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Bohrgreifer
Die Erfindung betrifft einen Bohrgreifer, dessen Greiferschalen durch Federkraft geöffnet und durch den Seilzug des Windenseiles entgegen der Federkraft geschlossen werden, wobei zwischen dem Greifer- körper und dem durch die Zugstange betätigbaren Schliessmechanismus der Greiferschalen die Feder- kraft angreift, die geringer ist als jene Kraft, die das Gewicht des Greiferkörpers erzeugt, jedoch so gross ist, dass sie während des Fallens des Greifers unter zusätzlicher Beschleunigung des Windenseiles und der Windentrommel die Greiferschalen öffnet.
Die bekannten Bohrgreifer dieser Art besitzen den Vorteil, dass vor dem endgültigen Ausfahren aus dem Bohrloch geringe, aufeinanderfolgende Fallbewegungen ausgeführt werden können, wobei sich nach jeder Fallbewegung die Greiferschalen bei Auftreffen auf die Bohrschale schliessenund während derfall- bewegung wieder öffnen. Auf diese Weise ist es mit einfachsten Mitteln möglich, zwischen den einzelnen Entleerungen des Bohrgreifers eine beliebige Zahl von Fallbewegungen auszuführen, um zu erreichen, dass der Bohrgreifer bei jeder Entleerung voll gefüllt ist.
Bei dem bekannten Bohrgreifer ist die die Öffnung der Greiferschalen beim freien Fall des Greifers bewirkende Feder um die Zugstange angeordnet. Diese Anordnung wirkt sich bei grösseren Durchmessern des Bohrloches insofern nachteilig aus, als die Bauhöhe des Greiferkörpers zufolge der aufzuwendenden Federkraft und der gegebenen Federlänge zu gross wird, als dass eine wirtschaftliche Verwendung möglich ist. Da derartige Bohrgreifer in der Regel vielfach in geschlossenen Räumen oder unter Hochspannungsleitungen u. dgl. eingesetzt werden müssen, ist die Verwendung des bekannten Bohrgreifers bei grö- sseren Bohrlochdurchmessern von beispielsweise 4m nicht mehr möglich, da die Länge des Greiferkörpers zu gross werden würde.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei Aufrechterhaltung des Vorteiles den bestehenden Nachteil zu vermeiden und einen Bohrgreifer zu schaffen, der auch bei grösseren Bohrlochdurchmessern eine solche Bauhöhe aufweist, dass seine Benutzung aus wirtschaftlichen Gründen auch dort möglich ist, wo nur eine beschränkte senkrechte Hubbewegung oberhalb des Erdbodens ausgeführt werden kann.
Dies wird erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass die Federkraft von mehreren, ausserhalb der Zugstange, vorzugsweise von zwei beiderseits neben der Zugstange angeordneten, auf Führungsstangen geführten Federn gebildet wird, die mit ihrem einen Ende am Boden des Greiferkörpers abgestützt sind und mit ihrem andern Ende am mittleren Bereich des durch den Hebel mit der Zugstange verbundenen Armes des Greiferschalen angreifen.
Durch die erfindungsgemässe Anordnung mehrerer Federn wird erreicht, dass die Bauhöhe des Greiferkörpers um die Hälfte reduziert werden kann. Damit liegt auch das Gewicht des Greiferkörpers in so geringen Grenzen, dass trotz des grossen Durchmessers handelsüblich greifbare Federn verwendet werden können. Diese Federn besitzen bei der erfindungsgemässen Anordnung eine so grosse Federkraft, dass sie
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beim Fallen des Greifers das Windenseil und die Windentrommel zusätzlich beschleunigen und die Greiferschalen ruckartig öffnen.
Die erfindungsgemässe Anordnung der Federn gibt eine weitere Möglichkeit der Verkürzung des Bohrgreifers insofern, als auch die Zugstange selbst verkürzt werden kann, da sie von der Länge der Feder unabhängig ist.
Vorteilhafterweise springt die Zugstange mit ihrem das Windenseil aufnehmenden Ende in das Innere des Greiferkörpers zurück und ist in ihm zwischen Führungen aufgenommen.
