DE898308C - Mittel und Verfahren zur Behandlung von Pflanzen - Google Patents

Mittel und Verfahren zur Behandlung von Pflanzen

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DE898308C
DE898308C DES2143A DES0002143A DE898308C DE 898308 C DE898308 C DE 898308C DE S2143 A DES2143 A DE S2143A DE S0002143 A DES0002143 A DE S0002143A DE 898308 C DE898308 C DE 898308C
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plant
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defoliation
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DES2143A
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Ernest Percy Bell
Nathaniel Tischler
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Sharples Chemicals Inc
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Sharples Chemicals Inc
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A01AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
    • A01NPRESERVATION OF BODIES OF HUMANS OR ANIMALS OR PLANTS OR PARTS THEREOF; BIOCIDES, e.g. AS DISINFECTANTS, AS PESTICIDES OR AS HERBICIDES; PEST REPELLANTS OR ATTRACTANTS; PLANT GROWTH REGULATORS
    • A01N2300/00Combinations or mixtures of active ingredients covered by classes A01N27/00 - A01N65/48 with other active or formulation relevant ingredients, e.g. specific carrier materials or surfactants, covered by classes A01N25/00 - A01N65/48

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  • Agricultural Chemicals And Associated Chemicals (AREA)

Description

  • Mittel und Verfahren zur Behandlung von Pflanzen Die Erfindung betrifft Mittel, und zwar feste, flüssige und pastenartige Pflanzenbehandlungsmittel, und ein Verfahren zur Behandlung von Pflanzen.
  • Derartige Mittel und Verfahren sind an sich bekannt. So sind schon die verschiedenartigsten Substanzen, wie z. B. Pentachlorphenol, Cyanamide, sulfaminsaure Salze, Fluoride, Thiocy anate und Chlorate, als Entblätterungsmittel für Pflanzen vorgeschlagen worden. Alle diese Mittel zeigen aber keine hervorragende Wirkung als Entblätterungsmittel.
  • Erfindungsgemäß werden nun wirksame und wirtschaftliche Mittel zur Entblätterung von Pflanzen in Vorschlag gebracht, die im Laufe ihres normalen Lebens dem jahreszeitlichen Blätterabfall unterworfen sind. Diese Mittel sind von besonderem wirtschaftlichem Wert bei der Entblätterung von Baumwolle; irischen Kartoffeln, beispielsweise den üblichen weißen Kartoffeln, Süßkartoffeln, Sojabohnen, Tomaten, Citrusbäumen und anderen Pflanzen.
  • Die Erfindung ist auch geeignet zur Zerstörung von Vegetationen einschließlich vieler Arten von Kräutern und Gräsern, insbesondere niedrigwachsender Gräser.
  • Wenn die erfindungsgemäßen Pflanzenbehandlungsmittel als Unkrautvertilgungsmittel Verwendung finden sollen, ist es gewöhnlich zweckmäßig, wenn auch nicht notwendig, daß sie auf die Unkräuter vor ihrer vollen Reife zur Einwirkung kommen, und zwar zweckmäßig, wenn die genannten Unkräuter, beispielsweise schädliche Pflanzen, noch verhältnismäßig jung sind. In einigen Fällen ist es indessen auch vorteilhaft, Nutzpflanzen abzutöten, beispielsweise für militärische Zwecke oder zur Produktionssteuerung, und die Erfindung kann vorteilhaft für solche Zwecke verwendet werden. Für den Fall der Bildung von Adventivwurzeln oder für eine Wurzelbehandlung hat dies beispielsweise praktische Bedeutung in bezug auf die Anregung der Wurzelbildung auf Abholzungsflächen.
  • Erfindungsgemäß wird auf die Pflanzen eine Verbindung zur Einwirkung gebracht, die 3, 6-Endoxohexahydroorthophthalsäure oder 3, 6-Endoxoz, 2, 3, 6-tetrahydroorthophthalsäure enthält, die in Form der freien Säuren oder in anderer Form vorliegen können, wie z. B. als Anhydrid oder als ein Salz, das in Gegenwart von Wasser das oder die Anionen der genannten Säuren bildet, was das gleiche wie die freien Säuren selbst bedeutet, wobei das oder die genannten Anionen entweder sauer oder neutral sind und in chemischer Bindung an eine ausreichende Menge eines oder mehrerer Kationen vorliegen, um den Anforderungen der Wertigkeit zu genügen, wie ein oder mehrere metallische und/oder metalloide Kationen, wie z. B. Natrium, Kalium, Calcium, Strontium, Magnesium, Aluminium, Eisen, Kobalt, Nickel, Zink, Cadmium, Quecksilber, Kupfer, Ammonium, Mono-, Di- und Trialkylammonium, Mono-, Di- und Trialkanolammonium und ein gemischtes Akylalkanolammonium, das durch zwei bis drei Radikale der genannten Art N-substituiert ist.
  • Hieraus ergibt sich, daß die Säure der wirksame Bestandteil ist und daß auch dieses der Fall ist, wenn sie als solche oder in Form eines Salzes oder Anhydrids oder in einer anderen Form verwendet wird. Diese Veränderungen der Carboxylgruppen sind mehr Veränderungen der Form als Veränderungen der Substanz.
  • Fin neutrales Salz ist ein solches, in dem beide Carboxylgruppen der Säure zur Salzbildung herangezogen sind, während ein saures Salz ein solches ist, in dem nur eine der Carboxylgruppen der Säure sich an der Salzbildung beteiligt. Ein Mischsalz ist ein solches, bei dem die Kationen verschieden sind. Die Säuren können in einer dieser Formen Anwendung finden.
