AT262472B - Verfahren und Vorrichtung zur Rückgewinnung von Beschichtungsmaterial aus dem Waschwasser in Elektrobeschichtungsanlagen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Rückgewinnung von Beschichtungsmaterial aus dem Waschwasser in ElektrobeschichtungsanlagenInfo
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Description
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Verfahren und Vorrichtung zur Rückgewinnung von Beschichtungsmaterial aus dem Waschwasser in Elektrobeschichtungsanlagen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Rückgewinnung von Beschichtungsma- terial aus dem Waschwasser in Elektrobeschichtungsanlagen.
Wird ein Gegenstand, beispielsweise eine Autokarosserie, nach erfolgter Elektrobeschichtung aus dem Tauchbecken herausgehoben, dann haftet an dessen Oberfläche bzw. über der aufgebrachten Schicht ein Fltissigkeitsfilm der Beschichtungsemulsion oder-dispersion, die vor dem Trocknen und Einbrennen abgewaschen werden muss. Dieser Vorgang wird in einem Waschbecken vorgenommen, in und über wel- chem Brausen angeordnet sind und das Abspülen besorgen. Der abzuwaschende Film enthält aber alle
Lackanteile, Pigmente und Bindemittel, die für das Ansetzen eines Elektrotauchbades verwendet werden.
Da das Waschwasser bisher wegen der vermeintlichen grossen Verdünnung der in diesem befind- lichen Materialien in den Kanal abgelassen wurde, steigen die Verluste an wertvollen und teuren Ingredienzien im Laufe des Betriebes einer solchen Elektrobeschichtungsanlage spürbar an. Überdies werden die Abwässer so stark verunreinigt, so dass im Vorfluter Schwierigkeiten auftreten, denn der Gehalt an Beschichtungsmaterialien im Waschwasser bewegt sich um 2 Gel.-%.
Zweck der Erfindung ist es, mittels eines neuen Verfahrens und einer Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens diesem Mangel abzuhelfen und die im Waschwasser befindlichen Beschichtungsmaterialien zurückzugewinnen. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass das im Waschwasser durch den Spülprozess sich anreichernde Beschichtungsmaterial aus dem Tauchbad auf einer zuerst durch das Waschbecken bewegten endlosen Elektrode bei geringerGleichspannung anodisch abgeschieden wird. Die weiterbewegte endlose Elektrode gelangt dann in das Beschichtungsbad, in welchem die auf der Elektrode befindliche Schicht gegenüber einer höheren Gleichspannung, die am zu beschichtenden Gegenstand angelegt wird, nunmehr kathodisch wieder abgelöst und mit der Badflüssigkeit vereinigt wird.
Die angelegten Spannungen sind so zu wählen, dass am Waschbecken bzw. an der Gegenelektrode im Waschbecken immer die niedrigste Spannung und am zu beschichtenden Gegenstand die höchste Spannung angelegt wird. Die bewegte endlose Elektrode hat dagegen eine zwischen diesen liegende Spannung aufzuweisen, wodurch sie im Waschbecken als Anode und im Elektrobeschichtungsbad als Kathode wirkt. Es hat sich als vorteilhaft herausgestellt, die Spannungsdifferenzen zwischen der Gegenelektrode im Waschbecken und der bewegten Elektrode einerseits und zwischen dieser Elektrode und dem zu beschichtenden Gegenstand anderseits in den Grenzen zwischen etwa 150 und 200 V zu halten.
Es kann demnach die Schaltung so vorgenommen werden, dass die Gegenelektrode im Waschbecken die Spannung 0V aufweist, die bewegte Elektrode plus 150-200 V und der Gegenstand etwa plus 350-400V. Es besteht aber in Abwandlung dieser Schaltung die Möglichkeit, der Gegenelektrode minus 150-200 V zuzuführen, die bewegte Elektrode an Erdpotential zu legen und den zu beschichtenden Gegenstand an plus 150-200 V anzuschliessen. Derartige Schaltungen richten sich nach den betrieblichen Notwendigkeiten.
An Hand der Zeichnung, die nur eine schematische Skizze einer möglichen Ausführungsform darstellt, soll die Vorrichtung näher erläutert werden. Der Gegenstand 3 wird im Elektrobeschichtungsbecken 1 in das Beschichtungsbad 2 eingetaucht, wobei die Laufschiene mit dem Pluspol der 400 V liefernden Gleichstromquelle verbunden wird. Nach erfolgter Beschichtung wird der Gegenstand
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aus dem Elektrobeschichtungsbad herausgehoben und in bzw. über das Waschbecken 4 verfahren und dort in stromlosem Zustand durch Wasserbrausen 11 von dem anhaftenden Beschichtungsbadfilm be- freit. Das Waschwasser 5 reichert sich somit mit den Beschichtungsmaterialien an und müsste nach kurzer Zeit abgelassen werden.
