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Gewächshaus
Die Erfindung betrifft ein Gewächshaus mit einem lotrecht umlaufenden endlosen Förderband zur Auf- nahme der zu züchtenden Pflanzen. Das Gewächshaus ist insbesondere für Forschungszwecke geeignet und hat den Vorteil, dass sein Züchtungsraum ohne Vorsorge fürbesonders kostspielige Isolationen von den äusseren Umweltfaktoren unberührt bleibt.
Es sind bereits Anlagen bekanntgeworden, bei welchen das Züchtungsgut auf umlaufenden Förderbändern in einem Züchtungsraum, in welchem Einrichtungen zur Schaffung äusserer Umweltfaktoren vorgesehen sind geführt und im Bereiche der unteren Wendestelle in eine Flüssigkeit getaucht wird. Bei diesen Anlagen muss das Züchtungsgut vor besonderen äusseren Faktoren, beispielsweise übermässige Hitze, Strahlen, usw., die für das Wachstum der Pflanze schädlich sind, geschützt werden.
Um dies in einfacher Weise und ohne besonderen Kostenaufwand zu erzielen, wird ein Gewächshaus der eingangs erwähnten Art vorgeschlagen, bei welchem erfindungsgemäss das Förderband in einem Brunnen angeordnet ist, wobei im Bereich des Brunnens Einrichtungen zur Schaffung äusserer Umweltfaktoren im Brunnen vorgesehen sind.
In vorteilhafter Weise befindet sich über dem Brunnen ein geschlossener Arbeitsraum, aus welchem das Umlaufband beschickt wird.
In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemässen Gewächshauses schematisch dargestellt.
1 ist der Brunnen, dessen Wände mit verdichtetem Beton gasdicht ausgefüttert sind. Im Inneren des Brunnens ist ein in Schlangen geführtes, lotrecht umlaufendes Förderband 2 vorgesehen, welches sich in der Richtung des Pfeiles A bewegt und mit seinem unterhalb der Schlangen laufenden Teil 2'in den Bereich des am Boden des Brunnens befindlichen Wassers gelangt, in das er die Pflanzen oder die sie aufnehmenden Behälter zur Bewässerung des in ihnen befindlichen Nährbodens taucht. Zwischen den umlaufenden Schlangen sind Beleuchtungskörper 3 vorgesehen, welche das Sonnenlicht ersetzen.
Der Brunnen 1 ist von einem Arbeitshaus 4 überdacht, in welchem die Bedienungsperson das Züchtungsgut auf das Umlaufband aufbringt und von diesem abnimmt. Zu diesem Zwecke kann eine der Schlangen, zweckmässig die am Rande des Brunnens liegende, verlängert und in den Arbeitsraum hinein geführt werden. Der Brunnen selbst ist durch einen Deckel 5 abgeschlossen, welcher wohl das Einströmen der für die Bedienungsperson allenfalls schädlichen Luft aus dem Züchtungsraum in den Arbeitsraum im wesentlichen verhindert oder auf ein unschädliches Mass drosselt, dagegen die mit der Durchführung des Züchtungsprogrammes verbundenen Arbeiten ungestört durchführen lässt.
Im Arbeitshaus 4 sind auch sämtliche Einrichtungen zur Schaffung oder Steuerung der für das Wachstum der Pflanzen im Brunnen erforderlichen Umweltfaktoren wie Wärme, Licht, Feuchtigkeit, Coi- Gehalt der Luft usw. sowie für die Versorgung der Pflanzen mit Nährstoffen und Frischluft vorgesehen.
Für Pflanzen, die am besten in feuchter, kühler Atmosphäre gedeihen, wird eine Vorrichtung vorgesehen, mittels welcher einerseits das Brunnenwasser zerstäubt und anderseits Luft zur Verteilung der zerstäubten Flüssigkeit im ganzen Brunnenraum in diesen eingeblasen wird. Dabei kann die Bewässerung der Pflanzen durch Eintauchen des Gehänges in das Brunnenwasser im Bereiche des unteren Wendepunktes entfallen und die Pflanzen können auf einem auf beliebige Art umlaufenden endlosen Fördersystem, welches
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allenfalls höhenverstellbar angeordnet ist, angebracht werden.
Gemäss einer weiteren Ausführungsform kann der Brunnenraum und der darüber befindliche Arbeits- raum zu einer Anlage kombiniert werden, bei welcher das Umlaufband zur Schaffung einer bestimmten
Dauer der Einwirkung von Licht und Dunkelheit auf die Pflanze einen mit Licht erfüllten und einen dunk- len Raum durchwandert. Im vorliegenden Falle wäre zweckmässig der Brunnenraum dunkel gehalten.
Schliesslich ist es auch möglich, das umlaufende Band in einer Kabine anzuordnen, deren Inneres als
Gewächsraum dient und die je nach Bedarf mehr oder weniger tief in den Brunnen herabgelassen werden kann. Diese Kabine kann gegebenenfalls deckelseitig einen dichten Lichtabschluss aufweisen.
Der Einfachheit halber wurden als Züchtungsgut nur Pflanzen erwähnt. Es liegt aber im Rahmen der
Erfindung auf dem im Brunnen umlaufenden Förderband auch andere Lebewesen, wie z. B. Bakterien zu züchten.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Gewächshaus mit einem lotrecht umlaufenden endlosen Förderband zur Aufnahme der zu züchten- den Pflanzen, dadurch gekennzeichnet, dass das Förderband in einem Brunnen angeordnet ist, wobei im Bereich des Brunnens Einrichtungen zur Schaffung äusserer Umweltfaktoren im Brunnen vorgesehen sind.
2. Gewächshaus nachAnspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass über dem Brunnen (1) ein geschlossener Arbeitsraum (4) vorgesehen ist, aus dem das Umlaufband beschickt wird.
3. Gewächshausnach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Brunnen- schacht gegenüber dem darüber befindlichen Arbeitsraum im wesentlichen abgeschlossen ist.
4. Gewächshaus nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass im Arbeits- raum (4) Einrichtungen zur Schaffung und Steuerung der für das Wachstum des Züchtungsgutes im Brunnen erforderlichen Umweltfaktoren vorgesehen sind.
5. GewächshausnachAnspruchl, dadurch gekennzeichnet, dass das Förderband das Züch- tungsgut zwecks Bewässerung desselben zumindest im Bereiche einer unteren Wendestelle in das Brunnen- wasser taucht.