  • Die Akylammoniumsalze, wie Monoalkylammonium, Dialkylammonium oder Trialkylammonium, enthalten zweckmäßig z bis 12 Kohlenstoffatome in jeder Alkylgruppe, wobei die Gesamtheit der Kohlenstoffatome zweckmäßig nicht mehr als 12 beträgt. Die Alkanolammoniumsalze, wie Monoalkanolammonium, Dialkanolammonium oder Trialkanolammonium, weisen zweckmäßig 2 bis 3 Kohlenstoffatome in jeder Alkanolgruppe auf. Die gemischten Alkylalkanolammoniumsalze, wie Monoalky1monoalkanolammonium, Dialkylmonoalkanolammonium oder Monoalkyldialkanolammonium, haben zweckmäßig z bis .4 Kohlenstoffatome in jeder Alkylgruppe und 2 bis 3 Kohlenstoffatome in jeder Allkanolgruppe.
  • Unter einem sauren 3, 6-Endoxohexahydrophthalatanion der Orthokonfiguration wird ein einwertiges Anion folgender Strukturformel verstanden Hierin ist X ein Kation, das nach der modernen Theorie gewöhnlich als Wasserstoff angesehen wird.
  • Ein neutrales 3, 6-Endoxohexahydrophthalatanion der Orthokonfiguration bedeutet ein zweiwertiges Anion folgender Strukturformel: Ein saures 3, 6-Endoxo-r, 2, 3, 6-tetrahydrophthalatanion der Orthokonfiguration bedeutet ein einwertiges Anion folgender Strukturformel: Hierin ist X ein Kation, das in der modernen Theorie gewöhnlich als Wasserstoff angesehen wird.
  • Unter einem neutralen 3, 6-Endoxo-Z, 2, 3, 6-tetrahydrophthalatanion der Orthokonfiguration versteht man ein zweiwertiges Anion folgender Strukturformel: Wenn die freie Säure und/oder ihr Anhydrid zur Anwendung kommen, enthält ihre wäßrige Lösung wahrscheinlich nicht ionisierte Säure und/oder Anhydrid in Gleichgewicht mit ionisiertem Material.
  • Wie oben ausgeführt, schließen die betrachteten Salze sowohl die sauren, die neutralen und die neutralen Mischsalze ein, wobei letztere solche sind, bei denen die Kationen verschieden sind.
  • Obgleich die Erfindung nicht auf irgendeine spezielle Theorie über den Mechanismus beschränkt ist, durch den die oben beschriebene wirkungsvolle Pflanzenbehandlung hervorgerufen wird, zeigt doch eine beträchtliche Anzahl von Versuchen klar, daß die genannten Wirkungen durch das Vorhandensein von 3, 6-Endoxo-z, 2, 3, 6-tetrahydroorthophthalat oder 3, 6-Endoxohexahydroorthophthalatanion oder -ionen (sauer und/oder neutral) in wäßrigen Medien bewirkt werden. Sowohl das neutrale als auch das saure Anion sind wirksam. Wurden die erfindungsgemäß angewendeten Säuren als freie Säure oder in anderer Form auf eine lebende Pflanze zur Einwirkung gebracht, so werden das oder die genannten Anionen (sauer undi oder neutral) für die Pflanze zugänglich gemacht, sowohl an oder in der Nähe der Anwendungsstelle als auch durch Übertragungsphänomene an Punkten, die von der Anwendungsstelle weit entfernt sind.
  • Da die freie Säure und ihre anderen Formen wasserlöslich und ionisierbar sind, werden sie den Pflanzen zugänglich gemacht. Eine solche Verbindung löst sich daher, wenn sie im Leitbündelgewebesystem der Pflanze absorbiert wird, in dem wäßrigen Pflanzensaft und ermöglicht so die Bildung von Anionen. Die sich ergebende physiologische Wirksamkeit muß der Gegenwart von Anionen zugeschrieben werden, die gegebenenfalls durch die Gegenwart einzelner besonderer Kationen unterstützt werden. Die freie Säure und ihre anderen Formen können daher als sehr zweckmäßige Mittel für die Bildung der gewünschten Anionen an empfänglichen Teilen der Pflanze angesehen werden.
  • Es folgt daher hieraus, daß die freie Säure und ihre anderen Formen in gleicher Weise anwendbar sind. Bei der praktischen Durchführung zeigte es sich, daß bei Anwendungen z. B. in Dürregebieten einige Formen der Säuren in wirksamerer Weise durch die Pflanzenoberflächen absorbiert werden als andere Formen. In feuchten Gebieten absorbieren Pflanzen, wie z. B. Baumwolle, das aktive Mittel leichter als in Dürregebieten. In den letztgenannten Gegenden ist es besser, die Säuren in Form einer wäßrigen Lösung eines Salzes, das nicht die Neigung hat, auf der Blattoberfläche zu kristallisieren, wie z. B. ein Aminsalz, und/oder in Mischung mit einem Hilfsmittel, anzuwenden, wie z. B. mit einem Netzmittel und/oder hygroskopischem Mittel. Indessen ist es klar, daß das wirksame Mittel unabhängig von seiner physikalischen Form, z. B. in Lösung oder als Nebel, in irgendeiner anderen Art zur Anwendung gebracht werden kann, um seine Absorption durch die Pflanze sicherzustellen, wie z. B. über oder in eine verwundete Oberfläche oder mittels Injektion oder durch direkte Anwendung auf die Wurzeln der Pflanze. Es kann daher der Wahl und Beurteilung unterliegen, welche die beste Anwendungsart der Verbindungen gemäß der Erfindung in der besonderen Gegend und für den speziellen Zweck ist.
  • Die Herstellung der erfindungsgemäß angewendeten Verbindungen kann mit allen bekannten Mitteln vorgenommen werden und ist für jeden Fachmann in chemischen Synthesen bekannt. Ein ausgezeichnetes Verfahren bildet beispielsweise eine Diels-Alder-Kondensation von Furan mit Maleinsäureanhydrid. Vom Standpunkt der Wirtschaftlichkeit aus sind die Diels-Alder-Kondensationsprodukte des Furans mit Maleinsäureanhydrid außerordentlich vorteilhaft sowie die einfachen Derivate genannter Produkte, die im einzelnen beschrieben sind. Das aus einer solchen Kondensation entstehende Produkt, gewöhnlich ein saures Anhydrid der 3, 6-Endoxo-1,.2, 3, 6-tetrahydroorthophthalsäure, kann durch Behandlung mit geeigneten Mitteln in andere gewünschte Derivate umgewandelt werden. So wird durch Hydrolyse die Säure gebildet, die ihrerseits wieder in ihre neutralen oder sauren Salze durch Behandlung mit Metallbasen, Ammoniak oder Aminen umgewandelt werden kann. Salze von Metallen, die unlösliche Basen bilden, werden zweckmäßig durch Umsetzen eines vorher gewonnenen wasserlöslichen Salzes hergestellt. Durch Hydrierung können 3, 6-Endoxohexahydroorthophthalsäure oder ihre Anhydride oder Salze gewonnen werden.
