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Vorrichtung zur Behandlung von Blutkreislaufstörungen und verschiedenen Formen rheumatischer Erkrankungen der oberen und unteren Extremitäten des menschlichen Körpers
Gegenstand vorliegender Erfindung ist eine Vorrichtung zur Behandlung von Blutkreislaufst5rungen und verschiedenen Formen rheumatischer Erkrankungen der oberen und unteren Extremitäten des menschlichen
Körpers, die einen Behälter zur Aufnahme einer Extremität und ein Organ zum luftdichten Abschluss so- wie Steuermittel zur Betätigung eines Pumpenaggregates zur Erzeugung eines Über- oder Unterdruckes im
Behälter aufweist, wobei das eine Ende des Behälters mit einem einen Luftzufuhrstutzen, einen Thermostaten, ein Gebläse und eine Heiz- und Kllhlvorrichtung tragenden Boden verschlossen ist.
Zur Behandlung von arteriellen Zirkulationsstörungen und Rheumatismus sind Apparate bekannt ge- worden, die einen Glaszylinder zur Aufnahme der zu behandelnden Extremität aufweisen. Der luftdichte Abschluss des Glaszylinders erfolgt mittels Gummistulpen und Gummibandagen. Mit dem Glaszylinder ist eine von Hand zu betätigende Vakuumpumpe zur Erzeugung eines Unterdruckes verbunden, der an der in den Zylinder eingeführten Extremität eine Gefässerweiterung zur Folge hat, wodurch eine Hyperämie ausgelöst wird. Der erzeugte Sog hat ein festes Anpressen der Gummistulpe an die Extremität zur Folge und verhindert dadurch den venösen Blutrllckfluss.
Zur Festlegung der Dauer des Luftunterdruckes im Zylinder ist ein Ventil vorgesehen, das je nach der Hyperämie-Reaktion bis zu mehrere Minuten lang geschlossen gehalten wird. Durch Öffnen des Ventiles wird die Luftverdünnung im Zylinder aufgehoben, wodurch die Abschnürung nachlässt und. der venöse Rückfluss freigegeben wird.
Durch Anwendung von aufblasbaren Manschetten und einer elektronischen Steuerung in Verbindung mit der bekannten Apparatur ist es möglich geworden, die zu behandelnden Extremitäten nunmehr auch einem Überdruck auszusetzen, wodurch sich der Indikationsbereich vergrössert. Es hat sich jedoch gezeigt, dass die aufblasbaren Manschetten je nach der vorzunehmenden Behandlungsart, z. B. alternierende Überund Unterdruckphasen, eine aussergewöhnlich starke Abschnurung der Extremität bewirken und somit einen frühzeitigen venösen Ruckfluss verhindern, wodurch das Aussetzen einer Extremität in eine starke Luftverdünnung zurQual wird.
Man kann also bei stark gefüllter Manschette. die Gefässerweiterung nicht mehr ausschliesslich durch Luftverdünnung, sondern nur durch eine venöse Stauung durch A-bschntlrung erreichen.
Zweck der erfindungsgemässen Vorrichtung ist die grundlegende Verbesserung der bekannten Vorrichtung in dem Sinne, dass sich die aufblasbare Manschette automatisch proportional zum Druckverhältnis im Zylinder füllen und entleeren lässt, um das Anwendungsgebiet der Vorrichtung zu erweitern und die Aufrechterhaltung des Blutkreislaufes zu ermöglichen, so dass der venöse Rückfluss auch während der Phase der Luftverdünnung stattfinden kann, indem die Luftverdünnung eine Erweiterung der Blut- und Lymphgefässe herbeiführt. Diese Erweiterung hat eine erhöhte Blut- und Lymphmenge in der zu behandelnden Extremität zur Folge, wodurch die Ernährung der Gewebe gesteigert oder bei Defizienz soweit wie möglich wieder hergestellt wird.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass das andere Behälterende einen abschliessbaren, wegnehmbare Deckel mit einem Manschettenstutzen mit Luftzuführung und einer an der Innenwand dieses Stutzens befestigten aufblasbaren Manschette aufweist, und dass Druckregler, Zeitrelais und Magnetventile vorgesehen sind, die den Druck und die Temperatur innerhalb des Behälters und den Druck innerhalb der aufblasbaren Manschette nach einem veränderbaren ablaufenden Programm automa-
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tisch steuern, wobei die Druckänderungen in der Manschette proportional zu den Druckänderungen im Behälter sind.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes schematisch und in Verbindung mit den verschiedenen Steuermitteln dargestellt.
