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Pflanz ennorphoregulator en Es wurde gefunden, dass Verbindungen der Formel :
EMI1.1
worin X ein Wasserstoff-, Chlor- oder Bromatom, Y ein Chloratom oder eine Hydroxy- oder Alkoxygruppe mit 1 - 4 C-Atomen und Z eine Hydroxy-, o-Metall- (vorzugsweise ONa-), Amino- oder Alkoxygruppe mit 1 - 8 C-Atomen bedeutet, und worin, falls X ein Chlor- oder Bromatom bedeutet, zusätzlich ein weiteres Chlor- bzw. Bromatom in unbekannter Stellung an einem der aromatischen Kerne vorhanden sein kann, hervorragend pflanzenmorphoregulatorisch wirken.
Gegenstand der Erfindung ist die. Verwendung der genannten Verbindungen einzeln oder im Gemisch, gegebenenfalls in Verbindung mit den im Pflanzenschutz üblichen Hilfs-und/oder Füllstoffen, als pflanzenmorphoregulatorisch wirksame Mittel.
Unter pflanzenmorphoregulatorisch wirksam im Sinne der Erfindung wird die Beeinflussung der Pflanzenentwicklung in histologisch-anatomischer und morphologischer Hinsicht verstanden, die wahrscheinlich über ein Eingreifen in die Zellteilung und Zelldetermination erfolgt.
Die genannten Fluorenderivate sind pflanzenmorphoregulatorisch hoch aktive Wirkstoffe mit einer wohl beispiellosen Wirkungsbreite. Die Verbindungen werden in die Pflanze aufgenommen, in ihr transportiert und offenbar in teilungsaktivem Gewebe, insbesondere in den Vegetationspunkten, selektiv angereichert. Sie greifen somit gewebespezifisch in einem bisher nicht gekannten Ausmass in die Entwicklungsprozesse intakter Pflanzen ein. Ohne im eigentlichen Sinne toxisch zu wirken, beeinflussen sie nachhaltig die Gewebe- und Organbildung, wie Zellteilung, Determination und Differenzierung und damit in erster Linie denNeuzuwachs der Pflanze nach der Behandlung. Diese besondere Wirkung des gewebeselektiven, nichttoxischen Eingreifens in die Pflanzenentwicklung bedingt eine in vielen Fällen erst allmählich erkennbare, langanhaltende Wirkung.
Sie ist verantwortlich für die ausserordentlich vielfältigen Symptome, die die Verbindungen bei ihrer Anwendung auf Pflanzen hervorrufen. Man beobachtet neben einer allgemeinen Entwicklungshemmung Organrückbildungen, Organumbildungen, Organausfälle und auch Organneubildungen. Diese Vielfalt der Symptome, die im folgenden im einzelnen geschildert sind, wird nach Qualität und Quantität von keiner der bisher bekannten, im Pflanzenbau verwendeten Verbindungen erreicht.
Die von den genannten Fluorenderivaten hervorgerufenen Entwicklungsabnormitäten sind, je nach Verbindung, ihrer Anwendungskonzentration und der behandelten Pflanzenart, verschieden. Kennzeichnend für die Wirkstoffe ist in jedem Falle ihr bevorzugtes Eingreifen in meristimatisches, teilungsaktives oder ruhendes, aber doch teilungsfähiges Gewebe, wie es vor allem in den Vegetationspunkten vorliegt.
Zum Behandlungszeitpunkt bereits fertig ausdifferenziertes Gewebe wird kaum erkennbar beeinflusst. Die Wirkstoffe nach der Erfindung entfalten ihre morphoregulatorische Wirkung bereits in extremen Verdün-
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nungen, je nach Verbindung, Pflanzenart und Applikationsmethode schon im Bereich von 0, 01 bis 100 ppm (parts per million). Bruchteile eines Mikrogramms eines der wirksamsten Wirkstoffe (z. B. 0, 1- 0, 02 Millionstel Gramm), in feinen Tröpfchen auf die Blätter von Keim- oder Jungpflanzen appliziert, verursachen bei vielen Pflanzenarten bereits nachhaltige Deformationen. Die Substanzen sind dabei im allgemeinen nur in geringem Masse phytotoxisch, so dass sich ihre Morphoregulationsaktivität über einen sehr weiten Konzentrationsbereich erstreckt. Die Wirkungsweise der Substanzen ist voll-systemisch.
Die Wirkstoffe dringen mit dem Quellungswasser in die Samen ein, entfalten eine erkennbare Wirkung aber meist erst in der auflaufenden Keim- oder Jungpflanze. Ferner werden die Substanzen sowohl über das Blatt und andere Sprossorgane, als auch über die Wurzel leicht in die Pflanze aufgenommen und in ihr akropetal wie basipetal transportiert und verteilt.
Die durch die Wirkstoffe hervorgerufenen Deformationen werden an den verschiedensten Pflanzenteilen beobachtet. Zum Beispiel findet man an Laub- und Blütenblättern eine Verminderung der Gliederung der Blattspreiten (Tendenz : Fiederteilige Blätter werden ungeteilt, gesägte werden ganzrandig) oder deren Reduktion bis zum völligen Spreitenverlust (spreitenlose Blattstiele, Blattstielrudimente), ferner Blattausfall (Verminderung der normalen Blattzahl bis zum Extrem der blattlosen Sprossachse) sowie Blattumbildungen, Blattverwachsungen (Krausen-, Löffel-, Tüten-, Trichterblätter usw.). Man findet auch nicht selten eine frühere und/oder vermehrt Ausbildung von Blütenknospen (z.
B. anGossypiumspp.), ferner auch Blütenverlaubungen, Blütendurchwachsungen (mit allen Übergängen von normalen Blüten bis zu kaum definierbaren Blütenrudimenten) sowie verfrühte oder auch verzögerte Entwicklung anderer Organe (z. B. Ranken) usw.
An der Sprossachse der Pflanze treten ebenfalls die verschiedensten Entwicklungsanomalien auf, wie z. B. Ringfasziation des Vegetationspunktes (teilweise oder vollständige, im Extremfall knoten- und blattlose Sprossachse), Veränderung des Vegetationspunktes mit unregelmässiger Veränderung der arttypischen Blattstellung, ferner Bildung von Sprossblasen (Aszidien), in deren Innerem rudimentäre Blattelemente gebildet werden oder der Vegetationspunkt ruht ; diese Blasen können später platzen oder auch durchwachsen werden. Auch Sprossachsenabort wird beobachtet (Ausbildung einer Trennschicht in einem Internodium mit nachfolgendem Abwurf des terminalen Sprossabschnittes).
