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Sicherheitsgurt für Fahrzeuge
Bei den immer noch zunehmenden Verkehrsunfällen besteht in allen Ländern mit nennenswerter Kraftfahrzeugdichte ein dringendes Bedürfn1s, mehr Sicherheit für die Wageninsassen zu schaffen. Um die häufigen Unfallverletzungen durch Aufschlagen im Fahrzeug oder Herausschleudern zu vermeiden, wurden Sicherheitsanschnallgurte, kurz Sicherheitsgurte, entwickelt.
Obwohl diese Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist, gilt der Wert von Sicherheitsgurten bereits statistisch als erwiesen. Von den verschiedenenGurtsystemen sind in Europa die Schulterschräg- oder Diagonalgurte bei weitem am verbreitetsten.
Doch auch die Schulterschräggurte sind zweifellos noch zu unbequem, denn sie werden wenig gekauft und noch weniger angelegt. Der entscheidende Anteil der herkömmlichen Sicherheitsgurte besteht darin, dass sie nur umständlich und unbequem zu benutzen sind. Viele Kraftfahrer, die zu einer kleinen Stadtfahrt starten, unterlassen es daher, sich der Mühe des Anlegens des Sicherheitsgurtes zu unterziehen.
Dabei ereignen sich gerade in der Stadt rund zwei Drittel aller Unfälle. Gerade bei geringen Geschwindigkeiten schützen aber Sicherheitsgurte am vollkommensten vor Unfallverletzungen. Ausserdem besteht die Gefahr, dass bei Nichtbenutzung die losen Enden der herkömmlichen Gurte einzeln im Wagen herumliegen, besonders der untereGurtteil amBoden des Wagens Schmutz fängt und die Kleidung des Fahrgastes verunreinigt.
Ein weiterer Nachteil der herkömmlichen Gurte entsteht dadurch, dass sich der angeschnallte Fahrer nicht einmal kurzzeitig so weit vom Gurt lösen kann, ohne sich völlig abzuschnallen, dass er während der Reise beispielsweise den hinteren Sitz oder das Handschuhfach erreichen kann. Dieses Gefesseltsein an dem Sitz kann zudem auf langen Strecken zu sogenannten orthostatischen Kreislaufregulationsstörungen führen, die zu Unfällen führen können.
Die Aufgabe der Erfindung ist es, einen Gurt zu schaffen, der die genannten Nachteilevermeidet oder stark lindert, mit dem Ziel, Leben und Gesundheit der Kraftfahrzeuginsassen auf eine zweckmässige sowie bequeme und schnell anwendbare Weise zu schützen.
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Schliesse der Gurt mühelos unter Dehnung des Bandes vom Benutzer über den'Kopf gestreift werden kann.
Dies kann auch der Fahrer erst während der Fahrt mit einer Hand bewerkstelligen. Auch lässt sich durch dieseMassnahme der ganze, zusammenhängende Gurt durch Spannen über die Sitzlehne leicht aufräumen, wo er zum Wiederanlegen stets griffbereit liegt. Der zusammenhängende Sicherheitsgurt mit Nebenband zum Übersteifen wird an Hand eines schematisch gezeichneten, bevorzugten Ausführungsbeispieles erläutert. Diesem wurde der bekannte Schulterschräggurt zugrunde gelegt.
Fig. 1 zeigt den gesamten, zusammenhängenden Gurt, so wie er schräg über den Oberkörper des Be- nutzers gelegt wird.
Fig. 2 zeigt einen Schnitt durch die bezeichnete Stelle des Gurtes, l bezeichnet die Befestigungsstelle des unteren Gurtteiles 2 am Fahrzeug. Die Befestigungsstelle 4 des oberen Gurtteiles 3 befindet sich in bekannter Weise etwa in Schulterhöhe, z. B. am Türholm. Für zweitürige Autos mit Fondsitzen wird die Befestigungsstelle 4 lösbar gemacht, so dass man den Gurt des Vordersitzes gegen eine Schnappsicherung leicht aus-und wieder einhängen kann, wenn man nach hinten einsteigen will, weil einem dann ein zusammenhängender Gurt im Wege wäre.
