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Verfahren zur Bekämpfung von phytopathogenen Pilzen oder erdbewohnenden Nematoden
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bekämpfung von phytopathogenen Pilzen, insbesondere durch Saatgutbeizung, oder erdbewohnenden Nematoden, welches darin besteht, dass Mittel verwendet werden, die als aktive Komponente eine Verbindung der allgemeinen Formel
EMI1.1
in der R ss-Chloräthyl oder p-Chlorbenzyl bedeutet, oder deren Mischungen enthalten.
Die biozide Wirkung verschiedener Isothiocyanate ist bereits bekannt.
So hat z. B. SMEDLEY 1939 (J. Helminthol. 17, [1939] S. 31-8) die nematozide Wirkung von Äthyl-, n-Butyl-, Phenyl-, o-Tolyl-, p-Tolyl-und p-Hydroxyphenylisothiocyanat beschrieben. Zur Bekämpfung von Nematoden ist ausserdem gemäss der deutschen Auslegeschrift 1032968 und der USA-Patentschrift Nr. 3, 113, 908 das Methylisothiocyanat geeignet. Auch die fungizide und herbizide Wirkung der letztgenannten Substanz ist beschrieben worden (Plant Disease Reptr. 45, [1961] S. 54 - 7).
Hiebei handelt es sich im Gegensatz zu den erfindungsgemäss verwendeten Mitteln um eine breite bodenfungizide und eine breite herbizide Wirkung. Ferner wurde die bakteriostatische Aktivität des p-Chlorbenzylisothiocyanats aus der kanadischen Patentschrift Nr. 579233 bekannt. In der japanischen Patentschrift Nr. 200/60 wurde die Wirkung des p-Chlorbenzylisothiocyanats als"nematocide for eggs of ascaris" beschrieben. Aus der bekannten nematociden Wirkung gegen Spulwürmer (Ascaris) und der gleichfalls bekannten bakteriostatischen Wirkung des p-Chlorbenzylisothiocyanats geht aber in keiner Weise die besondere fungizide und nematocide Wirkung der erfindungsgemäss verwendeten Mittel hervor.
Trotz guter biozider Wirkung konnten jedoch die Isothiocyanate bisher wegen zu starker Phytotoxizität oder anderer nachteiliger physikalischer Eigenschaften nicht als Saatgutbeizmittel oder Nematocide verwendet werden.
Demgegenüber wurde nun gefunden, dass Isothiocyanate der allgemeinen Formel
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in der R ss-Chloräthyl oder p-Chlorbenzyl bedeutet, in hervorragender Weise zur Saatgutbeizung verwendet werden können. Darin ist ein ganz besonderer technischer Vorteil zu erblicken, weil man dadurch auf die quecksilberhaltigen Wirkstoffe oder handelsüblichen Universalbeizen verzichten kann, welche bekanntlich wegen der hohen Toxizität des Quecksilbers ausserordentliche Nachteile haben.
Die Mittel, wie sie gemäss derErfindung verwendet werden, zeichnen sich auch durch starke bodenfungizide und nematozide Wirkung aus. Wegen dieser breiten bioziden Wirkung sind die erfindungsgemäss verwendeten Mittel ganz besonders zur Verhütung und Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten und zur Bekämpfung von Schädlingen geeignet. Die grössere Bedeutung liegt jedoch in ihrer Anwendbarkeit
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als Saatgutbeizmittel. Die hervorragende biozide Wirkung der erfindungsgemäss verwendeten Mittel geht aus den folgenden Versuchen hervor, welche die Erfindung näher erläutern.
Versuch 1 : Dieser Versuch zeigt die ausgezeichnete fungizide Wirkung des ss-Chloräthylisothio- cyanats gegen Fusarium nivale. Roggensaatgut mit natürlichem Befall durch Schneeschimmel (Fusarium nivale) wurde unbehandelt bzw. mit dem erfindungsgemässen Mittel oder mit Quecksilberuniversalbeize gebeizt, in Tongefässe mit unsteriler Erde ausgesät und im Kühlraum bei 7 - 120C unter künstlichem
Licht 2 Monate herangezogen. Während der Versuchsdauer wurde der Befall der Roggenpflanzen durch
Schneeschimmel bonitiert und in Prozent des Befalls der Pflanzen aus ungebeiztem Roggen berechnet.