Man findet auch knotige Auftreibungen der Sprossachse in den Internodien (Ballonstengel) sowie Einschränkung oder Ausschaltung der normalen Apikaldominanz (Vermehrung des Blattachselaustriebes einschliesslich der normalerweise ruhenden Keimblattachselknospen ; Haupt-und Beiknospen). Es resultiert dann ein veränderter Sprossaufbau von "Coniferen-"oder"Schachtelhalm-Habitus".
Auch an der Wurzel treten Bildungsabweichungen auf. Zum Beispiel beobachtet man eine verstärkte Wurzelverzweigung (Bildung von Seitenwurzeln erster und weiterer Ordnungen), verbunden mit allgemeiner Wurzelverdickung. Ferner ist oftmals eine Vergrösserung der Wurzelhaare und eine Verdichtung des Besatzes sowie bei Stecklingen vermehrter Adventivwurzelansatz festzustellen.
Ausserdem zeigen sich an den Pflanzen nach Behandlungen mit den Wirkstoffen nach der Erfindung nicht selten vegetativ-reproduktive Umstimmungen, z. B."vegetative Früchte", d. h. fruchtartige Bildungen, die nicht aus Blüten entstehen, sondern an vegetativen Teilen auftreten (z. B. an Haupt- und Seitenachsen oder an Blattstielen). Weiterhin können dislocierte, terminale Blütenanhäufungen als Abschlussbildung ringfasziierter Sprosse beobachtet werden (z. B. terminale"Blütenkörbchen"bei Tomate) ; diese reduzierten Blüten können wieder verlauben.
Weiterhin erzielt man mit den gekennzeichneten Fluorenderivaten auch zahlreiche andere Wirkungen an Pflanzen, z. B. gesteigerte Chlorophyllbildung (auffallend dunkelgrün Färbung), parthenokarpe Fruchtentwicklung (Bildung samenloser Früchte ohne Befruchtung) sowie Brechen derSamenruhe von Pflanzensamen mit endogener Keimverzögerung. Die Wirkstoffe beeinflussen ferner auch den Wasserhaushalt von Pflanzen (z. B. die Guttation von Monocotyledonen-Keimlingen).
Besonders wirksam sind die folgenden Fluorenderivate :
EMI2.1
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EMI3.1
EMI3.2
COZ Cl COZ9-Fluorenol-S-carbonsäure und-deren Alkali-und Ammoniumsalze, ferner deren Methyl-, Äthyl-, n-Propyl-, Isopropyl-, n-Butyl-, Isobutyl-, tert.-Butyl-, n-Amyl-, Isoamyl-, n-Hexyl-, n-Heptyl-, n-Octyl-und Isooctylester ; 9-Fluorenol-9-carbonsäureamid ;
9-Methoxy-fluoren-, 9-Äthoxy-fluoren-, 9-n-Butoxyfluoren-9-carbonsäure und deren Alkali- und Ammoniumsalze sowie deren Methyl-, Äthyl-, n-Propyl-, Isopropyl-, n-Butyl-, Isobutyl-, tert.-Butylund n-Heptylester sowie deren Carbonsäureamide ;
9-Chlorfluoren-9-carbonsäure und deren Alkali- und Ammoniumsalze sowie deren Ester und Amid, wie Methyl-, Äthyl-, n-Propyl-, Isopropyl-, n-Butyl-, Isobutyl-, tert.-Butyl-, Amyl-, Isoamyl-und Heptylester ;
ferner Derivate dieser Gruppen von Verbindungen, die im aromatischen Ring in 2-Stellung durch Chlor oder Brom substituierte Verbindungen, wie insbesondere die 2-Chlor-9-fluorenol-9-carbonsäure sowie deren Alkali- und Ammoniumsalze und deren Methyl-, Äthyl-, n-Propyl-, Isopropyl-, n-Butyl-, Isobutyl-, tert.-Butyl-, n-Amyl-, Isoamyl-, n-Hexyl-, n-Heptyl-, n-Octyl-und Isooctylester.
Man erhält ferner durch direkte Halogenierung der zugrundeliegenden, im aromatischen Kern unsubstituierten Fluorenderivate 2, x-Dichlor- bzw. 2, x-Dibrom-Verbindungen, bei denen nicht feststeht, an welcher Stelle sich das zweite Halogenatom im aromatischen Kern befindet.
Die erfindungsgemäss zu verwendenden Fluorenderivate sind nach an sich bekannten Methoden zugänglich. Die Ester und Amide der Fluorenolcarbonsäure (im wesentlichen wiedergegeben durch die Formeln (2) und (5)) können erhalten werden durch direkte Veresterung der entsprechenden Säure oder über das 9-Chlor-fluoren-9-carbonsäurechlorid. Diese Verbindung wird anschliessend nach an sich bekannten Methoden in den entsprechenden Ester oder das gewünschte Amid umgewandelt, und danach wird das in 9-Stellung befindliche Chloratom durch Behandlung mit Silberhydroxyd durch eine Hydroxylgruppe er-. setzt. Falls man die Halogenverbindung nicht mit Silberhydroxyd, sondern mit Silbernitrat in Gegenwart eines Alkohols behandelt, erhält man direkt die entsprechenden Äther z. B. der Formeln (3) und (6).
Die gewissermassen als Schlüsselsubstanz für die Herstellung der in den aromatischen Kernen substituierten Verbindungen (entsprechend den Formeln (4) bis (6)) dienende substituierte Fluorenolcarbonsäure (5) ist zugänglich aus entsprechend substituierten Phenanthrenchinonderivaten durch übliche Benzilsäureumlagerung. Man kann Substituenten in den aromatischen Kernen auch indie zugrundeliegende unsubstituierte Verbindung direkt durch Halogenierung einführen. Bei den so erhaltenen Halogenierungsprodukten befindet sich ein Halogenatom in 2-Stellung ; die Stellung eines ferner eingeführten Halogenatoms steht nicht immer fest.
Die langsam einsetzende und langandauernde, auf dem gewebeselektiven Eingreifen beruhende morphoregulatorische Wirkung unterscheidet die Fluorenderivate nach der Erfindung grundlegend von den bekannten substituierten Phenoxyalkancarbonsäuren. Bei diesen treten die typischen Symptome (wie allgemeine Gewebewucherungen, Verkrümmungen, Verwachsungen, Torsionen) wesentlich schneller und unspezifischer ein, und ihre Wirkung ist in der Regel von schnell zunehmendem Vergilben begleitet.
Indol-3-alkancarbonsäuren wirken ähnlich wie die Phenoxyalkancarbonsäuren. Auch sie unterscheiden sich somit grundlegend in ihrer Wirkung von den genannten Fluorenderivaten. Dabei ist zu erwähnen, dass der native Pflanzenwuchssioff Indol-3-essigsaure bei äusserlicher Anwendung auf intakte Pflanzen in physiologischen Konzentrationen wirkungslos bleibt.
