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Kosmetische Zubereitungen zur Haarpflege. insbesondere
Haarwaschmittel
Die Erfindung bezieht sich auf kosmetische Zubereitungen zur Haarpflege, insbesondere Haarwaschmittel. Die erfindungsgemässen Zubereitungen sind dadurch gekennzeichnet, dass sie quaternäre Ammoniumverbindungen der allgemeinen Formel
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enthalten, in welcher R ein Kohlenwasserstoffradikal mit 10 - 18 Kohlenstoffatomen, R1 und R2 je ein niederes Alkyl- oder Hydroxyalkylradikal mit höchstens 4 Kohlenstoffatomen, Rl und R, zusammenge-
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Jod oder die Gruppe CHgSO-bedeuten.
Die kosmetischen Zubereitungen gemäss der Erfindung enthalten die quarternären Ammoniumverbindungen zweckmässig in einer Menge von 0,5 bis 100/0 und weisen vorzugsweise die Formwässeriger Lösungen auf, welchen in der Kosmetik übliche Zusatzstoffe, wie z. B. Verdickungsmittel oder andere, nicht ionogene Verbindungen zugesetzt sein können.
Wenn'die Verbindungen der obigen allgemeinen Formel zur Behandlung der Haare verwendet werden, verleihen sie diesen einen gewissen Glanz, einen angenehmen Griff und erleichtern das Kämmen sowie die Entwirrung. Weiters haben sie als Haarwaschmittel den wesentlichen Vorteil, soferne sie mit der Schleimhaut des Auges in Berührung kommen, unschädlich zu sein.
Dies wird besonders durch Versuche, welche an den Augen einer Gruppe von Kaninchen ausgeführt wurden, bestätigt :
Bei diesen Versuchen wurde das rechte Auge der Kaninchen mit einer Lösung behandelt, welche eine Verbindung der obgenannten allgemeinen Formel enthielt. Das linke Auge wurde mit einer Lösung von Cetyl-trimethylammoniumbromid behandelt, einer bekannten und üblicherweise verwendeten quarternären Ammoniumverbindung. Die Ergebnisse der Versuche sind in den nachfolgenden Tabellen angeführt.
Als andere nichtionogene Verbindungen, welche den die quarternären Ammoniumverbindungen der eingangs angeführten Formel enthaltenden wässerigen Lösungen zugesetzt werden können, kommen beispielsweise in Betracht : oxyäthylierte Fettalkohole, Alkylphenole od. dgl.
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Tabelle 1
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Tabelle 2
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1Tabelle 3
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Tabelle 4
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1Tabelle 5
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KonzentrationTabelle 6
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Die in den vorstehenden Tabellen verwendeten Symbole haben die folgende Bedeutung :
1 = Reizung der Bindehaut des Augapfels oder des Augenlides
2 = Reizung der Bindehaut der Augäpfel und der Augenlider
3 = 2 zusätzlich Tränen des Auges- (Heilung)
4 = 3 zusätzlich nicht eitrige Absonderung- (Heilung)
5 = 4 zusätzlich eitrige Absonderung-Schliessung der Augenlider - matte Hornhaut, gegebenenfalls mit Unempfindlichkeit- (Heilung langsam aber möglich) 6 = 5 zusätzlich Angriff der Lidränder und sogar der Haut.
Die mit den Nummern 1 - 6 bezeichneten Erscheinungen können je nach Heftigkeit der Einwirkung von den Erscheinungen 1 - 5 + gefolgt sein. Da die Schädigungen der Hornhaut zweierlei Art sein können, kann zu den Erscheinungen, die der stärksten Einwirkung entsprechen, noch folgende Schädigung hinzukommen : a) Verlust des Glanzes (matte Hornhaut) b) mehr oder minder vollständige Zerstörung des Hornhautepithels mit mehr oder weniger ausgedehnter Geschwürbildung und Verlust der Hornhautempfindlichkeit.
Die Hornhaut kann nach 5 und 6 angegriffen sein, u. zw. entweder durch das zur Anwendung gelangende Produkt selbst oder durch die pathologische Bindehautabsonderung, die durch dieses Produkt hervorgerufen wurde. Der Verlust der Hornhautempfindlichkeit erleichtert die Geschwürbildung.