Wirkung gegen Fusarium nivale im Kühlraumversuch
EMI2.1
<tb>
<tb> Präparat <SEP> : <SEP> g, <SEP> ml <SEP> Präparat/relativer <SEP> Be-
<tb> 100 <SEP> kg <SEP> Saatgut <SEP> : <SEP> fall <SEP> (unbehanddelte <SEP> Kontrolle <SEP> = <SEP> 100) <SEP> : <SEP>
<tb> ss-Chloräthylisothiocyanat <SEP> (200/oige <SEP> Lö <SEP> - <SEP>
<tb> sung <SEP> mit <SEP> Xylol <SEP> mit
<tb> Emulgator) <SEP> 100 <SEP> ml <SEP> + <SEP> 11 <SEP> H <SEP> 0 <SEP> 3
<tb> Universal-Trockenbeize <SEP> mit <SEP> 6% <SEP> Meth-100 <SEP> g <SEP> 43
<tb> oxyäthyl-Hg-Silikat <SEP> 200 <SEP> g <SEP> 7
<tb> Kontrolle <SEP> 0 <SEP> 100 <SEP>
<tb>
Versuch 2 : Aus diesem Versuch geht die starke fungizide Potenz des p-Chlorbenzylisothiocyanats als Beizmittel hervor.
Roggensaatgut mit natürlicher Infektion durch Schneeschimmel (Fusarium nivale) wurde mit dem erfindungsgemässen Mittel behandelt bzw. unbehandelt auf Hafermehl-Milchsäure-Agar ausgelegt. Nach 4 Tagen Bebrütung bei 240C wurde das von den Körnern ausgehende Mycelwachstum bonitiert und als Relativwert, bezogen auf unbehandelte Kontrolle = 100, angegeben.
Wirkung gegen Fusarium nivale im Laborversuch
EMI2.2
<tb>
<tb> Präparat <SEP> : <SEP> g, <SEP> mlPraparat/ <SEP> Mycelwachs- <SEP>
<tb> 100 <SEP> kg <SEP> Saatgut <SEP> : <SEP> tum <SEP> : <SEP>
<tb> p-Chlorbenzylisothiocyanat <SEP> (20%oing <SEP> in
<tb> Xylol <SEP> mit <SEP> Emulgator) <SEP> 200 <SEP> ml <SEP> + <SEP> 1 <SEP> 1 <SEP> hot <SEP> 0 <SEP> 14
<tb> Universal-Trockenbeize <SEP> mit <SEP> 6, <SEP> 91o <SEP> Meth- <SEP>
<tb> oxyäthyl-Hg-Silikat <SEP> 200 <SEP> g <SEP> 36
<tb> Kontrolle <SEP> 0 <SEP> 100 <SEP>
<tb>
Versuch 3 : Die starke fungizide Wirkung des p-Chlorbenzylisothiocyanats als Beizmittel ist aus diesem Versuch ebenfalls ersichtlich.
Nach künstlicher Infektion durch Schütteln von 3 g Sporen von Tilletia tritici/l kg Samen wurde unbehandelter und mit dem erfindungsgemässen Mittel gebeizter Weizen mit den Grannen voran in geschlämmten Lehm gedrückt und bei 130C im Kühlschrank aufgestellt. Nach 3 Tagen wurden 50% der Körner entnommen, nach weiteren 3 Tagen die restlichen Körner entfernt und nach abermals 4 Tagen die durchschnittliche Keimung der in den Löchern zurückgebliebenen Steinbrandsporen bonitiert.
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Wirkung gegen Tilletia tritici im Laborversuch
EMI3.1
<tb>
<tb> Präparat <SEP> : <SEP> g, <SEP> ml <SEP> Präparat/% <SEP> Keimung <SEP> der
<tb> 100 <SEP> kg <SEP> Saatgut <SEP> : <SEP> Sporen <SEP> nach
<tb> 10 <SEP> Tagen <SEP> :
<SEP>
<tb> p-Chlorbenzylisothiocyanat <SEP> (20% <SEP> ig <SEP> in
<tb> Xylol <SEP> mit <SEP> Emulgator) <SEP> 80 <SEP> ml <SEP> + <SEP> 1 <SEP> l <SEP> H <SEP> 0 <SEP> < <SEP> 1 <SEP>
<tb> Universal-Trockenbeize <SEP> mit <SEP> 6, <SEP> 9%
<tb> Methoxyathyl-Hg-Silikat <SEP> 80 <SEP> g <SEP> 13 <SEP>
<tb> Kontrolle <SEP> 0 <SEP> 100
<tb>
Versuch 4 : Dieser Versuch zeigt die starke Beizwirkung des ss-Chloräthylisothiocyanats gegen Pilzbefall des Getreides im Freiland.