  • Die genannten Säuren und ihre Anhydride und Derivate können in drei getrennten und verschiedenen geometrisch isomeren Formen existieren, nämlich in Form des Exo-cis-Isomers, des Endo-cis-Isomers und des Trans-Isomers, so wie es durch Woodward und Baer, Journal of the American Chemical Society, 7o, 1161 bis 1166, festgelegt ist. Von diesen drei Isomeren wird das Exo-cis-Isomer für die Zwecke der vorliegenden Erfindung in Anbetracht seiner allgemeinen größeren Wirksamkeit bevorzugt. Bei den obenerwähnten Herstellungsverfahren wird das Exocis-Isomer gebildet.
  • Als Beispiele der Pflanzenbehandlungsmittel gemäß der Erfindung, die nach üblichen Verfahren hergestellt werden können, werden genannt: 3, 6-Endoxo-1, 2, 3, 6-tetrahydroorthophthalsäureanhydrid, 3, 6-Endoxohexahydroorthophthalsäure, Metallsalze der 3, 6-Endoxohexahydrophthalsäure, z. B. Kupfer- und Zinksalze, ferner Alkylammonium-3, 6-endoxo-1, 2, 3, 6-tetrahydrophthalate.
  • Die üblichen Herstellungsverfahren ergeben insbesondere das Exo-cis-Isomer. Jedoch können alle bekannten Verfahren zur Herstellung des Exo-cis-Isomers, des Endo-cis-Isomers oder des Trans-Isomers verwendet werden. Dabei hat, wie oben angegeben, das Exo-cis-Isomer die größere Aktivität. Es wird daher vorzugsweise verwendet.
  • Verbindungen der obenerwähnten Art können auf die Pflanzen in jeder gewünschtenWeise zurAnwendung gebracht werden, z. B. in Form von Festkörpern, durch Verstäubung oder in Form einer Flüssigkeit durch Versprühen.
  • Die Pflanzenbehandlungsmittel können ferner auch durch Vermischen des aktiven Mittels mit jeder gewünschten Flüssigkeit oder mit festen Trägerstoffen gebildet werden, so wie es beispielsweise in der Verstäubungstechnik für feinverteilte feste Trägerstoffe bekannt ist, die vorzugsweise eine große Oberfläche aufweisen, wie Kreide, Fullererde, Pyrophylitte, Talkum, Bentonit, Kieselgur, Diatomenerde und ähnliche Stoffe.
  • Die in feinverteilter Form käuflichen Kreidearten sind sehr zweckmäßig, insbesondere solche, die üblicherweise als Trägerstoffe für Insekticide verwendet werden.
  • Nicht kreidehaltige Trägerstoffe, die mit dem aktiven Material gemäß der Erfindung vermischt werden können, sind beispielsweise Schwefel, Vulkanasche, Calciumcarbonat, Kalk, das Nebenprodukt Lignin, Lignocellulose, Holzmehle, Wallnußschalen, Weizen, Sojabohnen, Kartoffeln, Baumwollsamen u. a.
  • Wenn es sich um ein Stäubemittel handelt, kann das aktive Material zu feinem Pulver vermahlen und mit dem gepulverten Trägerstoff vermischt werden, oder der Trägerstoff und das aktive Material werden zusammen vermahlen. Andererseits kann das aktive Material in flüssiger Form, wobei hierunter Lösungen, Emulsionen und Suspensionen verstanden werden, mit dem feinverteilten Trägerstoff in Mengen vermischt werden, die klein genug sind, um die erforderliche Eigenschaft des freien Schwebens des fertigen Verstäubungsmittels zu erhalten, oder indem man überschüssige Flüssigkeit beispielsweise durch Verdampfen unter verringertem Druck entfernt.
  • Wenn feste Mittel verwendet werden, um mit einem Minimum an Gewicht per Flächeneinheit einen möglichst hohen Grad der Pflanzenbestäubung zu erzielen, ist es zweckmäßig, daß das Mittel in feinverteilter Form vorliegt. Vorzugsweise der Staub, der das aktive Mittel enthält, soll ausreichend fein sein, damit er im wesentlichen durch ein 5o-Maschen-Sieb, zweckmäßig sogar durch ein 2oo-Maschen-Sieb geht. Hervorragende Ergebnisse wurden mit einem Stäubemittel erzielt, das überwiegend aus Teilchen in der Größenordnung von 15 bis 45,« besteht. Feinere Stäube, die zum größten Teil aus Teilchen in der Größenordnung von 5 ,u und darunter bestehen, haben ausgezeichnete Bedeckungsfähigkeiten, werden aber leichter abgetrieben und sind teurer in der Herstellung.
  • Zur Anwendung als Sprühmittel kann das aktive Pflanzenbehandlungsmittel in einem flüssigen Träger, wie z. B. Wasser oder Öl, gelöst oder dispergiert werden. Geeignete Öle für eine Anwendung auf Pflanzen sind Petroleum, tierische, pflanzliche oder synthetische Öle, wie Kerosin, Heizöl, Schmieröl, Sojabohnenöl, Leinöl, Rizinusöl, Spermacetöl, Lebertran u. a. Für die Entblätterung oder für die Behandlung von Wurzeln werden zweckmäßig Öle ausgewählt, die als solche sich gegenüber der Pflanze im wesentlichen unschädlich verhalten. Wäßrige Lösungen oder Dispersionen sind wirtschaftlich und vorteilhaft. Im allgemeinen richtet sich die Auswahl des einzelnen flüssigen Trägerstoffes nach Möglichkeit nach den vorliegenden Verhältnissen, wie z. B. nach ihrer Nützlichkeit, ihren Lösungs- oder Dispergierungseigenschaften gegenüber dem speziell verwendeten aktiven Mittel und/oder nach ihrer Giftigkeit gegenüber den zu behandelnden Pflanzen. Im allgemeinen ist Wasser ein sehr geeigneter flüssiger Trägerstoff.
