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Elektrodenkonstruktion.
Die elektrolytische Herstellung von starken Bleichlaugen, über 12 g aktives Chlor im Liter enthaltend, mittest Kohlenanoden ist nicht mehr recht ökonomisch, weil selbst die widerstandsfähigsten Kohlen alsdann stärker angegriffen werden und durch die dabei auftretende Kohlensäure ein namhafter Anteil des wertvollen Hypochlorits in Chlorat um-
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die Verwendung von Platin, wenn man gezwungen ist, Bleichlaugen von der höchsten, technisch erreichbaren Konzentration herzustellen. Dass man sich dieser Forderung bisher nur widerstrebend gefügt hat, daran sind mehrere Umstände Schuld.
Einmal gebietet der
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Gewicht auszukommen. Mit dieser Ersparnis an Gewicht opfert man jedoch die Festigkeit : . e dünner die Bleche sind, um so leichter reissen sie ein, worden deformiert und be- günstigen Kurzschlüsse. Ein weiterer Übelstand ist der Anschluss der Platinanode an die
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bietet, ohne die angeführten Nachteile aufzuweisen.
Es ist eine Kombination von Kohle und Platin in der Weise getroffen, dass die arbeitende wirksame Oberfläche aus Platinfolie besteht, wählend der Kern aus gutleitender Kohle von reichlichem Querschnitt gebildet wird, das Ganze also eine Vereinigung von chemischer Widerstandsfähigkeit, gutem Leitungs-
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widerstand. vorhanden sind, um bis zu den entferntesten Teilen der Platinfolie den Strom gut zu übertragen. Am besten lassen sich Stäbe von kreisförmigem oder elliptischem Querschnitt mit Ptatinfolio überziehen, wenn man sie mit einer Längsnut von einigen
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Stab, dass die Ränder in diese Nut hineinragen und presst einen genau hineinpassenden Streifen aus Glas, Porzellan, Schiefer oder dgl.
hinein, welcher die Nut schliesst und gleich- zeitig die Ränder er Metallfolie in ihrer ganzen Länge so fest gegen die Seitenflächen
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über das Stabende herausragen lässt. Bei vertikaler Stellung der Elektrode bildet sich dann bei der Arbeit unter dem Stab ein Gaspolster, welcher die Berührung mit der Lauge verhindert.
Muss man durchaus plattenförmige Elektroden verwenden, so geschieht die Befestigung
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doch muss man, da hier für die alsdann in Betracht kommenden grösseren Flächen und Stromstärken die Stromzuführung doch ungenügend ist, eine Anzahl weiterer Presskontakte über die gesamte Fläche in folgender Weise verteilen. Man bohrt in die kohle kleine
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zylindrische Lücher, macht in die Folie darüber einen Kreuzschnitt und drückt einen kloinen konischen Stift oder Nagel aus Glas, Porzellan oder dgl. hinein, wodurch gute Presskontakte in beliebiger Zahl hergestellt worden können.
Handelt es sich um doppelpolige Elektroden, welche nur auf einer Seite belegt werden sollen, so ist man vorzugsweise auf dieses Anheften durch Glas-oder Porzellannägel angewesen.
In den untenstehenden Zeichnungen sind zwei Schnitte durch derartige Elektroden dargestellt, in welchen die Anordnung und Art der Befestigung der Platinfolie dargestellt ist.
Fig. 1 zeigt die Befestigung einer zylindrischen Koh) onelektrodc. a ist die Kohle, b die Platinfolie, c die Einlage für die Nut, in welcher durch Anpressen der Kanten der Platinfolie der Presskontakt hergestellt ist. In Fig. 2 ist a die Kohle, b wieder die Platinfolie, c die nägel-oder stiftförmigen Presskörper und c'die Einlage für die Nut, zum Zwecke der Herstellung des Presskontaktes auf der einen Schmalseite der Elektrode.