Versuchsmethodik : a) Nach künstlicher Infektion durch Schütteln mit 3 g Sporen von Weizensteinbrand (Tilletia tritici) pro 1 kg Samen wurde unbehandelter bzw. mit dem erfindungsgemässen Mittel oder mit Quecksilberuniversalbeize gebeizter Weizen im Freiland ausgesät. Zur Erntezeit wurden die vom Weizensteinbrand infizierten Ähren gezählt. b) Gerstensaatgut mit natürlichem Befall durch Streifenkrankheit (Helminthosporium gramineum) wurde - unbehandelt bzw. mit dem erfindungsgemässen Mittel oder mit Quecksilberuniversalbeize ge- beizt - im Freiland ausgesät. Nach dem Schossen wurden die von Streifenkrankheit infizierten Halme gezählt.
EMI3.2
<tb>
<tb>
Präparat <SEP> : <SEP> g, <SEP> ml <SEP> Präparat/a <SEP> b
<tb> 100 <SEP> kg <SEP> Saatgut:
<tb> 100 <SEP> kg <SEP> Saatgut <SEP> : <SEP> Tilletia <SEP> tri- <SEP> Helmin- <SEP>
<tb> tici <SEP> an <SEP> Som-thosporium
<tb> merweizen, <SEP> gramineum
<tb> 0/0 <SEP> Steinbrand-an <SEP> Winter-
<tb> ähren <SEP> : <SEP> gerste,
<tb> % <SEP> Halme
<tb> streifenkrank <SEP> :
<tb> ss-Chloräthylisothiocyanat
<tb> (20%oigne <SEP> Lösung
<tb> in <SEP> Xylol <SEP> mit
<tb> Emulgator) <SEP> 100 <SEP> ml <SEP> + <SEP> 1 <SEP> 1 <SEP> zo <SEP> 0, <SEP> 1 <SEP>
<tb> 8 <SEP> - <SEP> Chloräthyliso <SEP> - <SEP>
<tb> thiocyanat
<tb> (15%igue
<tb> Trockenbeize) <SEP> 175 <SEP> g <SEP> 0, <SEP> 1 <SEP>
<tb> Kontrolle <SEP> 0 <SEP> 39, <SEP> 1 <SEP> 4,2
<tb>
Versuch 5 :
Aus diesem Versuch geht die Beizwirkung des p-Chlorbenzylisothiocyanats gegen Pilzbefall des Getreides im Freiland hervor. Die Freilandversuche wurden wie folgt durchgeführt : a) Gerstensaatgut mit natürlichem Befall durch Streifenkrankheit (Helminthosporium gramineum) wurde - unbehandelt bzw. mit dem erfindungsgemässen Mittel oder mit Quecksilberuniversalbeize ge-
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beizt-im Freiland ausgesät. Später wurden die vom Flugbrand befallenen Rispen gezählt. b) Hafersaatgut mit natürlichem Befall durch Flugbrand (Ustilago avenae) wurde zusätzlich nach derVakuum-Nass-Methode (Purdy, Plant Dis. Reptr. 42, [1958] S.233 - 7) künstlich infiziert und - ungebeizt bzw. mit dem erfindungsgemässen Mittel oder mit Quecksilberuniversalbeize gebeizt-im Freiland ausgesät.
Später wurden die vom Flugbrand befallenen Rispen gezählt.
