstellung von Kissen, Taschen und sonstigen Waren benutzen. Für die Knüpffäden ist unter anderem Garn aus Wolle, Baumwolle, Hanf, aus Seide, aus synthetischen Stoffen usw. verwendbar. Entsprechendes gilt für das Gittergewebe oder die sonstige Unterlage, in welche die Knüpffäden eingeknüpft werden.
Im folgenden sei angenommen, es handle sich beispielsweise um die Herstellung eines Wandteppichs.
Als Tragbahn werde ein Gittergewebe --1-- gemäss Fig.1 verwendet, z.B. ein handelsüblicher Stramin. Nach Fig. 1 bestehen die Fäden -- 2 -- der einen Richtung - sie seien, ohne Rücksicht auf die Herstellungsart,'hier als die Schussfäden bezeichnet-aus je zwei nebeneinanderliegenden Teilfäden ;
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Die Fig. 2 bis 4 zeigen einen Wandteppich-4-, der in der rahmenförmigen Zone -- 5 -- einen weissen Flor, in der rechteckigen Zone-- 6- einen schwarzen Flor und in der rechteckigen Zone -- 7 -einen gelben Flor besitzen möge. Um einen solchen Teppich herzustellen, sind in ein Gittergewebe gemäss Fig. 1 Knüpffäden (Florfäden) entsprechender Farben einzuknüpfen.
Das einzelne Knüpffadenstück --8-- wird mit einem Knoten der in den Fig. 5 und 6 gezeigten Art in das Gittergewebe eingeknüpft, vorzugsweise an den jeweiligen Schussfaden, welcher in Fig. 5was auch in der Praxis möglich ist-als ein Einzelfaden --9-- dargestellt ist. Das eingeknotete Knüpffadenstück --8-- bildet mit seinen freien Enden -- 8a -- die Florenden oder Florparten, sein Mittelteil auch die "Bucht" genannt, wird oder ist bereits zum Knoten geschlungen.
Erfindungsgemäss werden-es bedeutet dies eine wesentliche Vereinfachung bei der Verarbeitungdie Knüpffadenstücke in Form einer Knüpffadeneinheit, z. B. gemäss den Fig. 7 und 8, vorbereitet und dargeboten. Bei einer solchen Knüpffadeneinheit sind eine Anzahl Knüpffadenstücke in einem der Knüpf- vorrichtung und dem Gittergewebe entsprechenden gegenseitigen Abstand (Teilung) zu einer Einheit zusammengefasst, u. zw. durch je ein Einfassband, z. B. in Gestalt eines Doppelbandes, an jedem Ende der Knüpffadenstücke-8-, beim Ausführungsbeispiel durch das Einfassband-10-, mit den beiden
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klemmt sind.
Die Teilbändern-11 und 12-sind also an den Stellen-- 10a-und die Teilbänder - 14 und 15-- an den Stellen --13a-- miteinander verbunden, im Sinne der Herbeiführung der erwähnten Klemmwirkung. Es wird somit verhindert, dass sich an den Knüpffadenstücken --8-- Klebstoff ansetzt.
Die Knüpffadeneinheit gemäss den Fig. 7 und 8 kann einzeln hergestellt werden, vorzugsweise als Vorratsstreifen grösserer Länge, von dem dann die jeweils benötigten Abschnitte abgetrennt werden.
Ausserdem wird es sich in der Regel empfehlen, von Fäden grösserer Länge oder von laufend, wenn auch schrittweise, zugeführten Fäden auszugehen und diese Fäden in Abständen, die der Länge des einzelnen Knüpffadenstückes (z. B. 7 bis 13 cm) entsprechen, beiderseits durch Bänder miteinander zu verbinden, u. zw. durch Bänder, die die doppelte Breite der Blander-11, 12 und 14, 15-nach Fig. 7 haben. Man erhält so eine Kette entsprechend Fig. 9.