  • So können Sprühmittel, die die aktive Verbindung in Form einer Lösung, Suspension oder Emulsion in wäßrigem oder nichtwäßrigem Medium enthalten, verwendet werden.
  • Emulsionen oder Dispersionen der aktiven Verbindung in dem flüssigen Mittel können durch Mischung mit dem Trägerstoff gewonnen werden. Dies wird gewöhnlich während der Versprühung durchgeführt. Zweckmäßig wird die Durchmischung in Gegenwart eines Emulgier- oder Dispergiermittels (oberflächenaktiven Mittels) vorgenommen, um die Bildung der Emulsion oder Dispersion zu erleichtern und ihre Stabilität zu erhöhen. Emulgier- und Dispergiermittel für diese Zwecke sind bekannt. Es sind beispielsweise Fettalkoholsulfate, wie z. B. Natriumlaurylsulfate, aliphatische oder aromatische Sulfonate, wie z. B. sulfoniertes Rizinusöl, oder die verschiedensten Alkarylsulfonate, wie z. B. das Natriumsalz des monosulfonierten Nonylnaphthalins und nicht ionisierbare Typen von Emulgier- oder Dispergiermitteln, wie z. B. die höhermolekularen Alkylpolyglykoläther oder analoge Thioäther, wie z. B. die Decyl-, Dodecyl- und Tetradodecylpolyglykoläther und -thioäther, die 25 bis 75 Kohlenstoffatome enthalten. Zweckmäßig wird das Emulgier- oder Dispergiermittel mit dem Pflanzenbehandlungsmittel vor Mischung mit dem Trägerstoff vermischt und die Herstellung der Emulsion oder Dispersion an der Stelle vorgenommen, an der das Versprühen stattfinden soll, wobei die genannte Mischung mit dem Trägermittel nur durchgerührt wird, vorzugsweise wenn letzteres Wasser ist. Feste Pflanzenbehandlungsmittel können, wenn sie unlöslich in dem Trägermittel sind, als solche dispergiert werden, oder sie können in einem Lösungsmittel gelöst und in diesem Zustand in dem Trägermittel durch Vermischen emulgiert werden.
  • Die Konzentration des oberflächenwirksamen Mittels in der fertigen Emulsion oder Dispersion reicht zweckmäßig aus, um die Phasen leicht verteilbar zu machen, und beläuft sich im allgemeinen auf o,o2 bis 2 °/o. Wenn das oberflächenwirksame Mittel mit dem Pflanzenbehandlungsmittel vorgemischt werden soll, so hängen die zu wählenden Anteile der beiden weitgehendst von den Anteilen des flüssigen Trägerstoffes ab, mit dem sie gemischt werden. Für die meisten Zwecke sind Mischungen für die Herstellung von Sprühemulsionen oder -dispersionen sehr zweckmäßig, die das oberflächenwirksame Mittel in einer Menge von z bis etwa 25 % des Gewichtes des Pflanzenbehandlungsmittels enthalten. Es ist klar, daß dieses Verhältnis im Bedarfsfalle weitgehendst verändert werden kann.
  • Emulgier- und Dispergiermittel besitzen gewöhnlich auch die Eigenschaften von Netzmitteln, und in dieser Eigenschaft unterstützen sie weitgehend den wirksamen Kontakt zwischen der Flüssigkeit und der Pflanze.
  • Im Bedarfsfalle kann die Verwendung von Hilfsstoffen, wie z. B. Netzmitteln und/oder hygroskopischen Mitteln, auch in Verbindung mit Lösungen des aktiven Mittels, wie z. B. wäßrigen Lösungen, in Betracht gezogen werden. Es kann jedes geeignete Netz- und/oder hygroskopische Mittel für diesen Zweck Verwendung finden, wie z. B. die im einzelnen in dieser Beschreibung genannten Netzmittel. Beispiele für hygroskopische Mittel sind Glyzerin, Diäthylenglykol, Äthylenglykol, Polyäthylenglykole im allgemeinen und eine Mischung von Glukose und Fruchtose, wie z. B. Stärkesirup.
  • In ihrer Eigenschaft als Hilfsstoffe kann jede gewünschte Menge von Netzmitteln verwendet werden, wie z. B. bis zu 25o % oder mehr des aktiven Mittels. Für Zwecke des Benetzens kann die verwendete Menge des Hilfsstoffes danach gewählt werden, daß die gewünschten netzenden Eigenschaften der Sprühlösung mitgeteilt werden. Es können z. B. annähernd o,o5 Gewichtsprozent derSprühlösung benutzt werden. Die Verwendung von beträchtlich größeren Mengen wird dann nicht wegen der netzenden Eigenschaften vorgenommen, sondern wegen des physiologischen Verhaltens des Netzmittels nach dem Aufsprühen auf die Pflanze. Es zeigte sich beispielsweise, daß die Menge an aktivem Mittel, die zur Erzeugung eines guten Blattabfalls bei Baumwolle notwendig ist, bis auf 225 g pro q.o a verringert werden kann, wenn dasselbe mit einem Zusatz eines Netzmittels in Höhe von q.5o g pro 4.o a verwendet wird. Obgleich das wirksame Mittel in konzentrierter Form auf die wachsende Pflanze zur Anwendung gebracht werden kann, ist es gewöhnlich zweckmäßig, flüssige oder feste Mischungen zu verwenden, beispielsweise solche, die oben angegeben wurden, in denen das aktive Mittel weniger als 3o Gewichtsprozent der Gesamtmenge ausmacht, beispielsweise weniger als io % und sogar nur o,1 °/o.
