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Verfahren und Vorrichtung zum Umsetzen von Gewächsen
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Umsetzen von Gartengewächsen, wie z. B. Sträuchern, Bäumchen, Blumen, sowie auf eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Bei vielen Gewächsen, insbesondere bei jungen Bäumen, Sträuchern u. dgl. erfolgt das Ausstechen jeweils zwischen Spätherbst und Frühling, wobei der an den Wurzeln anhaftende Erdklumpen mit einem Tuch od. dgl. umhüllt und das Gewächs alsdann an den neuen, definitiven Standort verbracht und dort eingepflanzt wird. Nachteilig bei diesem Vorgehen ist, dass die Umpflanzung im wesentlichen auf die Zeit zwischen Spätherbst und Frühling beschränkt ist, da sich aus alter Erfahrung ergibt, dass sich eine Umpflanzung der meisten Gartengewächse sehr stark nachteilig auswirkt, wenn das Gewächs im vollen Triebe ist. Bei einer Umpflanzung im ungeeigneten Moment ist deshalb auch die Wahrscheinlichkeit des Absterbens sehr viel grösser, als wenn die Umpflanzung in der "toten" Zeit vorgenommen wird.
Ein weiterer Nachteil bei dem bisher üblichen Vorgehen beim Umsetzen von Pflanzen besteht darin, dass man sich über die Wirkung einer bestimmten Pflanze in einer gegebenen Umgebung meist keine klaren und eindeutigen Vorstellungen machen kann, wenn diese im kahlen Zustand an den neuen Ort verbracht werden. Umgekehrt ist der Käufer von Gewächsen, die er im kahlen Zustand kauft, einzig auf die Versprechungen des Verkäufers angewiesen, dass die Pflanze die zugesicherten Eigenschaften, beispielsweise Blumenfarbe, Fruchtart, habe.
Es ist ferner bereits bekannt, ein Gewächs mit Hilfe eines Pflanzenhebers samt anhaftender Erde auszustechen und in einen kegelstumpfförmigen, zweiteiligen Behälter zu legen.
Die durch die Erfindung zu lösende Aufgabe besteht deshalb in der Schaffung eines Umsetzverfahrens und einer hiezu geeigneten Vorrichtung, damit die Pflanzen unabhängig von der Jahreszeit an einen neuen Ort verpflanzt werden können, ohne dass die Pflanze wesentlich Schaden nimmt.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass die Gewächse nach dem Eintopfen in den kegelstumpfförmigen Behälter vorübergehend an einem zweiten Ort - vorzugsweise im Freienkultiviert werden und nachher im Behälter verbleibend an einen dritten definitiven Ort verbracht und dort eingepflanzt werden, unter vorheriger Zerstörung des aus folienartigem Material bestehenden Behälters.
Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, dass der aus einem folienartigen Material bestehende gelochte Behälter am Boden eine Verstärkungsleiste aufweist, die mit innerhalb des Behälters verlaufenden und dessen Oberseite überragenden Tragorganen verbunden ist.
Mit dem erfindungsgemässen Verfahren und Vorrichtung ist eine verkaufsfertigevorratshaltung von im Freien wachsenden Gartengewächsen möglich, wobei der Umsetzvorgang für die Pflanze unabhängig von der Jahreszeit ohne Nachteile ist oder sich die Pflanze mindestens in sonst unerreicht kurzer Zeit erholen kann. Dieses Verfahren ist besonders vorteilhaft, weil die Pflanzen dem kaufenden Publikum beispielsweise in voller Blüte verkauft und umgesetzt werden können, was bisher nicht möglich war. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Personalkosten reduziert werden können, indem sich das SelbstbedienungsPrinzip für den Verkauf derartig in Behältern kultivierten Pflanzen weitgehend einführen lässt.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Vorrichtung dargestellt.
Fig. l zeigt eine perspektivische Darstellung eines Behälters, in welchen die Pflanzen eingesetzt wer-
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den, Fig. 2 ist ein Schnitt durch den Boden des Behälters gemäss Fig. l.
Die im Freien gewachsenen Pflanzen, wie z. B. Sträucher, Bäumchen, Blumen u. dgl. werden zum Zwecke der Verpflanzung in einer hiefür günstigen Jahreszeit ausgestochen, wobei an den Wurzeln die Erde haften bleibt. Dem um den Gewächsstock herum anhaftenden Erdklumpen third beim Ausstechen oder nachher eine kegelstumpfähnliche Form von einer solchen Grösse und Konizität gegeben, dass er in die in Gärtnereien üblichen Tontöpfe (Blumentöpfe) hineinpasst. Der Erdklumpen samt Gewächsstock wird nach dem Ausgraben in einen Behälter hineingesteckt, welcher aus folienartigem Material besteht und in seiner Form und Grösse der Innenform einer Grösse der erwähnten Tontöpfe entspricht. Der auf diese Weise gefüllte Behälter wird sodann in die erwähnten Tontöpfe hineingestellt.