Dieses Gebilde wird alsdann in der Querrichtung durch die Mittellinien der Bandpaare hindurch zerschnitten, womit man Knüpffadeneinheiten erhält, die mit den in Fig. 9 verwendeten Bezugszeichen jeweils aus Knüpffadenstücken-8-mit den sie zusammenhaltenden Teilbändern-11, 12 und 14, 15 -- weiterhin mit den Tellbändern--lla, 12a und 14a, 15a--, ferner mit den Teilbändern-llb, 12b und 14b, 15b-usw. bestehen.
Die beschriebenen Ausführungen der Knüpffadeneinheiten lassen sich nach mancher Richtung hin
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gemäss Fig. 10 ersetzt werden, das längs seiner Mittellinie gefalzt und sattelförmig um die Enden der Knüppfadenstücke --8-- herumgelegt wird. Für das Verkleben oder Verschweissen der beiden Schenkel des Einfassbandes in den Zonen zwischen den Knüpffadenstücken gilt das zur Ausführung nach den Fig. 7 und 8 Gesagte.
Stellt man zunächst eine Kette gemäss Fig. 9 her, so ist naturgemäss das Einfassband nach Fig. 10 nicht zu verwenden, es sei denn am einen Ende der ersten und am einen Ende der letzten Knüpffadeneinheit einer solchen Kette.
Es kann vorteilhaft sein, die Einfassbänder der einzelnen Knüpffadeneinheit mit einer fortlaufenden Zahlenreihe zu versehen, entsprechend der Teilung, in der die Knüpffadenstücke -- 8 -- aufeinander- folgen. Ein Ausführungsbeispiel dieser Art ist in Fig. 11 gezeigt. Die hier wieder mit-10 und 13bezeichneten Einfassbänder (entsprechend Fig. 7 oder 10) tragen je eine fortlaufende Zahlenreihe, beginnend mit der Zahl 1. Jedem Knüpffadenstück ist eine Zahl der Zahlenreihe zugeordnet. Es wird dadurch erleichtert, von einem z. B. zu einer Rolle aufgewickelten Vorratsgarnstreifen Abschnitte bestimmter Länge oder, was das gleiche ist, Abschnitte mit einer vorbestimmten Anzahl von Knüpffaden- stücken abzutrennen.
Bei dem Wandteppich nach Fig. 2 haben z. B. die Zonen-6 und 7-durchgehend je die gleiche Breite. Es werden also fortlaufend für die Zone -- 6 -- und entsprechend für die Zone --7-- von Zeile zu Zeile Knüpffadeneinheiten mit der stets gleichen Anzahl von Knüpffadenstücken benötigt. Hat man festgestellt, dass z. B. für die Zone -- 6 -- Streifen mit 25 Knüpffadenstftcken benötigt werden, so kann man solche Abschnitte allein auf Grund der aufgedruckten Zahlenreihe von dem Vorratsgarnstreifen leicht abtrennen. An sich genügt es, wenn nur das eine der beiden Einfassbänder eine solche Zahlenreihe trägt.
Kommen für die Verarbeitung Knüpffadeneinheitenmithöchstens 99 (oder 150) Knüpffadenstükken in Betracht, so kann es sich empfehlen, bei längeren Vorratsstreifen die Zahlenfolge nach der Zahl 99 (oder 150) immer wieder mit der Zahl 1 beginnen zu lassen.
Wie im folgenden noch näher beschrieben ist, werden für die einzelnen zu knüpfenden Teile die Knüpffadeneinheiten oder-abschnitte an einer Hakenleiste aufgehängt. Da man an Stelle von Haken
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die Einfassbänder der Knüpffadeneinheiten mit einer Lochreihe versehen, deren Löcher-lOd und 13djeweils in der Mitte zwischen den aufeinanderfolgenden Knüpffadenstücken liegen. Versieht man die Aufhängeleiste mit Stiften, die dem Durchmesser der Löcher --10d und 13d -- entsprechen, so lässt sich an solchen Stiften auch ein Abschnitt einer Knüpffadeneinheit aufhängen, der nur ein einziges Knüpffadenstück enthält und bei dem somit die Einfassbandfahnen am linken und am rechten Ende je eineAusnehmung entsprechend einer halbenLochfläche aufweisen.
