DE1542940C - Pflanzenmorphoregulatoren - Google Patents

Pflanzenmorphoregulatoren

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DE1542940C DE19621542940 DE1542940A DE1542940C DE 1542940 C DE1542940 C DE 1542940C DE 19621542940 DE19621542940 DE 19621542940 DE 1542940 A DE1542940 A DE 1542940A DE 1542940 C DE1542940 C DE 1542940C
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Description

Es wurde gefunden, daß eine Reihe von Fluoren-9-carbonsäure-Derivaten hervorragend pflanzenmorphoregulatorisch wirken.
Gegenstand der Erfindung sind pflanzenmorphoregulatorische Mittel, die gekennzeichnet sind durch einen Gehalt an mindestens einer Verbindung der Formel
COOR2
worin X Wasserstoff oder Halogenatome, Y Halogenatome, R1 ein Wasserstoff- oder Chlorätom oder eine Hydroxy- oder Acetoxygruppe und R2 eine Alkylgruppe mit 1 bis 7 C-Atomen bedeutet, gegebenenfalls in Verbindung mit den im Pflanzenschutz üblichen Hilfs- und Füllstoffen.
Unter pflanzenmorphoregulatorisch wirksam im Sinne der vorliegenden Erfindung wird die Beeinflussung der Pflanzenentwicklung in histologischanatomischer und morphologischer Hinsicht verstanden, die wahrscheinlich über ein Eingreifen in die Zellteilung und Zelldetermination erfolgt.
Die genannten Fluorenderivate sind pflanzenmorphoregulatorisch hochaktive Wirkstoffe mit einer wohl beispiellosen Wirkungsbreite. Die Verbindungen werden in die Pflanze aufgenommen, in ihr transportiert und offenbar in teilungsaktivem Gewebe, insbesondere in den Vegetationspunkten, selektiv angereichert. Sie greifen somit gewebespezifisch in einem bisher nicht gekannten Ausmaß in die Entwicklungsprozesse intakter" Pflanzen ein. Ohne im eigentlichen Sinne toxisch zu wirken, beeinflussen sie nachhaltig die Gewebe- und Organbildung, wie Zellteilung, Determination und Differenzierung und damit in erster Linie den Neuzuwachs der Pflanze nach der Behandlung. Diese besondere Wirkung des gewebeselektiven, nichttoxischen Eingreifens in die Pflanzenentwicklung bedingt eine in vielen Fällen erst allmählich" erkennbare, langanhaltende Wirkung. Sie ist verantwortlich für die außerordentlich vielfältigen Symptome, die die Verbindungen bei ihrer Anwendung auf Pflanzen hervorrufen. Man beobachtet neben einer allgemeinen Entwicklungshemmung Organrückbildungen, Organumbildungen, Organausfälle und auch Organneubildungen. Diese Vielfalt der Symptome, die im folgenden im einzelnen geschildert sind, wird nach Qualität und Quantität von keiner der bisher bekannten, im Pflanzenbau verwendeten Verbindungen erreicht.
Die von den genannten Fluorenderivaten hervorgerufenen Entwicklungsabnormitäten sind, je nach Verbindung, ihrer Anwendungskonzentration und der behandelten Pflanzenart, verschieden. Kennzeichnend für die Wirkstoffe ist in jedem Falle ihr bevorzugtes Eingreifen in meristematisches, teilungsaktives oder ruhendes, aber doch teilungsfähiges Gewebe, wie es vor allem in den Vegetationspunkten vorliegt. Zum Behandlungszeitpunkt bereits fertig ausdifferenziertes Gewebe wird kaum erkennbar beeinflußt. Die Wirkstoffe nach der Erfindung entfalten ihre morphoregulatorische Wirkung bereits in extremen Verdünnungen, je nach Verbindung, Pflanzenart und Applikationsmethode schon im Bereich von 0,01 bis 100 ppm (parts per million). Bruchteile eines Mikrogramms eines der wirksamsten Wirkstoffe (z. B. 0,1 bis 0,02millionstel Gramm), in feinen Tröpfchen auf die Blätter von Keim- oder Jungpflanzen appliziert, verursachen bei vielen Pflanzenarten bereits nachhaltige Deformationen. Die Substanzen sind dabei im allgemeinen nur in geringem Maße phytotoxisch, so daß sich ihre Morphoregulationsaktivität über einen sehr weiten Konzentrationsbereich erstreckt. Die Wirkungsweise der Substanzen ist vollsystemisch. Die Wirkstoffe dringen mit dem Quellungswasser in die Samen ein, entfalten eine erkennbare Wirkung aber meist erst in der auflaufenden Keim- oder Jungpflanze. Ferner werden die Substanzen sowohl über das Blatt und andere Sproßorgane als auch über die Wurzel leicht in die Pflanze aufgenommen und in ihr akropetal wie basipetal transportiert und verteilt. Sowohl im Pflanzenorganismus als auch im Boden besitzen sie eine beträchtliche Beständigkeit und eine daraus resultierende Dauerwirkung. Eine einmalige Behandlung von Pflanzen mit subletalen Dosen bewirkt oft noch nach 2 bis 3 Monaten, teilweise sogar nach noch längerer Zeit, typische Mißbildungen des Zuwachses. Die durch die Wirkstoffe hervorgerufenen Deformationen werden an den verschiedensten Pflanzenteilen beobachtet. Zum Beispiel findet man an Laubund Blütenblättern eine Verminderung der Gliederung
der Blattspreiten (Tendenz: fiederteilige Blätter werden ■ ungeteilt, gesägte werden ganzrandig) oder deren Reduktion bis zum völligen Spreitenverlust (spreitenlose Blattstiele, Blattstielrudimente), ferner Blattausfall (Verminderung der normalen Blattzahl bis zum Extrem der blattlosen Sproßachse) sowie Blattumbildungen, Blättverwachsungen (Krausen-,'Löffel-, Tüten-, Trichterblätter usw.). Man findet auch, nicht selten eine frühere und/oder vermehrte Ausbildung von Blütenknospen (z. B. an Gossypium spp.), ferner auch Blütenverlaubungen, Blütendurchwachsungen (mit allen übergängen von normalen Blüten bis zu kaum definierbaren Blütenrudimenten) sowie verfrühte oder auch verzögerte Entwicklung anderer Organe (z. B. Ranken) usw.
An der Sproßachse der Pflanze treten ebenfalls die verschiedensten Entwicklungsanomalien auf, wie z. B. Ringfasziation des Vegetationspunktes (teilweise oder vollständige, im Extremfall knoten- und blattlose Sproßachse), Veränderung des Vegetationspunktes mit unregelmäßiger Veränderung der arttypischen Blattstellung, ferner Bildung von Sproßblasen (Aszi- \ dien), in deren Innerem rudimentäre Blattelemente ' gebildet werden oder der Vegetationspunkt ruht; diese Blasen können später platzen oder auch durchwachsen werden. Auch Sproßachsenabort wird beobachtet (Ausbildung einer Trennschicht in einem Internodium mit nachfolgendem Abwurf des terminalen Sproßabschnittes). Man findet auch knotige Auftreibungen der Sproßachse in den Internodien (Ballonstengel) sowie Einschränkung oder Ausschaltung der normalen Apikaidominanz (Vermehrung des Blattächselaustriebes einschließlich der normalerweise ruhenden Keimblattachselknospen [Haupt- und Beiknospen]). Es resultiert dann ein veränderter Sproßaufbau von »Coniferen-« oder »Schachtelhalm-Habitus«.
Auch an der Wurzel treten Bildungsabweichungen auf. Zum Beispiel beobachtet man eine verstärkte Wurzelverzweigung (Bildung von Seitenwurzeln erster und weiterer Ordnungen), verbunden mit allgemeiner Wurzelverdickung. Ferner ist oftmals eine Vergrößerung der Wurzelhaare und eine Verdichtung des Besatzes sowie bei Stecklingen vermehrter Adventivwurzelansatz festzustellen.
Außerdem zeigen sich an den Pflanzen nach Behandlungen mit den Wirkstoffen nach der Erfindung nicht selten vegetativ-reproduktive Umstimmungen, z. B. »vegetative Früchte«, d. h. fruchtartige Bildungen, die nicht aus Blüten entstehen, sondern an vegetativen Teilen auftreten (z. B. an Haupt- und Seitenachsen oder an Blattstielen). Weiterhin können dislocierte, terminale Blütenanhäufungen als Abschlußbildung ringfasziierter Sprosse beobachtet werden (z. B. terminale »Blütenkörbchen« bei Tomate); diese reduzierten Blüten können wiederum verlaufen.
Weiterhin erzielt man mit den gekennzeichneten Fluorenderivaten noch zahlreiche andere Wirkungen an Pflanzen, z. B. gesteigerte Chlorophyllbildung (auffallend dunkelgrüne Färbung), parthenokarpe Fruchtentwicklung (Bildung samenloser Früchte ohne Befruchtung) sowie Brechen der Samenruhe von Pflanzensamen mit endogener Keimverzögerung. Die Wirkstoffe beeinflussen ferner auch den Wasserhaushalt von Pflanzen (z. B. die Guttation von Monocotylen-Keimlingen).
Die nach der Erfindung verwendeten Fluoren-9-carbonsäureester sind in den aromatischen Ringen ein- oder zweifach durch Halogen substituiert. Das in 9-Stellung befindliche Wasserstoffatom kann durch Cl, OH oder Acetoxy substituiert sein. Als Ester kommen insbesondere die niederen Alkylester in Frage.