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Das Nebenband 5 ist vorteilhafterweise als hochelastisches Gummiband ausgebildet und ein beträchtliches Stück in bzw. neben den Gurtteilen 2 und 3 geführt, so dass sich die erforderliche Dehnlänge zum Überstreifen mühelos erzielen lässt. InNotfällen kann das schwacheNebenband 5 auch ohne weiteres weggerissen werden. Vermöge einer lösbaren Befestigung des Nebenbandes 5, z. B. mittels Druckknöpfen 11, an den beiden Gurtteilen 2 und 3 lässt sich dieses leicht n achspannen, wozu am unteren Gurtteil 2 mehrere Druckknöpfe hintereinander angeordnet sind, oder auch austauschen, wenn dessen Elastizität nachlassen sollte. Für individuelle Ausnahmefälle kann das Nebenband 5 auch nach Belieben weggelassen werden, wodurch man wieder den normalen Schulterschräggurt erhält.
Bei einer andern Ausführungsform des Nebenbandes 5 wird dieses unelastisch ausgeführt und ist zur Erzielung der notwendigen Nachgiebigkeit auf je einer kleinen Rolle in den beiden Teilen 9 und 10 der Gurtschliesse, mindestens aber in einem Teil derselben, unter Drehfederwirkung auf-bzw. abspulbar. Diese Ausführungsform ist zeichnerisch nicht näher dargestellt, da sie sich jeder Fachmann vorstellen kann.
Das hohleBandführungsstück 6 ist auf den Gurtteilen 2 und 3 beispielsweise durch Nähen oder Kleben befestigt und wird vorteilhafterweise aus einem speziellen Kunststoff gesondert gefertigt, z. B. aus einem weichen Polymerisat, dessen glatte, schmiegsame Oberfläche Scheuem an der Kleidung und am Nebenband 5 weitgehend lindert.
Ist das Nebenband 5 in seiner Spannung richtig eingestellt, so werden nach Überstreifen des Gurtes die beiden Schliessenteile 9 und 10 an den Gurtenden bereits in eine benachbarte Lage gezogen, so dass
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Auf die Längeneinstellung des Gurtes, die z. B. durch eine selbstklemmende Verschiebeschnalle im unteren Gurtteil 2 erfolgt, hat die Einstellung des Nebenbandes keinen Einfluss, weil nach Verschliessen derGurtschliesse etwaige verbleibende Spannung des Nebenbandes 5, dank dessen Anordnung im eigentlichen Gurt, auch in dem Gurt steckenbleibt. Mithin kann das Nebenband nicht bewirken, dass der verschlosseneGurt gegen irgendeine Stelle des Benutzers gespannt wird und diesen unnötig beengt.
Vielmehr braucht der Benutzer, so er sich während der Fahrt einmal etwas mehr bewegen oder wenden will, nur mit einem Handgriff die Gurtschliesse auszulösen und schon ist er dank der Elastizität des Nebenbandes 5 relativ beweglich, ohne dass er den Gurt ganz abgelegt, d. h. abgestreift hätte. Durch die Möglichkeit des leichten und schnellen An- und Abschnallens während der Fahrt wird der Benutzer auch nicht in Versuchung geführt, aus Gründen der Bequemlichkeit und Beweglichkeit den Sicherheitsgurt unzulässig lokker anzulegen, was bei einem Unfall die ernste Gefahr des Durchrutschens unter dem Gurt entstehen lässt.
Wie die vorstehende Beschreibung ausführt, sieht die Erfindung einen verbesserten Gurt'vor, dessen Mehraufwand gegenüber den herkömmlichen Schulterschräggurten durch den Fortschritt gerechtfertigt sein dürfte.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Sicherheitsgurt für Fahrzeuge, insbesondere Schulterschräggurt, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen Gurtteile durch mindestens ein, vorzugsweise elastisches Nebenband (5), z. B. aus Gummi, dauernd miteinander verbunden sind, so dass bei ausgelöster Schliesse der Gurt unterDehnung des Bandes (5) vom Benutzer über den Kopf gestreift werden kann.