Dies setzt voraus, dass-wie es sinnvoll ist-die Abschnitte von einer Knüpffadeneinheit gemäss Fig. 11 jeweils auf den gestrichelt einge- zeichneten Linien abgetrennt werden, also durch die Mitte der jeweiligen Lochfläche hindurch. Die Lö-
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-bänder eine gewisse Steifigkeit, so lässt sich auch ein Abschnitt einer Knüpffadeneinheit mit einem ein- zigen Knüpffadenstück gut an der Aufhängeleiste anbringen.
Eine andere Lösung für das Aufhängen eines Abschnittes mit einem einzigen Knüpffadenstück ergibt sich, wie noch beschrieben wird, aus Fig. 12.
Bei weniger einfachen Mustern oder auch sonst kann es vorkommen, dass an einzelnen Stellen nur ein Abschnitt mit einem einzigen Knüpffadenstück bestimmter Farbe benötigt wird.
Wollte man einen solchen Abschnitt - weil etwa eine Knüpffadeneinheit gemäss Fig. 11 nicht zur
Verfügung steht oder die Aufhängeleiste sich für einen solchen Abschnitt nicht eignet-von einer nor- malen Knüpffadeneinheit der betreffenden Farbe abschneiden, so liesse sich dieser Abschnitt in der Regel nicht gut an der Aufhängeleiste der Knüpfvorrichtung anbringen. Vielmehr ist es im allgemeinen notwendig, dass zu beiden Seiten des einzigen Knüpffadenstückes sich längere Flügel des Einfassbandes vor- finden. Für diesen Zweck - aber noch mehr für die unten beschriebene Verwendungsweise - kann man
Knüpffadeneinheiten anfertigen und bereithalten, bei denen zwischen den einzelnen Knüpffadenstücken jeweils ein oder mehrere Teilungsfelder freigelassen sind.
EinAusführungsbeispiel dieser Art ist in Fig. 12 gezeigt. Die Knüpffadenstücke sind wieder mit-8und die Einfassbänder mit-10 und 13-bezeichnet. Die Teilungsfelder, von denen bei normalen Knüpffadeneinheiten jedes ein Knüpffadenstück enthält, sind in Fig. 12 durch gestrichelte Linien gegeneinander abgeteilt. Bei der Knüpffadeneinheit-a-nach Fig. 12 ist zwischen aufeinanderfolgenden Knüpffadenstücken-8-jeweils ein Teilungsfeld freigelassen. Es ist also gegenüber der normalen Knüpffadeneinheit, bei der jedes Teilungsfeld mit einem Knüpffadenstück besetzt ist, jedes zweite Knüpffadenstück fortgelassen.
Numeriert man bei normalen Knüpffadeneinheiten die aufeinanderfolgenden Knüpffäden mit 1, 2, 3, 4, 5 usw., so sind bei der Knüpffadeneinheit-a- nach Fig. 12 das zweite, das vierte, das sechste, das achte Knüpffadenstück usw. fortgelassen. Die Knüpffadeneinheit - b-nach Fig. 12 zeigt gegenüber der Einheit-- a -- lediglich die Abwandlung, dass zwischen zwei aufeinanderfolgenden Knüpffadenstücken-8-, bezogen auf die normale Knüpffadeneinheit, jeweils zwei Knüpffadenstücke fortgelassen sind.
Numeriert man die Teilungsfelder durch (gemäss der normalen Einheit), so sind also bei der Knüpffadeneinheit-- b- nach Fig. 12 die Felder -- 2, 3 --, dann wieder die Felder-5, 6-, die Felder-8, 9-"-usw. von Knüpffadenstücken frei. Man kann die Abwandlungen fortsetzen ; man kann also entsprechend Fig. 12 auch Knüpffadeneinheiten herstellen, bei denen zwischen zwei aufeinanderfolgenden Knüpffadenstücken, immer bezogen auf die Teilung der normalen Einheit - nicht nur zwei, sondern drei oder vier oder noch mehr Teilungsfelder frei von Knüpffadenstücken gelassen sind.