Über Umlenkrollen 7 und 8 wird eine endlose metallische Band-, Netz- oder Kettenelektrode so geführt, dass die eine Schleife 9 in das Waschbecken eintaucht und sich die andere Schleife 10 im Elektrobeschichtungsbecken befindet, wodurch die durch die angetriebene Umlenkrolle 8 bewegte endlose Elektrode im Kreislauf geführt wird. Im dargestellten Falle wird dieser Elektrode über einen
Spannungsteiler R-R positiver Gleichstrom von etwa 200 V zugeführt, wogegen das Waschbecken oder eine in ihm befindliche Gegenelektrode das Potential 0 aufweist. Die Spannungsdifferenz 0 gegen 200 V reicht völlig aus, die im Waschwasser befindlichen wertvollen Beschichtungsstoffe auf der endlosen be- wegten Elektrode niederzuschlagen.
Gelangt nun diese Stoffschicht in das Elektrobeschichtungsbad, dann bewirkt die Spannungsdifferenz gegenüber dem zu beschichtenden Gegenstand, die wieder etwa 200 V beträgt, ein Ablösen dieser Stoffschicht. Die abgelösten Stoffe verteilen sich im Elektrotauchbad und werden auf den zu beschichtenden Gegenstand befördert.
Durch das erfindungsgemässe Verfahren wird mittels der gekennzeichneten Vorrichtung das Wasch- wasser praktisch von allen Beschichtungsstoffen befreit, so dass es als gereinigtes Wasser in den Kanal ab- gelassen werden kann. Mit der Rückgewinnung dieser sonst verlorenen Stoffe werden ins Gewicht fallende finanzielle Einsparungen erzielt und die Beschichtungskosten wesentlich gesenkt. Der technische Fort- schritt liegt daher auf der Hand.
Die Erfindung ist nicht auf das beschriebene und dargestellte Beispiel beschränkt, denn es ergeben sich für den Betriebstechniker viele mögliche Varianten, insbesondere in den Schaltungen und den zu wählenden Stromstärken, ohne dass der Rahmen dieser Erfindung verlassen werden müsste.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Rückgewinnung von Beschichtungsmaterial aus dem Waschwasser in Elektrobeschichtungsanlagen, dadurch gekennzeichnet, dass das im Waschwasser durch den Spülprozess sich anreichernde Beschichtungsmaterial aus dem Tauchbad auf einer zuerst durch das Waschbecken bewegten endlosen Elektrode bei geringer Gleichspannung anodisch abgeschieden und dass diese Schicht dann von der in das Beschichtungsbad weiterbewegten Elektrode gegenüber einer höheren Gleichspannung wieder kathodisch abgelöst und mit der Badflüssigkeit vereinigt wird.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Gegenelektrode im Waschbecken an den Minuspol einer Gleichspannungsquelle von etwa 150 bis 200 V angeschlossen und dass die sich bewegende endlose Elektrode geerdet wird und dass der zu beschichtende Gegenstand in an sich bekannter Weise mit dem Pluspol derselben Gleichspannungsquelle verbunden wird.3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der zu beschichtende Gegenstand in an sich bekannter Weise an den Pluspol einer Gleichspannungsquelle von etwa 350 bis 400 V angeschlossen wird und dass die sich bewegende endlose Elektrode durch Spannungsteilung mit plus 150 - 200 V gespeist wird und dass die Gegenelektrode im Waschbecken die Spannung 0 V aufweist.4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 3 mit einem geerdeten metallischen Tauchbecken zur anodischen Beschichtung von Metallgegenständen und einem anschliessend an das Tauchbecken angeordneten Spül-. bzw. Waschbecken mit Wasserbrausen, dadurch gekennzeichnet, dass eine endlose metallische Band-, Netz- oder Kettenelektrode (6) über Um- EMI2.1 unmittelbare Nähe von deren Böden eintauchen und dass eine der Umlenkrollen (z. B. 8) angetrieben ist.
Priority Applications (2)
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| AT262472B true AT262472B (de) | 1968-06-10 |
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1966
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