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Vorrichtung zur Erzeugung eines Raumeindruckes bei der Betrachtung von zweidimensionalen kinematographischen Bildern
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Erzeugung eines Raumeindruckes bei der Betrachtung von zweidimensionalen kinematographischen Bildern.
Es sind Vorrichtungen dieser Art bekannt, bei denen der Betrachter durch eine Brille zu blicken hat, deren eines Fenster Licht stärker absorbiert als das andere.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den durch solche Brillen hervorgerufenen Tiefeneffekt für den Betrachter physiologisch zu verstärken.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung ist gekennzeichnet durch je einen das Licht polarisierenden Streifen am linken und am rechten Rand der Projektionswand und durch eine an sich bekannte Brille mit Polarisationsfiltern, wobei das linke Fenster der Brille mit einem Filter gleicher Polarisation wie der rechte Streifen und das rechte Fenster der Brille mit einem Filter gleicher Polarisation wie der linke Streifen versehen ist und die beiden Streifen und Filter das Licht im komplementären Sinn polarisieren.
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die beiden Polarisationsdrehungen einander entgegengesetzt sind.
Zur Betrachtung rechteckiger Bilder ist es zweckmässig, den linken Streifen an einen gleichartigen Streifen anzusetzen,. der den oberen bzw. unteren Rand des Bildes abdeckt und den rechten Streifen an einen gleichartigen Streifen anzusetzen, der den unteren bzw. oberen Rand des Bildes abdeckt.
Um eine Brille zur Durchführung der Erfindung geeignet zu machen, setzt man in die Brillenfenster zweckmässig entsprechende Polarisationsfilter.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt. Fig. 1 zeigt eine Ansicht eines zu betrachtenden Bildes, Fig. 2 zeigt eine erfindungsgemäss zu verwendende Brille von oben, die Fig. 3a und 3b zeigen unter Andeutung beispielsweiser Polarisationsrichtungen die Fenster der Brille nach Fig. 2 in der gleichen Blickrichtung, in der man auf das Bild nach Fig. 1 sieht, und Fig. 4 zeigt eine schematische Skizze zur Erläuterung des Effektes, der durch die Erfindung hervorgerufen wird.
In Fig. 1 bedeutet 100 ein bewegtes zweidimensionales Bild-, etwa ein Fernsehbild. Der linke Rand des Bildes ist mit einem durchsichtigen Streifen 1 abgedeckt, der in der Pfeilrichtung 2 linear polarisierend wirkt. Der rechte Rand des Bildes ist mit einem durchsichtigen Streifen 3 abgedeckt, der in der Pfeilrichtung 4 linear polarisierend wirkt.
Der obere Rand des Bildes ist mit einem Streifen 5 abgedeckt, der an dem Streifen 1 ansetzt und ebenso polarisiert wie der Streifen 1. Der untere Rand des Bildes ist mit einem durchsichtigen Streifen 6 abgedeckt, der an dem Streifen 3 ansetzt und ebenso polarisiert wie der Streifen 3.
Fig. 2 zeigt eine erfindungsgemäss zu verwendende Brille. Die Brillengläser sind prismatisch mit 1 - 30 Dioptrien nach aussen verjüngt. Das linke Brillenglas 10 ist stärker absorbierend wie das rechte Brillenglas 11, beispielsweise absorbiert es das Licht zu 70-80%.
Auf der Augenseite der Gloser 10 und 11 befinden sich Polarisationsfilter 12 und 13. (Die Polarisationsfilter können ebenso auf der Bildseite, also auf der Aussenseite der Brille, angebracht sein.) Die
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Polarisation des Filters 12 entspricht der Polarisation des rechten Randstreifens 3 des Bildes 100.
Die Polarisation des Filters 13 entspricht der Polarisation des linken Randstreifens 1 des Bildes 100.
Aus dieser Anordnung der Polarisationsfilter ergibt sich nun folgendes :
Mit dem linken Auge kann man mit dem Filter 12 durch den rechten Randstreifen 3 sehen, nicht aber durch den linken Randstreifen 1. Durch den Polarisationsfilter 13 kann man durch den linken Randstreifen 1 sehen, nicht aber durch den rechten Randstreifen 3. Den Augen wird also eine Kon- vergenzstellungerteilt, die einer Verlagerung des Rahmens 1, 3,5, 6 auf den Betrachter zu entspricht.
Dies ist in Fig. 4, die die scheinbare Tiefenstaffelung des Rahmens 1, 3 des Bildes 100 und der bewegten Objekte 101 und 102 im Bild 100 darstellt, schematisch angedeutet. Objekte 102, die sich von rechts nach links bewegen, scheinen sich vor der Bildebene 100 zu bewegen. Objekte 101, die sich von links nach rechts bewegen, scheinen sich hinter der Bildebene 100 zu bewegen, und der Rahmen 1, 3,5, 6 scheint vor den Objekten 102 zu stehen. Dies ist nur eine schematische Erläu- terungdes Sachverhaltes. Tatsächlich ist der subjektive Eindruck der, dass das Bild voll plastisch ist, u. zw. in weit höherem Masse, als wenn man nur die Brille nach Fig. 2 verwendet.
Dass die scheinbare Plastizität des Bildes durch die erfindungsgemäss verwendeten Polarisationsfilter derart stark vergrössert wird, wie dies tatsächlich geschieht, war unvorhersehbar.
Es sei noch vermerkt, dass die Verwendung von zirkular polarisierenden Filtern den Vorteil hat, dass der Effekt unabhängig von der Kopfstellung auftritt ; man darf also den Kopf neigen oder drehen.
Der obere Rahmenteil. 5 und der untere Rahmenteil 6 tragen massgeblich zur Erhöhung der scheinbaren Plastizität bei. Die Stosskanten der Rahmenteile liegen an den Ecken (gleiche Polarisationen stossen aneinander an, ungleiche Polarisationen überdecken sich), um optisch störende Helligkeitsstufen nicht in Erscheinung treten zu lassen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zur Erzeugung eines Raumeindruckes bei der Betrachtung von zweidimensionalen kinematographischen Bildern, gekennzeichnet durch je einen das Licht polarisierenden Streifen am linken und am rechten Rand der Projektionswand und durch eine an sich bekannte Brille mit Polarisationsfiltern, wobei das linke Fenster der Brille mit einem Filter gleicher Polarisation wie der rechte Streifen und das rechte Fenster der Brille mit einem Filter gleicher Polarisation wie der linke Streifen versehen ist und die beiden Streifen und Filter das Licht im komplementären Sinn polarisieren.