Diese Tontöpfe werden zwecks*' ssigerweise in der Erde bodeneben eingegraben. In diesem Behälter bleiben die Pflanzen nur vorübergehend, nämlich so lange, bis sie einen Käufer gefunden haben. Je nach der Pflanzenart kann diese Zeit bis zu zwei Jahren dauern. In dieser Zeit werden die Pflanzen in diesen Behältern kultiviert. Unter Kultivieren wird in diesem Zusammenhang verstanden, dass sie begossen und allenfalls mit Dünger versehen werden, so dass sie im Freien weiter wachsen, wie wenn sie nicht in Behälter eingesetzt worden wären.
Sollen nun die derart in Behälter und Töpfen umgepflanzten Gewächse an ihren neuen Pflanzort, also den Endbestimmungsort, gebracht werden, werden sie samt dem aus folienartigem Material bestehenden Behälter aus den Tontöpfen herausgehoben und an den neuen Bestimmungsort transportiert. Hier wird der Behälter samt dem den Gewächsstock umgebenden Erdklumpen in eine vorbereitete Grube gesetzt, der Behälter zerstört, was beispielsweise durch Zerschneiden mittels einer Schere erfolgen kann, und die Behälterüberreste entfernt. Hierauf wird die Grube mit dem nun freiliegenden Erdklumpen zugedeckt, worauf die Umpflanzung beendigt ist.
Ein Ausführungsbeispiel eines aus folienartigem Material bestehenden Behälters ist in Fig. 1 dargestellt. Dieser besteht aus einem einzigen tiefgezogenen Stück aus Kunststoffmaterial und hat die Form eines Kübels 1. Dieser Behälter könnte auch auf andere Weise hergestellt werden, beispielsweise indem eine Metall- oder Kunststoff-Folie entlang einer Mantelnaht zu einem Kegelstumpf verbunden wird und an dem ein Boden in geeigneter Weise befestigt wird. Die Konizität dieses Kübels entspricht derjenigen der
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des Bodens mit diesem beispielsweise durch Verkleben verbunden ist. Diese Verstärkungsleiste 3 ist dazu bestimmt, das Gewicht beim Herumtragen des gefüllten Behälters aufzunehmen. Unter der Verstärkungsleiste führt ein Draht 4 durch, welcher über den Behälteroberrand hinausragt und durch einen Handgriff 5 zu einer geschlossenen Schlinge verbunden ist.
Dieser Draht 4 wird im Behälteroberteil durch zwei biegsame, U-förmig gefaltete Bänder 6 in zueinander diametral gegenüberliegenden Lagen von der Behälterwand etwas, distanziert gehalten. Die Länge dieser Bänder ist so gehalten, dass die beiden Drahtteile beim Tragen am Griff 5 den von der Verstärkungsleiste bestimmten Abstand angenähert beibehalten, ohne dass sie also zu tief in den Erdklumpen einschneiden. Der Draht 4 ist beim Griff so gestaltet, dass er eine Etikette 7 aufnehmen kann. Im Boden 2 befinden sich Löcher 8, damit allenfalls das überschüssige Wasser abfliessen kann. Da das Kunststoffmaterial eine Dicke von nur etwa 0, 3-0, 5 mm hat, lässt es sich beispielsweise mit einer Schere oder einem Messer am Endbestimmungsort der Pflanze leicht zerschneiden und hernach entfernen.
Für das beschriebene Umpflanzungsverfahren eignen sich einerseits Blüten-und Nutzsträucher in" klusive junge Obstbäume und Nadelhölzer ; anderseits Topf- und Gruppenpflanzen einschliesslich Kleinund Grossstauden, also sämtliche in Baumschulen und Gärtnereien kultivierten, handelsüblichen Pflanzen, sei es aus Freilandkulturen (im freien Boden kultiviert Pflanzen) oder aus Topfkulturen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Umsetzen von Gartengewächsen, wobei der Gewächsstock samt anhaftender Erde an einem ersten Ort ausgestochen und hierauf in einen kegelstumpfförmigen, gelochten Behälter gelegt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewächse nach dem Eintopfen in den kegelstumpfförmigen Behälter vorübergehend an einem zweiten Ort - vorzugsweise im Freien-kultiviert werden und nachher im Behälter verbleibend an einen dritten definitiven Ort verbracht und dort eingepflanzt werden, unter vorheriger Zerstörung des aus folienartigem Material bestehenden Behälters.