Die Fluorenderivate nach der Erfindung besitzen auch eine andere Wirkung als Gibberellinsäure und
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deren Derivate. Das Typische der Gibberellin-Wirkung auf die höhere Pflanze besteht in einer oft extri gesteigerten Internodienstreckung bei im wesentlichen normaler Blattentwicklung und leichter Chlorophylldepression. Demgegenüber wirken die Fluorenderivate entgegengesetzt : Sie verkürzen unter anderem die Internodien ; es findet eine Reduktion der Blätter und eine erhöhte Chlorophyllbildung statt.
Auch gegenüber den Gruppen der halogenierten Benzoesäuren und der Arylborsäuren unterscheiden sich die Fluorenderivate in ihrer Wirkung auf die Pflanze. Den genannten Verbindungen fehlt im Gegensatz zu den Wirkstoffen nach der Erfindung z. B. der parthenokarpe Effekt. Ausserdem ist ihre Wirkung weniger stark anhaltend und weniger vielfältig ; letzteres gilt in besonderem Masse für die Arylborsäuren.
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(2-Furfuryl)-aminopurintions-und synthesefördernd, sie beeinflussen die Zellteilung im Gegensatz zu den Wirkstoffen nach der Erfindung aber nur in der Gewebekultur. An der intakten Pflanze bleiben sie praktisch wirkung-un symptomlos.
Maleinsäurehydrazid sowie einige quartäre Stickstoffverbindungen vom Typ des 2-Chloräthyltrime- thylammoniumchlorids oder des [5-Isopropyl-2-methyl-4- (piperidino-carbonyloxy)-phenyl]-trimethyl- ammoniumchlorids stellen reine Pflanzenhemmstoffe mit beschränkter Wirkungsbreite dar. Sie bewirken eine allgemeine Hemmung des Streckungswachstums ohne eigentliche Organmiss-oder-urnbildungen.
Tatsächlich hat keiner der bisher im Pflanzenbau verwendeten Wirkstoffe eine derartige Vielfalt von Wirkungen gezeigt, wie die als Morphoregulatoren verwendbaren Fluorenderivate nach der Erfindung. Diese unterscheiden sich somit nach Wirkungscharakter, Wirkungsweise und Wirkungsbreite von allen bekannten Wuchsstoff-Gruppen.
Die Wirkstoffe nach der Erfindung wurden an zahlreichen Pflanzenarten der verschiedensten systematischen Stellung getestet. Zum Beispiel an Tomate, Kürbis, Gurke, Bohne, Rettich, Möhren, Sellerie, Kopfsalat, Kartoffel, Hafer, Weizen, Klebkraut, Hohlzahn, Franzosenkraut, Knöterich-Arten, Ackersenf, weissem Gänsefuss, Vogelmiere, Herbstlöwenzahn, Ackerwinde, Löwenzahn, Hahnenfuss-Arten, Wegerich-Arten, Huflattich, kleiner Brennessel, Kamille, Saatwucherblume, Acker-Kratzdistel, ferner an Baumwolle, Rebe, Apfel sowie an Kakteen.
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ist unter anderem die Prüfung von Fluorencarbonsäure auf ihre Eigenschaft als Wuchsstoff in klassischen Zellstreckungstests mit isolierten Organteilen beschrieben worden ;
irgendwelche Aussagen über etwaige morphoregulatorische Eigenschaften der Testsubstanzen in der intakten Pflanze lassen die dort beschriebenen Prüfungen nicht zu. In der genannten Veröffentlichung finden sich daher auch keinerlei Angaben über irgendwelche morphoregulatorische Eigenschaften der dort geprüften Verbindungen. Wie die Verhältnisse bei der Indol-3-essigsäure beweisen, kann aus einer Wirkung in Versuchen dieser Art mit isolierten Organoteilen auch nicht auf irgendwelche morphoregulatorische Wirkungen der Substanzen auf intakte Pflanzen geschlossen werden. Das wird anderseits auch durch das Verhalten von Gibberellin belegt, das als extrem wirksamer Wachstumsregulator im in-vitro-Zellstreckungstest nur dann Wirkung zeigt, wenn der native Pflanzenwuchsstoff Indol-3-essigsäure zugegen ist.
Ähnlich liegen die Verhältnisse bei der von R. L. Jones et al. in "Journal of the Science of Food and Agriculture", Band 5 [1954], S. 44-. 47 publizierten Arbeit. Dort wird unter anderem auch für einige der eingangs genannten Fluorenderivate eine das geotrope und phototrope Reaktionsvermögen von Keimlinge beeinflussende Wirkung beschrieben. Das geotrope oder phototrope Verhalten der Pflanzen ist bekanntlich die Folge einer reinen Streckungswachstumsreaktion, so dass durch diese Arbeit ebenfalls lediglich nachgewiesen ist, dass die dort genannten Verbindungen eine gewisse Zellsireckungsaktivität besitzen.
Irgendwelche Hinweise auf eine morphoregulatorische Wirkung der in dieser Publikation erwähnten Verbindungen sind daraus nicht zu entnehmen. Ausserdem sind Wirkungen auf das geotrope und phototrope Reaktionsvermögen der Pflanzen auch von einer Reihe anderer Verbindungen verschiedenster chemischer Konstitution, z. B. von Eosin oder Diäthylstilbeostrol bekannt, die jedoch keinerlei pflanzenmorphoregulatorische Eigenschaften besitzen.
Da die Verbindungen nach der Erfindung so vielfältige Effekte bei ihrer Anwendung auf Pflanzen zeigen und da sie darüber hinaus selbstverständlich mit den verschiedensten, das Pflanzenwachstum beeinflussenden Wirkstoffen, wie z. B. Gibberellinen, Kininen usw., kombiniert angewendet werden kön- nen, sind die wirtschaftlichen Verwertungsmöglichkeiten ebenfalls entsprechend vielfältig.
So eignen sich die Fluorenderivate nach der Erfindung vor allem zur allgemeinen chemischen Bewuchsdämpfung, d. h. zum schonenden Niederhalten gemischter Vegetation an solchen Orten, wo zur Erhaltung der Pflanzendecke als Erosionsschutz der Aufwand an mechanischer Arbeit durch chemische Behandlung verringert werden soll. Anwendungsgebiete der genannten Art sind z. B.