Zweckmässigerweise sind die Führungsstangen der- Federn als Teleskopstangen ausgebildet, die mit ihrem Ende drehbar im Boden des Greiferkörpers gelagert sind.
Die Zeichnung zeigt eine beispielsweise Ausführungsform der Erfindung im Längsschnitt.
Am Greiferkörper-a-sind zwei Greiferschalen --b-- angebracht, die jeweils über einen grossen Hebelarm-l-und einen Kniehebel-c-mit der Zugstange-d-verbunden sind. Die beiden ausreichend stark vorgespannten Federn-e-drücken die beiden Führungsstangen-f-, die mit ihren Enden-k-am kleinen Hebelarm angreifen, nach unten.
Erfindungsgemäss wird folgende Wirkungsweise mit der Anordnung erreicht.
Das Ende der Zugstange --d-- wird am Seil einer hier nicht dargestellten und ansich bekannten Freifallwinde befestigt. Beim Hinaufziehen des Bohrgreifers bewegt sich zuerst die Zugstange-d-aus der vollausgezogenen Stellung nach oben in die strichpunktiert dargestellte Stellung und verschwenken dabei über die beiden Hebel --c-- die beiden Hebelarme-l-der Greiferschalen-b-. Gleichzei-
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fer wird in dieser Stellung in das Bohrloch gesenkt. In etwa 2 m Höhe über der Bohrsohle wird die Windentrommel des fallenden Greifers vollständig freigegeben, und die Federn-e-öffnen die Greiferschalen --b--, die somit im geöffneten Zustand in die Bohrsohle eindringen können. Beim nachfolgenden Anziehen des Windenseiles schliessen sich die Greiferschalen-b-wieder und erfassen eine gewisse Menge Bohrgut.
Ist die Menge nicht ausreichend, lässt man den Greifer nochmals oder wiederholt fallen, bis eine ausreichende Füllung der Greiferschalen mit Bohrgut erreicht ist, so dass der Greifer aus dem Bohrloch gezogen werden kann. Die Entleerung des Greifers kann bei Einseilbetrieb unter Zuhilfenahme einer Fangglocke erfolgen. Bei Zweiseilbetrieb wird das zweite Seil mit dem Greiferkörper verbunden. Die dazu erforderlichen Vorrichtungen sind in der Zeichnung nicht aufgezeigt, da ihre Wirkungsweise bekannt ist.
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das Ende-h-der Zugstange-d-- innerhalb des Greiferkörpers-a-, während bei geschlossenem Greifer das Ende-i-der Zugstange-d-etwa mit der Oberkante des Greiferkörpers-a-abschliesst.
Je tiefer das Ende-h-der Zugstange-d-- im Greiferkörper liegen kann, je weniger Bauhöhe hat dieser bei geschlossenen Schalen.
PATENTANSPRÜCHE-
1. Bohrgreifer, dessen Greiferschalen durch Federkraft geöffnet und durch den Seilzug eines Windenseiles entgegen der Federkraft geschlossen werden, wobei zwischen dem Greiferkörper und dem durch die Zugstange betätigbaren Schliessmechanismus der Greiferschalen die Federkraft angreift, die geringer ist als jene Kraft, die das Gewicht des Greiferkörpers erzeugt, jedoch so gross ist, dass sie während des Fallens des Greifers unter zusätzlicher Beschleunigung des Windenseiles und der Windentrommel die Greiferschalen öffnet, dadurch gekennzeichnet, dass die Federkraft von mehreren, ausser- halb der Zugstange (d), vorzugsweise von zwei beiderseitig neben der Zugstange (d) angeordneten, auf Führungsstangen (f) geführten Federn (e) gebildet wird, die mit ihrem einen Ende (g)
am Boden des Greiferkörpers (a) abgestützt sind und mit ihrem andern Ende (k) am mittleren Bereich des durch den Hebel (c) mit der Zugstange (d) verbundenen Armes der Greiferschalen (b) angreifen.