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Schutzvorrichtung für Eisenbahnschwellen
Die Erfindung bezieht sich auf eine Schutzvorrichtung für Eisenbahnschwellen, bestehend aus einer unter der Schienenunterlagsplatte oder gegebenenfalls einer nachgiebigen Zwischenplatte unmittelbar auf der Schwelle anzuordnenden Auflageplatte.
Es ist bekannt, unter der Schienenunterlagsplatte eine in gewissen Grenzen plastische bzw. elastisch nachgiebige Platte, Lösslplatte genannt, anzuordnen, die den Zweck hat, eine Dämpfung der wechselnden Druck- und Zugbeanspruchungen zu bewirken und das Einarbeiten der eisernen Unterlagsplatte in das Schwellenholz zu verhindern. Derartige Platten werden ausschliesslich bei Holzschwellen verwendet, da sie bei Stahlschwellen oder Betonschwellen überflüssig sind, weil hier ein Einarbeiten der Unterlagsplatte infolge der Härte des Schweilenmaterials nicht zu befürchten ist.
Es ist ferner bekannt, hölzerne Eisenbahnschwellen gegen Fäulnis durch Imprägnieren mit einem Holzschutzmittel zu schützen, indem z. B. die Schwellen mit dem Holzschutzmittel getränkt werden oder ein pastenförmiges Holzschutzmittel aufgestrichen wird oder aber Presslinge aus Holzschutzsalzen in anzubringenden Bohrlöchern untergebracht werden.
Die Erfindung unterscheidet sich von den vorstehend in grossen Zügen beschriebenen Massnahmen vor allen Dingen dadurch, dass die an Stelle der sogenannten Lösslplatte oder zusätzlich dazu anzuordnende Auflageplatte ein Trägermaterial für ein chemisches Holzschutzmittel, insbesondere ein Holzschutzsalz, bildet ; die Auflageplatte von der Grösse und Form der Unterlagsplatte wird hiebei unmittelbar auf die Holzschwelle aufgelegt. Auf dieser Platte ruht dann entweder unmittelbar die eiserne Unterlagsplatte oder aber eine Lösslplatte, auf der wiederum die eiserne Unterlagsplatte sitzt.
Die Holzschutzmittelmenge kann dem Schwellenquerschnitt entsprechend dosiert sein. Sie wird in der Regel derjenigen Menge entsprechen, die sonst als Pastenaufstrich und/oder Salzpresslinge für eine Schwelle im Schienenauflagerbereich verwendet wird. Bei Feuchtigkeitszutritt löst sich das Holzschutzmittel bzw. das Salz auf und diffundiert genau so wie das Salz aus der sonst aufgestrichenen Paste in den Schwellenteil, auf dessen Gesundhaltung es besonders ankommt.
In weiterer Ausbildung der Erfindung kann als Platte eine aus elastischem bzw. zunächst elastischem Material bestehenden Kunststoffplatte verwendet werden, die durch den Schienendruck u. dgl. zu einer dünnen, sich den Unebenheiten der Oberseite der Schwelle anpassenden Folie zusammenpressbar ist.
Erfindungsgemäss wird in allen Fällen vorteilhaft eine Schaumstoffplatte verwendet.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung kann die Schaumkunststoffplatte zur Erhöhung der Isolierwirkung den elektrischen Widerstand erhöhende Stoffe enthalten bzw. damit gefüllt sein. Ferner kann die Kunststoffauflageplatte Träger eines elektrisch neutralen oder eines elektrisch isolierenden chemischen Holzschutzmittelssein bzw. ausser mit. dielektrischemnoch mit einem elektrisch neutralen bzw. nicht leitenden chemischen Holzschutzmittel gefüllt sein.
Um zu verhindern, dass über die Schutzplatte Feuchtigkeit an die Schienenunterlagsplatte bzw. die darunter liegende Lösslplatte und von hier an die Unterlagsplatte heran kann, kann erfindungsgemäss die der Unterlagsplatte oder der Lösslplatte zugekehrte Oberseite der Schutzplatte feuchtigkeitsundurchlässig sein oder mit einer feuchtigkeitsundurchlässigen, elektrisch nicht leitenden Schicht überzogen sein.
Das Holzschutzmittel kann in die Holzschutzplatte eingepresst sein. Die Platte kann auch mit dem
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Holzschutzmittel getränkt sein. Sie kann auch pastenartig damit bestrichen sein.