  • Andere Substanzen als der Trägerstoff und,'oder das oberflächenwirksame Mittel können in die festen oder flüssigen Mischungen im Bedarfsfalle eingearbeitet werden, um verschiedene erwünschte Resultate zu erzielen, wie z. B. die Verhinderung des Klumpens während der Lagerung oder eine Verbesserung der Deckfähigkeit, Feuchtigkeitsabsorption, Haftbarkeit usw. Der Zweck solcher Zusätze und die zuzusetzenden Substanzen selbst sind in der Fachwelt bekannt und bedürfen daher keiner weiteren Erläuterung.
  • Bei der praktischen Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens der Entblätterung hängt die Anwendungsmenge, z. B. die Menge des aktiven Mittels pro Pflanzeneinheit, zur Erzielung bester Ergebnisse unter anderen Faktoren von den Arten der zu behandelnden Pflanzen, von . ihrem Reifezustand und der chemischen Konstitution des Entblätterungsmittels ab.
  • EinehochwirksameVerbindunggemäß derErfindung, wie z. B. Natrium-3, 6-endoxohexahvdrophthalat, ist häufig bei der Entblätterung von Süßkartoffeln wirksam, wenn es beispielsweise in einer Menge von nur 45 g pro 40 a angewandt wird, und nur unter ungewöhnlichen Umständen ist es notwendig, mehr als 4,5 kg pro 4o a zur Erzielung der gewünschten Ergebnisse zu benutzen. Sojabohnen benötigen gewöhnlich etwas höhere Anwendungsmengen, aber im allgemeinen reichen 450 g bis 11,25 kg auf 4o a aus.
  • Als Regel gilt: Je reifer die Pflanze zur Zeit der Anwendung ist, desto weniger aktives Material ist notwendig. In der Praxis wird die Pflanze üblicherweise für Entblätterungszwecke 2 oder 3 Wochen vor der Ernte behandelt. In einigen Fällen kann mehr als eine Behandlung zweckmäßig sein, insbesondere wenn schwere Regenfälle oder Stürme bald nach der Behandlung einsetzen. Ferner ist es auch, um eine mögliche Verletzung jeder einzelnen Pflanze zu vermeiden, wünschenswert für unerfahrene Personen, das Entblätterungsmittel anfänglich in verhältnismäßig geringer Menge anzuwenden und eine zweite Behandlung im Bedarfsfalle nach Beobachtung der Wirkung der ersten anzuschließen, um den gewünschten Entblätterungsgrad zu erreichen.
  • Wirksame Behandlungsmengen für Entblätterungszwecke können von 45 g pro 4o a, wenn es sich darum handelt, eine empfindliche Pflanze kurz vor ihrer Reifezeit mit einem relativ wirksamen Mittel zu entblättern, bis zu 22,5 kg für 4o a variieren, wenn es sich um eine widerstandsfähige Pflanzenart handelt und ein weniger wirksames Mittel verwendet wird. Die Verwendung von Dosierungen, die weit über dem Minimum liegen, das für eine gute Entblätterung notwendig ist, kann sich in einem Schock auf die Pflanze mit anschließender Beschädigung der übrigen Teile der Pflanze auswirken. Tatsächlich sind die Entblätterungsmittel nach der vorliegenden Erfindung wirksame Pflanzenvertilgungsmittel, wenn sie in Mengen angewendet werden, die wesentlich größer sind als die für eine Entblätterung notwendigen, und sie können vorteilhaft zur Vernichtung von Pflanzen oder Stöcken (wie im Falle der Kartoffeln) verwendet werden, ebenso wie für die Vernichtung von unerwünschten Pflanzen, beispielsweise Unkräuter oder Gräser, oder für das Vernichten von Schnittlingen, unabhängig davon, ob solche unerwünschten Pflanzen oder Schnittlinge Arten angehören, die von selbst ihre Blätter abwerfen.
  • Wenn Entblätterung erreicht werden soll, muß die angewendete Menge ausreichend sein, um zum mindesten den größeren Teil der Blätter zum Eintrocknen oder zum Abfallen von der lebenden Pflanze zu bringen. Aber die Menge soll nicht ausreichend sein, eine wesentliche pflanzenvertilgende Wirkung auf die Pflanze auszuüben. Wenn andererseits das Vernichten der Pflanzen bewirkt werden soll, kann jede für diesen Zweck ausreichende Menge angewendet werden. In letzterer Beziehung können, da die verschiedenen Arten von Pflanzen in ihrer relativen Widerstandsfähigkeit gegen Pflanzenvertilgungsmittel beträchtlich variieren, selektive Vernichtungsmaßnahmen gegenüber den Pflanzen angewendet werden. Die Anwendung von Behandlungsmitteln nach der vorliegenden Erfindung auf die Stengel von Schnitttlingen bewirkt das Wachstum von Wurzeln an oder in der Nähe der Anwendungszone. Bei solcher Behandlung von Schnittlingen vor dem Einpflanzen zeigte das Eingehen derselben einen starken Rückgang. Ein zweckmäßiges und wirksames Verfahren besteht in der Mischung des aktiven Mittels mit einer viskosen Flüssigkeit oder Paste, wie z. B. Lanolin, oder einem höhermolekularen Äthylenoxydkondensationsprodukt, wie z. B. Polyglykoläther. Auch andere viskose- oder pastenförmige Substanzen, die an dem abgeschnittenen Stengel haften, können für den vorgesehenen Zweck benutzt werden, vorausgesetzt natürlich, daß sie nicht für den Stengel schädlich sind. Die Menge an aktivem Mittel, die zur Erzeugung einer Wurzelbildung notwendig ist, ist gering und beläuft sich normalerweise auf i bis io mg aktiven Mittels je abgeschnittene Pflanze. Die Verwendung von größeren Mengen ist unzweckmäßig.
