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Verfahren zur Herstellung von Streichkunstleder
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Es empfiehlt sich, eine Unterlage aus kalt vulkanisiertem Silikongummi zu verwenden. In diesem Fall löst sich die Polyurethanschf cht unter gleichzeitiger Ausbildung einer Deckschicht besonders leicht.
Die Oberfläche einer Silikonunterlage ist mehrfach mit einer"Zinnseife"einzureiben. Es hat sich nämlich gezeigt, dass dann besonders gute Deckschichten entstehen.
Die Unterlage muss nicht unbedingt aus Silikongummi bestehen. Es eignen sich auch andere Materialien, wie PVC-Folien usw., wenn sie mit Trennmitteln wie"Zinnseifen"behandelt werden. Allerdings stellt die Verwendung einer Silikonunterlage eine besonders vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung dar.
Bei der Durchführung des Verfahrens ist folgendes zu berücksichtigen :
Nach dem Zusammenrühren der Ausgangsstoffe für den Polyurethanschaum, also nach dem Mischen von dem Diol mit dem Diisocyanat, beginnt sofort die Entwicklung eines Schaumes, dessen Viskosität während des Aufschäumens laufend zunimmt. Für die Güte des Endproduktes ist nun entscheidend, in welchem Zeitpunkt das Faserflächengebilde auf den sich expandierenden Schaum aufgelegt wird. Legt man zu früh auf, so durchdringt die noch niederviskose Paste das Faserflächengebilde noch vor der eigentlichen Schaumentwicklung total. Dabei fällt jedoch ein hartes Produkt mit geringer Reissfestigkeit an.
Ausserdem zerstört bei Verwendung von Vliesen der niederviskose Schaum bzw. die niederviskose Paste deren hochporöse flauschige Struktur. Man sagt : Die Vliese klatschen zusammen, wie ein trockener voluminöser Wattebausch nach dem Eintauchen in Wasser. Eine Vliesbahn einer Dicke von z. B.
10 cm weist-bei falscher Schaumeinstellung - nur noch eine Dicke von 1 cm auf. Beim erfindungsgemässen Verfahren lässt man den Schaum so weit vorhärten, dass nur eine Volumen-Minderung von etwa 10 bis 201lu eintritt. Legt man zu spät auf, so z. B. in einem Augenblick, in dem die Schaumentwicklung bereits abgeschlossen ist oder kurz vor dem Abschluss steht, so dringt der Schaum nur minimal in das Fasersubstrat ein. Es besteht dann die Gefahr der Delaminierung beider Schichten. Ein derartiges Produkt würde sich bei der Beanspruchung, also beim Knicken, Falten usw., auch wieder in eine Faserschicht und eine Polyurethandeckschicht spalten.
Da es heute sehr verschiedene Handelsprodukte vonDiol/Diisocyanat (Desmophen/Desmodur)-Typen gibt, lässt sich nicht ohne weiteres angeben, innerhalb welchen Zeitraumes nach der Herstellung der Paste das Faserflächengebilde aufgelegt werden muss. Dieser Zeitpunkt ist jedoch unschwer empirisch zu
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Wie bereits erwähnt, erhält man dann die besten Produkte, wenn nach Beendigung des Schäumens der Schaum etwa bis zu einem Drittel der Stärke des Faservlieses in dieses eingedrungen ist.
Bei der Herstellung der erfindungsgemässen Streichkunstleder muss man unbedingt nach dem "Um- kehr-Verfahren"arbeiten. Mit andern Worten : Es ist nicht möglich, die Diol/Diisocyanat-Paste auf das Faserflächengebilde aufzurakeln. Es ist vielmehr unbedingt erforderlich, die niederviskose Paste erst auf einer inerten Unterlage auszugiessen und dann das Faserflächengebilde nach einer gewissen Zeit aufzulegen. Wenn man nämlich die Diol/Diisocyanat-Paste aufrakeln will, so durchdringt diese, da sie noch sehr niedrig viskos ist, das gesamte Faserflächengebilde.
