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Kachelverkleidung für Öfen und Wände
Beim Aufbau von Kachelverkleidungen für Öfen und Wände ist es bekannt, Kacheln zu benutzen, deren Rumpf gegenüber den Seitenkanten der Kachel zurückgesetzte hinterschnittene Aussenflanken be- sitzt. Gewöhnlich ist diese Hinterschneidung bogenförmig ausgeführt oder es sind am innerenBegren- zungsrand des Kachelrumpfes wulstartige Verstärkungen vorgesehen, wobei zwischen die einander zuge- kehrtenRumpfflanken der aneianderstossendenKacheInMörtelmassen eingebracht werden, die beim Abbinden eine formschlüssige Verbindung zwischen den Kacheln ergeben soll.
Dieser Aufbau bedingt die Verwendung vonMörtelmasse in einer verhältnismässig grossen Menge, was einen Nachteil darstellt, weil die Mörtelmasse beim Abbinden durch Feuchtigkeitsabgabe schwindet, u. zw. umso mehr, je grösser ihr Volumen ist. Es ist daher bei der bekannten Art des Aufbaues unvermeidbar, dass auch bei sorgfältigster Verarbeitung und beUangsamstemAustrocknen derVermörtelung sowohl inQuer- als auch in Längsrichtung Haarrisse auftreten. Diese beeinträchtigen nicht nur die Abdichtung, sondern auch die Festigkeit des Verbandes. Hiergegen konnte auch die Verwendung von Klammern beim Aufbau einer Verkleidung keine Abhilfe schaffen.
Es kommt hinzu, dass bei der Herstellung von Kacheln Verzugserscheinungen beim Brennen unvermeidlich sind und es ist verständlich, dass diese Verzugserscheinungen bei der bisherigen bogenförmigen Hinterschneidung der Rumpfflanken in besonders hohem Masse in Erscheinung treten mussten, so dass man schon infolge dieser unvermeidlichen Ungenauigkeiten gezwungen war, verhältnismässig grosse Ausmörtelungsräume bzw. Fugen vorzusehen um einen Ausgleich der Verzugserscheinungen zuzulassen. Um das Aussehen der Verkleidung nicht zu beeinträchtigen sollten aber die Begrenzungskanten derFugen einen möglichst genauen Verlauf aufweisen, so dass man gezwungen war, die Kanten der Kacheln zu beschleifen, um die Fugen mit Rücksicht auf den unvermeidlichen Schwund der Mörtelmasse so eng wie möglich halten zu können.
Gleichzeitig sollte durch dieses Beschleifen der Seitenkanten des Kachelblattes eine Haftfläche für die in die Fugen einzubringende Mörtelmasse geschaffen werden. Wie allgemein bekannt, ist jedoch ein derartiges Beschleifen mit aussergewöhnlich hohen Unkosten verbunden und konnte trotzdem nicht vermeiden, dass an den Putzfugen Haarrisse auftraten, die sowohl die Dichtheit beeinträchtigten als auch nach einiger Betriebzeit z. B. eines Ofens deutlich sichtbar und störend in Erscheinung traten, denn die Putzmasse in den Fugen musste, um die beschliffenen und rauhen, von Farbglasur freien Kachelseitenkanten dem Blick zu entziehen, praktisch bündig mit der Vorderfläche der Kachel liegen.
Insgesamt bedingte daher die Verwendung der bisher üblichen Kacheln zum Aufbau von Ofen-und Wandverkleidungen eine Vielzahl von Arbeitsgängen, die sich verteuernd auf die Herstellung auswirkten und trotzdem die genannten Nachteile nicht ausschliessen konnten.
Nach der Erfindung werden diese Nachteile bei Kachelverkleidungen für Öfen und Wände mit zu den Kachelkanten parallel verlaufenden diesen gegenüber zurückgesetzten hinterschnittenen Aussenflanken des Rumpfes dadurch vermieden, dass zwischen die einander zugekehrten, zusammen einen im Querschnitt etwa schwalbenschwanzförmigen Ausschnitt bildenden Flanken von aneinanderschliessenden Kacheln Passstücke aus keramischem Werkstoff, deren Längsseiten der Hinterschneidung der Aussenflanken entsprechend geformt sind, formschlüssig eingelegt und in beliebiger Weise befestigt sind, die die Kacheln unter Bildung einer freien Putzfuge zwischen ihren Kanten gegenseitig abstützen und mit ihrer der Putzfuge zugekehrten Seite eine Haftfläche für die Putzmasse bilden. Handelt es sich z.
