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Einrichtung zum Entfernen des Schweissgrates stumpfgeschweisster
Profilstäbe
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Entfernen des Schweissgrates stumpfgeschweisster Profilstäbe, z. B. Eisenbahnschienen, welche ein zum Hindurchführen der Profilstäbe an zwei gegenüberliegenden Seiten offenes Gestell mit Führungen für die Profilstäbe und je einem Teil des Umfanges des Profils angepasste spanabhebende Entgratungswerkzeuge hat.
Die Entgratungswerkzeuge einer bekannten Einrichtung dieser Art sind bogenförmig gekrümmteRäum- werkzeuge, welche zum Zweck des Entgratens mittels hydraulischer Zylinder hin-und herbewegt werden, während die zu entgratende Schiene festgehalten ist. Dabei ist es erforderlich, die Schiene schrittweise durch die Einrichtung zu führen und jeweils zu fixieren, wenn eine zu entgratende Schweissstelle in den Arbeitsbereich der Räumwerkzeuge kommt. Die Notwendigkeit, die Räumwerkzeuge jeweils in Betrieb zu setzen und dann ausser Betrieb zu setzen, sobald der Grat entfernt ist, erfordert eine komplizierte Steuerung dieser Einrichtung. Es ist auch bekannt, Profilstäbe durch in Arbeitsstellung feststehende Messer zu bearbeiten, welche von den Führungsmitteln für den Stab distanziert sind.
Die Erfindung bezweckt, eine Einrichtung mit einfacher Konstruktion und Betriebsweise zu schaffen.
Zur Lösung dieser Aufgabe zeichnet sich die erfindungsgemässe Einrichtung dadurch aus, dass die Entgratungswerkzeuge in Arbeitsstellung feststehende Messer sind, deren wenigstens eines mittels einer Verstellvorrichtung zwischen der Arbeitsstellung und einer zurückgezogenen Ruhestellung am Gestell bewegbar ist, und dass die Führungen in der Führungsrichtung von den Messern distanziert sind.
Zum Entgraten genügt es, diese Einrichtung und den Profilstab, z. B. die Eisenbahnschiene, relativ zueinander zu bewegen. Wenn die zu entgratende Stelle zwischen den Messern hindurchgeht, scheren diese den Grat ab, ohne dass eine besondere Steuerung oder ein Antrieb der Messer erforderlich wäre. Ausserhalb der Stellen, welche einen Schweissgrat aufweisen, nehmen die Messer praktisch keinen Span von der Schiene ab, wenn sie zweckmässig eingestellt sind.
In den Zeichnungen ist als Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Einrichtung eine Entgratungs-
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nie III - III in Fig. 2 und Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie IV - IV in Fig. 2.
Die dargestellte Einrichtung hat ein Trägergestell mit einer Bodenplatte 11, zwei Seitenwänden 12, einer Deckplatte 13 und einer hinteren Stirnwand 14. Auf der Bodenplatte 11 ist eine Gleitplatte 111 befestigt, welche eine Führung für die Unterseite des Schienenfusses bildet. Die hintere Stirnwand 14 hat eine Öffnung 141, welche dem Querschnitt des lichten Raumes angepasst ist, der von der Bodenplatte 11, den Seitenwänden 12 und der Deckplatte 13 umschlossen ist. Dieser Querschnitt ist so gross, dass er das Profil der Schiene A aufnehmen kann. In Fig. 2 sind die hintere Stirnwand und die an dieser befestigten Teile weggelassen.
Zwei Führungsrollen 21 sind in der Deckplatte 13 drehbar gelagert, wobei sie nach unten vorstehen. In den Seitenwänden 12 sind je zwei Gleitstücke 22 verstellbar eingesetzt. Die Rollen 21 und die Gleitstücke 22 bilden Führungsmittel, durch welche die Einrichtung an dem keinen Schweiss-
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grat aufweisenden Teil der Schiene A geführt wird.