Entwässerungssysteme,
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Die für die Versuche verwendeten Wirkstoffe sind in den Versuchsbeschreibungen wie folgt bezeichnet :
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<tb>
<tb> Nr. <SEP> Wirkstoffe <SEP> nach <SEP> der <SEP> Erfindung
<tb> 1 <SEP> : <SEP> 9-Fluorenol-9-carbonsäure
<tb> 2 <SEP> : <SEP> 9-Fluorenol-9-carbonsäure-n-butylester
<tb> 3 <SEP> : <SEP> 9-Chlorfluoren-9-carbonsäure-methylester <SEP>
<tb> 4 <SEP> : <SEP> 9-Chlorfluoren-9-carbonsäureamid
<tb> 5 <SEP> : <SEP> 2, <SEP> x-Dichlor-9-fluorenol-9-carbonsäure
<tb> 6 <SEP> : <SEP> 2, <SEP> x-Dichlor-9-fluorenol-9-carbonsäure-n-butylester
<tb> 7 <SEP> : <SEP> 2-Chlor-9-fluorenol-9-carbonsäure
<tb> 8 <SEP> : <SEP> 9-Butoxy-fluoren-9-carbonsäure-n-butylester
<tb> 8a <SEP> :
<SEP> 2 <SEP> -Chlor- <SEP> 9-fluorenol- <SEP> 9 <SEP> - <SEP> carbonsäure- <SEP> methylester <SEP>
<tb> Bekannte <SEP> Wirkstoffe
<tb> 9 <SEP> : <SEP> 2-Methyl-4-chlor-phenoxyessigsäure
<tb> 10 <SEP> : <SEP> 2-Methyl-4-chlor-phenoxyessigsäure-isooctylester
<tb> 11 <SEP> : <SEP> 2, <SEP> 4-Dichlor-phenoxyessigsäure <SEP>
<tb> 12 <SEP> : <SEP> 4-Chlor-2-methyl-phenoxypropionsäure
<tb> 13 <SEP> : <SEP> 4-Chlor-2-methyl-phenoxypropionsäure-butylglykolester
<tb> 14 <SEP> : <SEP> 2, <SEP> 3, <SEP> 5-Trijodbenzoesäure <SEP>
<tb> 15 <SEP> : <SEP> Indol-3-buttersäure <SEP>
<tb> 16 <SEP> : <SEP> ss <SEP> -Naphthoxyessigsäure <SEP>
<tb> . <SEP> 17 <SEP> : <SEP> 2-Chloräthyl-trimethyl-ammoniumchlorid
<tb> 18 <SEP> : <SEP> Gibberellinsäure <SEP> (Gibberellin <SEP> A3)
<tb> 19 <SEP> : <SEP> 6- <SEP> (2-Furfuryl)-aminopurin <SEP> (Kinetin)
<tb>
Beispiel l :
Prüfung der morphoregulatorischen Wirkung auf Klebkraut im Vergleich zu bekannten Wuchsstoffen
Junge Keimpflanzen des Klebkrautes (Galium aparine) wurden in 8 cm-Kunststofftöpfe pikiert (drei je Topf) und 2 Tage danach im frühen Keimblattstadium behandelt. Die Applikation der Wirkstoffzubereitungen erfolgte mit einer 1 ml-Rekordspritze (1/100-Teilung) durch Aufsetzen von je einem 0, 02-mlTröpfchen pro Keimblatt (0, 04 ml je Pflanze). 6 Pflanzen pro Behandlung. Die Methode erlaubt eine gezielte Feindosierung der Wirkstoffe.
14 Tage nach der Behandlung wurden als Symptome der Wirkung im Vergleich zu unbehandelten Kontrollen bonitiert : Die Veränderung der Sprossentwicklung, das Auftreten von Deformationen (Missbildungen, insbesondere Ruckbildungen der Blätter), die Steigerung des Blattachselaustriebes sowie dessen Zustand.
Der Bonitierung lag folgende Bewertungsskala zugrunde :
0 = o. B. ; 1 = schwach oder 25% ; 2 = stark oder 50% ; 3 = sehr stark oder 100%."Deformiert 3"bedeutet hier praktisch blattlose Sprossachsen. Es wurden jeweils drei Versuche mit je 6 Pflanzen pro Behandlungsart durchgeführt und dann die erhaltenen Werte gemittelt. Die Wirkstoffdosierung betrug 0, 04 ml/20.
Geprüft wurden die Wirkstoffe 1, 2,3, 6 und 7 im Vergleich zu den bekannten Wirkstoffen 9,10, 11,12, 13,14, 17,18 und 19.
Die Wirkstoffe wurden mit Aceton vorgelöst und mit dem handelsüblichen Emulgator Tween 20 im Gewichtsverhältnis 1 : 2 in vollentsalztem Wasser suspendiert.
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Ergebnis :
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<tb>
<tb> Bonitierungsmerkmal <SEP> : <SEP> Nummer <SEP> der <SEP> Wirkstoffe <SEP> :
<SEP>
<tb> 1 <SEP> 2 <SEP> 3 <SEP> 6 <SEP> 7 <SEP> 9 <SEP> 10 <SEP> 12 <SEP> 11 <SEP> 13 <SEP> 14 <SEP> 17 <SEP> 19 <SEP> 18
<tb> Sprossentwicklung
<tb> (% <SEP> Kontrollen)
<tb> Hemmung <SEP> 40 <SEP> 45 <SEP> 40 <SEP> 25 <SEP> 45 <SEP> 0 <SEP> 17 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 8 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 0
<tb> Förderung-------------+18
<tb> Steigerung <SEP> des <SEP> Blattachselaustriebes
<tb> (0/0 <SEP> Kontrollen)
<SEP> 60 <SEP> 80 <SEP> 50 <SEP> 40 <SEP> 60 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 30 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 8 <SEP> 0 <SEP> 0
<tb> Deformation <SEP> der
<tb> Blätter <SEP> am <SEP> Hauptspross <SEP> 2 <SEP> 3 <SEP> 3 <SEP> 3 <SEP> 3 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 1 <SEP> 1 <SEP> 1 <SEP> 1 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 0
<tb> Deformationen <SEP> am
<tb> Blattachselaustrieb <SEP> 3 <SEP> 3 <SEP> 3 <SEP> 3 <SEP> 3 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 1 <SEP> 1 <SEP> 1 <SEP> 1 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 0
<tb>
Aus der Tabelle ist die extreme morphoregulatorische Wirksamkeit einiger Wirkstoffe nach der Erfindung (1, 2,3, 6, 7) auf Klebkraut zu ersehen. Besonders hervorzuheben ist neben der allgemeinen Entwicklungshemmung der formative Effekt auf die Blattausbildung und auf den Sprossaufbau (Förderung des Blattachselaustriebes).
Bereits Bruchteile eines Mikrogrammes eines der erfindungsgemässen Wirkstoffe genügen für eine nachhaltige Morphoregulation. Aus der Tabelle ist ferner ersichtlich, dass die besten bekannten Wuchsstoffherbizide einen völlig andern Wirkungscharakter besitzen.
