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Verfahren zum Herstellen von Gummistreifen für die Verwendung in Luftreifen
Die Erfindung bezieht sich auf die Herstellung von halbfertigen Bauelementen in Form von Lagen und Streifen aus Gummimasse, die in Luftreifen verwendbar sind.
Es ist bekannt, dass es oft Schwierigkeiten bereitet, in bestimmten Teilen von Luftreifen bei der Reifenherstellung jene erhebliche Dicke der Gummimasse zu erreichen, die für ein gutes Verhalten des Reifens sehr vorteilhaft wäre. Diese Verhältnisse liegen vor allem vor, wenn in den betreffenden Teilen des Reifens während der Vulkanisierung hohe Druckspannungen erzeugt werden, welche den noch im plastischen Zustand befindlichen Gummi zu andern Stellen verdrängen, wo die Druckspannungen wesentlich geringer sind. Jene Teile der Reifenwülste, welche bei montiertem Reifen an den Felgenflanschen anliegen, sowie bei Reifen mit einer Karkasse, die aus einem bei Hitzeeinwirkung schrumpfenden Material besteht, auch die Zone innerhalb der innersten Karkassenlage sind Beispiele für solche kritische Stellen im Reifen.
In beiden Fällen ergibt sich häufig, dass die entsprechenden Gewebeteile (die Wulstschutzstreifen bzw. die inneren Karkassenlagen) der erforderlichen schützenden Gummischicht weitgehend beraubt werden.
Es sind schon verschiedene Versuche zur Beseitigungdieses Mangelsunternommen worden, besonders hinsichtlich der Wulstteile, indem bei der Herstellung der Luftreifen Streifen aus teilweise schon vulkanisierter Gummimasse verwendet wurden. Derartige Streifen werden bei Hitzeeinwirkung in geringerem Masse plastisch, so dass durch die erwähnten Druckkräfte keine unzulässige Materialverdrängung erfolgt.
Diese Lösung des aufgezeigten Problems hat jedoch noch ernstliche Mängel, da die Vorvulkanisierung der Streifen, obwohl sie nur teilweise vorgenommen worden ist, die für die Verbindung der Streifen mit den andern Reifenbestandteilen erforderliche Klebrigkeit der Oberfläche beseitigt. Mit andern Worten ergibtsich bei Verwendung von teilweise vulkanisierten Streifen die Schwierigkeit, die Streifen mit andern Bestandteilen des Reifens einwandfrei zu verbinden.
Es wurde nun gefunden, dass das aufgezeigte Problem einwandfrei durch Verwendung eines besonderen halbfertigen Bauelementes in jenen Teilen des Luftreifens behoben werden kann, wo eine angemessene Dicke der Gummimasse erforderlich ist, nämlich eines Bauelementes in Form eines Streifens aus Gummimasse, der innen vulkanisiert und an den Aussenseiten unvulkanisiert ist. Hiebei sichert der vulkanisierte Innenteileinen guten mechanischen Widerstand, wogegen die unvulkanisierten Aussenseiten eine gute Verbindung mit den übrigen Bestandteilen des Luftreifens gewährleisten.
Die Erfindung betrifft ein besonders günstiges Verfahren-zum Herstellen der beschriebenen besonderen Gummistreifen für Luftreifen. Dieses Verfahren ist durch die folgenden Arbeitsschritte gekennzeich- net : a) Übereinanderlegen zweier Schichten aus Gummimasse, von denen jede in gleichmässiger Verteilung eine andere Gruppe von Vulkanisierzusätze, wie z. B. Schwefel und Mercaptobenzothiazol bzw. Schwefelund Diphenylguanidin, enthält, wobei diese Zusätze in den beiden Gummimassen ausreichen, um bei gleichzeitigem Vorhandensein im Falle einer mässigen Wärmebehandlung (z.