Die Vorrichtung weist einen zur Aufnahme der zu behandelnden Extremität bestimmten Behälter 1 auf, der an einem Ende durch einen Boden 2 luftdicht abgeschlossen ist. An der Innenseite des Bodens 2 sind ein Thermostat 3 zur Regelung der Temperatur im Innern des Behälters 1 und ein Gebläse 4 mit Heizund Kühlschlange 5 befestigt. Das andere Ende des Behälters 1 ist mittels eines Deckels 6 verschliessbar, an dem sich ein Stutzen 7 für die Anbringung einer aufblasbaren Manschette 8 befindet. Die Manschette 8 ist aus einem dünnen Gummischlauch hergestellt, dessen Ränder 8a und 8b an der Innenwandung des Stutzens 7 befestigt sind.
Der Stutzen 7 weist eine Bohrung auf, die eine Verbindung mit einem Luftanschluss 7a hat, durch welchen Druckluft zum Aufblasen der Manschette eingelassen oder aus der letzteren abgelassen werden kann, damit letztere stets nach dem Durchstecken des zu behandelnden Gliedes mit diesem in abdichtender Weise in Berührung bleibt, wobei der Luftdruck ein vorbestimmtes Mass aufweist.
Der Deckel und sein Manschettenstutzen 7 sind vorzugsweise aus dickerem Gummi hergestellt, so dass der Deckel bei Unterdruck im Gehäuse die in der Zeichnung strichpunktierte Lage 1 einnimmt, während sich bei Überdruck im Behälter eine Lage II einstellt. Der Deckel 6 ist mit ähnlichen Deckeln austauschbar, welche einen Manschettenstutzen 7. aufweisen, deren Durchmesser der zu behandelnden Extremität angepasst ist.
Zur Vorrichtung gehört eine regulierbare Druck- und Vakuumpumpe 9, deren Druckseite über eine Luftleitung 10 mit der aufblasbaren Manschette 8 verbunden ist. Die Leitung 10 besitzt ein Überdruckventil 11 und schliesst weiter ein Magnetventil 12, ein dem letzteren nachgeschaltetes Rückschlagven- til 13 und ein von Hand einstellbares Drosselventil 14 ein. Zur Steuerung des Magnetventils 12, ist ein Druckregler 15 mit einstellbarem Minimal-und Maximaldruck vorgesehen, der mittels eines Rohrstück kes 16 an die Leitung 10 angeschlossen ist, so dass der in der Leitung herrschende Luftdruck hinter dem Drosselventil 14 und somit der in der aufblasbaren Manschette 8 ablesbar ist.
Ein weiterer Abzweig 17 mit einem Drosselventil 18 und einem Magnetventil 19 ist an den Zweig der Leitung 10 angeschlossen, der zwischen der aufblasbaren Manschette 8 und dem Drosselventil 14 liegt. Das Magnetventil19 wird ebenfalls durch den Druckregler 15 gesteuert, der seinerseits elektrisch aber eine Leitung 21 mit einer konstanten Spannungsquelle 20 verbunden ist.
Vor dem Magnetventil 12 zweigt eine weitere Luftleitung 22 von der Luftleitung 10 ab, die nach einem Magnetventil 23 führt und von der ein Abzweig über ein Magnetventil 24 vorgesehen ist. Vom Magnetventil 23 aus führt die Luftleitung 22 über ein Rückschlagventil 25 und ein Drosselventil 26 zu einem Verbindungsstück 27 am Boden 2 des Behälters 1. Das Verbindungsstück stellt die Verbindung der Luftleitung 22 mit dem Innern des Behälters 1 her. Zur Steuerung der Magnetventile 23 und 24 dient ein weiterer Druckregler 28 mit einstellbarem Minimal- und Maximaldruck. Die beiden Druckregler 15 und 28 können beispielsweise als Kontaktmanometer ausgebildet sein oder die Form einer Photozellensteuerung aufweisen.
Das zwischen dem Drosselventil 26 und dem Verbindungsstück 27 liegende Teilstück der Luftleitung 22 hat eine Verbindung aber eine Leitung 29 mit einem Drosselventil 30 und einem Magnetentil 31 mit der Druck- und Vakuumpumpe 9, an welche Leitung ein Magnetventil 32 und ein Überdruckventil 33 sowie über einenAbzweig 34 der Druckregler 28 angeschlossen sind. Die Steuerung der Magnetventile 31 und 32 erfolgt durch den Druckregler 28, der mit der Spannungsquelle 20 verbunden ist. Vorhanden sind noch ein Zeitrelais 35 für die Regelung der Unterdruckphasen und ein Zeitrelais 36 für die Steuerung der Überdruckphasen im Gehäuse 1. Beide Zeitrelais sind mit dem Druckregler 28 und mit der Spannungsquelle 20 verbunden.