Beispiel 2 : Prüfung der morphoregulatorischen Wirkung an Pflanzensamen.
Samen von Rettich, Gurke, Hohlzahn und Franzosenkraut werden zu je 100 Stück in 50 ml 0, 025- und 0, 05obigen Wirkstofflösungen für 24 h eingequollen, anschliessend durch Spülen mit Wasser von äusserlich anhaftendem Wirkstoff befreit und in Keimschalen (Kompost/Sand) ausgesät. Geprüft wurden die Wirkstoffe 1 und 7. Es wurden wässerige Lösungen der Natriumsalze verwendet (vollentsalztes Wasser).
Ergebnis : Die Samen laufen fast normal auf, auch die Ausbildung der im Samen präformierten Keimblätter ist im wesentlichen normal. Im Laufe der Entwicklung wird die morphoregulatorische Wirkung der Wirkstoffe an den sich ausbildenden Folgeblättern zunehmend erkennbar (deformiert, rückgebildet). Die Sprossachse bleibt meist mehr oder weniger gestaucht.
Der Versuch beweist das Eindringen der Wirkstoffe nach der Erfindung mit dem Quellungswasser in Pflanzensamen und ihren Transport in die Vegetationskegel. Es ist ferner ein Beispiel für die nichttoxische Wirkungsweise und für die gewebespezifische Morphoregulation.
Beispiel 3 : Prüfung der morphoregulatorischen Wirkung durch
Giessbehandlung von Jungpflanzen.
Keimpflanzen von Buschbohne, Kürbis, Hohlzahn und Franzosenkraut werden bis zum beginnenden Schieben der ersten Folgeblätter bzw. bis zum 2-bis 3-Blattstadium (Hohlzahn, Franzosenkraut) in 8 cm-Kunststofftöpfen angezogen. Jeder Topf erhält 15 ml einer wässerigen Suspension der reinen Wirkstoffe auf die Bodenoberfläche unter Vermeidung der Benetzung der Pflanzen.
Es wurden die auftretenden morphoregulatorischen Symptome wie Wachstumshemmung (H), Blattdeformation (D), des Zuwachses und Blattachselaustrieb (A) nach 3 und 6 Wochen aufgenommen. Bewertungsskala 0 - 3 (0 = : o. B., 3 = : sehr stark). Geprüft wurden die Wirkstoffe 1, 2,3, 4,5, 6,7 und 8.
Die Wirkstoffe wurden gemäss Beispiel 1 zubereitet.
Ergebnis : Die Tabelle enthält die Bonitierungen für den Wirkstoff 2. Die Werte für die übrigen Verbindungen sind nicht wesentlich verschieden.
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<tb>
<tb>
Morphoregulatorische <SEP> Bonitierungen <SEP> : <SEP>
<tb> Pflanze <SEP> : <SEP> Konz. <SEP> nach <SEP> 3 <SEP> Wochen <SEP> : <SEP> nach <SEP> 6 <SEP> Wochen <SEP> : <SEP>
<tb> ppm <SEP> : <SEP> H <SEP> D <SEP> A <SEP> H <SEP> D <SEP> A <SEP>
<tb> Buschbohne <SEP> 100 <SEP> 3 <SEP> 2 <SEP> 2 <SEP> 3 <SEP> 3 <SEP> 2
<tb> Kürbis <SEP> 100 <SEP> 1 <SEP> 2 <SEP> 2 <SEP> 1-2 <SEP> 3 <SEP> 2-3
<tb> Franzosenkraut <SEP> 50 <SEP> 1-2 <SEP> 2 <SEP> 1 <SEP> 2 <SEP> 3 <SEP> 2-3
<tb> Hohlzahn <SEP> 50 <SEP> 0-1 <SEP> 1-2 <SEP> 1 <SEP> 2 <SEP> 3 <SEP> 2
<tb> Kontrollen <SEP> - <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 0
<tb>
Der Versuch beweist die Aufnahme der Wirkstoffe nach der Erfindung über die Wurzel aus dem Boden und ihren Aufwärtstransport zu den Orten der Gewebebildung. Er zeigt ferner die langsam zunehmende formative Wirkung,
wie sie für die Wirkstoffe typisch ist.
Beispiel 4: Prüfung der morphoregulatorischen Wirkung durch Tropfenapplikation auf Blätter von Jungpflanzen.
Jungpflanzen von Hohlzahn und Klebkraut erhalten im Dreiknotenstadium (Keimblattknoten nicht gerechnet) Wirkstofftropfen auf die Blattspreiten der mittleren, annähernd voll entwickelten Glattetage (am 2. Knoten). Die Applikation erfolgt nach der unter Beispiel 1 beschriebenen Tropfmethode, die gezielte Feindosierung ermöglicht.
Bei Hohlzahn wurden 0, 04 ml pro Pflanze (0, 02 ml pro Blatt), bei Klebkraut 0, 05 ml (0, 01 ml pro Blatt) aufgebracht.
Die Wirkung wurde nach der Entwicklung der Wuchsanomalien begutachtet. Nachweis für den akropetalen Wirkstofftransport sind solche Deformationen, die oberhalb der streng lokalisierten Applikationstellen entwickelt wurden (an den nachwachsenden Blättern der Sprossknospe) ; Nachweis für den basipetalen Transport ist der gesteigerte Blattachselaustrieb und seine. Missbildung unterhalb der Wirkstoffanwendung. Die Bonitierung der morphoregulatorischen Symptome erfolgte nach 3 Wochen gemäss den unter Beispiel 3 gemachten Angaben. Geprüft wurden die Wirkstoffe 1, 2 und 7 in der Zubereitung gemäss Beispiel 1.
Ergebnis :
EMI8.2
<tb>
<tb> Morphoregulatorische <SEP> Bonitierungen <SEP> : <SEP>
<tb> Wirkstoff <SEP> : <SEP> Konz. <SEP> Hohlzahn <SEP> : <SEP> Konz. <SEP> Klebkraut <SEP> : <SEP>
<tb> ppm <SEP> : <SEP> oberhalb <SEP> I <SEP> unterhalb <SEP> ppm <SEP> : <SEP> oberhalb) <SEP> unterhalb <SEP>
<tb> 2. <SEP> Knoten <SEP> 2.
