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Wagenkasten für Kraftomnibusse
Die neuzeitlichen Wagenkasten für Omnibusse in selbsttragender Bauweise zeigen meist im oberen Teilsehrstarknach innen abgebogene Seitenwände, wobei die hochgeführten Säulen aus Hohlprofilen mit den unmittelbar daran oder auch dazu etwas versetzt anschliessenden Dachspriegeln torbogenförmig verlaufen, wogegen das Dach zur Verstärkung der Tragwirkung meist in Form einer gewölbten Schale und die hiezu abgesetzten Dachränder ebenfalls als Teilschalen ausgebildet sind.
Derartige Bauarten bieten zwar den sitzenden Personen gute Sichtverhältnisse, haben jedoch den Nachteil, dass das Dach nach den Fahr- zeugseiten zu verhältnismässig weitnach unten heruntergezogen ist und dadurch für eine in Fahrzeugmitte stehende Person nur eine sehr begrenzte Sicht nach oben zulässt.
Die Erfindung bezweckt demgegenüber eine Ausbildung des Wagenkastens, insbesondere für Omnibusse, durch die der Fahrgast im Sitzen wie im Stehen gute Sichtverhältnisse, also nicht nur grosse seitliche Sichtwinkel nach unten, sondern vor allem auch in Augenhöhe bzw. nach oben hat. Ausserdem soll das Platznehmen oder das Aufrichten aus dem gegenüber dem Mittelgang vielfach erhöht angeordneten Sitz mühelos und ohne weitere Behinderung erfolgen können, wobei der freie Raum über dem Kopf möglichst nicht durch vorstehende Bauteile geschmälert sein soll. Ferner muss die unterschiedliche Verträglichkeit der Fahrgäste gegenüber übermässiger Sonnenbestrahlung und die aus dieser Bestrahlung entstehende lästige Erwärmung, die sich im Sommer besonders bei grossflächiger Verglasung ergibt, berücksichtigt werden.
Eine unerwünschte Einsicht von aussen soll ebenfalls auf Wunsch vermieden werden können. Vor allem auf längeren Strecken oder im Stadtverkehr ist auch eine Einstellbarkeit von zuzuführender Frischluft, nach Möglichkeit von jedem Sitzplatz aus ohne Störung oder Belästigung der übrigen Wageninsassen, sehr erwünscht. Weiterhin ist dem Sicherheitsbedürfnis des Fahrgastes Rechnung zu tragen, der einerseits einen umfassenden Sichtbereich verlangt, anderseits nach oben durch ein festes Dach über seinem Sitzund gegebenenfalls Standplatz geschützt sein möchte.
Um alle diese Erfordernisse in befriedigendem Masse zu erfüllen, weist der erfindungsgemässe Wagen- kasten einen Aufbau mit einer Vereinigung folgender, an sich bekannter Merkmale auf : a) das Dach und die Seitenwand des Wagenkastens sind im wesentlichen eben und stossen in einer seitlichen Dachkante zusammen ;
b) unterhalb des Daches sind jeweils im wesentlichen in gleicher Höhe nebeneinander ein äusserer Dachrahmen, ein Luftkanal und/oder eine Gepäckablage und/oder ein Selbstroller für einen aufrollbare Bandschirm oder eine aufrollbare Sonnenblende so angeordnet, dass dieUnterseiten des Luftkanals, der Gepäckablage, des Selbstrollers bzw. der aufgerollten Sonnenblende und deren Halterungen jeweils in oder oberhalb der in einer Fahrzeugquerebene liegenden und nach aussen ansteigenden Verbindungslinie zwischen dem Auge einer in Fahrzeuglängsmitte stehenden Person von durchschnittlicher Grösse und der Unterkante des äusseren Dachrahmens liegen.
In den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. In ihr zeigen Fig. l links den halben Querschnitt eines erfindungsgemässen Omnibusses und rechts daneben den halben Querschnitt eines Omnibusses'bekannter Bauart, jeweils schematisch dargestellt, Fig. 2 einen Schnitt durch den Bereich der oberen Dachkante des erfindungsgemäss ausgeführten Omnibusses in konstruktiver Darstellung und in grö- sserem Massstab. als in Fig. l, Fig. 3 und 4 weitere Querschnittsvarianten der Dachausführung, ebenfalls jeeineQuerschnittshälfteund jeweils schematisch, und Fig. 5 und 6 Schnitte gemäss den Linien V-V und VI-VI in Fig. 2
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Als Vergleich zu der erfindungsgemässen Bauweise auf der linken Hälfte in Fig. 1 ist auf der rechten Hälfte in Fig.