Die langsam einsetzende und langandauernde, auf dem gewebeselektiven Eingreifen beruhende morphoregulatorische Wirkung unterscheidet die Fluorenderivate nach der Erfindung grundlegend von den bekannten substituierten Phenoxyalkancarbonsäuren. Bei diesen treten die typischen Symptome (wie allgemeine Gewebewucherungen, Verkrümmungen, Verwachsungen, Torsionen) wesentlich schneller und unspezifischer ein, und ihre Wirkung ist in der Regel von schnell zunehmendem Vergilben begleitet.
Indol-3-alkancarbonsäuren wirken ähnlich wie die Phenoxyalkancarbonsäuren. Auch sie unterscheiden sich somit grundlegend in ihrer Wirkung von den genannten Fluorenderivaten. Dabei ist zu erwähnen, daß der native Pflanzenwuchsstoff Indol-3-essigsäure bei äußerlicher Anwendung auf intakte Pflanzen in physiologischen Konzentrationen wirkungslos bleibt.
Die Fluorenderivate nach der Erfindung besitzen auch eine andere Wirkung als Gibberellinsäure und deren Derivate. Das Typische der Gibberellin-Wirkung auf die höhere Pflanze besteht in einer oft extrem gesteigerten Internodienstreckung bei im wesentlichen normaler Blattentwicklung und leichter Chlorophylldepression. Demgegenüber wirken die Fluorenderivate entgegengesetzt: sie verkürzen im allgemeinen die Internodien, es findet eine Reduktion der Blätter und eine erhöhte Chlorophyllbildung statt.
Auch gegenüber den Gruppen der halogenierten Benzoesäuren und der Arylborsäuren unterscheiden sich die Fluorenderivate in ihrer Wirkung auf die Pflanze. Den genannten Verbindungen fehlt im Gegensatz zu den Wirkstoffen nach der Erfindung z. B. der parthenokarpe Effekt. Außerdem ist ihre Wirkung weniger stark anhaltend und weniger vielfältig; letzteres gilt in besonderem Maße für die Arylborsäuren.
Die Kinine, wie 6-(2-Furfuryl)-aminopurin = Kinetin, wirken bei üblicher Anwendung akkumulations- und synthesefördernd; sie beeinflussen die Zellteilung im Gegensatz zu den Wirkstoffen nach der Erfindung aber nur in der Gewebekultur. An der intakten Pflanze bleiben sie praktisch wirkungs- und symtonlos.
Maleinsäurehydrazid sowie einige quartäre Stickstoffverbindungen vom Typ des 2-Chloräthyltrimethylammoniumchlorids oder des [5-Isopropyl-2-methyl-4 - (piperidino - carbonyl - oxy) - phenyl] -'"trimethylammoniumchlorids stellen reine Pflanzenhemmstoffe mit beschränkter Wirkungsbreite dar. Sie bewirken eine allgemeine Hemmung des Streckungswachstums ohne eigentliche Organmiß- oder -Umbildungen.
Tatsächlich hat keiner der bisher im Pflanzenbau verwendeten Wirkstoffe eine derartige Vielfalt von Wirkungen gezeigt, wie die als Morphoregulatoren verwendbaren Fluorenderivate nach der Erfindung. Diese unterscheiden sich somit nach Wirkungscharakter, Wirkungsweise und Wirkungsbreite von allen bekannten Wuchsstoffgruppen.
Die Wirkstoffe nach der Erfindung wurden an zahlreichen Pflanzenarten der verschiedensten systematischen Stellung getestet, z. B. an Tomate, Kürbis, Gurke. Bohne, Rettich, Möhren, Sellerie, Kopfsalat, Kartoffel. Hafer, Weizen, Klebkraut, Hohlzahn, Franzosenkraut, Knöterich-Arten, Ackersenf, weißem Gänsefuß, Vogelmiere, Herbstlöwenzahn, Ackerwinde,
Löwenzahn, Hahnenfuß-Arten, Wegerich-Arten, Huflattich, kleiner Brennessel, Kamille, Saatwucherblume, Acker-Kratzdistel, ferner an Baumwolle, Rebe. Apfel sowie an Kakteen.
In einer Arbeit von R. A. H e a c ο c k et al., in Annals of Applied Biology 46 (3), S. 352 bis 356 (1958), ist unter anderem die Prüfung von Fluorencarbonsäure auf ihre Eigenschaft als Wuchsstoff in klassischen Zellstreckungstests mit isolierten Organteilen beschrieben worden; irgendwelche Aussagen über etwaige morphoregulatorische Eigenschaften der Testsubstanzen in der intakten Pflanze lassen die dort beschriebenen Prüfungen nicht zu. In der genannten Veröffentlichung finden sich daher auch keinerlei Angaben über irgendwelche morphoregulatorische Eigenschaften der dort geprüften Verbindungen. Wie die Verhältnisse bei der Indol-3-essigsäure beweisen, kann aus einer Wirkung in Versuchen dieser Art mit isolierten Organteilen auch nicht auf irgendwelche morphoregulatorische Wirkungen der Substanzen auf intakte Pflanzen geschlossen werden. Das wird andererseits auch durch das Verhalten von Gibberellin belegt, das als extrem wirksamer Wachstumsregulator im invitro-Zellstreckungstest nur dann Wirkung zeigt, wenn der native Pflanzenwuchsstoff Indol-3-essigsäure zugegen ist.
Ähnlich liegen die Verhältnisse bei der von R. L. J ο η e s et al. in Journal of the Science of Food and Agriculture, Bd. 5, S. 44 bis 47 (1954), publizierten Arbeit. Dort. wird unter anderem auch für einige Fluorenderivate eine das geotrope und phototrope Reaktionsvermögen von Keimlingen beeinflussende Wirkung beschrieben. Das geotrope oder phototrope Verhalten der Pflanzen ist bekanntlich die Folge einer reinen Streckungswachstumsreaktion, so daß durch diese Arbeit ebenfalls lediglich nachgewiesen ist, daß die dort genannten Verbindungen eine gewisse ZeIlstreckungsaktivität besitzen. Irgendwelche Hinweise auf eine morphoregulatorische Wirkung der in dieser Publikation erwähnten Verbindungen sind daraus nicht zu entnehmen. Außerdem sind Wirkungen auf das geotrope und phototrope Reaktionsvermögen der Pflanzen auch von einer Reihe anderer Verbindungen verschiedenster chemischer Konstitution, z. B. von Eosin oder Diäthylstilboestrol bekannt, die jedoch keinerlei pflanzenmorphoregulatorische Eigenschaften besitzen.
Da die Verbindungen nach der Erfindung so vielfältige Effekte bei ihrer Anwendung auf Pflanzen zeigen und da. sie darüber hinaus selbstverständlich mit den verschiedensten, das Pflanzenwachstum beeinflussenden Wirkstoffen, wie z. B. Gibberellinen, Kininen usw., kombiniert angewendet werden können, sind die wirtschaftlichen Verwertungsmöglichkeiten ebenfalls entsprechend vielfältig. So kann man die Fluorenderivate nach der.Erfindung anwenden zur Ausschaltung und zum Niederhalten unerwünschten Pflanzenwachstums, weil die hervorgerufenen Mißbildungen ein normales Wachstum nicht mehr zulassen. Da nicht selten eine gewisse Selektivität in der Empfindlichkeit der Pflanzen gegenüber den Verbindungen nach der Erfindung festzustellen ist, eignen sie sich auch für selektive Kontrollmaßnahmen, z. B. zur Kontrolle breitblättriger Unkräuter in Kulturen monocotyler Nutzpflanzen oder zur Ausmerzung perennierender Horstunkräuter auf Wiesen und Weiden.
Man kann die Fluorenderivate nach der Erfindung auch zur Verzögerung des Blühtermins im Schnitt- und Zierblumenbau oder im Obst- und Weibau zur Verhütung von Frostschäden, zur Verzögerung des Schossens, z. B. von Kopfsalat, oder zur Beeinflussung des Reife- und .Erntetermins verwenden. Die Verbindungen eignen sich auch zur Verbesserung des Fruchtansatzes und zur Fruchtausdünnung sowie zur Verhinderung vorzeitigen Fruchtfalles. Diese Effekte spielen insbesondere bei Obstsorten eine Rolle, wie z. B. bei Kern- und Steinobst, bei Bananen, Zitronen, Apfelsinen usw.
Man kann ferner mit Mitteln nach der Erfindung eine Förderung der Blütenbildung erzielen. Dieser Effekt kann z. B. im Blumen- und Zierpflanzenbau oder bei Baumwollpflanzen vorteilhaft sein. Auch können mit den Wirkstoffen nach der Erfindung samenlose Früchte, z. B. Tomaten, erzeugt werden. Durch Behandeln vor der Ernte oder auch im Lager mit Mitteln nach der Erfindung kann die Haltbarkeit und Lagerfähigkeit von Ernteprodukten verbessert werden. Man erzielt so z. B. eine Verhinderung des Austreibens von Hackfrüchten oder ein längeres Frischbleiben (Grünerhalten) des Laubes von geernteten Radieschen, Rettichen und Möhren. tr%
Schließlich können die Mittel nach der Erfindung "^ auch zur Erhöhung der Standfestigkeit z. B. von Getreide oder zur Verbesserung der Faserqualität von Faserpflanzen dienen. Sie können weiterhin die Bewurzelung von Stecklingen beeinflussen und zur Beschleunigung der vegetativen Vermehrung durch Ablegerbildung dienen. Die Erzeugung von besonderen Zierpflanzenmorphosen durch Veränderung des Verzweigungshabitus oder durch Beeinflussung der Ausbildung von Blüten und Blättern ist ein weiteres Einsatzgebiet.