<SEP> Knoten
<tb> (0, <SEP> 04 <SEP> mI/Pflanze) <SEP> (0, <SEP> 05 <SEP> mI/Pflanze) <SEP>
<tb> D <SEP> H <SEP> A <SEP> D <SEP> H <SEP> AD <SEP> H <SEP> j <SEP> A <SEP> D <SEP> H <SEP> A <SEP>
<tb> 1 <SEP> 50 <SEP> 2 <SEP> 2-3 <SEP> 0 <SEP> 1-2 <SEP> 0 <SEP> 2 <SEP> 50 <SEP> 2-3 <SEP> 1-2 <SEP> 1-2 <SEP> 2 <SEP> 1 <SEP> 3
<tb> 7 <SEP> 50 <SEP> 3 <SEP> 3 <SEP> 0 <SEP> 2-3 <SEP> 0 <SEP> 2-3 <SEP> 50 <SEP> 3 <SEP> 2-3 <SEP> 2-3 <SEP> 3 <SEP> 1 <SEP> 3
<tb> 2 <SEP> 50 <SEP> 3 <SEP> 3 <SEP> 0 <SEP> 3 <SEP> 0 <SEP> 2-3 <SEP> 50 <SEP> 3 <SEP> 2-3 <SEP> 2-3 <SEP> 3 <SEP> 1-2 <SEP> 3
<tb> Kontrolle <SEP> :-0 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 1
<tb>
Der Versuch zeigt die Aufnahme der Wirkstoffe nach der Erfindung über das intakte Blatt sowie deren
EMI8.3
dung (meristematisches Gewebe, vor allem Vegetationskegel).
Beispiel 5 : Spritzung einer stark verunkrauteten Grasfläche.
Geschnittener mehrjähriger Rasen, der stark mit Taraxacum officinale, Leontodon autumnalis, Plantago lanceolata durchsetzt war, wurde mit 1, 0 bzw. 2, 0 kg des Wirkstoffes 8a und einem Wasseraufwand von 1000 1 pro Hektar (ha) gespritzt.
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1. Bonitierung, 6 Wochen nach Behandlung :
EMI9.1
<tb>
<tb> Pflanzen <SEP> : <SEP> Unbehandelt <SEP> : <SEP> Behandelt <SEP> mit <SEP> : <SEP>
<tb> 1, <SEP> 0 <SEP> I <SEP> 2, <SEP> 0 <SEP>
<tb> kg <SEP> Wirkstoff <SEP> pro <SEP> ha
<tb> Gräser <SEP> 30-40 <SEP> cm <SEP> hoch, <SEP> normal <SEP> 8-10 <SEP> cm <SEP> hoch, <SEP> I <SEP> 4-6 <SEP> cm <SEP> hoch,
<tb> grün, <SEP> zum <SEP> Teil <SEP> blühend <SEP> vorübergehend <SEP> leicht <SEP> gelb, <SEP> kein
<tb> und <SEP> fruchtend <SEP> Blühen <SEP> und <SEP> Fruchten
<tb> Unkräuter <SEP> Blühend <SEP> und <SEP> fruchtend <SEP> Sehr <SEP> stark <SEP> gehemmt, <SEP> deformiert <SEP> und
<tb> ohne <SEP> Blütenstände
<tb>
Die Versuchsfläche wurde 6 Wochen nach Behandlung geschnitten.
Eine zweite Bonitierung 2 Wochen nach dem Schnitt ergab folgendes :
EMI9.2
<tb>
<tb> Pflanzen <SEP> : <SEP> Unbehandelt <SEP> : <SEP> Behandelt <SEP> mit <SEP> : <SEP>
<tb> 1, <SEP> 0 <SEP> I <SEP> 2, <SEP> 0 <SEP>
<tb> kg <SEP> Wirkstoff <SEP> 8a <SEP> pro <SEP> ha
<tb> Gräser <SEP> 10 <SEP> cm <SEP> hoch, <SEP> normal <SEP> 8 <SEP> cm <SEP> hoch <SEP> 6-8 <SEP> cm <SEP> hoch,
<tb> grün, <SEP> neue <SEP> Blüten- <SEP> normal <SEP> grün <SEP> normal <SEP> grün
<tb> stände <SEP> treibend
<tb> Unkräuter <SEP> Normal, <SEP> neue <SEP> Blüten-Keine <SEP> Weiterem-Weilgehend <SEP> durch
<tb> stände <SEP> treibend <SEP> wicklung, <SEP> zum <SEP> Teil <SEP> Gräser <SEP> überwachnach <SEP> Überwachsung <SEP> sen, <SEP> abgestorben,
<tb> durch <SEP> Gräser <SEP> ab- <SEP> Fläche <SEP> praktisch
<tb> sterbend <SEP> unkrautfrei
<tb>
Das Versuchsbeispiel zeigt die Möglichkeit der nachhaltigen Entwicklungsverzögerung von Gräsern und damit der Einsparung des Schneidens durch Behandlung mit einem Wirkstoff nach der Erfindung bei gleichzeitiger Zurückdrängung oder Ausschaltung von Unkräutern. Beispiel für die chemische Veränderung der Artenzusammensetzung einer Pflanzengemeinschaft (Unkraut in Gräsern).
Beispiel 6 : Auswertung der morphoregulatorischen Wirkung zur Unterdrückung von Pflanzenaufwuchs durch Bodenbehandlung im Vorauflaufverfahren.
Frisch bereiteter, stark mit Samen von Gundermann (Glechoma hederacea), Vogelmiere (Stellaria media), Franzosenkraut (Galinsoga parviflora), kleiner Brennessel (Urticaurens) und Ackersenf (Sinapsis arvensis) durchsetzter sandiger Ackerboden wurde mit Wirkstoffen nach der Erfindung in Mengen von 1 und 2, 5 kg Wirkstoff je ha in 600 l Wasser gespritzt. Geprüft wurden die Wirkstoffe 1 und 2. Die Wirkstoffe wurden unter Verwendung von Shellsol A, Petroleum und Emulgator als 50loge Emulsionskonzentrate formuliert.
Nach 4 Wochen wurde die Stärke des Besatzes mit Unkräutern im Vergleich zu den unbehandelten Kontrollparzellen (Auflaufen, - A = 100) sowie der Zustand der aufgelaufenen Pflanzen (Wuchshemmung, H ; Deformation, D) nach der Bewertung 0 = o. B. bis 3 = sehr stark bonitiert.