B. bei
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Öfen um winkelig zueinander stehende Kacheln, so können die Passstücke erfindungsgemäss winkelförmigen Querschnitt besitzen und mit der Aussenfläche des einen Winkelschenkels an der Aussenflanke des einen und mit der Innenfläche des andern Winkelschenkels an der Aussenfläche des Rumpfes der andern Kachel anliegend zwischen diese Kacheln eingelegt sein. Besonders zweckmässig ist es, wenn die Passstücke erfindungsgemäss länger sind als eine Kachelhöhe und in die sich anschliessenden Kachel- reihen hineinreichen oder das bei Passstücken von gleicher Länge wie die Kacheln die Passstücke so angeordnet sind, dass sie zur Hälfte zwischen die Rumpfflanken der einen Kachelreihe und der andern Kachelreihe hineinreichen.
Die Passstücke selbst sind im Querschnitt entsprechend beispielsweise keil- bzw. trapezförmig geformt, was sowohl eine sehr einfache Herstellung erlaubt als auch zu den geringsten Schwierigkeiten bei leichten Verzugserscheinungen führt. Infolge der Anordnung der aus dem gleichen keramischem Werkstoff wie die Kacheln bestehenden Passstücke zwischen den einzelnen Kacheln wird nicht nur eine sehr geringe Mörtelmenge zu ihrer Befestigung benötigt und damit der unvermeidliche Schwund und der Haarrissbildung praktisch völlig beseitigt, sondern die aus festem Keramikwerkstoff bestehenden Passstücke bewirken auch im Gegensatz zu einer einfachen Ausmörtelung eine Verbindung von hoher mechanischer Festigkeit.
Es ist daher sogar möglich, grossflächige Wandverkleidungenliegend auf dem Boden zusammenzustellen und nach dem Abbinden der Befestigung in ihrer Gesamtheit aufzurichten oder sogar zu versetzen. Die erfindungsgemässe Ausführung erlaubt es zudem, nicht nur auf die bisherigen kostspieligen Nacharbeiten durch Beschleifen der Kanten des Kachelblattes zu verzichten, sondern die Kanten können ebenso wie das Kachelblatt glasiert sein, so dass man in der Lage ist, die Fugen fest in ihrer ganzen Tiefe offen zu lassen, woraus sich nicht nur geringere Arbeitsaufwendungen ergeben, sondern auch der Vorteil, dass die gesamte Aussenfläche einer Kachelverkleidung hiedurch eine Belebung erfährt.
Selbstverständlich können beim Aufbau nach wie vor in an sich bekannter Weise Klammern verwendet werden, die die Wandungen des Rumpfes aneinanderstossender Kacheln übergreifen und sie gegenseitig verspannen.
In den Zeichnungen ist der Gegenstand der Erfindung beispielsweise veranschaulicht. Es zeigen : Fig. 1 in schaubildlicher Darstellung inRückansichtTzwei aneinanderstossende Kacheln mit eingelegten Passstücken, Fig. 2 und 3 schaubildlich im Teilschnitt eine Kachel in Schrägansicht von der Schmalseite bzw. Schrägansicht von der Längsseite, Fig. 4 im Teilschnitt durch zwei aneinanderstossende Kacheln in übertriebener Darstellung der Passfugen die Lage des Passstückes zwischen zwei aneinanderstossenden Kacheln sowie gestrichelt eine klammerartige Verbindung und Fig. 5 einen Teilschnitt durch den Eckbereich einer Kachelverkleidung.
Die einzelnen Kacheln 1 sind rückseitig mit einem aus senkrecht zum Kachelblatt 2 gerichteten Seitenwandungen 3 bestehenden Rumpf versehen. Die Aussenflanken 4 dieses Rumpfes sind dabei hinterschnitten ausgeführt und in parallelem Verlauf zu den Kanten 5 des Kachelblattes diesen Kanten gegenüber zurückversetzt. Werden, wie Fig. l und 4 zeigen, mehrere Kacheln 1 aneinanderschliessend aufgebaut, so sind jeweils die Aussenflanken 4 zweier Kacheln einander zugekehrt, so dass sich, wie insbesondere Fig. 4 zeigt, ein schwalbenschwanzförmiger Raum zwischen den einander zugekehrtenAussenflanken 4 der Rümpfe zweier Kacheln bildet. In diesem Raum ist ein Passstück 6 eingelegt, dessen Seiten 7 so geformt sind, dass sie der Hinterschneidung der Aussenflanken 4 entsprechen.
Die Passstücke können beim Aufbau der Kacheln mit den Aussenflanken 4 des Kachelrumpfes und ebenso auch mit den überstehenden Rückseiten des Kachelblattes 2 in beliebiger Weise, z. B. durch Kleben, verbunden werden. Die Passstücke 6 bestehen ebenso wie die Kacheln 1 aus keramischem Werkstoff und sind nicht glasiert. Durch Anlage der Seitenflächen 7 der Passstücke an den Aussenflanken 4 der Kachelrümpfe zweier aneinanderschliessender Kacheln stützen sie unter formschlüssigem Eingriff zwischen diese Aussenflanken zwei aneinanderschliessende Kacheln 1 so ab, dass zwischen denKanten 5 dieser Kacheln eine Putzfuge 8 gebildet wird, Im Gegensatz zur bisherigen Ausführung von Ofenkacheln werden die Kanten 5 der Kacheln nicht mehr beschliffen, sondern in voller Stärke des Kachelblattes 2 glasiert.