Die Holzschutzplatte kann auch aus einem Gemisch aus Kunststoff und einem Holzschutzmittel sowie gegebenenfalls elektrisch neutralem bzw. dielektrischem Material bestehen. Abgesehen davon kann die Schutzplatte mit dem Holzschutzmittel gefüllte, senkrecht zur Plattenoberfläche liegende durchgehende Öffnungen oder Ausnehmungen haben. Sie kann auch nur an der auf der Holzschwelle aufliegenden Sei- te nestartige, nicht durchgehende, mit dem Holzschutzmittel gefüllte Öffnungen bzw. Ausnehmungen besitzen.
Die Erfindung hat folgende Vorteile :
1) Die Holzschutzplatte wirkt. sobald aus ihr das Salz durch Diffundieren herausgelöst ist, wie eine Gleitschicht, durch die ein Holzabrieb der - trotz Massnahmen dagegen - sich bewegenden Unterlagsplatte verhindert wird. Sie bewirkt daher neben dem Holzschutz gegen Fäulnis einen beachtlichen mechanischen Schutz.
2) In Kombination mit einer Lösslplatte verhindert die Holzschutzplatte, dass die Lösslplatte am Schwellenholz festklebt, was sonst stets der Fall ist und wodurch-ohne die Holzschutzplatte-mit der Zeit eine Faserschädigung des Holzes eintreten kann.
3) Das mit der Aufarbeitung der Schwellen beauftragte Personal kann sich nicht mehr beschmutzen, wie dies beim Aufstreichen der Schutzsalzpasten auf das Holz unter den Schienen meist unvermeidbar ist.
Vorsichtsmassnahmen in hygienischer Beziehung erübrigen sich.
4) Das Bohren zusätzlicher Löcher und das umständliche Einstreichen der Paste in diese Löcher fällt fort.
5) Die fabriksmässige Herstellung der Schutzplatten macht Dosierungsfehler, wie sie sonst besonders auf der Strecke leicht vorkommen können, unmöglich.
6) Wenn die Wetterverhältnisse eine Schwellenaufarbeitung im Gleis erlauben, lassen sich durch die Schutzplatten die Nachschutzmittel verlustlos auf die Schwellen bringen. Bei Schwellenaufarbeitungen im
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7) Besteht die Schutzplatte aus dielektrischem Material und/oder ist sie mit einer derartigen Folie gegenüber der Unterlagsplatte oder der Lösslplatte überzogen, dann ist eine Isolierung gegenüber der Schwelle zu verzeichnen, was besonders bei Stahlschwellen von Bedeutung ist. Sie ist besonders angezeigt und wichtig bei Betonschwellen.
8) In allen Fällen, d. h. gleichgültig ob die Schwelle aus Holz, Stahl, Beton od. dgl. besteht, verkrallt sich der Kunststoff durch das Zusammenpressen zu einer Folie in die Unebenheiten der Schwellenoberseite und bildet gegenüber der Schienenunterlagsplatte eine Grenzschicht aus, die verhindert, dass die Bewegungen der Schiene auf die Schwelle übertragen werden.
Die erfindungsgemässen Massnahmen können vorteilhaft auch bei rohen Schwellen angewendet werden, die also vor der Verlegung nicht mit Schutzmitteln getränkt worden sind, z. B. bei Bahnen in Ländern, die nicht über geeignete Tränkeinrichtungen verfügen. Die bei stark belasteten Strecken erforderlichen eisernen Unterlagsplatten können bei geringer Belastung dann durch einfachere Abdeckplatten ersetzt werden, die lediglich die Aufgabe haben, die salzgefüllten Holzschutzplatten vor Witterungseinflüssen zu schützen.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung schematisch dargestellt. Es zeigt Fig. l einen Querschnitt durch eine Schienenlagerung nebst Holzschwelle und Holzschutzplatte gemäss der Erfindung, Fig. 2 einen Grundriss elner Ausführungsform einer Holzschutzplatte, Fig. 3 einen Querschnitt durch eine weitere Ausführungsform einer Holzschutzplatte, Fig. 4 einen Querschnitt durch eine dritte Ausführungsform und Fig. 5 einen Querschnitt durch eine dielektrische, gegebenenfalls ein chemisches Holzschutzmittel enthaltende Schutzplatte.