Ergebnis :
EMI9.3
<tb>
<tb> Präp. <SEP> Dosierung <SEP> Glechoma <SEP> Stellaria <SEP> Galinsoga <SEP> Urtica <SEP> Sinapsis
<tb> 50% <SEP> ig <SEP> 1 <SEP> l/ha <SEP> : <SEP> % <SEP> % <SEP> % <SEP> %
<tb> A <SEP> H <SEP> D <SEP> A <SEP> H <SEP> D <SEP> A <SEP> H <SEP> D <SEP> A <SEP> H <SEP> D <SEP> A <SEP> H <SEP> D
<tb> 1 <SEP> 2 <SEP> 100 <SEP> 2 <SEP> 3 <SEP> 100 <SEP> 2 <SEP> 3 <SEP> 100 <SEP> 2 <SEP> 3 <SEP> 100 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 100 <SEP> 2 <SEP> 3
<tb> 5 <SEP> 25 <SEP> 2 <SEP> 3 <SEP> 10 <SEP> 3 <SEP> 3 <SEP> 25 <SEP> 3 <SEP> 3 <SEP> 50 <SEP> 2 <SEP> 3 <SEP> 100 <SEP> 2-3 <SEP> 3
<tb> 2 <SEP> 2 <SEP> 100 <SEP> 3 <SEP> 2 <SEP> 100 <SEP> 3 <SEP> 3 <SEP> 100 <SEP> 3 <SEP> 3 <SEP> 100 <SEP> 2 <SEP> 2 <SEP> 100 <SEP> 2 <SEP> 3
<tb> 5 <SEP> 25 <SEP> 2-3 <SEP> 3 <SEP> 0--25 <SEP> 3 <SEP> 3 <SEP> 10 <SEP> 3 <SEP> 2-3 <SEP> 25 <SEP> 3 <SEP> 3
<tb> Kontrolle <SEP> :
<SEP> - <SEP> 100 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 100 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 100 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 100 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 100 <SEP> 0 <SEP> 0
<tb>
<Desc/Clms Page number 10>
Der Versuch beweist die Eignung von Wirkstoffen nach der Erfindung zur Unterdrückung von Pflanzenaufwuchs im Vorauflaufverfahren.
Beispiel 7 : Auswertung der morphoregulatorischen Wirkung zum Niederhalten von
Pflanzenwuchs durch Pflanzenspritzung im Nachauflaufverfahren.
Freilandparzellen mit starkem Besatz an weissem Gänsefuss (Chenopodium album), Vogelmiere (Stellaria media), Franzosenkraut (Galinsoga parviflora), Hohlzahn (Galeopsis spec.), Windenknöterich (Polygonum convolvulus) und Klebkraut (Galium aparine) wurden mit Mitteln nach der Erfindung gespritzt. Die Unkräuter hatten zum Behandlungstermin 3 - 5 Folgeblätter entwickelt (Vorblutestadium). Geprüft wurden die Wirkstoffe 1 und 2.
Die nach Beispiel 6 50 t'ig formulierten Wirkstoffpräparate wurden in Mengen von 2, 5 und 5 l/ha in 600 1 Wasser ausgebracht. 4 Wochen nach der Behandlung wurde der morphologische Zustand der Pflanzen, gekennzeichnet durch Wachstumshemmung, Missbildung (insbesondere der Blätter) und Steigerung des missgebildeten Blattachselaustriebes festgestellt. Die Stärke der Bonitierungsmerkmale wurde wie in den voranstehenden Beispielen bezeichnet ; aus diesen Bonitierungszahlen ist der in der Tabelle angegebene morphoregulatorische Wirkwert gebildet (0 = o. B. bis 3 = sehr stark).
Ergebnis :
EMI10.1
<tb>
<tb> Pflanze <SEP> : <SEP> Morphoregulatorischer <SEP> Wirkwert,
<tb> Wirkstoff <SEP> nach <SEP> der <SEP> Erfindung
<tb> 1 <SEP> (50going) <SEP> 2 <SEP> zig
<tb> 2, <SEP> 5 <SEP> 5 <SEP> 2, <SEP> 5 <SEP> 5 <SEP> 1 <SEP> Präp./ha <SEP>
<tb> Chenopodium <SEP> 2 <SEP> 2 <SEP> 2 <SEP> 2-3
<tb> Galinsoga <SEP> 2-3 <SEP> 3 <SEP> 2-3 <SEP> 3
<tb> Galium <SEP> 2-3 <SEP> 3 <SEP> 3 <SEP> 3
<tb> Galeopsis <SEP> 2 <SEP> 2-3 <SEP> 2 <SEP> 3
<tb> Polygonum <SEP> 1-2 <SEP> 2 <SEP> 2 <SEP> 2-3
<tb>
Die Tabelle belegt die ausserordentlich starke morphologische Missbildung und die dadurch resultierende Wuchshemmung, die die erfindungsgemässen Wirkstoffe an den gespritzten Pflanzen hervorrufen. Besonders bemerkenswert ist, dass auch die mit bekannten Wuchsstoffen schwer bekämpfbaren Unkräuter (Galium, Galeopsis, Polygonum) sehr gut erfasst werden.
Beispiel 8 : Auswertung der morphoregulatorischen Wirkung zur Verzögerung von Blüte, Reife und Blattfall bei Buschbohnen.
Buschbohnen ("Saxa") im Freiland wurden im frühen Folgeblattstadium (Vorblüte) und im frühen Blütestadium mit Wirkstoffen nach der Erfindung gespritzt. Der Wasseraufwand entsprach etwa 600 l/ha.
Geprüft wurden die Wirkstoffe 1 und 2 als 50% ige Emulsionskonzentrate, gemäss Beispiel 6 formuliert.
Bei Spritzung im Vorblütestadium wurden die Daten des Blühbeginnes und des Auslaufens der Blüte bonitiert. Die Daten sind-dadurch gekennzeichnet, dass in einer Versuchsparzelle schon bzw. noch 3 bis 5 Blüten/Pflanze gezählt wurden (Durchschnittswerte von je 20 ausgezählten Pflanzen).
Bei Spritzung im frühen Blütestadium wurden die Bohnen zu zwei verschiedenen Terminen auf ihren Entwicklungszustand hin ausgewertet, indem der gesamte Fruchtansatz in drei Reifeklassen eingeteilt wurde : l = ganz junge Früchte (bis 3 cm lang), 2 = mittelgrosse Früchte (glatt), 3 = reifende Früchte (Samen zeichnen sich ab). Auszählung von 20 Pflanzen pro Bonitierung. Ferner wurde der Termin bestimmt, zu dem die Entlaubung gegen Ende der Vegetationsperiode etwa 50% erreicht hatte.