B. 10 min bei 1200 C) eine Vulkanisation herbeizuführen, wogegen jede der beiden Gruppen von Zusätzen für sich allein nicht ausreicht, um bei der gleichen Wärmebehandlung zu einer Vulkanisation zu führen ; b) Wärmebehandlung der beiden Schichten'der Einheit ; c) Unterbrechung dieser Wärmebehandlung, sobald die inneren, an die Berührungsfläche der beiden Schichten der Einheit angrenzenden Schichtbereiche vulkanisiert sind, jedoch bevor die äusseren Schicht-
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bereiche ausvulkanisieren.
Ein Gummistreifen der unter Punkt a) des erfindungrgemässen Verfahrens angegebenen Art hat die Eigenschaft, dass seine Vulkanisation, sobald er einer Wärmebehandlung unterworfen wird, im Inneren,. genauer gesagt, an der Berührungsfläche der beiden Schichten beginnt. In der Berührungszone der beiden Schichten findet nämlich eine Wanderung der Vulkanisiermittel statt, die eine gewisse Dicke der Schichten im Bereich ihrer Berührungsfläche erfasst. Diese Zone enthält sodann alle zur Erzielung einer raschen Vulkanisation erforderlichen Zusätze. Die Wärmebehandlung wird aber unterbrochen, bevor auch eine Vulkanisation der äusseren Schichten des Streifens stattfindet.
Der durch das erfindungsgemässe Verfahren erhaltene Streifen umfasst somit eine vulkanisierte innere Schicht, die einen guten mechanischen Widerstand der Einheit sichert, und zwei Aussenschichten, die in ihrem unvulkanisierten Zustand verblieben sind und jene Klebrigkeit aufweisen, die erforderlich ist, um eine gute Verbindung mit den andern Bestandteilen des Reifens zu ermöglichen.
Zum besseren Verständnis wird die Erfindung nachfolgend an einem Ausführungsbeispiel genauer erläutert :
Nach dem erfindungsgemässen Verfahren werden zum Herstellen des Gummistreifens für Luftreifen zwei Schichten aus Gummimasse übereinandergelegt, von denen beispielsweise jede eine Dicke von 1 mm hat, wobei die eine Schicht nach dem Rezept A und die zweite nach dem Rezept B hergestellt ist.
EMI2.1
<tb>
<tb>
A <SEP> B
<tb> SBR <SEP> 1500 <SEP> 100 <SEP> 100
<tb> Zinkoxyd <SEP> 5 <SEP> 5
<tb> HAF <SEP> Black <SEP> 50 <SEP> 50
<tb> Weichmacher <SEP> 5 <SEP> 5
<tb> Antioxydantien <SEP> 2 <SEP> 2
<tb> Stearinsäure <SEP> 3 <SEP> 3
<tb> Mercaptobenzothiazol <SEP> l
<tb> Diphenylguanidin <SEP> - <SEP> 1 <SEP>
<tb> Schwefel <SEP> 2 <SEP> 2 <SEP>
<tb>
Dersoerhaltene Streifen wird für 10 min einer Temperatur von 1200 C ausgesetzt. Nach dieser Wär- mebehandlung ergebensich infolge der schon erwähnten Wanderungserscheinung der verschiedenen Zusätze im Streifeninneren eine mittlere Schicht mit einer Dicke von etwa 0, 5 mm, die bereits ausvulkanisiert ist, sowie zwei äussere Schichten, die noch unvulkanisiert sind. Ein derartiger Streifen kann somit zum Herstellen von Luftreifen, beispielsweise in den Wulstzonen, angewendet werden.
Beim Vulkanisieren des Reifens, das beispielsweise durch eine Erhitzung auf 1430C während 40 min stattfindet, werden auch die äusseren Schichten des Streifens vollständig vulkanisiert.
Im Rahmen der Erfindung sind verschiedene Änderungen des beschriebenen Ausführungsbeispieles möglich. Insbesondere können die Zusammensetzungen der beiden verwendeten Gummimassen variiert werden, sofern nur die Bedingung erfüllt ist, dass bei Vorhandensein aller Zusätze bzw. Vulkanisiermittel ie Vulkanisiergeschwindigkeit gegenüber dem Falle, dass nur die Zusätze einer der beiden Massen vorhanden sind, wesentlich erhöht wird.