  • Die folgenden Beispiele veranschaulichen die erfindungsgemäßen Mittel und das Verfahren zu ihrer Anwendung, ohne daß die Erfindung auf den Gegenstand der Beispiele beschränkt ist, und zwar in Anwendung auf verschiedene Pflanzen sowohl im Feldals auch im Gewächshausversuch. Beispiele i. Feldstücke mit Sojabohnen, etwa 50 qm groß, wurden mit wäßrigen Lösungen von 3, 6-Endoxo-1, 2, 3, 6-tetrahydroorthophthalsäureanhydrid (zum mindesten weitgehendst infolge Hydrolyse in Form der entsprechenden Säure vorliegend) in Mengen von 1,35 kg pro 4o a und 2,7 kg pro 4o a an aktivem Mittel besprüht.
  • Die Konzentration der Lösung war bei der niedrigeren Menge 0,5 °/o und bei der höheren Menge 10/0 (auf Anhydrid berechnet). Obgleich die Pflanzen noch nicht ganz die geeignete Reife für ein Optimum der Entblätterung erreicht hatten, zeigte sich nach 12 Tagen, daß bereits eine 15°/oige Entblätterung eintrat, und ein wesentlicher Teil der nicht abgeworfenen Blätter war in den Feldparzellen verwelkt, wo r,35 kg pro 40 a angewendet waren. Bei den Feldstücken mit 2,7 kg wurde eine 5o°/oige Entblätterung beobachtet und praktisch kein gesundes Blatt mehr gefunden.
  • 2. Das Verfahren nach Beispiel = wurde mit der Änderung wiederholt, daß die Lösung des Pflanzenbehandlungsmittels o,1 °/o eines Netzmittels enthielt. Bei diesem Versuch übertraf das Ausmaß der Entblätterung das des Beispiels i nach 8 Tagen, und nach 12 Tagen wurde schon eine vollkommene Entblätterung sowohl bei den Versuchen mit 1,35 als auch mit 2,7 kg pro 4o a festgestellt. In den Versuchsfeldern mit 1,35 kg pro 40 a waren die Stöcke im wesentlichen nicht angegriffen, während bei dem höheren Zusatz offensichtlich eine leichte Einwirkung zu beobachten war.
  • 3. Feldstücke etwa von io qm Größe mit nahezu reifen Süßkartoffeln wurden mit verdünnten wäßrigen Lösungen der Verbindung des Beispiels i in Dosierungen von 2,7o und 5,4o kg pro 40 a besprüht. Nach 8 Tagen zeigten alle Pflanzen völlige Entblätterung. Die Stöcke waren nur in den Feldstücken mit der niedrigen Dosierung leicht beschädigt, aber auf den Feldern mit 5,4o kg Zusatz zeigte sich ein beachtliches Schwarzwerden und Schrumpeln der Stöcke, wie es für Erntezwecke gewöhnlich erwünscht ist. Eine Wiederholung dieses Verfahrens unter Verwendung eines handelsüblichen Entblätterungsmittels mit Ammoniumthiocyanats als Wirksubstanz ergab nur ungenügende Entblätterung, wobei in dem Versuch mit der höheren Dosis ungefähr 5o °/o der Blätter verbrannt oder verwelkt waren.
  • 4. Kleine Gartenstücke mit blühenden Baumwollpflanzen wurden mit verdünnten wäßrigen Lösungen der Mischung des Beispiels i in Mengen von goo g, i,80 kg, 3,6 und 7,2 kg pro 4o a besprüht. Die Entblätterung war ziemlich unvollständig, und bei Erhöhung der Dosierung wurde eine fortschreitende Erhöhung der Beschädigung der Pflanzen und Blüten beobachtet. Dies steht im Gegensatz zu Ergebnissen, die durch analoge Behandlung von reifen Baumwollpflanzen erzielt wurden, bei denen fast vollkommene Entblätterung bei Anwendungsmengen von goo g bis 4,5 kg pro 4o a mit fast keiner Beschädigung des Stockes oder der Samenkapseln beobachtet wurden.
  • 5. Kleine Gartenstücke mit schwarzer Valentinbohne, Tomaten und goldenem Bantamkorn wurden mit o,5°/oigen wäßrigen Lösungen der Verbindung nach Beispiel i in Mengen übersprüht, die zur Benetzung der Blätter ausreichten. Bei den Bohnen und den Tomaten trat fast vollständiger Blattabwurf 8 Tage nach der Behandlung ein. Die wenigen hängengebliebenen Blätter waren verwelkt und trocken. Die Tomaten zeigten leichte Beschädigung der Spitzen der Hauptstengel. Das Korn, von dem bekannt ist, daß es seine Blätter nicht abwerfen kann, zeigte schwere Beschädigung und Schrumpelung der Spitzen der Blätter. 6. Ein großes, mit den verschiedensten in New Jersey beheimateten Unkräutern überwachsenes Feld wurde mit wäßrigen Lösungen entsprechend den vorhergehenden Beispielen in Mengen von annähernd 4,5 kg pro 4o a übersprüht. In einigen Tagen zeigte sich eine ausgesprochene Verbrennung und Zerstörung der Goldrute, des Jakobkreuzkrautes und des Gänseblümchens. Andererseits waren Geisblatt, amerikanische Hirse und Melde nur leicht befallen, was zeigte, daß höhere Dosierungen für die Vertilgung dieser Arten notwendig sind.
  • 7. Eine Anzahl Pflanzenarten wurde i Monat vor dem normalen Blattabfall mit wäßrigen Lösungen der gleichen Chemikalien behandelt, wie sie in den vorhergehenden Beispielen benutzt wurden. Bei jedem Versuch wurde die Lösung in Konzentrationen von 1000, 1750 und 250o Teilen auf i Million auf das Blattwerk versprüht. Eine bemerkenswerte Beschleunigung des Blattabfalls trat bei folgenden Pflanzen auf: weißblütiger Hybiskus, Spiraea vanhoutte, gefiederter Cuonymus, Eleagnus umbellata, Cuonymus alata compacta, Thompsons Liguster und Chenomeles japonica. Die Wirkung war offensichtlicher bei den Pflanzen, die mit der höchsten Dosierung behandelt waren. Es wurde keine Beschädigung der Stengelstruktur beobachtet.