Die Fluorenderivate sind nach an sich bekannten Methoden zugänglich. Die Ester, können nach den üblichen Methoden der Esterherstellung erhalten werden. Die Ester der Fluorenolcarbonsäuren können erhalten werden durch direkte Veresterung der entsprechenden Säure oder über das entsprechende 9-Chlor-fluoren-carbonsäurechlorid. Diese Verbindung wird anschließend nach an sich bekannten Methoden in den entsprechenden Ester umgewandelt, und danach wird das in 9-Stellung befindliche Chlor- ^ atom durch Behandlung mit Silberhydroxyd durch C>'· eine Hydroxylgruppe ersetzt. Entsprechend erhält man durch Acylierung der Fluorenolcarbonsäureester die entsprechenden Acetylverbindungen. Die gewissermaßen als Schlüsselsubstanz für die Herstellung der in den aromatischen Kernen substituierten Verbindungen dienende substituierte 9-Hydroxyfluoren-carbonsäure-(9) ist zugänglich aus- entsprechend substituierten Phenanthrenchinonderivaten durch übliche Benzilsäureumlagerung. Man kann die Substituenten in den aromatischen Kernen auch in die zugrunde liegende unsubstituierte Verbindung direkt durch Halogenierung einführen.
Die Wirkstoffe lassen sich zu allen bei Pflanzenschutzmitteln bzw. Pflanzenbekämpfungsmitteln üblichen Zubereitungsformen verarbeiten. Als Zusatz- und Füllstoffe werden die üblichen, wie beispielsweise Bolus, Kaolin, Bentonit, Schiefermehl, Talkum, Kreide, Dolomit oder Kieselgur, verwendet, sofern es sich um feste Zubereitungen handelt. Für flüssige Formulierungen werden vorzugsweise Xylol, Solventnaphtha, Petroleum, Aceton, Cyclohexan, Dimethylformamid oder aliphatische Alkohole als Lösungsmittel verwendet. So hergestellte Emulsionskonzentrate kön-
nen als solche in den Handel gebracht werden. Vor Gebrauch werden die Emulsionskonzentrate in üblicher Weise mit Wasser verdünnt. Falls man Mittel verwendet, die als Wirkstoffkomponenten in Wasser lösliche Substanzen enthalten, kann man selbstverständlich als Lösungs- bzw. Verdünnungsmittel zur Herstellung des Konzentrats ebenfalls Wasser verwenden. Die Anwendung kann durch Bodenbehandlung im Vorsaat- oder Vorauflaufverfahren oder durch Pflanzenbehandlung im Nachauflaufverfahren erfolgen durch Spritzen, Gießen, Streuen, Stäuben sowie auch durch Einreiben, Pudern, Injizieren, Infiltrieren öden Einquellen von Pflanzen oder Pflanzenteilen, wie Knollen, Zwiebeln oder Samen.
Ferner werden die neuen Fluorenderivate vorteilhaft als Emulsionskonzentrate mit einem Gesamtwirkstoffanteil von 5 bis 95, vorzugsweise 50 Gewichtsprozent formuliert. .
Soreening-Versuche
20
Die unten aufgeführten Verbindungen hemmen oder sistieren die Pflanzenentwicklung gleichartig, indem sie in der nachfolgend beschriebenen Versuchsanordnung bereits bei einer Dosierung von nur 0,004 mg und weniger pro Keimpflanze eine sehr starke und nachhaltige Entwicklungsverzögerung unter Bildung von Zwergpflanzen hervorrufen.
Versuchsanordnung
Junge Pflanzen des Klebkrautes (Galium aparine), die in 9 cm 0 Plastiktöpfen pikiert sind (drei Pflanzen je Topf), werden im jungen Keimblattstadium mit einem Tröpfchen (0,02 ml) pro Keimblatt der in Wasser gelösten oder suspendierten Wirkstoffe besetzt. Die Lösungen bzw. Suspensionen sind 0,01% ig. Die Besetzung erfolgt mit der 1-ml-Feindosierspritze (zweimal 0,02 ml je Pflanze). Die so behandelten Pflanzen werden bis zur Auswertung nach 3 Wochen im Langtag im Gewächshaus gehalten. Als Entwicklungskriterien werden bonitiert: .
a) die Hemmung des Streckungswachstums der Sproßachse,
b) die Reduktion (Verkleinerung) der Blattspreiten.
Wirksame Verbindungen
45 2,7-Dichlor-fluorenol-9-carbonsäure-9-n-butylester,
F. 109,50C,
2,7-Dichlor-fluorenol-9-carbonsäure-9-isobutylester,
F. 104 bis 1050C,
2,7-Dichlor-fluorenol-9-carbonsäure-9-n-amylester,
F. 91 bis 93°C,
2-Brom-fluorenol-9-carbonsäure-9-n-butylester,
F. 77 bis 79°C,
2,7-Dibrom-fluorenol-9-carbonsäure-9-n-butylester,
F. 115,5°C,
2,9-Dichlor-fluorencarbonsäure-9-methylester, -'
F. 214 bis 216° C,
2,7,9-Trichlor-fluoΓencarbonsäure-9-methylester,
F. 183°C,
2,7,9-Trichlor-fluorencarbonsäure-9-äthylester,
F. 141° C,
2,7,9-Trichlor-fluorencarbonsäure-9-n-propylester,
F. 138°C,
2,7,9-Trichlor-fluoΓencarbonsäure-9-isbpropylester,
F. 161 bis 162° C,
2,7,9-Trichlor-fluoΓencarbonsäure-9-n-butylester,
F. 114,5° C,
2,7,9-Trichlor-fluoΓencarbonsäure-9-isobutylester,
F. 136° C.
Die überraschende morphoregulatorische Wirkung der Fluorenderivate nach der Erfirdung wurde z. B. in folgenden biologischen Versuchen nachgewiesen.
Die für die Versuche verwendeten Wirkstoffe sind in den Versuchsbeschreibungen wis folgt bezeichnet:
2-Chlor-fluorenol-9-carbonsäure-9-methylester,
F. 152°C,
2-Chlor-fluorenol-9-carbonsäure-9-äthylester,
F. 143 bis 1470C, '
2-Chlor-fluorenol-9-carbonsäure-9-n-proρylester,
F. 98 bis 1040C,
2-Chlor-fluorenol-9-carbonsäure-9-isopropylester,
F. 114bisll8°C, I-Chlor-fluorenoW-carbonsäure^-n-butylester,
F. 73,5 bis 75° C,
2-Chlor-fluorenol-9-carbonsäure-9-isobutylester,
F. 54 bis 58° C,
2-Chlor-fluorenol-9-carbonsäure-9-n-amylester,
Kp. 163 bis 165°C/0,01 mm,
2-Chlor-fluorenol-9-carbonsäure-9-n-heptylester
(öl, nicht destillierbar),
2,7-Dichlor-fluorenoI-9-carbonsäure-9-äthylester,
F. 184 bis 186° C,
2,7-Dichlor-fluorenol-9-carbonsäure-9-n-propylester,
F. 140 bis 142° C,
2,7-Dichlor-fluorenol-9-carbonsäure-9-isopropylester,
F. 177 bis 179° C,
Wirkstoffe nach der Erfindung
2,7-Dichlor-9-fluorenol-9-carbonsäure- ,
n-butylester
2-Chlor-9-fluorenol-9-carbonsäure-methyl-
ester
2-Chlor-9-fluorenol-9-carbonsäuΓe-
n-butylester
Nr. Bekannte Wirkstoffe
4 2-Methyl-4-chlor-phenoxyessigsäure
5 2-Methyl-4-chlor-pheaoxyessigsäure-iso-
octylester
6 2,4-Dichlor-phenoxyessigsäure
7 4-Chlor-2-methyl-phenoxypropionsäure
8 4-Chlor-2-methyl-phenoxypropionsäure-
butylglykolester
9 2,3,5-Trijodbenzoesäure
10 2-Chloräthyl-trimethyl-ammoniumchlorid
11 Gibberellinsäure (Gibberellin A3)
12 6-(2-Furfuryl)-aminopurin-(Kinetin)
Beispiel 1
Prüfung der morphoregulatorischen Wirkung auf Klebkraut im Vergleich zu bekannten Wuchsstoffen
■Junge Keimpflanzen des Klebkrautes (Galium aparine) wurden in 8-cm-Kunststofftöpfe pikiert (drei je Topf) und 2 Tage danach im frühen Keimblattstadium behandelt. Die Applikation der Wirkstoffzubereitungen erfolgtemiteiner l-ml-Rekordspritze(l/100-Tei-
309627/179
lung) durch Aufsetzen von je einem 0,02-ml-Tröpfchen pro Keimblatt (0,04 ml je Pflanze). 6 Pflanzen pro Behandlung. Die Methode erlaubt eine gezielte Feindosierung der Wirkstoffe. 14 Tage nach der Behandlung wurden als Symptome der Wirkung im Vergleich zu unbehandelten Kontrollen bonitiert: die Veränderung der Sproßentwicklung, das Auftreten von Deformationen (Mißbildungen, insbesondere Rückbildungen der Blätter), die Steigerung des Blattachselaustriebs sowie dessen Zustand. Der Bonitierung lag folgende Bewertungsskala zugrunder
0 = Ohne Befund.
1 =' Schwach oder 25%.
2 = Stark oder 50%.
3 = Sehr stark oder 100%.
»Deformiert 3« bedeutet hier praktisch blattlose Sproßachsen. Es wurden jeweils 3 Versuche mit je 6 Pflanzen pro Behandlungsart durchgeführt und dann die erhaltenen Werte gemittelt. Die Wirkstoffdosierung betrug 0,04 ml/20 ppm.
Geprüft wurde der Wirkstoff 1 im Vergleich zu den bekannten Wirkstoffen 4 bis 12.
Die Wirkstoffe wurden mit Aceton vorgelöst und mit dem handelsüblichen Emulgator Tween20 im Gewichtsverhältnis 1:2 in vollentsalztem Wasser suspendiert. ■ .