An der vorderen Stirnseite des Kastens l sind vier Entgratungsmesser angeordnet, nämlich ein Mes- ser 3 für den Schienenkopf, zwei seitliche Messer 4 für den Schienensteg, die Unterseite des Kopfes und die oberen und seitlichen Flächen des Schienenfusses, sowie ein Messer 5 für die Unterseite des Schienenfusses.
Die Entgratungsmesser 3 und 4 sind zwischen einer Arbeitsstellung und einer zurückgezogenen Ruhestellung am Gestell verschiebbar gelagert und je mit einer Vor- und Rückschubvorrichtung verbunden. In Fig. 1 sind diese Messer in Arbeitsstellung dargestellt.
Das Entgratungsmesser 5 ist feststehend. Es ist durch Schrauben 51 verstellbar an der Bodenplatte 11 befestigt und so eingestellt, dass seine Schneide 5a und die Oberfläche der Gleitplatte 111 in einer Ebene liegen.
Das Entgratungsmesser 3 ist durch Befestigungsschrauben 311 und Stellschrauben 312 an einem Messerträger 31 verstellbar befestigt. Der Messerträger 31 ist in Führungsleisten 32 verschiebbar gelagert und mit einer Zahnstange 33 versehen, in welche ein Zahnradsegment 34 eingreift. Das Zahnradsegment 34 ist von einer Kurbel 35 angetrieben, an welcher die Kolbenstange 36a, 36b eines Druckmittelzylinders 37 angreift, der durch ein Gelenk 38 mit der hinteren Stirnwand 14 verbunden ist. Die Zylinderdeckel des Zylinders 37 sind mit 371 und 372 bezeichnet. Die Kolben- stange besteht aus zwei Stangenteilen 36a und 36b, die durch einKupplungsstück 361 derart miteinander verbunden sind, dass die Länge der Kolbenstange verstellbar ist.
Am Messerträger 31 ist ein Gleitschuh 30 befestigt. Das Entgratungsmesser 3 ist mittels der Stellschrauben 312 so eingestellt, dass seine Schneide 3a und die Gleitfläche 30a des Gleitschuhes 30 die Schiene A gleichzeitig berühren, wenn der Messerträger 31 durch die Antriebsvorrichtung 33,34, 35,36a, 36b, 37 in Richtung auf die Schiene bewegt wird.
Die seitlichen Entgratungsmesser 4 sind in entsprechenderweise durch Befestigungsschrauben 411 und Stellschrauben 412 je an einem Messerträger 41 verstellbar befestigt, wobei jeder Messerträger 41 in Führungen 42 verschiebbar und mit einer Zahnstange 43 versehen ist, in welche ein Zahnradsegment 44 eingreift. Jedes dieser Zahnradsegmente 44 ist von einer Kurbel 45 angetrieben, an welcher die Kolbenstange 46a, 46b eines Druckmittelzylinders 47 angreift. Die Kolbenstangen 46a, 46b sind ebenso wie die Kolbenstangen 36a, 36b mittels eines Kupplungsstückes 461 in ihrer Länge verstellbar. Die Zylinderdeckel sind mit 471 und 472 bezeichnet.
Die Bewegung der Messerträger 41 von der Ruhestellung in die Arbeitsstellung der Entgratungsmes-
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stellung vorgeschoben oder umgekehrt zurückgezogen werden. Die Kolben der Druckmittelzylinder 37 und 47 sind doppelt wirkende Kolben, deren eine Seite für den Vorschub und deren andere Seite für das Zurückziehen der Messer beaufschlagbar ist. Durch Verstellung der Länge der Kolbenstangen 36a, 36b und 46a, 46b kann die Kraft eingestellt werden, welche die Messer 3 und 4 in Arbeitsstellung hält.
Die Druckmittelzylinder 37 und 47 können hydraulisch oder pneumatisch angetrieben sein. An Stelle der beschriebenen Vor- und Rückschubvorrichtungen 33,34, 35,36a, 36b, 37 und 43,44, 45, 46a, 46b und 47 können auch rein mechanische Vor- und Rückschubvorrichtungen Verwendung finden.