  • B. Junge Bohnenpflanzen wurden einzeln mit der gleichen wie in den vorhergehenden Beispielen verwendeten Verbindung in folgender Weise behandelt o,i ccm einer wäßrigen Lösung der genannten Verbindung wurde auf jedes der zwei ersten Blätter (Keimblätter) jeder Pflanze gegeben. Einige Pflanzen wurden mit o, i °/oigen Lösungen, andere mit i °/oigen Lösungen behandelt, und die Beobachtungen wurden nach 2, 4 und 8 Tagen gemacht. Bei den Versuchen mit o,i °/o Konzentration trat nach 8 Tagen annähernd go °/a Abfall der ersten Blätter auf, ohne ins Gewicht fallende Beschädigung der Pflanze, während bei den Versuchen mit i % Konzentration ein ioo°/oiger Abfall der ersten Blätter zusammen mit einer 2o°/oigen Pflanzensterblichkeit eintrat. Als Vergleich wurde ein entsprechendes Verfahren durchgeführt, bei dem an Stelle des Endoxotetrahydrophthalsäureanhydrids Ammoniumthiocyanat, Calciumcyanamid, Natriumthiocyanat und Natriumthiosulfat verwendet wurden. Bei keinem dieser Versuche trat eine mehr als io°/oige Entblätterung auf.
  • g. Das Verfahren nach Beispiel 7 wurde mit dem Dinatriumsalz des aktiven Mittels an Stelle der Anhydridform wiederholt. Die Ergebnisse waren ziemlich ähnlich, nur mit der Ausnahme, daß keine Pflanzen starben.
  • io. Lösungen von 3, 6-Endoxo-i, 2, 3, 6-tetrahydroorthophthalsäure, von 3, 6-Endoxohexahydroorthophthalsäure und ihrer entsprechenden Natriumsalze wurden auf Topfflanzen in i/2%iger Konzentration und -in Dosierungen versprüht, die etwa i50 g bis 8,1 kg pro 4o a betrugen. Die Töpfe enthielten relativ reife Roggenpflanzen, bei denen ein beträchtliches Verbrennen der Blätter bei Dosierungen unterhalb goo g bis 1,80 kg pro 40 a auftrat. Bei Dosierungen oberhalb dieses Wertes starben die Pflanzen ab. Weizen als anderes Beispiel einer monokotylen Pflanze reagiert in ähnlicher Weise. Die verwendeten Weizenpflanzen waren annähernd 2 Wochen alt. Junge Schößlinge von Alfalfa waren etwas anfälliger. Bei diesem Versuch war die Hexahydrosäure und ihr Natriumsalz etwa ein Drittel wirksamer als die Tetrahydrosäure oder ihr Natriumsalz.
  • Eine interessante und wichtige Eigenschaft der Pflanzenbehandlungsmittel nach der vorliegenden Erfindung ist ihre Fähigkeit, ihre Wirkung auf Teile der Pflanze zu übertragen, die ziemlich weit entfernt von der Anwendungsstelle sind. Dieses Verhalten, das als Translokation bekannt ist, wird in den folgenden Beispielen veranschaulicht.
  • 1i. Junge schwarze Valentinbohnenpflanzen wurden mit i mg wiegenden großen Anteilen einer Wachsmischung behandelt, die aus 0,5 0/0 3, 6-Endoxo-1, 2, 3, 6-tetrahydroorthophthalsäure und 99,5 % eines hochmolekularen Polyglykoläthers (polymerisiertes Äthylenoxyd) als Trägerstoff bestand. Die Pflanzen waren in sieben Gruppen eingeteilt, und die Paste, die das aktive Mittel enthielt, wurde sorgfältig auf einen speziellen Teil einer jeden Pflanze aufgebracht. Bei den Pflanzen der Gruppe i wurde das Mittel auf die basale Abwurffläche beider Keimblätter aufgebracht; bei den Pflanzen der Gruppe 2 auf die an der Spitze befindlichen Abwurflinien beider Keimblätter; bei den Pflanzen der Gruppe 3 auf die Mitte der Mitteladern der Keimblätter; bei den Pflanzen der Gruppe 4 auf die basalen Teile der Mitteladern der Keimblätter; bei den Pflanzen der Gruppe 5 auf die Mitte des ersten Internodiums; bei den Pflanzen der Gruppe 6 auf die Mitte der Hipokotyle; bei den Pflanzen der Gruppe 7 auf Blätter des ersten Trifoliats.
  • Nach 6 Tagen war in allen Versuchsreihen eine beträchtliche Entblätterung eingetreten, einschließlich der Keimblätter.
  • Das folgende Beispiel veranschaulicht im einzelnen die pflanzenvertilgende Wirkung des erfindungsgemäßen Pflanzenbehandlungsmittels, wenn es auf die Wurzeln einer Pflanze aufgebracht wird.
  • i2. Junge schwarze Valentinbohnenpflanzen wurden in 7,5-cm-Töpfen gezogen, die so mit Erde gefüllt waren, daß ein Teil der Wurzeln bloßlag. 1o ccm einer o,io/oigen wäßrigen Lösung von 3, 6-Endoxo-1, 2, 3, 6-tetrahydroorthophthalsäure wurde auf die bloßliegenden Wurzeln aufgebracht. In allen Fällen waren die Pflanzen nach 7 Tagen tot.
  • 13. Ein Umpflanzen von Eichenpflanzen (holly plants) ergibt gewöhnlich einen beträchtlichen Verlust, wenn nicht die Blätter vor dem Umpflanzen entfernt werden. Ein Pflücken der Blätter von Hand ist ein sehr mühsames und teures Verfahren. Es zeigte sich, daß es mit dem erfindungsgemäßen Verfahren möglich ist, die Eiche zu entblättern und die entblätterten Pflanzen ohne Verluste umzupflanzen.