Ergebnis
Bonitierungsmerkmal
Nr. der Wirkstoffe
10
12
11
Sprossenentwicklung {% Kontrollen)
Hemmung
Förderung
Steigerung des Blattachselaustriebs
(% Kontrolle)
Deformation der Blätter am
Hauptsproß
Deformationen am Blattachselaustrieb
25
40
3 3
17
0 0
30
Γ
1
0 0
0 0
+ 18 0
0 0
Aus der Tabelle ist die extreme morphoreguiatorische Wirksamkeit des Wirkstoffs nach der Erfindung (1) auf Klebkraut zu ersehen. Besonders hervorzuheben ist neben der allgemeinen Entwicklungshemmung der formative Effekt auf die Blattausbildung und auf den Sproßaufbau (Förderung des Blattachselaustriebs). Bereits Bruchteile eines Mikrogramms eines der erfindungsgemäßen Wirkstoffe genügen für eine nachhaltige Morphoregulation. Aus der Tabelle ist ferner ersichtlich, daß die besten bekannten Wuchsstoffherbizide einen völlig anderen Wirkungscharakter besitzen.
Beispiel 2
Prüfung der morphoregulatorischen Wirkung durch Gießbehandlung von Jungpflanzen
Keimpflanzen von Buschbohne, Kürbis, Hohlzahn und Franzosenkraut werden bis zum beginnenden Schieben der ersten Folgeblätter bzw. bis zum 2- bis 3-Blattstadium (Hohlzahn, Franzosenkraut) in 8-cm-Kunststofftöpfen angezogen. Jeder Topf erhält 25 ml einer wäßrigen Suspension der reinen Wirkstoffe auf
Ergebnis. Die Tabelle enthält die Bonitierungen
die Bodenoberfläche, unter Vermeidung der Benetzung der Pflanzen.
Es wurden die auftretenden morphoregulatorischen Symptome wie Wachstumshemmung (H), Blattdeformation (D) des Zuwachses und Blattachselaustrieb (A) nach 3 und 6 Wochen aufgenommen. Bewertungsskala 0 bis 3 (0 = ohne Befund, 3 = sehr stark). Geprüft wurde der Wirkstoff 1, zubereitet gemäß Beispiel 1.
Pflanze
Konzentration
ppm
Morphoregulatorische Bonitierungen
nach 3 Wochen
D
nach 6 Wochen
D
Buschbohne ...
Kürbis
Franzosenkraut
Hohlzahn ......
Kontrollen ....
100
100
50
50
1 bis 2
0 bis 1
2
2
2
bis 2
0
2
2
1
1
0
1 bis 2
2
2
0
3 3 3 3 0
2 bis 3
2 bis 3
Der Versuch beweist die Aufnahme der Wirkstoffe nach der Erfindung über die Wurzel aus dem Boden und ihren Aufwärtstransport zu den Orten der Gewebebildung. Er zeigt ferner die langsam zunehmende formative Wirkung, wie sie für die Wirkstoffe typisch ist.
B eispiel 3
Spritzung einer stark verunkrauteten Grasfläche Plantago laceolata durchsetzt war, wurde mit 1,0
Geschnittener mehrjähriger Rasen, der stark mit bzw. 2,0 kg des Wirkstoffes 2 und einem Wasserauf-Taraxacum officmale, Leontodon autumnalis und wand von 10001 pro Hektar (ha) gespritzt.
. 1. Bonitierung, 6 Wochen nach Behandlung '-./■■' ■..■■■■' :
Pflanzen
Unbehandelt
Behandelt mit
1,0
2,0
Kilogramm Wirkstoff pro Hektar
Gräser.
Unkräuter
30 bis 40 cm hoch,
normal grün, zum Teil blühend und fruchtend
Blühend und fruchtend
8 bis 10 cm hoch 4 bis 6 cm hoch
vorübergehend leicht gelb, kein Blühen und Fruchten
sehr stark gehemmt, deformiert und ohne
Blütenstände ■
Die Versuchsfläche wurde 6 Wochen nach Behandlung geschnitten. Eine zweite Bonitierung 2 Wochen nach dem Schnitt ergab folgendes:
Pflanzen
Unbehandelt
Behandelt mit
1,0
2,0
Kilogramm Wirkstoff pro Hektar
Gräser
Unkräuter
10 cm hoch, normal
grün, neue Blütenstände treibend
normal, neue Blütenstände treibend
8 cm hoch, normal
grün
keine Weiterentwicklung, zum Teil nach
Uberwachsung durch
Gräser absterbend
6 bis 8 cm hoch, normal , grün
weitgehend durch Gräser überwachsen, abgestorben, Fläche praktisch unkrautfrei
Das Versuchsbeispiel zeigt die Möglichkeit der nachhaltigen Entwicklungsverzögerung von Gräsern und damit der Einsparung des Schneidens durch Behandlung mit einem Wirkstoff nach der Erfindung bei gleichzeitiger Zurückdrängung oder Ausschaltung von Unkräutern. Beispiel für die chemische Veränderung der Artenzusämmensetzung einer Pflanzengemeinschaft (Unkraut in Gräsern).
Beispiel 4
Entwicklungsbeeinflussung (Verzwergung)
von Sojabohnen
Sojabohnenpflanzen wurden im frühen Entwicklungsstadium mit den in der Tabelle angegebenen Konzentrationen der Wirkstoffe behandelt. Nach 4 Wochen wurde die Entwicklung der Pflanzen bonitiert, und zwar in bezug auf die relative Höhe (in % der Kontrollen) sowie auf die Anzahl der Hülsen pro Pflanze. s
Wirkstoff •Conzentration Relative
Höhe
Hülsen/
Pflanze
1 0,625 35 29
0,2 56 35
0,08 67 34
2 0,625 28 21
0,2 32 29
0,08 40 28
Kontrollen 100 29
(1,10m)
Die Tabelle zeigt, daß sich die vegetative Größenentwicklung in weiten Grenzen steuern läßt, ohne daß die Pflanzen mit wesentlichen Blattdeformationen reagieren. Bei der mäßigen Verzwergung in diesem Versuch (auf ~ 1J2 bis 1I3 normaler Größe) ist im Versuch auch keine Verminderung der Hülsenzahl pro Pflanze eingetreten.
Damit wird unter Umständen eine bessere Flächenausnutzung und damit höhere Flächenerträge möglich (engere Pflanzung).
Beispiel 5
Hemmung des Austreibens von Kartoffeln
Kartoffelstauden wurden im Sommer auf dem Feld um die Blütezeit (also etwa 6 Wochen vor der Ernte) mit Wirkstoff 2 in Konzentrationen von 10 bis lOOppm gespritzt. In diesem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium treten keine wesentlichen Blattdeformationen mehr auf, und die Wirkstoffe werden mit den Assimilaten in die Knollen abgeleitet. Nach der Ernte wurden Knollenproben in Jutesäckchen aufbewahrt und von Februar bis Juni bei Temperaturen von 20 bis 250C im Gewächshaus, mit dunkler Mulchfolie abgedeckt, zum Treiben ausgelegt.
Ergebnis: Die Knollen trieben normal aus, während die mit dem Wirkstoff 2 behandelten Kartoffeln einen starken Nacheffekt auf die Entwicklung der Dunkelkeime zeigten; diese wurden unmittelbar nach dem beginnenden Austreiben gestoppt, so daß nur breit deformierte Kurztriebe entstanden.
Endbonitierung im Juni: Unbehandelte Knollen, runzlig erschlafft, mit 6 bis 15 cm langen Dunkelkeimen; Knollen von mit Wirkstoff 2 behandelten Stauden noch unverändert fest, mit 1 bis 2 cm langen deformierten Kurzkeimen.
Beispiel 6
Unkrautniederhaltung
Die Wirkstoffe nach der Erfindung haben auch bei Anwendung zum Boden eine starke Wirkung auf keimende und aufwachsende Pflanzen. Ein frisch bearbeiteter Boden — lehmiger Sand — wurde mit 16, 24 und 48 l/ha eines Emulsionskonzentrats des Wirkstoffs 2 (12,5%) gespritzt. Das Aufwachsen der Unkräuter wurde beobachtet (Wasseraufwand 10001 Wasser/ha). Zwei Monate danach waren die Kontrollparzellen 50 bis 60 cm hoch mit einem dichtschließenden Bestand von Franzosenkraut, Ackerdistel, kleine Brennessel und Bingelkraut bestanden.
Die gespritzten Parzellen zeigten folgendes Bild:
481 (= 6 kg Wirkstoff/ha): Franzosenkraut fehlt; Ackerdistel wenig, in kleiner Rosette gestoppt; kleine Brennessel und Bingelkraut wenig, gehemmt, stärker verzweigt und dunkler grün aufwachsend;
241 (= 3 kg Wirkstoff/ha): Franzosenkraut und Ackerdistel geringfügig weniger gehemmt (praktisch ausgeschaltet); Brennessel und Bingelkraut mehr, weniger gehemmt, stärker verzweigt und dunkler grün aufwachsend;
161 (= 2 kg Wirkstoff/ha): Franzosenkraut wenig, total verzwergt; Ackerdistel in 10 bis 15 cm Höhe gestoppt (deformierter Vegetationskegel); Brennnessel und Bingelkraut kaum gehemmt, aber gegenüber Unbehandelt stärker verzweigt und dunkler grün.
Der Versuch zeigt, daß der Wirkstoff nach Anwendung zum Boden eine stärkere Selektivität zeigt als nach Anwendung zum Blatt. Er zeigt ferner eine insgesamt starke und auch nachhaltige Wirkung auf leichtem Boden sowie eine nachhaltige Veränderung des Wuchshabitus der resistenteren Pflanzenarten (ohne stärkere Beeinträchtigung der Blattform).