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<tb>
<tb>
Beizwirkung <SEP> des <SEP> p-Chlorbenzylisothiocyanats <SEP> gegen
<tb> Pilzbefall <SEP> des <SEP> Getreides <SEP> im <SEP> Freiland
<tb> Präparat <SEP> : <SEP> g, <SEP> ml <SEP> Präparat <SEP> ! <SEP> a <SEP> b <SEP>
<tb> 100 <SEP> kg <SEP> Saatgut <SEP> : <SEP> Helminthospo-Ustilago <SEP> averium <SEP> gramineum <SEP> nae <SEP> an <SEP> Hafer,
<tb> an <SEP> Winter- <SEP> ; <SEP> Flugbrand- <SEP>
<tb> gerste, <SEP> % <SEP> Hal-rispen <SEP> : <SEP>
<tb> me <SEP> streifenkrank <SEP> :
<SEP>
<tb> p-Chlorbenzylisothiocyanat
<tb> (20%ig <SEP> in <SEP> Xy- <SEP>
<tb> lol <SEP> mit
<tb> Emulgator) <SEP> 100 <SEP> ml <SEP> +1 <SEP> 1 <SEP> H2O <SEP> 0
<tb> p-Chlorbenzylisothiocyanat
<tb> ales <SEP> soigne <SEP>
<tb> Trockenbeize <SEP> 300 <SEP> g <SEP> 3, <SEP> 6 <SEP>
<tb> Universaltrockenbeize <SEP> 300 <SEP> g <SEP> 4, <SEP> 5
<tb> mit <SEP> 6% <SEP> Meth-150 <SEP> g <SEP> 0
<tb> oxyäthyl-Hg- <SEP> 75 <SEP> g <SEP> 0, <SEP> 1 <SEP>
<tb> Silikat
<tb> Kontrolle <SEP> 0 <SEP> 5, <SEP> 1 <SEP> 23,7
<tb>
Versuch 6 : DieserVersuch zeigt die stärkere bodenfungizide Wirkung des ss-Chloräthylisothiocyanats gegenüber handelsüblichen Mitteln.
Die Prüfungen erfolgten im Labortest nach folgender Methodik :
In sterile Glaszylinder wurde sterilisiertes Torf-Sand-Gemisch eingefüllt, auf das Substrat Mycelscheiben (Durchmesser 10 mm) des Testpilzes aufgelegt, gleiches Substrat nachgefüllt, je Zylinder eine Lösung der Aktivsubstanz aufgetropft und die Röhrchen mit entsprechend grösserem Zylinder abgedeckt. Die Konzentration des Ansatzes wurde in etwa geometrischer Progression (0-10-20-50-100 usw. ) variiert, wobei je Aufwandmenge 3 Wiederholungen durchgeführt wurden. Nach Bebrütung bei 200C für 24 h wurden Impfstücke steril entnommen, auf unbegiftetem Agar ausgelegt und für weitere 2 - 10 Tage bebrütet. Dann erfolgte die Bestimmung der Aufwandmenge, bei der kein Auswachsen des Pilzes mehr erfolgt (= fungitoxische Grenzkonzentration).
Die Angaben in der nachstehenden Tabelle beziehen sich auf Teile/Million Aktivsubstanz (= mg/1 000 cm3 Substrat).
EMI4.2
<tb>
<tb>
Aktivsubstanz <SEP> : <SEP> Pythium <SEP> Rhizoctonia <SEP> Fusarium
<tb> ultimum <SEP> : <SEP> solani <SEP> : <SEP> solani <SEP> : <SEP>
<tb> ss <SEP> - <SEP> Chlor <SEP> äthyl- <SEP> f50 <SEP> #50 <SEP> # <SEP> 100
<tb> isothiocyanat
<tb>
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<tb>
<tb> Aktivsubstanz <SEP> : <SEP> Pythium <SEP> Rhizoctonia <SEP> Fusarium
<tb> ultimum <SEP> : <SEP> solani <SEP> : <SEP> solani <SEP> : <SEP>
<tb> Methylisothiocyanat--200
<tb> N- <SEP> (Trichlor- <SEP>
<tb> methylthio) <SEP> -
<tb> - <SEP> tetrahydro- <SEP>
<tb> phthalimid <SEP> 50 <SEP> 100
<tb> Pentachlornitrobenzol <SEP> 125 <SEP> 125 <SEP> -
<tb>
Versuch 7 : Aus diesem Versuch ist die ausgezeichnete fungizide Wirkung des 8-Chloräthylisothio- cyanats gegen Boden- und Blattpilze ersichtlich.
Es wirkt auch in diesem Versuch besser als das bekannte N- (Trichlormethylthio)-tetrahydrophthalimid.