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Ergebnis : Bluhverzögerung
EMI11.1
<tb>
<tb> Mittel <SEP> Konz. <SEP> Blühbeginn <SEP> verzögert <SEP> Ende <SEP> der <SEP> Blüte <SEP> verzögert
<tb> 50% <SEP> zig <SEP> % <SEP> um... <SEP> Tage <SEP> um... <SEP> Tage
<tb> 1 <SEP> 0.. <SEP> 05 <SEP> 5 <SEP> 4
<tb> 0, <SEP> 1 <SEP> 10 <SEP> 8 <SEP>
<tb> 0, <SEP> 2 <SEP> 16 <SEP> 13
<tb> 2 <SEP> 0,05 <SEP> 7 <SEP> 7
<tb> 0,1 <SEP> 15 <SEP> 14
<tb> 0, <SEP> 2 <SEP> 23 <SEP> 20
<tb> Kontr.-Blühbeginn <SEP> nach <SEP> 23 <SEP> Tagen <SEP> Ende <SEP> der <SEP> Blüte <SEP> nach <SEP> 48 <SEP> Tagen
<tb>
Verzögerung der Reife und des Blattfalles
EMI11.2
<tb>
<tb> Mittel <SEP> Konz. <SEP> Einteilung <SEP> in <SEP> Reifeklassen <SEP> Verzögerung
<tb> 50% <SEP> ig <SEP> % <SEP> (% <SEP> Gesamt-Fruchtansatz) <SEP> Blattfall <SEP>
<tb> nach <SEP> 4 <SEP> Wochen <SEP> :
<SEP> nach <SEP> 6 <SEP> Wochen <SEP> : <SEP> (Tage) <SEP>
<tb> 1 <SEP> 2 <SEP> 3 <SEP> 1 <SEP> 2 <SEP> 3 <SEP>
<tb> 2 <SEP> 0, <SEP> 025 <SEP> 72 <SEP> 26 <SEP> 2 <SEP> 26 <SEP> 44 <SEP> 30 <SEP> 7
<tb> 0, <SEP> 05 <SEP> 78 <SEP> 22 <SEP> 0 <SEP> 32 <SEP> 48 <SEP> 20 <SEP> 12
<tb> 0, <SEP> 1 <SEP> 93 <SEP> 7 <SEP> 0 <SEP> 43 <SEP> 50 <SEP> 7 <SEP> 18
<tb> Kontr.-60 <SEP> 30 <SEP> 10 <SEP> 12 <SEP> 37 <SEP> 51 <SEP> 0
<tb>
EMI11.3
EMI11.4
<tb>
<tb> 9 <SEP> :Wirkstoff <SEP> : <SEP> Konz. <SEP> Anzahl <SEP> der <SEP> (s) <SEP>
<tb> ppm <SEP> : <SEP> Verzweigungen <SEP> Blüten- <SEP> und <SEP> Fruchtansatzes
<tb> an <SEP> Knoten <SEP> an <SEP> Knoten
<tb> Summe <SEP> : <SEP> 1-C <SEP> 2-P <SEP> 3-F <SEP> Summe:
<SEP> 1-C <SEP> 2-P <SEP> 3-F
<tb> 0, <SEP> 01 <SEP> 3 <SEP> 1-2 <SEP> 1-2 <SEP> 0 <SEP> 2 <SEP> 1 <SEP> 1 <SEP> 0
<tb> 2 <SEP> 0, <SEP> 025 <SEP> 3, <SEP> 5 <SEP> 2 <SEP> 1-2 <SEP> 0 <SEP> 2 <SEP> 1 <SEP> 1 <SEP> 0
<tb> 0, <SEP> 05 <SEP> 5 <SEP> (6) <SEP> 3 <SEP> 2 <SEP> (1) <SEP> 3, <SEP> 5 <SEP> 2 <SEP> 1-2 <SEP> 0
<tb> Kontr.-0 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 1 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 1
<tb>
<Desc/Clms Page number 12>
Das Ergebnis zeigt die starke morphoregulatorische Wirkung der Verbindungen nach der Erfindung in der in der Überschrift dieses Beispiels gekennzeichneten Art. Besonders ist zu beachten, dass Verzweigung und Blütenansatz bereits an den Knoten 1-C und 2-P eintreten, deren Achselknospen bei unbehandelten Buschbohnen stets ruhen.
Beispiel 10 : Prüfung der morphoregulatorischen Wirkung im
Parthenokarpie-Test an Tomaten.
Blütenknospen an Tomatenpflanzen ("Lukullus") wurden vor dem Öffnen der Korolle durch Entfernen von Staubblättern und Griffeln mit einer Pinzette kastriert. Am folgenden Tag erhielten die so präparierten Blüten je einen 0, 02 ml-Tropfen der Wirkstoffzubereitungen in den Kelchblattkreis (auf die Samenanlage) appliziert (1 ml-Rekordspritze). Neben dem Wirkstoff 1 nach der Erfindung wurde zum Ver gleich je ein Wirkstoff aus den bekannten Wuchsstoffgruppen der Aryloxy-alkancarbonsäuren (16) und der halogenierten Benzoesäuren (14) eingesetzt,'sämtlich in Form der freien Säuren. Die Wirkstoffe wurden in Äthylalkohol vorgelöst und in ein der Anwendung entsprechendes, nichttoxische Lanolin-Paraffin-Gemisch (2 : 3) geeigneter Viskosität eingemischt.
Die getropften Blüten wurden 3 Wochen nach der Behandlung auf eingetretene parthenokarpe Fruchtentwicklung durchgesehen.
EMI12.1
<tb>
<tb>
Wirkstoff <SEP> % <SEP> behandelter <SEP> Blüten <SEP> mit <SEP> Fruchtansatz
<tb> Konz., <SEP> ufo <SEP> : <SEP> 0, <SEP> 05 <SEP> 0, <SEP> 1 <SEP>
<tb> 1 <SEP> 35 <SEP> 50
<tb> 16 <SEP> 0 <SEP> 0
<tb> 14 <SEP> 0 <SEP> 0
<tb> Kontrollen <SEP> : <SEP> keine <SEP> Fruchtentwicklung, <SEP> Blüten <SEP> abgefallen
<tb>
Die hohe morphoregulatorische Wirkung des erfindungsgemässen Wirkstoffes ist hier ausgedrückt in der Induktion parthenokarper Fruchtentwicklung.
Beispiel 11 : Nachweis der morphoregulatorischen Wirkung durch Veränderung der Verzweigung an Kugelkakteen.
Igelkakteen eines Klones (Echinocactus spec., Durchmesser etwa 3-4 cm) erhielten durch terminale Injektion mit einer Rekordspritze je Pflanze 0, 5 ml Wirkstofflösung von 50 und 100 ppm in das Sprossparenchym. Pro Behandlung 3 Pflanzen. Geprüft wurde der Wirkstoff 1 als Lösung des Natriumsalzes in vollentsalztem Wasser.
Ergebnis : Die behandelten Pflanzen entwickelten binnen 3 - 5 Wochen zwischen 6 und 12 Seitenaustriebe pro Pflanze, während die unbehandelten Kontrollen praktisch unverzweigt blieben. Das Ergebnis zeigt Möglichkeiten auf, Pflanzen durch Behandlung mit Wirkstoffen nach der Erfindung habituell in er- wünschterWeise zu beeinflussen bzw. ihre vegetative Vermehrung durch Ablegerbildung zu intensivieren.