Beispiel 7
Unkrautniederhaltung (schützender Unkrautteppich)
Auch bei Nachauflaufanwendung in Kulturen läßt sich eine sehr gute Unkrautniederhaltung bei ausreichender Selektivität erreichen. Die Parzellen wurden mit 8 und 121 eines 12,5%igen Emulsionskonzentrats des Wirkstoffs 2, entsprechend einer Aufwandmenge von 1,0 und 1,5 kg Wirkstoff/ha in 5001 Wasser/ha gespritzt, als der Mais im 3- bis 4-Blattstadium, die Unkräuter im Keim- bis 3- bis 4-Folgeblattstadium waren. Bonitierung 6 Wochen nach Spritzung ergab: Mais ohne Befund; keine nachaltige Wuchshemmung oder Deformation; Unkräuter (Franzosenkraut, Brennessel, Melde, Nachtschatten, Vogelmiere) zu einem bis max. 5 bis 8 cm hohen schützenden »Teppich« verzwergt, der keine Raumkonkurrenz für die Kultur darstellt.
In der Kontrollparzelle überwuchsen die Unkräuter den Mais.
Beispiel 8
Verzweigung
Pferdebohnen (Vicia faba) wurden im 4- bis 5-Blattstadium bei einer Höhe von 15 cm mit 2, 4 und 61 eines 12,5%igen Emulsionskonzentrats des Wirkstoffs 1 in 5001 Wasser/ha gespritzt. Zwischenbonitierung nach 6 Tagen: Vicia zeigt Stengeltorsionen; nach 14Tagen: Pflanzen haben sich wieder aufgerichtet, 2 bis 3 basale Seitentriebe beginnen auszutreiben. Endbonitierung nach 6 Wochen: Pflanzen blühen und sind kaum weniger hoch als unbehandelte Kontrollen, haben aber 3 bis 4 annähernd gleichwertig wachsende Triebe, während die unbehandelten Pflanzen 1- bis 2triebig geblieben sind.
Der Versuch zeigt, daß hier die Bestockung oder Verzweigung gefördert wurde, ohne Wachstum, Blattausbildung und Photosynthese zu stören.
Beispiel 9 j
Verhinderung des Schossens
Getopfte, kühl überwinterte (blühinduzierte) Selleriepflanzen wurden unmittelbar vor Schoßbeginn mit 0,4% (aus 12,5%igem Emulsionskonzentrat) Wirkstoff 2 = 500 ppm Wirkstoff gespritzt, und zwar drei Pflanzen pro Behandlung. 4 Wochen später wurde die Schoßverhinderung bonitiert (= Unterbindung der Streckung und Ausbildung des Blütenstandes kurz nach Einsetzen der Streckung).
Ergebnis: Kontrollen 100% geschoßt; gespritzte Pflanzen 100% nicht geschoßt (Knollen erhalten). Auch geringere Konzentrationen konnten das Schossen noch verhindern. (Zum Vergleich: Keine Schoßverhinderung mit 2000 ppm TIBA/Na, 5000 ppm CCC, 5000 ppm DMAM (B-Nine-Wirkstoff), 500 ppm Mediben-Dicamba [5000 ppm Absterben der Pflanzen].)
Beispiel 10 γ
Wuchshemmung an Chrysanthemen
Chrysanthemen wurden mit Wirkstoff 2 in Konzentrationen von 250, 500, 1000 und 2000 ppm bzw. mit Aufwandmengen 1, 2 und 4 kg/ha behandelt. Anwendung als Blattspray bzw. durch Bodentränkung. Die Höhe der Pflanzen und etwaige Veränderungen wurden 21 Tage nach der Behandlung beurteilt.
Die Wuchshemmung H wurde folgendermaßen berechnet :
55
60 Endhohe — Anfangshohe
ti = 7—j 7-r\ ■ IUL).
Anfangshohe
Die Veränderungen der Pflanzen wurden nach folgender Skala beurteilt:
0 = Kein Effekt.
1 = Geringer Effekt.
2 = Mäßiger Effekt.
3 = Starker Effekt.
4 = Vernichtung der Pflanzen.
Ergebnis
Anwendungsart
Blattspray
Bodenbehandlung
Konzentration
250 ppm
500 ppm
1000 ppm
2000 ppm
1 kg/ha
2 kg/ha 4 kg/ha
29 41 29 34
32 23 51
Verände rungen
1 1 1
0 0 0
Kontrolle
Nach der Bodenbehandlung trat außerdem eine besonders dunkelgrüne Färbung der Pflanzenteile auf.
Beispiel 11 Gesteigerte Chlorophyllbildung
Blattscheiben von Rumex obtusi folius wurden ausgestanzt, 24 Stunden flottierend auf den Wirkstofflösungen behandelt und anschließend auf Feuchtfiltern ausgelegt. Nach 4 Tagen wurde der Gehalt der Scheiben an Chlorophyll (a + b) photometrisch bestimmt. Die angegebenen Werte sind Mittelwerte.
Wirkstoff Konzentration
ppm
Chlorophyllgehalt
2
Kontrollen
0,01
0,1
•i,o
10,0
(Wasser)
108
175
184
143
100
Bei der Dosierung 10 ppm zeigten sich am Schnittrand der Blattscheiben leichte Gewebeschädigungen.
Beispiel 12 Vegetative Vermehrung
Regenerationsleistungen wie Bildung von Adventivwurzeln, Kallusbildung und Entwicklung von Adventivknospen sind die Grundlage für die Praxis der vegetativen Vermehrung von Pflanzen.
a) Adventivwurzelbildung „
an geschnittenen Stecklingen
Triebspitzen der Testpflanzen
Coleus(C)
Phaseolus(P)
Helianthus (H)
werden als Stecklinge geschnitten, mit der entblätterten Stengelbasis für 12 Stunden in die verschiedenen Wirkstofflösungen eingestellt und danach in ein Bewurzelungsbeet (feuchter Sand) gesteckt. Nach 4 Wochen wurde die Regeneration der Adentivwurzeln
beurteilt. _ ... ,
Bomtierungsschema
55
60
0 =
Keine Wirkung. Schwache, mittlere, starke Förderung.'
Schwache, mittlere, starke Hemmung.
65
Wirkstoff Konzentration 5 Bewurzelung C 0 P H
mol. 6 +
2 10 bis 7 + + + + + +
10 bis 8 + +. + ■ +' + +· + ■
10 bis 0 + + + -Τ
10 bis 0 Ο
Kontrollen
b) Kallusbildung ;;
Geschnittene Rebhölzer wurden für 24 Stunden mit der Wirkstofflösung behandelt und dann auf die vorbereiteten Unterlagen gepfropft. Nach 4 Wochen wurde die Kallusbildung (Kallusgewebe in Gramm pro Pfropfrebe) als Kriterium für den Verwächsungsprozeß sowie die Ädventivwurzelbildung bonitiert. Nach 8 Wochen wurde der Enderfolg in Prozent der angewachsenen Pfropfreben beurteilt. Alle angegebenen Werte sind Mittelwerte. ~
25 Wirkstoff Konzen
tration
mol. .
Kallus
g
Bewurzelung An
wachs
rate
% ■'
2
30 Kontrollen
ΙΟ"7
0
5,0
1,2
gut
schlecht
bis mäßig
84
68
c) Blattknospenbildung für die Ablegervermehrung Ausgestanzte Blattscheiben von Begonia rex wurden 24 Stunden auf einer Nährlösung flottiert, die die Wirkstoffe enthielt. Anschließend wurde auf Feuchtfiltern weiter kultiviert.
Die Anzahl der gebildeten Blattknospen pro
Blattscheibe (Mittelwerte) wurden nach 40 und nach 100 Tagen ausgezählt.
. Wirkstoff Konzentration Blattknospen nach 100 Tagen
ppm 40 Tagen 12
2 0,1 10 20
1,0 18 25
10,0 13 37
100,0 12 7
Kontrollen (Wasser) 5
Beispiel 13 Wuchshemmung bei Tabak-Trieben (Suckers)
Das Austreiben von Seitentrieben bei Tabakpflanzen nach dem Köpfen ist unerwünscht.
Die Wirkstoffe nach der Erfindung wurden als Blattspray auf Tabakpflanzen im 8- bis 10-Blatt-Stadium in wäßriger Zubereitung (mit Lösungsmittel und Emulgator) vor Entfernung der Blüte aufgebracht. 4 Stunden nach der Behandlung wurden die Apikal-Meristeme entfernt. 21 Tage nach der Behandlung wurde das Wachstum der Seitentriebe (Suckers) bonitiert, wobei das mittlere Gewicht pro Trieb in Gramm bestimmt wurde (Gesamtgewicht der Suckers pro Pflanze dividiert durch Anzahl der Suckers pro Pflanze).
309*27/179
17 :
Ergebnis
Wirkstoff Konzentration
ppm
Sucker-Gewicht
g
2 25 1,7
50 1,1
60 2,5
100 1,2
• 120 1,8
240 1,0
3 25 0,9
50 1,0
60 1,3
100 0,3
120 1,6
240 1,5
Kontrolle 3,4
Beide Wirkstoffe zeigen also eine erhebliche Reduktion des Wachstums der Suckers. Bei den höchsten Konzentrationen (240 und zum Teil auch 120 ppm) waren jedoch zum Teil Schäden der Tabakpflanzen zu beobachten.
Beispiel 14
Bewuchshemmung
Zeitstaffelversuch, Parzellenspritzung an verunkrauteten Gräsern.
1. Spritzung bei Vegetationsbeginn,
Grashöhe 11 cm.
2. Spritzung bei Neuaustrieb,
Grashöhe 15 cm.