Der Versuch wurde wie folgt durchgeführt : Ein Teil Präparat-Emulsion oder-Suspension wurde mit 9 Teilen eines nach dem Sterilisieren auf +450C abgekühlten Nährbodens (1, 5% Agar, 2% Biomalz) gemischt. Der Wirkstoffgehalt der Emulsion bzw. Suspension wurde so gewählt, dass im Nährboden die gewünschte Konzentration erreicht wurde. Die warme Mischung wurde dann in sterile Petrischalen gegossen. Nach dem Erkalten (= Erstarren) wurde der Nährboden mit Mycel oder Sporensuspension (etwa 100 Sporen/Impfstelle) von wichtigen Typen schädlicher Boden- und Blattpilze beimpft (Mycel von Rhizoctonia solani, Sporen von Fusarium solani, Stemphylium consortiale und Aspergillus niger).
In Abhängigkeit von der spezifisch verschiedenen Wachstumsgeschwindigkeit wurde der Koloniedurchmesser von Rhizoctonia solani nach 4 Tagen und von den übrigen Pilzen nach 5 Tagen Bebrütung bei +20 C gemessen.
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<tb>
<tb>
Relatives <SEP> Pilzwachstum <SEP> (Kontrolle <SEP> = <SEP> 100)
<tb> Aktivsubstanz <SEP> : <SEP> Konzen- <SEP> Richzoc- <SEP> Fusa- <SEP> Stem- <SEP> Aspertration <SEP> tonia <SEP> rium <SEP> phylium <SEP> gillus
<tb> Aktiv-solani <SEP> : <SEP> solani <SEP> : <SEP> consor-niger <SEP> : <SEP>
<tb> substanz <SEP> tiale <SEP> : <SEP>
<tb> in <SEP> Teilen/Million <SEP> : <SEP>
<tb> ss <SEP> - <SEP> Chloräthyl <SEP> - <SEP>
<tb> isothiocyanat <SEP> 10 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP>
<tb> N- <SEP> (Trichlor- <SEP>
<tb> methylthio)-
<tb> - <SEP> tetrahydro- <SEP>
<tb> phthalimid <SEP> 10 <SEP> 30 <SEP> 53 <SEP> 80 <SEP> 75
<tb> Kontrolle <SEP> 0 <SEP> 100 <SEP> 100 <SEP> 100 <SEP> 100
<tb>
Versuch 8 :
Dieser Versuch zeigt die hohe nematozide Potenz des ss-Chloräthylisothiocyanats. Der Versuch wurde wie folgt durchgeführt :
Durch Wurzelgallennematoden (Meloidogyne incognita var. acrita) gleichmässig stark verseuchte Erde mit einem Wassergehalt von 24 Gew. -0/0 wurde mit den Präparaten behandelt. Die Substanzen wurden in den angegebenen Konzentrationen
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suchsgläser standen während dieser Zeit ohne Bedeckung. Nach der Wartezeit wurde die Erde in 12 cm Durchmesser aufweisende Tonschalen gegeben und 30 Körner Tomatensamen der Sorte "Prof.Rudloff"
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Wirkung durch Zählenerfolgte nach der Abbott'schen Formel.
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<tb>
<tb>
Präparat <SEP> : <SEP> mg <SEP> Wirkstoff/l <SEP> nematozide <SEP> Wirkung <SEP> in <SEP> % <SEP> : <SEP>
<tb> a) <SEP> unter- <SEP> b) <SEP> injigemischt <SEP> : <SEP> ziert <SEP> : <SEP>
<tb> ss-Chloräthylisothiocyanat
<tb> (20' <SEP> ! <SEP> bigin <SEP>
<tb> Xylol <SEP> mit <SEP>
<tb> Emulgator) <SEP> 50 <SEP> 100 <SEP> 100
<tb> Äthylisothiocyanat <SEP> (20going
<tb> in <SEP> Xylol <SEP> mit <SEP>
<tb> Emulgator) <SEP> 50 <SEP> 0 <SEP> 50
<tb>
AlsMonochlorderivat desÄthylisothiocyanats zeigt es zu diesem eine ganz überraschend gesteigerte Wirkung.
Versuch 9 : Die nematozide Wirksamkeit des p-Chlorbenzylisothiocyanats geht aus diesem Versuch hervor.