Infolge dieser Glasierung ist es möglich, nunmehr breitere Putzfugen 8 zu bilden, wobei es auf ein völliges Plansein der Kantenflächen nicht mehr ankommt.
Die Glasierung der Kanten würde an sich einer in die Putzfuge 8 einzubringenden Putzmasse 9 keinen Halt verleihen. Im vorliegenden Falle ist dies auch nicht erforderlich, da die der Putzfuge 8 zugekehrte Seite des Passstückes 6 unglasiert ist, also für die Putzmasse 9 eine zuverlässige Haftfläche bildet. Da die Kanten 5 glasiert sind, ist es ohne weiteres möglich, die Putzmasse 9 vertieft in der Putzfuge 8 anzuordnen, woraus sich ausserdem eine Steigerung der plastischen Wirkung der Gesamtfläche einer so aufgebauten Kachelverkleidung ergibt.
Da die Kanten 5 der Kacheln glasiert sind wird es ermöglicht, auf besondere Eckkacheln, wie
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sie bisher erforderlich waren, zu verzichten, da es nunmehr, wie Fig. 5 im Querschnitt erkennen lässt, ohne weiteres möglich ist, auch die Ofenecken unter Benutzung ebender Kacheln zu bilden. In diesem Fall ist es nur erforderlich, dass Passstücke 6a von winkelförmigem Querschnitt zwischen die einander zugekehrten Aussenflanken von winkelig zueinander stehenden Kacheln eingelegt wird. Die Putzfuge 8 wird hergestellt wie im Beispiel der Fig. 4 beschrieben.
Die Passstücke 6 können zwischen den Kacheln so verlegt sein, dass sie die quer zu ihrer Längsachse verlaufende Fuge zwischen aneinanderstossenden Kacheln überlappen. Im fertigen Zustand bilden dann diese Passstücke einen Verband zwischen den Kacheln, wobei sie in jede Kachel in Längsrichtung gesehen zur Hälfte eingreifen. Ohne weiteres möglich ist es auch, die Kacheln vom bisher üblichen abweichend so auszuführen, dass sie Längsseiten besitzen, die einem Mehrfachen der Schmalseite entsprechen. Abgesehen von der äusserlichen Flächenaufteilung ergibt sich hieraus der Vorteil, dass bei Verwendung derartiger Grosskacheln bei gleichem Aufwand an Arbeitszeit ein Mehrfaches anFlächen- grösse verkleidet wird, wodurch eine erhebliche Abkürzung der erforderlichen Arbeitszeit ermöglicht wird.
Wie erwähnt, können die Passstücke 6 mit den Aussenflanken der Kachelrümpfe verklebt werden.
Anstatt einer solchen Verklebung oder zusätzlich zu einer solchen, können auch, wie in Fig. 4 ge- strichelt dargestellt, Klammern 10 vorgesehen sein, die mit einer Anzugsvorrichtung, z. B. einer Schraube 11 versehen sind und klauenartig an der Rückseite aus die Seitenwandungen 3 des Rumpfes aneinanderstossender Kacheln übergreifen und gegenseitig verspannen. Da die Kacheln beim Aufbau eines Ofens mit den breitenFlächen derRumpfaussenflanken auf den Längsseiten der Passstücke aufliegen, können die Kacheln in einfachster Weise unter Einhaltung einer ebenen Gesamtfläche aufeinander geschichtet werden, was wieder den Aufbau beschleunigt.
Wenn, wie in Fig. l veranschaulicht, Passstücke 6 entweder in Längsrichtung oder in Querrichtung zur Höhe einer Kachelverkleidung dieFugen überlappend verlegt werden, werden beiderseits dieser längeren Passstücke in Querrichtung zu ihnen kürzere Passstücke 6 verlegt, die in ihrer Länge der Breite jeweils eines Kachelrumpfes entsprechen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Kachelverkleidung für Öfen und Wände mit parallel zu den Kachelkanten verlaufenden, diesen gegenüber zurückgesetztenhinterschnittenenAussenflanken des Rumpfes, dadurch gekennzeich- net, dass zwischen die einander zugekehrten zusammen einen imQuerschnitt etwaschwalbenschwanz- förmigen Ausschnitt bildenden Flanken (4) von aneinanderschliessenden Kacheln (1) Passstücke (6) aus keramischem Werkstoff, deren Längsseiten (7) der Hinterschneidung der Aussenflanken entsprechend geformt sind, formschlüssig eingelegt und in beliebiger Weise befestigt sind, die die Kacheln (1) unter Bildung einer freien Putzfuge (8) zwischen ihren Kanten (5) gegenseitig abstützen und mit ihrer der Putzfuge (8) zugekehrten Seite eine Haftfläche für die Putzmasse (9) bilden.