3. Spritzung während des Schosses,
Grashöhe 16 cm.
Wirkstoff als 12,5%iges Emulsionskonzentrat.
Präparat Dosierung Bewuchshöhe bei
Spritzung
Bewuchshöhe in Zentimeter nach 6 Wochen 20 Wochen
l/ha cm 3 Wochen 14 53
1. Spritzung
2
10 11 12 14
14
27
■ 53
40
58
Kontrolle 20
30
11
11
11
12.
10
16
8 Wochen
40
18 Wochen
53
2. Spritzung
2
10 15 4 Wochen
15
30
19
53
43
35
58
Kontrolle 20
30
15
15
15
14
14
27
8 Wochen
30
16 Wochen
35
3. Spritzung
2..;
10 \16 2 Wochen
16
40
28
65
43
33
65
Kontrollle 20
30
16
16
16
18
16
27
Um die besondere Wirksamkeit der neuen Verbindungen nach der Erfindung herauszustellen, wurden die folgenden Vergleichsversuche durchgeführt.
Vergleichsversuche
I. Minimale Wirkungskonzentrationen
Nach dem Stand der Technik ist 2-Chlör-9-hydroxyfluoren-9-carbonsäure als die wirksamste Verbindung dieser Reihe anzusehen (vgl. J ο η e s, S. 45, Z. 7, unter Tabelle I).
Um die überlegene Wirksamkeit der erfindungsgemäßen Ester gegenüber dieser bisher als. wirksamste Verbindung angesehenen Substanz zu demonstrieren, wurden folgende Untersuchungen durchgeführt:
Junge Pflanzen von Galium aparine wurden im frühen Keimblattstadium behandelt. Auf jedes Keimblatt wurde ein Tröpfchen von 0,02 ml, also 0,04 ml/ Pflanze, appliziert. Die Wirkstoffe wurden in verschiedenen Konzentrationen aufgebracht. Für jede Behandlung wurden 3x6 Pflanzen eingesetzt. Die Formulierungen wurden durch Lösen der Wirkstoffe in wenig Aceton und Suspendierung dieser Lösung in entsalztem Wasser hergestellt, wobei geringe Mengen üblicher Emulgatoren (z. B. »Tween 20«) zugesetzt wurden.
Die Bonitierung erfolgte 14 Tage nach der Behandlung. Die morphoregulatorische Wirksamkeit wurde folgendermaßen bonitiert:
0 = Keine Wirksamkeit.
1 = Schwache Wirksamkeit.
2 = Starke Wirksamkeit.
3 = Sehr starke Wirksamkeit.
Aus den erhaltenen Werten wurden jeweils die Mittelwerte gebildet. In der folgenden Tabelle A sind die minimalen Konzentrationen (in ppm) angegeben, mit denen ein starker Effekt (entsprechend Wert 2) erzielt werden konnte.
Tabelle A
Wirkstoff
2-Chlor-9-hydroxy-fluoren-9-car bonsäure
Z-Chlor-iJ-hydroxy-fluoreii-ii-carbon-
säure-methylester
I-Chlor^-hydroxy-fluoren^-carbon-
säure-äthylester
I-CMor-ii-hydroxy-fluoren-iJ-carbon-
säure-n-propylester '..'..
2-CMor-9-hydroxy-fluoren-9-carbon-
säure-isopropylester
2-Chlor-9-hydroxy-fluoren-9-carbon-
säure-n-butylester
2-Chlor-9-hydroxy-fiuoren-9-carbon-
säure-iso-butylester
2-Brom-9-hydroxy-fluoren-9-carbon-
säure-n-butylester
2-Jod-9-hydroxy-fluoΓen-9-carbonsäuΓe-
äthylester
2-Fluor-9-hydroxy-fluoren-9-carbon-
säure-methylester
^-Chlor-fluoren^-carbonsäure-methyl-
ester
Minimal-
Konzen-
tration
5
ppm
6,0
0,1 IO
0,2
0,2 15
0,2
0,75
1,5
20
1,5
. 1,5 25
1,5
0.75
So ist ihr Anwendungsbereich relativ schmal, ihr therapeutischer Index klein. Spezielle Anwendungen und Differenzierungen sind deshalb in der. Regel nicht möglich.
Im Gegensatz dazu werden die neuen, erfindungsgemäßen Verbindungen (Teil III der Tabelle B) im allgemeinen von den Pflanzen auch in höchsten Konzentrationen gut vertragen, ohne daß phytotoxische Nebenwirkungen auftreten. Uberdosierungen verlängern im allgemeinen nur die Dauer des morphoregulatorischen Effekts, wobei sogar Depoteffekte beobachtet wurden, überraschenderweise bleibt die Fähigkeit zur Erholung und zur Rückkehr zu normalem Wachstum normalerweise erhalten. Dieser extrem hohe therapeutische Index ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil dadurch sowohl kurzdauernde Entwicklungsimpulse (Induktionen) als auch lang andauernde Regulierungseffekte, wie sie z. B. in der Wuchskontrolle erwünscht sind, möglich werden.
Der therapeutische Index wurde durch den unter I beschriebenen Test an Galium aparine ermittelt. Die Ergebnisse sind in Tabelle B zusammengestellt. Teil I bezieht sich auf andere, bekannte Typen von Wachstumsregulatoren, Teil II auf bekannte (B) Fluoren-Derivate und Teil III auf die neuen Ester (N) nach der Erfindung. Folgende Verbindungen wurden getestet:
Tabelle A zeigt also, daß die minimale Konzentration, die zum Erzielen einer bestimmten Wirkung erforderlich ist, für die wirksamste bekannte Verbindung 4- bis 60mal höher liegt als die der neuen, erfindungsgemäßen Substanzen.
II. Therapeutischer Index
Im Vergleich zu anderen Pflanzenwachstumsregulatoren und zu den bekannten Fluorenwirkstoffen besitzen die neuen Verbindungen nach der Erfindung einen außergewöhnlich breiten therapeutischen Index.
Das bedeutet, daß das Verhältnis Wirksamkeit/Verträglichkeit extrem günstig liegt, so daß sich der morphoregulatorische Effekt über einen bisher noch nie dagewesenen Konzentrationsbereich erstrecken kann. Im oben unter I beschriebenen Test an Galium aparine wurde z. B. ein Bereich ermittelt, der sich über 5 Zehnerpotenzen erstreckt. Die bekannten Wachstumsregulatoren aus anderen chemischen Klassen (Teil I in Tabelle B) können nicht über so weite Konzentrationsbereiche verwendet werden. Sie sind erst in höheren Konzentrationen'wirksam und diese verursachen häufig bereits phytotoxische Schaden.
BA = 9-Hydroxy-fluoren-9-carbonsäure-
methylester,
BB = 9-Hydroxy-fluoren-9-carbonsäure,
BC = 9-Chlor-fluoren-9-carbonsäure,
BD = 2-Chlor-9-hydroxy-rluoren-9-carbon-
säure,
BE = 9-Hydroxy-fluoren-9-carbonsäure-
n-butylester,
NA = 2-Chlor-9-hydroxy-fluoren-9-carbon-
säure-methylester,
NB = 2-Chlor-9-hydroxy-fluoren-9-carbon-
säure-äthylester,
NC = 2-Chlor-9-hydroxy-fiuoren-9-carbon-
säure-propylester,
ND = 2-Chlor-9-hydröxy-fluoren-9-carbon-
säure-butylester.
Die Bonitierung erfolgte nach folgendem Schema:
0 = Keine Wirkung.
1 = Sehr schwache Wirkung.
2 = Mittlere Wirkung.
3 = Sehr starke Wirkung.
+ = Pflanzen abgestorben.
— = Konzentrationsbereich der pflanzenmorphoregulatorischen Wirkung.
Wirkstoff 0,001 t 0,01 Tabelle B Konzentr ation, ppm
• .10
100 1000 10000 Γ
MCPA
2,4-D
Mecoprop
TIBA
PNA
CCC
O O O O O O O O .O O O O 0.1 O O O O C 0
0
η
η
Teil I 0
0
0
0
0
0
0 Ω 1 Γ) *> 1
j 3
ο 1 ■2
T ■χ
0
21
Fortsetzung 22
Wirkstoff
0,001
0,01
0,1 Konzentration, ppm
10
100
1000
10000
Teil I
Teil II
Teil III
AMO 1618
MH
5A
BB
BC
BD
BE
NA
NB
NC.
ND
0
0
σ ο ο ο
ο ο ο ο
0 0
0 0 0 0 0
1 0-1
0 -, 0 -
0 0
0 0 0
0-1 0-1
2-3
- 2 1-2
0 0
-2 -
- 1 0-1
2-3
- L-
-3 T
0
0
- 3
3
• 3
■ 3
■ 3
■ 3
■ 3
• 3
• 3
2 1
3 3 3 3 3
3 3 3 3
3 3 3 3 3
:3" ' 3 3 3
Tabelle B zeigt eindeutig, daß die neuen Verbindungen des Teils III den breitesten Bereich aufweisen und somit den höchsten therapeutischen Index besitzen.
III. Vergleich bekannte/neue\ Verbindungen
pie folgenden Versuche zeigen die überlegene, pffäßzenmorphoregulatorische Wirkung einer repräsentativen Auswahl der erfindungsgemäßen, neuen Verbindungen gegenüber den nach dem Stand der Technik bekannten Verbindungen.
1. Hemmung des Pflanzenwachstums
A Frischgewicht des Zuwachses (F) 0,02 ml einer wässerigen Suspension der Testverbindung wurde in verschiedenen Verdünnungen auf die Keimblätter der Testpflänzen (schwarzer Nachtschatten) aufgetragen, so daß 0,04 ml pro Pflanze appliziert wurden. Nach 12 Tagen wurden die Pflanzen geerntet, indem der Zuwachs oberhalb des Keimblattknotens abgeschnitten wurde. Das Gewicht des Zuwachses wurde verglichen mit dem der Kontrollen, woraus sich die durch die Testverbindungen hervorgerufene Wuchsverzögerung ergab.