  • Amerikanische Eichbüsche von annähernd 37,5 cm Höhe wurden besprüht, bis alle Blätter und Stengel durch und durch mit o,io/oigen, 0,5°/oigen und io/oigen wäßrigen Lösungen von Dinatrium-3, 6-Endoxohydroorthophthalat benäßt waren. Alle Lösungen enthielten o,i % eines nicht ionisierbaren Netzmittels. Vier Pflanzen wurden mit jeder Konzentration behandelt. Eine durchschnittliche Entblätterung von 3o % trat bei der o,io/oigen Behandlung, von 58 0/0 bei der o,5o/oigen Behandlung und von 84"/, für die i°/oige Behandlung ein. Alle Pflanzen überlebten das Umpflanzen und wuchsen schnell an.
  • Das folgende Beispiel veranschaulicht das Verfahren bei Anwendung von Wurzelbehandlungsmitteln 14. Abgeschnittene Geranienstengel wurden mit 2o mg einer i°/oigen Mischung von 3, 6-Endoxohexahydroorthophthalsäure mit Lanolin behandelt. Die Lanolinmischung wurde über das abgeschnittene Ende etwa i cm von dem basalen Teil jeder der zwanzig Stengel gestrichen. Die basalen Teile der Stengel wurden dann in feuchten Sand gesteckt, wobei annähernd ein Drittel der Länge des io cm langen Stengels bedeckt war. 35 Tage nach dem Pflanzen, während welcher Zeit der Sand feucht gehalten wurde, wurden die Stengel ausgegraben und geprüft. Siebzehn der Stecklinge hatten Wurzeln gebildet, und drei waren abgestorben. Von den unbehandelten hatten vier Wurzeln gebildet, vierzehn waren abgestorben und zwei lebten noch, hatten aber keine Wurzeln angesetzt.
  • Bei einem anderen Versuch wurden die basalen Enden der abgeschnittenen Stengel über Nacht in eine Wasserlösung getaucht, die auf i Million 25o Teile Dinatrium-3, 6-endoxohexahydrophthalat enthielt. Diese abgeschnittenen Stengel wurden, wie oben beschrieben, eingepflanzt. Von zwanzig Stengeln zeigten 35 Tage nach dem Pflanzen vierzehn Wurzeln, fünf waren tot und einer lebte noch, hatte aber keine Wurzeln gebildet.
  • Bei ähnlichen Versuchen mit abgeschnittenen Weidenruten bildeten alle zehn von zehn abgeschnittenen Ruten bei beiden Verfahren Wurzeln. Bei den Kontrollversuchen bildeten nur sieben der zehn Wurzeln.
  • 15. Verschieden konzentrierte wäßrige Lösungen von Dinatrium-3, 6-endoxohexahydroorthophthalat wurden hergestellt und damit verschiedene Pflanzenarten so besprüht, daß sie völlig durchnäßt waren. Die Ergebnisse dieser Versuche zeigt folgende Tabelle:
    Konzen- Versuchs-
    tration lauer Pflanzen-
    Pflanzenart der in schädigung
    Lösung Tagen
    / o
    Wegerich
    (breitblättrig) .... 1 8 sehr stark
    Wegerich
    (schmalblättrig) . . i 8 - -
    Ampfer . . . . . . . . . . . 1 3 und 8 - -
    Stengelumfassender
    Bienensaug...... 2 3 - -
    Löwenzahn . . . . . . . . 4 3 und 8 stark
    Vogelmiere . . . . . . . . 1 8 sehr stark
    Weißer Klee ...... 1 8 - -
    Shepaerds purse ... 2 3 und 8 mäßig
    Blaugras .......... 2 bis io 8 sehr stark
    Aus dem oben Gesagten ergibt sich, daß die erfindungsgemäß verwendete Säure, ob sie nun in freier Form oder in einer anderen Form verwendet wird, hochwirksam in der Beeinflussung der Wachstumseigenschaften von lebenden Pflanzen und insbesondere von Gefäßpflanzen ist. Die Säure kann beispielsweise zur Beschleunigung des Blattabwurfs von Pflanzen mit natürlichem Blattabfall verwendet werden, oder zur Beendigung des Lebenslaufes von Pflanzen, oder zur Verzögerung des Wachstums von Samen, oder zur selektiven Beeinflussung und Beendigung des Wachstums gewisser unerwünschter Pflanzen, zur Erleichterung und zugunsten des Wachstums von Nutzpflanzen, oder zur Beendigung des Wachstums von Stöcken zugunsten oder zur Erleichterung des Abeintens der Früchte solcher Stöcke, oder zur Stimulierung von Wurzelwachstum bei abgeschnittenen Stengeln usw.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Festes, flüssiges oder pastenartiges Pflanzenbehandlungsmittel, dadurch gekennzeichnet, daß es aus einem Gemisch aus einer Verbindung, die in Gegenwart von Wasser Anionen der 3, 6-Endoxohexahydroorthophthalsäure oder der 3, 6-Endoxoi, z, 3, 6-tetrahydroorthophthalsäure bildet, und aus einem festen oder flüssigen Trägerstoff sowie gegebenenfalls einem Netzmittel besteht. z. Pflanzenbehandlungsmittel nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischung 3, 6-Endoxohexahydroorthophthalsäure oder 3, 6-Endoxo-i, 2, 3, 6-tetrahydroorthophthalsäure, ein Salz oder ein Anhydrid dieser Säuren enthält. 3. Pflanzenbehandlungsmittel nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger ein feinverteilter Feststoff ist. q.. Pflanzenbehandlungsmittel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die wirksame Verbindung das Anion der Exo-cis-Form der Säure bildet. 6. Verfahren zur Pflanzenbehandlung, dadurch gekennzeichnet, daß die Pflanze mit einer vorher bestimmten Menge der Mischung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche behandelt wird.
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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1112339B (de) * 1958-04-04 1961-08-03 Diamond Alkali Co Mittel zur Verhinderung unerwuenschten Pflanzenwachstums
DE1183739B (de) * 1960-09-09 1964-12-17 Armour & Co OElloesliche herbizide Mittel

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