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Verfahren zum Anfeuchten von bahn-oder bogenförmigem
Papier od. dgl. Material
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Anfeuchten von bahn-oder bogenförmigem Papier od. dgl.
Material mittels eines feuchten gasförmigen Mediums.
Bei hygroskopischem bahn-oder bogenförmigem Material besteht das Hauptziel des Anfeuchtens darin, den Feuchtigkeitsgehalt des Materials der normalen Lageratmosphäre anzupassen. Im Falle von Papier ist eine Anfeuchtung des Materials auch im Hinblick auf die Stabilitätsbedingungen notwendig, die das Papier für Druckereizwecke u. dgl. erfüllen muss. Das Anfeuchten kann nach verschiedenen Methoden durchgeführt werden, beispielsweise durch Zufuhr von Feuchtigkeit in feinverteilter Form mittels Düsen oder durch Durchleiten des Materials durch eine mit Dampf gefüllte Kammer.
Bei Anwendung der ersterwähnten Methode ergeben sich Schwierigkeiten hinsichtlich der Erzielung einer gleichmässigen Feuchtigkeitsverteilung, und ferner besteht hiebei eine grosse Gefahr der Fleckenbildung, besonders bei einem Material mit empfindlicher Oberfläche. Das Anfeuchten mittels Dampf bringtebenfallsdie Gefahr einer Fleckenbildung durch teilweise Kondensation mit sich und überdies ist es hiebei schwierig, die Anfeuchtung ohne unerwünschte Erhöhung der Temperatur des Materials zu bewirken. Die günstigste bisher bekannte Anfeuchtungsmethode besteht darin, das Material durch einen geschlossenen Raum zu leiten, in dem es dem Einfluss eines feuchten gasförmigen Mediums, insbesondere von feuchter Luft mit bestimmten Sättigungsgrad, z. B. durch Anblasen, ausgesetzt wird.
Diese Methode erfordert jedoch wegen der im Material durch Kondensation von Feuchtigkeit auftretenden Temperaturerhöhung und der dadurch verursachten Verminderung der relativen Feuchtigkeit der Luft eine lange Behandlungszeit.
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oder Dampf, geblasen wird, um dem Material Feuchtigkeit zuzuführen, und gegen die andere Oberfläche des Materials gleichzeitig ein gegenüber ersterem kälteres feuchtes gasförmiges Medium geblasen wird, um die durch Kondensation freiwerdende Wärme kontinuierlich abzuleiten. Die Behandlung wird vorzugsweise, wie an sich bekannt, in mehreren Stufen ausgeführt, wobei der Unterschied zwischen der Taupunkttemperatur des die Feuchtigkeit zuführenden Mediums und der Temperatur des Materials auf verschiedenen Werten gehalten wird.
Das Anfeuchten kann in der Weise durchgeführt werden, dass in jeder Stufe jene Seiten des Materials, auf die das heisse feuchte Medium bzw. das kalte feuchte Medium aufgeblasen wird, vertauscht werden.
Um eine Vermischung dieser Medien zu vermeiden, wird die Behandlung vorzugsweise in einer vollständig geschlossenen Kammer vorgenommen, wobei die Medien so zugeführt werden, dass in dieser Kammer beiderseits des Materials ein Überdruck aufrechterhalten wird und wenigstens ein Teil der beiden Medien ausder Kammer durch Kanäle oder Öffnungen abgesaugt wird, die längs der beiden Seitenränder der Materialbahn angeordnet sind.
Die Erfindung soll nun unter Bezugnahme auf die Zeichnungen genauer erläutert werden, in der Fig. l einen vertikalen Längsschnitt durch eine Vorrichtung zur Ausübung des erfindungsgemässen Verfahrens und Fig. 2 einen vertikalen Querschnitt längs der Linie 11-11 in Fig. l darstellt.
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In den Zeichnungen ist mit 1 das Gehäuse der Behandlungsvorrichtung bezeichnet, das eine geschlossene Kammer bildet, die in drei getrennte Abteile A, B und C unterteilt und mit Einlassöffnungen 2 sowie Auslassöffnungen 3 für eine kontinuierlich vorgeschobene Materialbahn 4 versehen ist. Während des Durchlaufens der Materialbahn durch die Kammer wird diesem Material ein heisses feuchtes gasförmiges Medium zugeführt, u. zw. erfindungsgemäss durch Blasen dieses Mediums gegen eine Oberfläche der Materialbahn, im dargestellten Ausführungsbeispiel gegen die obere Oberfläche desselben.
Dieses Medium wird mit Hilfe von Umlaufgebläsen 5 zugeführt, wobei in jedem der erwähnten Abtei- leein eigenes Gebläse 5 vorgesehen ist, das direkt von einem Elektromotor 6 angetrieben wird. Das Gebläse drückt das Medium in einen Verteilerkasten 7, der oberhalb der Materialbahn angeordnet ist.
Die der Materialbahn zugekehrte Bodenfläche dieses Verteilerkastens ist in gleichen gegenseitigen Abständen mit einer grossen Anzahl von Mediumzuführungsöffnungen 8 versehen. Das gegen die Materialbahn geblasene Medium wird anschliessend über eine Vielzahl von Abführungskanälen, die in Form von Rohren 9 dargestellt sind, welche die Verteilerkästen durchsetzen und in eine mit dem Einlass des zugeordneten Gebläses in Verbindung stehende Saugkammer münden, zurück- und in Umlauf geführt. Zur Erwärmung und erforderlichenfalls Befeuchtung des Behandlungsmediums sind nur schematisch angedeutete Einrichtungen 11 vorgesehen. Gemäss der Erfindung wird gleichzeitig auch ein kaltes feuchtes gasförmiges Medium auf die gegenüberliegende Seite der Materialbahn geblasen.
Aus diesem Grunde ist jedes der erwähnten Kammerabteile A, B und C mit einem zweiten Umlaufgebläse 12 ausgestattet, das direkt von einem Elektromotor 13 angetrieben wird und das kalte Medium in einen unterhalb der Materialbahn angeordneten Verteilerkasten 14 drückt. Dieser Verteilerkasten 14 ist ähnlich wie der oberhalb der Materialbahn befindliche Verteilerkasten 7 mit Luftzuführungsöffnungen 15 und den Verteilerkasten durchsetzenden Abführungskanälen 16 ausgestattet, welch letztere in eine Saugkammer 17 münden. Die Temperatur des kalten Mediums wird durch Kühlbatterien 18 geregelt. Beiderseits der Materialbahn 4 angeordnete Abschirmleisten 19 verhindern eine Vermischung der beiden getrennt zugeführten Medien.
Diese Abschirmleisten sind vorzugsweise so ausgebildet, dass sie einen Längskanal zum Absaugen eines geringen Teiles jedes dieser beiden Medien bilden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Anfeuchten von bahn-oder bogenförmigem Papier od. dgl. Material mittels eines feuchten gasförmigen Mediums, dadurch gekennzeichnet, dass gegen eine der Oberflächen des Materials ein erwärmtes feuchtes gasförmiges Medium, z. B. erwärmte feuchte Luft oder Dampf, geblasen wird, um dem Material Feuchtigkeit zuzuführen, und gegen die andere Oberfläche des Materials gleichzeitig ein gegenüber ersterem kälteres feuchtes'gasförmiges Medium geblasen wird, um die durch Kondensation freiwerdende Wärme kontinuierlich abzuleiten.