Geht es nur darum, eine Knüpffadeneinheit zu schaffen, von der man jeweils einen gut aufzuhängenden Abschnitt mit einem einzigen Knüpffadenstück abtrennt, so eignet sich dafür gut die Einheit - a-nach Fig. 12. Die Knüpffadeneinheiten nach Fig. 12 ermöglichen aber noch eine andere, sehr vorteilhafte Verwendungsweise. Es kommt bei der Herstellung von Teppichen und sonstigen Gegenständen vor, dass die jeweils zu knüpfende Zeile auf der ganzen Länge oder auf einem Teil der Länge "me- lierf ausgeführt werden soll. Das bedeutet, dass hier von Karo zu Karo oder-anders gesagt-von Teilfeld zu Teilfeld nach einem Knüpffadenstück der einen Farbe (z. B. schwarz) ein Knüpffadenstück einer andern Farbe (z. B. gelb) folgt, und dass sich dies für den betreffenden Abschnitt laufend wiederholt.
Nimmt man gemäss diesem Beispiel für die sich abwechselnden Farben der aufeinanderfolgenden Knüpffadenstücke schwarz und gelb, so hängt man zum Knüpfen der betreffenden Zeile oder des betreffenden Zeilenabschnittes eine Knüpffadeneinheit der in Fig. 12 bei-a-gezeigten Art auf, u. zw. mit schwarzen Knüpffadenstücken, und ausserdem gegenüber der ersten um eine Teilung versetzt, eine Knüpffadeneinheit derselben Art, die jedoch nur gelbe Knüpffadenstücke enthält ; diese gelben Knüpffadenstücke stehen dann-in der Vorderansicht - in den Lücken der ersten Knüpffadeneinheit. Es folgen so-beide Knüpffadeneinheiten zusammen gesehen-nacheinander im Abstand der Knüpffadenstücke normaler Einheiten (s.
Fig. 7) eine schwarze Einheit, eine gelbe, dann wieder eine schwarze, darauf eine
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ben meligere* zu knüpfen, sehr vereinfacht.
Es ist leicht zu ersehen, dass man mit der Knüpffadeneinheit -- b -- der Fig. 12 drei Farben melieren kann, indem man-jeweils gegeneinander um eine Teilung versetzt - an der Aufhängeleiste eine Knüpffadeneinheit mit der ersten Farbe, dann eine Einheit mit der zweiten Farbe und darüber eine Einheit mit der dritten Farbe aufhängt. In der Zeile folgen dann-sich wiederholend-diese drei Farben aufeinander, z. B. die drei Farben schwarz, gelb, weiss. Man kann, wie zu Fig. 12 schon erläutert ist, in der Knüpffadeneinheit den Abstand aufeinanderfolgender Knüpffadenstücke noch vergrössern, mit dem
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Ergebnis, dass man alsdann einen Zyklus mit vier oder noch mehr Farben erreichen kann.
Es lassen sich auch Knüpffadeneinheiten herstellen, bei denen im normalen Abstand Knüpffadenstücke unterschiedlicher Farben in einem bestimmten, sich wiederholenden Zyklus aufeinanderfolgen, z. B. mit den Farben schwarz, gelb, weiss. Demgegenüber bietet die Ausführung nach Fig. 12 den Vorteil, dass man für"Melierungen"die Farben aus vorrätigen Knüpffadeneinheiten, die je nur Knüpffadenstücke einer einzigen Farbe aufweisen, beliebig zusammenstellen kann.
Bei der Herstellung der Knüpffadeneinheit kann man das einzelne Knüpffadenstück-8-auch zu einer haarnadelförmigen Schleife (zu einer"Bucht") zusammenlegen und die Schleifenenden einer Anzahl solcher Knüpffadenstücke zwischen einem einteiligen oder zweiteiligen Einfassband einklemmen, indem man die Bandteile in den Zwischenräumen zwischen den Enden benachbarter Knüpffadenstücke miteinander verbindet, wie das an Hand der Fig. 7 und 8 beschrieben ist.