In Fig. l bezeichnet 1 die Holzschwelle, 2 die Unterlagsplatte und 3 die Schiene. Statt einer Holzschwelle kann auch eine Stahl- oder Betonschwelle vorgesehen sein. Die Erfindung wird aber nachstehend beieiner. Holzschwelle beschrieben. 4 sind die Befestigungsschrauben und 5 ist eine Klemmplatte. 6 sind Federringe, die zwischen der Unterlagsplatte 2 und dem Kopf der Schraube 4 sowie der Klemmplatte 5 und der Mutter 4'liegen. Soweit ist die Anordnung bekannt.
Erfindungsgemäss ist zwischen der Unterseite der Unterlagsplatte 2 und der Schwelle 1 eine Auf- lageplatte T vorgesehen, die unmittelbar auf der Holzschwelle liegt und Träger eines Holzschutzmit- tels ist. Als Holzschutzmittel kann irgendein bekanntes Mittel verwendet werden.
Die Auflageplatte 7 kann verschieden ausgebildet sein.
Gemäss Fig. 2, die einen Grundriss eines Ausführungsbeispieles einer Auflageplatte wiedergibt, ist in der Auflageplatte 7 senkrecht zu ihren Flachseiten eine Anzahl von durchgehenden Bohrungen oder
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Löchern 8 vorgesehen, die beliebigen Durchmesser haben können und mit dem Holzschutzmittel gefüllt sind, das in die Löcher 8 hineingegossen oder hineingepresst sein kann.
Fig. Fig. 3 zeigt einen Querschnitt durch eine weitere Ausführung einer Auflageplatte. Hienach sind an der Unterseite der Platte, also der Flachseite, die unmittelbar auf der Holzschwelle 1 aufliegt, nestartige Vertiefungen 9 beliebiger Zahl oder Grösse vorgesehen, die mit dem Holzschutzmittel gefüllt sind, das mit 10 bezeichnet ist.
Fig. 4 zeigt einen Querschnitt durch eine aus Kunststoff, insbesondere Schaumkunststoff, bestehende Auflageplatte 7, die mit dem Holzschutzmittel versehen ist, das durch kleine Punkte angedeutet ist.
Das Holzschutzmittel kann durch Tränken oder Pressen dem Kunststoff einverleibt worden sein. Die Auflageplatte kann aber auch aus einem Gemisch aus Kunststoff und Holzschutzmittel bestehen, das durch Pressen oder Giessen zur Platte geformt worden ist.
Fig. 5 zeigt einen Querschnitt durch eine aus elastischem, dielektrischem Kunststoff, insbesondere Schaumkunststoff, bestehende Auflageplatte 7 für Schwellen aus anderem Material als Holz, z. B. Stahloder Betonschwellen, die aber, falls sie für Holzschwellen verwendet werden soll, noch ein chemisches, elektrisch neutrales Holzschutzmittel enthält.
Die Platte 7 kann entsprechend den Fig. 2-4 ausgebildet sein, wobei sie natürlich elektrisch nicht leitend ausgeführt ist. Sie kann ferner in allen Fällen auf der der Unterlagsscheibe 2 zugekehrten Oberseite feuchtigkeitsundurchlässig oder aber mit einer feuchtigkeitsundurchlässigen, elektrisch nicht leitenden Schicht 11 überzogen sein.
Zwischen der Auflageplatte 7 und der Unterlagsplatte 2 kann eine bekannte sogenannte Lösslplatte liegen, die in der Zeichnung nicht dargestellt ist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Schutzvorrichtung für Eisenbahnschwellen, bestehend aus einer unter der Schienenunterlagsplatte oder gegebenenfalls einer nachgiebigen Zwischenlage unmittelbar auf der Schwelle anzuordnenden Auf-
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dassdieAuflageplatte (7) einTrägermaterialfüreinchemi-sches Holzschutzmittel, insbesondere ein Holzschutzsalz, bildet.
2. SchutzvorrichtungnachAnspruchl, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflageplatte (7) aus einer elastischen bzw. zunächst elastischen, durch den Schienendruck u. dgl. zu einer dünnen, sich den Unebenheiten der Schwellenoberseite anpassenden Folie zusammenpressbaren Kunststoffplatte besteht.