Tabelle C gibt die Ergebnisse dieser Untersuchungen wieder. Die Zahlen sind Mittelwerte.
Die fünf ersten Verbindungen von Tabelle C sind bekannt, die folgenden sind neue Verbindungen.
Tabelle C
Formet
Schwarzer Nachtschatten F
ppm
10 ppm
100 ppm
.1000 ppm
Kontrolle
HO COOH
Fluoren-9-carbonsäure 1,99
2,42
1,58
0,78
4,19
9-Hydroxy-fluoren-9-carbonsäure 2,33
1,15
0,57
0,3
HO COOC4H9H
9-Hydroxy-fluoren-9-carbonsäuren-butylester
9-Hydroxy-fluoren-9-carbonsäuremethylester 2,47
1,6
0,69
0,37
1,51
0,9
0,3
0,24
HO COOCH3
23
Fortsetzung
24
Formel
Schwarzer Nachtschatten F
ppm
10 ppm 100 ppm
.1000 ppm
Kontrolle
HO COOH
HO COOCH,
HO COOCH,
HO COOCH,
HO COOCH3
H COOCH,
Cl COOCH,
HO COOQHgn
2-Chlor-9-hydroxy-fluoren-9-carbonsäure
2-Bromo-9-hydroxy-fluoren-9-carbonsäure-methylester
2-Jod-9-hydroxy-fluoren-9-carbonsäure-methylester
2-Fluor-9-hydroxy-fluoren-9-carbonsäure-methylester
2-Chlor-9-hydroxy-fluoren-9-carbonsäure-methylester
2-Chlor-fluoren-9-carbonsäuremethylester
2,9-Dichlor-fluoren-9-carbonsäure-methylester
2-Chlor-9-hydroxy-fluoren-9-carbonsäure-n-butylester
1,96
1,16
0,52
0,23
0,72
0,45
0,23
0,25
0,69
0,49
0,33
0,26
1,59
0,74
0,43
0,26
0,47
0,33
0,29
0,12
1,07
0,43
0,35
0,12
1,0
0,67
0,34
0,15
0,95
0,61
0,39
0,21
B. Zuwachs der Pflanzen (Z)
Der Test wurde, wie unter A. beschrieben, ausgeführt, ebenfalls mit schwarzem Nachtschatten und durch Tropfen-Applikation im Keimblattstadium.
Der Zuwachs der Pflanzen wurde 12 Tage nach der Behandlung ermittelt. Es wurde die Länge zwischen Keimblattknoten und Apex gemessen (in Zentimetern). Die angegebenen Zahlen sind Mittelwerte.
Tabelle D ist analog Tabelle C aufgebaut, so daß der untere Teil die Wirksamkeit der erfindungsgemäßen Verbindungen wiedergibt.
309 627Λ79
25
Tabelle D
26
Formel
Schwarzer Nachtschatten Z
ppm
ppm 100 ppm
.1000 ppm
Kontrolle
COOH
HO COOH
HO COOC4H9Ii
HO COOCH,
HO COOH
HO COOCH,
HO COOCH,
HO COOCH,
H COOCH3
Fluoren-9-carbonsäure
9-Hydroxy-fluoren-9-carbonsäure
.9-Hydrc>xy-fluoren-9-carbonsäuren-butylester
9-Hydroxy-fluoren-9-carbonsäuremethylester
2-Chlor-9-hydroxy-fiuoren-9-carbonsäure
"2-Brom-9-hydroxy-fluoren-9-carbonsäure-methylester
2-Jod-9-hydroxy-fluoren-9-carbonsäure-methylester
2-Fluor-9-hydroxy-fluoren-9-carbonsäure-methylester
2-Chlor-9-hydroxy-fluoren-9-carbonsäure-methylester
2-ChIor-fluoren-9-carbonsäuremethylester
6,5
7,3
6,8
5,7
6,2
5,0
5,3
4,5
4,3
4,7
4,3
6,2
4,5
4,2
1,8
2,8
2,8
3,5
2,8
2,2
3,2
3,3
3,7
1,3
2,7
1,2
2,8
1,7
1,8
1,5
Fortsetzung
Formel P
COOCH3
Name 1 ppm Schwarzer Nachtschatten Z
100 ppm
1000
ppm
Kon- j
trolle i
Cl COOQHgn 2,9-Dichlor-fluoren-9-carbonsäure-
methylester
5 10 ppm .3,5, 1,3
/
Cl
HO 2-Chlor-9-hydroxy-fluoren-
9-carbonsäure-n-butylester
4,8 4,8 2,3 h3
/
Cl
4
IV. Vergleich Wirkungsstärke Ester/Säuren
Die neuen erfindungsgemäßen Ester weisen gegenüber den zugrunde liegenden Säuren überraschenderweise* eine erhöhte Wirksamkeit auf, wie auii-.den folgenden, beispielhaften Versuchen hervorgeht.
1. Wachstumshemmung an Vogelmiere
(Stellaria media)
Die Wachstumshemmung an Stellaria media wurde in Kulturen von Sommerweizen (Kolibri) getestet. Die Pflanzen wurden in Topfen angezogen und ins Freiland gestellt. Es wurden jeweils acht Pflanzen eingesetzt. Der Wasseraufwand beim Versprühen der Testverbindungen betrug 1000 l/Hektar. 3 Wochen nach der Anwendung wurde ausgewertet durch Bestimmung des Ernte-Frischgewichts der Testpflanzen. Die Verminderung dieses Gewichts gibt den Grad der Wachstumshemmung an. Die folgenden Zahlen geben das Gewicht der Testpflanzen pro Topf in Gramm an. Die Kontrollen wiesen ein Gewicht von 36,8 g pro Topf auf.
Es wurden die Säuren und die entsprechenden Methylester untersucht. Sie wurden wie folgt bezeichnet: -.:·.·
IS = 2-Chlor-9-hydroxy-fluoren-9-caΓbonsäure,
IE = Methylester von I S,
II S == l-Brom^-hydroxy-fiuoren^-carbonsäure,
II E = Methylester von II S, ■ '
III S = 2-Jod-9-hydroxy-fluoren-9-carbonsäuΓe,
III E = Methylester von HI S, V:
■ IV S = 2-FluoΓ-9-hydroxy-πuoΓen-9-carbonsäure,
IV E = Methylester von IV S,
VS = 2-Chlor-fluoren-9-carbonsäure,
VE = Methylester von V S,
VI S = Fluoren-9-carbonsäure,
VI E = Methylester von VI S, ;
VII S = 9-Chlor-fluoren-9-carbonsäure,
VIIE = Methylester von VII S,
VIIIS = 9-Hydroxy-fluoren-9-carbonsäure,
VIII E = Methylester von VIII S.
S E II S E Tabelle E S E IV S E V S E
7,1 5,8 7,1 6,2 7,0 6,5 10,2 8,4 21,0 65
kg/ha 7,0 5,2 6,8 5,9 III 6,4 5,6 9,9 7,7 14,7 5,5
6,8 3,2 5,4 4,0 5,4 4,6 6,1 6,5 .6,2 5,3
0,5
.1,0
2,0
2. Wachstumshemmung an Franzosenkraut
(Galinsoga parviflora)
Mit einer Mikrospritze wurden zwei Tröpfchen von jeweils 0,02 ml auf die Keimblätter von jungen Keimpflanzen von Galinsoga parviflora appliziert, die 2 Tage vorher in Töpfe gepflanzt worden waren. Die Pflanzen wuchsen im Gewächshaus. Nach 3 Wochen wurden die Pflanzen geerntet und ihr Frischge-' wicht wurde in Gramm bestimmt. Die Kontrollen (3 Pflanzen pro Topf) hatten ein Gewicht von 17,83 g. Tabelle F gibt die erhaltenen Ergebnisse wieder.
Tabelle F
Konzentration S E II S E VI S E VII S E
ppm 5,42 1,96 3,96 2,60 15,21 13,53 17,25 13,01
1 0,99 0,84 1,02 0,98 12,37 10.95 13,49 8,63
10 0,62 0,71 0.65 4.63 4,31 11,24 2,30
100
3. Wachstumshemmung an Ackerhohlzahn
(Galeopsis tetrahit)
Die Untersuchung wurde in Analogie zu dem vorangehenden Test 2 durch Tropfen-Applikation auf
die Keimblätter pikierter Pflanzen durchgeführt. Die Auswertung erfolgte auch hier 3 Wochen nach der Behandlung. Das Gewicht der Kontrollen (3 Pflanzen pro Topf) betrug 17,20 g.
S E I]
S
I
E
Γ
S
Tabelle G S f
E
V
S
I
E
V
S
II
E
V
S
II
E
Konzentration
ppm
4,59
2,11
2,82
1,93
6,57
2,31
3,17
1,37
8,08
3,81
E 12,70
6,08
8,72
2,25
13,31
8,56
9,30
6,30
14,85
6,76
10,70
6,29
6,89
2,68
6,0
2,0
1
10
5,56
2,42
4. Verdrängung von Unkräutern in Rasen
Hemmung des Graswachstums
Eine frischgeschnittene Grasfläche, die stark mit Unkräutern überwachsen war, wurde 4 Tage nach dem Mähen (Wuchshöhe 6 bis 8 cm)-mit den in Tabelle H angegebenen Testverbindungen behandelt. Der Wasseraufwand betrug 5001 pro Hektar. Der Rasen setzte sich im wesentlichen aus den Gräsern Wiesenrispe (Poa pratensis), Deutsches Weidelgras (Lolium perenne), Rotschwingel (Festuca rubra) und Schafschwingel (Festuca ovina) zusammen. Die hauptsächlichsten Unkräuter waren Gänseblümchen (Bellis perennis), Herbstlöwenzahn (Leontodon autumnalis), Wegerich (Plantago media) und Löwenzahn (Taraxacum officinale).