Ein Ausführungsbeispiel ist in Fig. 13 gezeigt. Die Knüpffadenstücke sind hier wieder mit-8- bezeichnet, sie sind zwischen den beiden Teilbändern-17 und 18- gehalten, die ihrerseits hiezu in den Bereichen --17a-- miteinander verbunden sind.
Die Knüpffadeneinheiten können von Hand, aber auch halbselbsttätig oder vollselbsttätig hergestellt werden. Anden Fig. 14 bis 17 seien einige Möglichkeiten der Herstellung erläutert.
Nach Fig, 14 wird ein Einfassband benutzt, das aus zwei Teilbändern, dem Band -- 20 -- und dem Band -- 21 -- besteht, Es ist hier daran gedacht, dieses Einfassband für eine Kette gemäss Fig. 9 zu benutzen ; somit ist das aus den Teilbänden --20 und 21 -- bestehende Einfassband später längs der Mittellinie durchzuschneiden, wie dies in Fig. 9 erläutert ist. Jedes Teilband weist darum zu beiden Seiten
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aus einer dünnen Pappe gebildet ist. Der Klebstoff der Klebstoffbahnen --20a, 20b -- sowie --21a und 21b -- ist ein sogenannter Kontaktkleber, also ein Klebstoff, der erst klebwirksam wird, wenn er mit demselben Klebstoff oder einem Klebstoff derselben Art in Berührung (in"Kontakt") gebracht wird.
Hiebei ist zu beachten, dass ein solcher Klebstoff nach dem Auftragen nur innerhalb der sogenannten "offenen Zeit" (z. B. 20 bis 30 min) klebwirksam ist. Es müssen also die beiden Teilbänder --20 und 21 -bis zum Ablauf von 20 bis 30 min nach dem Aufbringen des Kontaktklebstoffes miteinander in Kontakt gebracht und dadurch miteinander verbunden werden.
Die beiden Klebstoffbahnen des einen Teilbandes und die des andern haben die gleiche Lage zur Mittellinie des einzelnen Teilbandes und vorzugsweise auch die gleiche Breite, so dass beim kantengerechten Aneinanderlegen der beiden Teilbänder die Klebstoffbahnen-20a, 20b-mit den Klebstoff-
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-- 21a. 21b -- vollfadenstücke -- 8 -- dies nicht verhindern.
Entsprechend der Darstellung nach den Fig. 7 und 8 oder nach Fig. 9 werden die einzuklemmenden Enden (Fig. 7 und 13) oder Zonen (s. Fig. 9) der Knüpffadenstücke -- 8 -- in der vorgegebenen Teilung zwischen die-mit den Klebstoffseiten einander zugewandten - Teilbänder -- 20 und 21-gelegt und alsdann auf einem Arbeitstisch -- 22 -- oder einer Walze unter einer drehbar gelagerten Nutenwalze - 23 -- hindurchgeleitet. Die Nuten --23a-- am Umfang der Nutenwalze --23-- sind im Profil und
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8 -- unddieKnüpffadenstücke-- 8 -- herum eingeprägt, u. zw. so tief, dass zwischen den einzelnen Knüpffadenstücken --8-- das Teilband --20-- in Berührung mit dem Teilband --21-- gebracht und mit ihm verklebt wird.
Bei dem Herstellungsverfahren nach den Fig. 16 und 17 kann, was manche Vorteile bietet, von einem wasserlöslichen Klebstoff Gebrauch gemacht werden. Das Einfassband besteht wieder aus zwei
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Breite einen Klebstoffauftrag aus wasserlöslichem Klebstoff ; dieser Klebstoffauftrag kann aber auch in zwei Bahnen (vgl. Fig. 14) aufgeteilt sein. Das Teilband -- 24 -- wird zwischen zwei drehbar gelagerten Nutenwalzen --26 und 27-- hindurchgeführt. Die beiden Walzen greifen nach Art von Zahnrädern ineinander, aber haben zueinander ein Spiel, das es gerade erlaubt, das Teilband --24-- hindurchzu führen. Man kann auch stattdessen oder zusätzlich die Lager der einen Walze oder beider Walzen verschiebbar einrichten und durch Federn die Walzen elastisch in Eingriff zueinander halten.