1 eine bekannte Bauweise einer Omnibuskarosserie dargestellt. Das obere Ende der leicht nachinnengeneigtenSeitenwand 7 trifftetwainder Mittelebene 8'des äusseren Sitzes 8 überdie- sen auf den Rand des nach oben gewölbten Daches 9. Die über der Fensterbrüstung zunächst nur wenig und im oberen Teil stark nach innen gekrümmte Fensterscheibe 11 bietet dem sitzenden Fahrgast einigermassen grosse Sichtwinkel, auch nach oben. Ein aufrecht im Mittelgang stehender Fahrgast hat jedoch durch die ziemlich weit heruntergerückte Dachkante 9'einen verhältnismässig kleinen Sichtbereich.
Einbeträchtlicher Nachteil ist es ferner, dass die hochgewölbte Scheibe 11 die Strahlwirkung der Sonne brcnnglasähnlich verstärkt und sich so die Wärmebildung - selbst bei ausgebreitetem Vorhang -für empfind- liche Personen oft unerträglich steigert. Weiterhin ist die Durchsicht durch die scharfe Scheibenkrümmung nicht unter allen Gesichtswinkeln völlig verzerrungsfrei und keineswegs einer bei im wesentlichen ebener Glasscheibe gleichzusetzen. Beim unbedachten Aufstehen birgt der scharf hereingekrümmte obere Scheibenteil und die Anlage des etwas nach unten geneigten Luftkanales bzw. des Gepäcld1alters erhöhte Schadens-und Verletzungsgefahr.
Die Seitenwand 12 und die Glasscheibe 12'der auf der linken Hälfte der Fig. l dargestellten erfindungsgemässen Bauweise ist dagegen im wesentlichen eben bzw. schwach in Querrichtung gekrümmt.
Die etwa ebenso geformte Dachhaut 13 stösst seitlich unter Bildung einer scharfen Kante 14 auf das obere Ende der Seitenwand 12. Die seitliche Glasscheibe 12'ist somit fast bis zur Eckkante 14 hochgezogen und ragt kaum über den äusseren Sitz 15 herein.
Bei dieser Ausführung (Fig. l, linkeHälfte, undFig. Zjist der als Vierkantrohr ausgebildete Seitenwandspant 16 wenig über den äusseren Dachrahmenträger 17 nach oben geführt. wo er mit dem äusseren Ende 18 des in gleicher Ebene verlaufenden Dachspriegels 19 fest verbunden ist. Der ebenfalls fast eben verlaufende oder schwach in Querrichtung gekrümmte Dachspriegel 19 trifft in einem wenig grö- sseren als einem rechten Winkel auf die Seitenwandsäule 16, wobei ihre oberen Aussenseiten die Kante 14 bilden. Der äussere Dachrahmenträger 17 wirkt in dieser Anordnung gleichzeitig als obere Seitenwandverstärkung.
Der unterhalb der scharfen Kante 14 als Hohlträger aus zwei mit der offenen Seite gegeneinander- gerichtetenHutprofilengebildeteDachrahmen 17 dient mit seinem unteren Rand 17' als obereSchei- benleiste, wobei er auf seiner Aussenseite üblicherweise mit einem umlaufenden Dichtungsprofil versehen ist.
In einem gewissen Abstand von der Kante 14 ist unter dem Innenblech 13' des Daches ein Lüftungskanal 20 an dem inneren Dachlängsträger 21 befestigt. Dabei sind die äusseren Flansche 20'
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im Querschnitt etwa hutförmig ausgebildeten Kanalesfalls können auch Fenster nach Art von Schwingfenstern mit um eine mittlere waagrechte Achse schwenkbaren Flügeln verwendet werden.
Die Kante 14 liegt nur wenig unterhalb der grössten Innenhöhe in Wagenmitte, so dass das feste Dach fast über die ganze Wagenbreite reicht und die äussere Sitzreihe grösstenteils bedeckt.
Der mit dem erfindungsgemässen Omnibus erzielbare Sichtwinkel ist unter Wahrung der verhältnisgleichen Abmessungen in Fig. l, linke Hälfte, für stehende Fahrgäste eingetragen.
Zur Abhaltung von unerwünschten Licht- und Sonnenstrahlen ist zwischen dem äusseren Dachrahmen 17 und dem Luftkanal 20 feldweise zwischen zwei Wandspanten 16 jeweils ein aufrollbarer Bandschirm 23 als Sonnenblende angeordnet (Fig. 2 und 6). Der Selbstroller 24 jedes Bandschirmes 23 ist in einem gewissen Abstand vom äusseren Dachrahmen 17 angeordnet. Der Bandschirm 23 läuft über eine dicht am äusseren Dachrahmen 17 angeordnete Umlenkrolle 25 und kann aus wetterfestem Stoff oder gleichem bzw. farbigem durchsichtigem Kunststoff oder als Brettchem ? rhang ausgebildet sein.
Der Selbstróller 24 und die Umlenkrolle 25 sind, wie später erläutertwird. in die die Eckverbindung zwischen den Seitenwandsäulen 16 und den Spriegeln 19 verstärkenden Sockeln 29 gelagert. Die Dacheckkante 14 ist nach oben mit einer im Querschnitt etwa hutförmig ausgebildeten Profilschiene 26
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