Nach 3 und 6 Wochen wurde die Verdrängung (Bekämpfung) und der Zustand der Unkräuter (V) bestimmt; gleichzeitig wurde der Zeitraum ermittelt, nach dem ein weiteres Mähen des Rasens notwendig wurde.
Tabelle H gibt die erhaltenen Ergebnisse wieder:
Tabelle H
Wirkstoff kg/ha V in °/
3 Wochen
0 nach
6 Wochen
Schnitt erforderlich nach
Kontrollen 1 Woche
VS 1,0 20 bis 30 70 bis 80 1 Woche
VE 1,0
2,0
30 bis 40
30 bis 40
80 bis 85
80 bis 90
1 Woche
3 Wochen
VS 2,0 40 bis 50 90 bis 95 5 Wochen
VE 1,0 30 bis 40 80 bis 90 1 Woche
IS 1,0 45 bis 55 95 2 Wochen
IE '. - 2,0 50 bis 60 90 bis 95 5 Wochen
IS. 2,0 60 bis 70 95 bis 100 6 Wochen
IE
50
Tabelle H zeigt deutlich, daß mit den Estern nach der Erfindung sowohl eine ausschließliche Verdrängung der Unkräuter in Grasflächen erzielt werden kann als auch eine Verdrängung von Unkräutern bei gleichzeitig kontrollierter Bewuchsbekämpfung der Rasengräser, wodurch ein »chemisches Mähen« des Grases, also eine Einsparung von Schnitten, erreicht wird.
Dieser kombinierte Effekt ist'einzigartig und konnte bisher mit keiner der bisher bekannten Verbindungen 55 VIII S erreicht werden.
schon oder noch vorhanden waren (Mittelwert von 20 Pflanzen).
Tabelle J
Wirkstoff
5. Blühverzögerung
Im Freiland wurden Buschbohnen (Saxa) im frühen Vorblütenstadium mit den Testverbindungen gesprüht. 9-Hydroxy-fluoren-9-carbonsäure (VIII S) und der entsprechende n-Butylester (VIII BE) wurden als 50%ige Emulsionskonzentrate eingesetzt, die mit »Shellsol A«, Petroleum und einem gebräuchlichen Emulgator hergestellt worden waren. Der Wasseraufwand beim Sprühen betrug etwa 600 l/Hektar.
Es wurden Beginn und Ende des Blühens bestimmt. Bewertet wurden 3 bis 5 Blüten pro Pflanze, die VIII BE
Kontrolle
Konz.
%
0,05
0,1
0,2
0,05
0,1
0,2
Verzögerung
im Blühbeginn
(in Tagen)
10
16
7
15
23
Blühbeginn
nach
23 Tagen
Verzögerung
im Blühende
(in Tagen)
13
7
14
20
Blühende
nach
48 Tagen
Auch hier ist der Ester (VIII BE) deutlich stärker wirksam als die zugrunde liegende Säure (VIII S).
V. Vergleich Wirkungsstärke halogenierte/nicht halogenierte Ester
Gegenüber den nicht halogenierten Estern weisen die erfindungsgemäßen, halogenierten Ester eine bessere Wirksamkeit auf. Diese Überlegenheit ist in den folgenden Versuchen beispielhaft demonstriert.
1. Hemmung von Vogelmiere in Sommerweizen
Der Test wurde durchgeführt wie unter IV 1 beschrieben. Zusätzlich zu dem Frischgewicht der Pflanzen (g) wurde die Verzweigung des Weizens bewertet (= V in Tabelle K). Die Kreuz-Bonitierung gibt die Förderung der Bestockung an. + bezeichnet schwache Verzweigungseffekte, + + mittlere und + + + starke Verzweigung.
Tabelle K
Tabelle M ion in ppm
KK)
Wirkstoff Konzentrat
KM)
0,97
0,73
0,56
0,75
0,71
VIII E 1,47
1,16
0,98
2,97
1,37
IE
Ill E
VI E
0 VE
'5
Wirkstoff
VIII E...
I E...
II E...
HI E...
IV-E ...
VI E...
VE...
Kontrolle
Appl. Wirkstoff in kg/ha 1,0 2,0
8,2
5,7
5,5
6,0
8,6
22,0
7,8
8,1 5,1 3,7 5,2 5,7
15,7 5,0
36,2
Die nicht halogenierten Verbindungen VIII E und VI E sind also weniger wirksam als die korrespondierenden halogenierten Verbindungen (I E und III E bzw. V E).
4. Kontrolle von Kamille in Sommerweizen und Zunahme der Verzweigung des Weizens
Der Test wurde durchgeführt und ausgewertet in Übereinstimmung mit dem oben beschriebenen Test 1. Tabelle N gibt die Ergebnisse wieder.
Tabelle N
Wirkstoff
Die Tabelle zeigt die Überlegenheit der halogenierten Verbindungen IE bis IVE im Vergleich mit der entsprechenden nicht halogenierten Verbindung VIIIE. Das gleiche gilt für VE im Hinblick auf die korrespondierende, nicht halogenierte Verbindung VIE.
2. Wachstumshemmung Franzosenkraut
Der Test wurde durchgeführt wie unter IV, 2 beschrieben. Die nach Tropfen-Applikation auf die Keimblätter von Galinsoga parviflora erzielten Ergebnisse sind in Tabelle L, wiedergegeben. VIII E.
I E.
II E.
III E.
IV E.
VI E.
V E.
Kontrolle
<onzentration in kg/ha
ι,ο · 2,0
15,5 13,4
10,5 5,7
8,3 7,7
11,6 9,0
12,7 12,7
24,0 20,1
13,0 8,5
43,7
Tabelle L
Wirkstoff
VIII E...
I E...
II E...
Ill E...
IVE...
VI E...
V E...
Kontrolle
45
Konzentration in ppm
KX) KKK)
1,20 1,12
0,84 0,56
0,65 0,50
0,81 0,68
0,80 0,80
4,31 1,78
3,87 0,88
55 Auch hier sind die nicht halogenierten Verbindungen VIII E und VI E weniger wirksam, und zwar sowohl bei der Unkrautkontrolle als auch im Hinblick auf die Verzweigung des Weizens, jeweils verglichen mit ihren entsprechenden, halogenierten Derivaten.
5. Hemmung von Wachstum und Entwicklung
Testflächen von 60 qm, bedeckt mit Helianthus, Lupinus und Seradella, wurden im 5- bis 8-Blatt-Stadium zum Blatt gesprüht.
3 Wochen nach der Behandlung wurde die Höhe von 50 einzelnen Pflanzen der einzelnen Testflächen gemessen. Die Mittelwerte wurden verglichen mit denen, die für die Kontrollen erhalten worden waren. Die Ergebnisse sind für die prozentuale Verminderung der Pflanzenhöhe angegeben, d.h., die Kontrollen sind als 0 angesetzt (keine Reduktion in der Pflanzen-
höhe>· Tabelle O
17,83
Die nicht halogenierten Verbindungen VIII E und VI E sind also den entsprechenden halogenierten Derivaten unterlegen.
3. Wachstumshemmung an Ackerhohlzahn
Der Test wurde wie unter IV, 3. beschrieben durchgeführt. Das Gewicht der geernteten Pflanzen wurde 3 Tage nach der Applikation bestimmt (in g). Die Hrgebnisse sind in Tabelle M wiedergegeben.
Wirkstoff Dosierung
kg/ha
Helianthus Lupinus Seradella
IE 1 50 30 55
VIII E 1
3
3
20
70
12
0
10
50
10
0
25
75
15
0
VE
VI E
Kontrolle ....
Die Tabelle zeigt die bessere Wirksamkeit der halogenierten Derivate I E und V E gegenüber den zugehörigen, nicht halogenierten Verbindungen.
209 534/535

Claims (6)

Patentansprüche:
1. Pflanzenmorphoregulatorisch wirksame Mittel, gekennzeichnet durch einen Gehalt an mindestens einer Verbindung der Formel
worin X Wasserstoff oder Halogenatome, Y Halogenatome, R1 ein Wasserstoff- oder Chloratom oder eine Hydroxy- oder Acetoxygruppe und R2 eine Alkylgruppe mit 1 bis 7 C-Atomen bedeutet, gegebenenfalls in Verbindung mit den im Pflanzenschutz üblichen Hilfs- und Füllstoffen.
2. Mittel nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Gehalt an 2-Chlor-9-hydroxy-fluoren-9-carbonsäure-n-butylester.
3. Mittel nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Gehalt an 2,7-Dichlor-9-hydroxy-fluoren-9-carbonsäure-n-butylester.
4. Mittel nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Gehalt an 2-Chlor-9-hydroxy-fluoren-9-carbonsäure-methylester.
5. Mittel nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Gehalt an 2-Chlor-fluoren-9-carbonsäuremethylester.
6. Mittel nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Gehalt an 2,7-Dichlor-9-hydroxy-fluoren-9-carbonsäure-methylester. .
DE19621542940 1962-12-01 1962-12-01 Pflanzenmorphoregulatoren Expired DE1542940C (de)

Applications Claiming Priority (2)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEM0054974 1962-12-01
DEM0054974 1962-12-01

Publications (2)

Publication Number Publication Date
DE1542940A1 DE1542940A1 (de) 1970-04-16
DE1542940C true DE1542940C (de) 1973-07-05

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