Nachfolgende Nematodenarten wurden aus Pflanzenteilen bzw. aus dem Nährsubstrat frisch isoliert und in jeweils 2 cm3 einer Emulsion des Wirkstoffes gegeben. Nach einer Einwirkungszeit von 24 und 48 h wurde die Aktivität der Larven überpüft. Die Anzahl der abgetöteten Nematoden wird in Prozent angegeben.
Die Durchführung des Versuches erfolgte bei einer Temperatur von 22 bis 24 C. a) Aphelenchoides ritzemabosi b) Ditylenchus dipsaci c) Meloidogyne incognita var. acrita
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<tb>
<tb> Wirkstoff-Aphelenchoides <SEP> Ditylenchus <SEP> Meloidogyne
<tb> konzentration <SEP> : <SEP> 24 <SEP> h <SEP> 48 <SEP> h <SEP> 24 <SEP> h <SEP> 48 <SEP> h <SEP> 24 <SEP> h <SEP> 48 <SEP> h <SEP>
<tb> 0, <SEP> 01 <SEP> % <SEP> 100 <SEP> 100 <SEP> 100 <SEP> 100 <SEP> 100 <SEP> 100
<tb> 0, <SEP> 005 <SEP> % <SEP> 100 <SEP> 100 <SEP> 98 <SEP> 100 <SEP> 100 <SEP> 100
<tb> 0, <SEP> 001% <SEP> IM <SEP> 100 <SEP> 50 <SEP> 90 <SEP> 100 <SEP> 100
<tb> 0,0005% <SEP> 100 <SEP> 100 <SEP> 30 <SEP> 80 <SEP> 100 <SEP> 100
<tb>
Die Herstellung der Wirkstoffe kann nach an sich bekannten Verfahren erfolgen : ss-Chloräthylisothiocyanat z.
B. durch Umsetzung des entsprechenden Amins mit Thiophosgen, p-Chlorbenzylisothio- @yanat z.B. durch Umsetzung des entsprechenden dithiocarbamidsauren Ammoniumsalzes mit Chlor- ameisensäureestern.
Die praktische Anwendung kann in der für Schädlingsbekämpfungsmittel üblichen Weise in Form von Pulvern, Streumitteln, Granulaten, Lösungen oder Emulsionen unter Zusatz flüssiger oder fester Inerter Trägerstoffe sowie in Gegenwart von Netz-,Haft- und bzw. oder Emulgiermitteln erfolgen.
Geeignete flüssige Trägerstoffe sind beispielsweise organische Lösungsmittel wie Xylol und bzw.
3der Methylenchlorid, geeignete feste Trägerstoffe z. B. Silikate, wie insbesondere Talkum (Magnesium-
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silikat) und bzw. oder Tonsil. Als Emulgatoren können beispielsweise Alkylarylpolyglykoläther, Alkyl- arylsulfonate und Fettsäurepolyglykoläther allein oder im Gemisch verwendet werden. Als Netzmittel kann z. B. N-oleyl-N-methyl-tauryl-sulfosaures Natrium zugesetzt werden. Die Wirkstoffe können jeder für sich oder miteinander gemischt verwendet werden, wobei die Mischungen wegen ihres breiten
Wirkungsspektrums besondere Vorteile aufweisen.
Darüber hinaus ist es möglich, die Wirkstoffe auch im Gemisch mit andern Schädlingsbekämpfungsmitteln zu verwenden.
Die Herstellung der Zubereitungen kann nach bekannten Methoden, z. B. durch Mischen oder Lösen des Wirkstoffes mit bzw. in den genannten Zusatzstoffen, gegebenenfalls unter Verwendung von Mischmaschinen, erfolgen. Die nachstehenden Beispiele beschreiben einige der möglichen Zubereitungen :
Beispiel 1 : 20% Wirkstoff 75% Xylol 50/0 Emulgatorgemisch (Alkylarylpolyglykoläther,
Alkylarylsulfonate und Fettsäurepolyglykoläther).
Beispiel 2 : 15% Wirkstoff 85% Talkum (Magnesiumsilikat).
Beispiel 3 : 15% Wirkstoff 151o Hexachlorbenzol 35% Bleicherde (Tonsil)
35% Talkum.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Bekämpfung von phytopathogenen Pilzen, insbesondere durch Saatgutbeizung, oder erdbewohnenden Nematoden, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Mittel verwendet, das als aktive Komponente ss-Chloräthylisothiocyanat enthält.