Die Teilung
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der auf dem Umfang angebrachten Nuten der einzelnen Walze entspricht der Teilung der Knüpffaden- stücke in der Knüpffadeneinheit.
Wie man aus Fig. 16 entnimmt, werden in das Teilband -- 24 -- beim Hindurchführen zwischen den beiden Walzen entsprechende Quernuten eingeprägt. Statt des Teilbandes-24-, das gemäss
Fig. 16 vorzubereiten ist, könnte man auch ein Klebband benutzen, dessen Trägerband aus einem Krepp- papier besteht und das eine K1ebstoffbeschichtung aus wasserlöslichem Klebstoff enthält.
Wie Fig. 17 zeigt, wird, unter Verwendung des Teilbandes -- 24 --, zur Herstellung der Knüpffa- deneinheit eine Arbeitsunterlage benutzt, die z. B. aus einem längsverschiebbaren Arbeitstisch-28- besteht, in den quer zu dieser Verschiebungsrichtung Nuten eingebracht sind, die in ihrer Stärke und Teilung den Knüpffadenstücken und der Teilung der Einheit entsprechen und noch die Dicke des Teil- bandes -- 24 -- berücksichtigen. In diese Nuten wird das Teilband-24- mit der Klebstoffseite nach oben eingelegt und es werden darauf die Knüpffadenstücke-8-aufgelegt. Gleichzeitig wird das
Teilband --25 --, das aus glattem, dünnem Papier bestehen kann, herangeführt ; es wird kurz vor dem Auftreffen auf die eingelegten Knüpffadenstücke durchgehend angefeuchtet.
Zwischen dem längsverschiebbaren Arbeitstisch -- 28 -- und der drehbar gelagerten Druckrolle-- 29-- wird das Teilband - 25-gegen das Teilband-24-und die dazwischen befindlichen Knüpffadenstücke-- 8 -- an- gedrückt. Hiebei kommen nur die zwischen den Knüpffadenstücken liegenden Zonen der beiden Teil- bänder -- 24 und 25 -- miteinander in Berührung und werden nur in diesen Zonen miteinander verklebt. Die Knüpffadenstücke-8-zwischen den beiden Teilbändern kommen nicht mit angefeuchtetem Klebstoff in Verbindung ; sie bleiben von Klebstoff frei.
Die Hilfsgeräte nach den Fig. 15 bis 17 lassen sich nach den verschiedensten Richtungen hin abwandeln. So kann z. B. der Arbeitstisch -- 28 -- nach Fig. 17 ersetzt werden durch eine Walze mit einem Durchmesser, der etwa gleich oder noch wesentlich grösser ist als der der Druckrolle-29-. Stellt man zunächst entsprechend Fig. 9 Ketten her, so wiederholen sich die Anordnungen nach den Fig. 15 und 17 in Richtung der Drehachse der Walzen mehrmals, sofern man nicht ganz oder teilweise Walzen benutzt, die sich über mehrere Arbeitszonen hinweg erstrecken. Das gilt insbesondere z. B. für den Ar- beitstisch-28-oder die ihn ersetzende Walze.
Bei einer solchen Anordnung wird der Vorteil erreicht, dass die eingelegten Knüpffadenstücke bei der Herstellung einer Kette zwischen den einzelnen Arbeitszonen, wo die Fadenstücke jeweils von zwei Teilbändern eingefasst werden, nicht durchhängen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Knüpffadeneinheit zur Anfertigung von Textilien mit eingeknüpftem Flor, z. B. von Teppichen, in welcher Einheit die Knüpffadenstücke parallel und imAbstand nebeneinanderliegend an beiden Enden festgehalten sind, dadurch gekennzeichnet, dass zum Festhalten der Enden der Fadenstücke (8) Einfassbänder (10,13) vorgesehen sind, deren zwischen den Enden der einzelnen Knüpffadenstücke liegende Bereiche miteinander verbunden, insbesondere verklebt sind, wobei die Enden der Knüpffadenstücke frei von Klebstoff od. dgl. und nur durch Klemmung gehalten sind.