Verfährt man hingegen nach dem Umkehrverfahren, so nimmt die Viskosität der auf der inerten Platte ausgegossenen Paste zunächst sehr schnell zu. Wenn man dann nach 5 - 10 sec das Faserflächengebilde auflegt, so ist nicht mehr ein völliges Durchdringen desselben mit Schaum zu befürchten. Man könnte an sich daran denken, die Paste ebenfalls erst etwas altern zu lassen, bevor man sie direkt auf das Faserflächengebilde aufrakelt. Diese Möglichkeit verbietet sich jedoch deswegen, weil die gealterte Paste bereits eine zu hohe Viskosität für eine gleichmässige Verteilung angenommen hat. Sie kann dann nicht mehr in üblicher Weise verrakelt werden.
Es ist ferner zu beachten, dass die verwendete Diol/Diisocyanat-Paste einen offenzelligen Schaum entwickelt. Dies wird immer dann erreicht, wenn vor Beendigung der Vernetzung (Aushärtung) der Diol/ Diisocyanat-Paste die Cl-Bildung noch nicht beendet ist.
Für den Fachmann bereitet die Herstellung offenzelliger Schäume keine Schwierigkeiten. Bei der Herstellung von Polyurethanschaumteilen wird nämlich meistens ein offener Polyurethanschaum angestrebt, damit die erzeugten Produkte nachträglich nicht in unerwünschter Weise schrumpfen. Eine Bedingung für die Erreichung offenzelliger Schäume ist die Verwendung verhältnismässig geringer Mengen eines Beschleunigers (z. B. eines tertiären Amins) für die Umsetzung von Diol und Diisocyanat.
Geschlossenen Polyurethanschaum hingegen erreicht man bei Verwendung von grossen Mengen Be-
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Obwohl die erfindungsgemässen Streichkunstleder unter Verwendung beliebiger Dio1 ! Diisocyanat- Pasten hergestellt werden können, verwendet man hier solche, die Schaum hoher Kerbzähigkeit liefern, da dann eine sehr abriebfeste Haut gebildet wird.
Das nachfolgende Beispiel schildert eine Ausführungsform der Erfindung.
Bei s pie 1 : Auf eine Silikon-Platte giesst man eine Paste, die durch Zusammenrühren folgender Komponenten hergestellt wurde :
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<tb> 90 <SEP> Teile <SEP> Desmophen <SEP> 3900 <SEP> Produkt <SEP> Bayer
<tb> 10 <SEP> Teile <SEP> Vernetzer <SEP> B <SEP> Produkt <SEP> Bayer
<tb> 1 <SEP> Teil <SEP> eines <SEP> äquimolaren <SEP> Gemisches <SEP> aus
<tb> Wasser <SEP> und <SEP> tertiärem <SEP> Amin
<tb> (Beschleuniger)
<tb> 40 <SEP> Teile <SEP> Diphenylmethandiisocyanat.
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Diese Paste streicht man mit einem Rakel auf die Silikon-Platte. Nach etwa 10 sec legt man ein genadeltes Vlies auf. Dies beschwert man mit einer Platte. Diese hat die Funktion, das Vlies leicht an den Schaum anzudrücken und Unebenheiten auszugleichen bzw. zu verhindern. Nach etwa 5 min entfernt man die Platte und zieht das nunmehr mit einer genarbten Deckschicht versehene Faserflächengebilde von der Silikonunterlage ab.
PATENT ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Streichkunstleder, das aus einem Faserflächengebilde und einer Polyurethanschaumschicht hoher Kerbzähigkeit besteht, dadurch gekennzeichnet, dass man auf einer inerten Fläche, vorzugsweise einer Silikonplatte, eine Paste aus einem Diol und einem Diisocyanat aufgiesst, den Beginn des Aufschäumen abwartet und anschliessend ein Faserflächengebilde, vorzugsweise einen genadelten Vliesstoff, auflegt.