Der Anschluss der Vorrichtung an das Netz erfolgt über einen Ein-und Ausschalter 38, an den sowohl die Spannungsquelle 20 und die Druck- und Vakuumpumpe 9, als auch ein Heiz-und Kühlmittelaggre- gat 37 angeschlossen sind, welch letzteres seinerseits mit der Heiz- und Kühlschlange 5 und mit dem Thermostat 3 Verbindung hat. Der Thermostat 3 ist mittels eines an der Aussenseite des Bodens 2 montierten Drehknopfes 3a auf die jeweils gewünschte Ansprechtemperatur einstellbar.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist nachstehend im Zusammenhang mit der Behandlung einer trockenen Gangrän beschrieben. Für diese Behandlung ist es notwendig, die Extremität einem Über- sowie einem Unterdruck auszusetzen, das Innere des Gehäuses 1 auf 350C zu erwärmen, bei Schmerzen jedoch auf 100C abzukühlen. Als Behandlungswerte sind vorzusehen :
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einen Unterdruck im Gehäuse 1 zu erzeugen. Dies verhindert weitgehend eine Abschnürung der Extremität durch die Manschette 8, so dass der venöse Rückfluss auch während eines starken Unterdruckes aufrecht 3rhaltenwerdenkann.
Als "O"-Druck gilt deratmosphärischeAussendruck, der sich vor der Einschaltung der Vorrichtung auch im Gehäuseinnern befindet.
Sind bei der vorausgesetzten Behandlung einer trockenen Gangrän die Magnetventile 31,24 und 19 geschlossen und die Magnetventile 32, 23 und 12 geöffnet, füllen sich die Manschette S und das Gehäuse 1 mit Druckluft. Sind die eingestellten Höchstwerte erreicht, schliessen die Magnetventile 31, 23, 19 und
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23 und 12, während die Magnetventile 31,24 und 19 öffnen. Es können sich nunmehr die Manschette 8 und das Gehäuse 1 entleeren.
Ist der eingestellte Mindestwert des Manschettendruckes erreicht, werden die Magnetventile 32, 23, 19 und 12 geschlossen und die Magnetventile 31 und 24 geöffnet, so dass sich imGehäu-
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die Magnetventile 31,23, 19 und 12 geschlossen, während die Magnetventile 32 und 24 öffnen, Das Zeitrelais 28 bewirkt die Konstanthaltung dieser Position während der eingestellten Zeitdauer. nach deren Ablauf die Magnetventile 31, 24, 19 und 12 schliessen und die Magnetventile 32 und 23 öffnen, mit dem Ergebnis, dass das Gehäuse 1 Druckluft erhält und die Luftverdünnung verschwindet.
Wird der eingestellte Mindestwert des Manschettendruckes erreicht, schliessen die Magnetventile 31,24 und 19 und die Magnetventile 32, 23 und 12 öffnen, welche Position der oben erwähnten Ausgangsposition entspricht.
Die beschriebenen Behandlungsphasen laufen je nach der Behandlungsdauer während 20 Minuten bis zu 15 Stunden immer wiederkehrend in der angeführten Reihenfolge ab und bewirken so die Therapie.
Zufolge des automatischen Ablaufs ist eine besondere Überwachung nicht erforderlich.
Aus Sicherheitsgründen sind für die Druckregler 28 und 15 die Überdruckventile 33 und 11 vorgesehen, ebenso ein die konstante Spannung gewährleistender Spannungsregler. Vorhanden sind ausserdem noch nicht gezeichnete Sicherungen in den einzelnen Stromkreisen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zur Behandlung von Blutkreislaufstörungen und verschiedenen Formen rheumatischer Erkrankungen der oberen und unteren Extremitäten des menschlichen Körpers, die einen Behälter zur Aufnahme einer Extremität und ein Organ zum luftdichten Abschluss, sowie Steuermittel zur Betätigung eines Pumpenaggregates zur Erzeugung eines Über- oder Unterdruckes im Behälter aufweist, wobei das eine Ende des Behälters mit einem einen Luftzufuhrstutzen, einen Thermostaten, ein Gebläse und eine Heizund Kühlvorrichtung tragenden Boden verschlossen ist, dadurch gekennzeichnet, dass das andere Behälterende einen abschliessbaren, wegnehmbare Deckel (6) mit einem Manschettenstutzen (7) mit Luftzuführung (7a) und einer an der Innenwand dieses Stutzens befestigten aufblasbaren Manschette (8) aufweist,
und dass Druckregler (15, 28), Zeitrelais (35,36) und Magnetventile (12, 19, 23,24, 32) vorgesehen sind, die den Druck und die Temperatur innerhalb des Behälters (1) und den Druck innerhalb der aufblasbaren Manschette (8) nach einem veränderbaren ablaufenden Programm automatisch steuern, wobei die Druck- änderungen in der Manschette (8) proportional zu den Druckänderungen im Behälter (1) sind.