Im folgenden wird die Wirkungsweise der erfindungsgemässen Einrichtung bei einer Stumpfschweissmaschine für Eisenbahnschienen beschrieben :
Die Einrichtung wird mit inruhestellung zurückgezogenen Entgratungsmessem 3 und 4 im Stauchschlitten der Schweissmaschine so angeordnet, dass die Entgratungsmesser 3,4 und 5 der Schweissstelle der Maschine zugewendet sind, und eine der zu verschweissenden Schienen nach dem Einführen in die Maschine durch die Einrichtung hindurchragt. Wenn diese Schiene in die Maschine eingeführt wird, rollen die Führungsrollen 21 auf der Schiene. Nach dem Schweissen wird die Spannvorrichtung bzw. werden die Spannvorrichtungen des Stauchschlittens gelöst, und die Einrichtung wird zwischen die Spannbacken derjenigen dieser Spannvorrichtung geschoben, welche der Schweissstelle am nächsten liegt.
Dabei rollt die Einrichtung mit den Rollen 21 auf der Schiene. In diese Spannvorrichtung, deren Spannbacken nur in den Fig. l und 3 dargestellt und mit 6 bezeichnet sind, wird die Einrichtung eingespannt. Die Entgratungsmesser 3 und 4 werden durch Beaufschlagung der Kolben der Druckmittelzylinder 37 und 47 in ihre Arbeitsstellung gebracht. Dann wird durch Antrieb des Stauchschlittens die Einrichtung so weit über die Schweissstelle der Schienen geschoben, dass die Entgratungsmesser 3,4 und 5 den Schweissgrat ab-
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scheren, wobei sie unter der Wirkung des auf die Kolben der Druckmittelzylinder 37 und 47 ausgeübten Druckes in Arbeitsstellung gehalten werden.
Dabei gleitet der Gleitschuh 30 auf der Oberseite (Lauffläche) des Schienenkopfes, wodurch die Schneide des Entgratungsmessers 3 beim Entgraten stets genau auf der Höhe der Oberseite des Schienenkopfes gehalten und eine einwandfreie Lauffläche an der entgrateten Schweissstelle der Schienen erzielt wird. Nach dem Entgraten werden die Entgratungsmesser 3,4 und 5 in ihre Ruhestellung zurückgezogen und die Spannvorrichtung bzw. -vorrichtungen des feststehenden Maschinenteiles gelöst, woraufhin die verschweissten und an der Schweissstelle entgrateten Schienen aus der Maschine genommen werden können, wobei die Rollen 21 auf der einen und dann auf der andern Schiene laufen.
Die Einrichtung kann statt im Stauchschlitten auch im feststehenden Teil der Schweissmaschine angeordnet und nach dem Schweissen in diesem festgespannt werden, woraufhin beideSchienen durchAntrieb des Stauchschlittens derart verschoben werden, dass die Schweissstelle der verschweissten Schienen zwischen den Entgratungsmessern hindurchgeht.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zum Entfernen des Schweissgrates stumpfgeschweisster Profilstäbe, z. B. Eisenbahnschienen, mit einem zum Hindurchführen der Profilstäbe an zwei gegenüberliegenden Seiten offenen Gestell mit Führungen für die Profilstäbe und je einem Teil des Umfanges des Profils angepassten, spanabhebenden Entgratungswerkzeugen, dadurch gekennzeichnet, dass die Entgratungswerkzeuge in Arbeitsstellung feststehende Messer (3,4, 5) sind, deren wenigstens eines (3,4) mittels einer Verstellvorrichtung (35, 37 ; 45,47) zwischen der Arbeitsstellung und einer zurückgezogenen Ruhestellung am Gestell (11,12, 13,14) bewegbar ist, und dass die Führungen (21,22) in der Führungsrichtung von den Messern distanziert sind.