Anderseits haben im allgemeinen Anwendungsbereich die erfindungsgemässen quarternären Ammoniumverbindungen der Formel nach Seite 1 in den Haarwaschmitteln den Vorteil, gegen Hydrolyse stabil zu sein, soferne sie sich in wässeriger Lösung und im sauren pH-Bereich befinden. Wenn man auf einem siedenden Wasserbad eine wässerige Lösung von 0, 1 Mol dieser Verbindungen mit einem pH-Wert von 3. 5. der durch Zusatz von Milchsäure erhalten wurde, erhitzt, erreicht der Grad der Hydrolyse nach 40stündigem Erhitzen nur 15ja, während er bei Verwendung der nicht quaternisierten Verbindungen, soferne diese unter denselben Bedingungen behandelt wurden, 65% erreichen kann. Diese Stabilität gegenüber Hydrolyse bildet einen bedeutenden Vorteil der handelsüblichen wässerigen Lösungen.
Diese Lösungen verbleiben auch beim Lagern während mehrerer Monate absolut klar und infolgedessen vollkommen brauchbar.
'Als Verbindungen der eingangs angeführten allgemeinen Formel kommen beispielsweise in Betracht :
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In den Formeln 1 und 2 bedeutet RCOO den Rest der Koprafettsäuren
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In den Formeln 3 - 7 bedeutet RCOO den Rest der Talgfettsäuren
Derartige quartemäre Ammoniumverbindungen können z. B. in der Weise hergestellt werden, dass man äquimolekulare Mengen eines Alkalisalzes einer aliphatischen Carbonsäure höheren Molekulargewichtes, insbesondere einer Fettsäure mit 10 - 18 Kohlenstoffatomen, mit einem Epihalohydrin und einem sekundären Amin in einem Lösungsmittel umsetzt, das Alkalimetallhalogenid abscheidet und den enstandenen tert.-Aminoester unmittelbar einer Quarternisierung unterwirft.
Als aliphatische Carbonsäuren können Laurinsäure, Myristinsäure, Palmitinsäure, Stearinsäure und vorzugsweise Kopra- bzw. Talgfettsäuren verwendet werden.
Als sekundäre Amine kommen in Betracht : Dimethylamin, Diäthylamin, Diäthanolamin, Morpholin, Piperidin, Pyrrolidin. Als Epihalohydrin verwendet man vorzugsweise Epichlorhydrin.
Zur Quaternisierung der erhaltenen tertiären Aminoester wird vorzugsweise Dimethylsulfat, Methyl- bromid,. Äthyljodid, Benzylchlorid, Glykolchlorhydrinod. dgl. verwendet.
Als Lösungsmittel gelangen zweckmässig Isopropylalkohol, tert.-Butylalkoholod. dgl. zur Verwendung.
Es ist selbstverständlich, dass auch andere Fettsäuren, sekundäre Amine, Quarternisierungsmittel und Lösungsmittel als die obgenannten verwendet werden können.
Im nachstehenden soll die Erfindung an einigen Beispielen erläutert werden, ohne jedoch darauf beschränkt zu sein.
Beispiel l : Man stellt eine Zubereitung aus folgenden Bestandteilen her :
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Äthylalkohol 25 g
Auffüllen mit Wasser auf 100 cm3
Man erhält eine gute Lotion gegen Schuppen, welche den Vorteil zeigt, dass sie auf die Bindehaut des Auges praktisch ohne Reizwirkung ist.
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Beispiel2 :ManstellteineZubereitungausfolgendenBestandteilenher;
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<tb>
<tb> Kodensationsprodukt <SEP> aus <SEP> Laurinalkohol <SEP> mit <SEP> 10 <SEP> Mol <SEP> Äthylenoxyd <SEP> 8,5 <SEP> g
<tb> Auffüllen <SEP> mit <SEP> Wasser <SEP> auf <SEP> 100 <SEP> cm3
<tb>
Man erhält ein gutes Haarwaschmittel, welches den Vorteil zeigt, dass es auf die Bindehaut des Auges praktisch ohne Reizwirkung ist.
Beispiel 3 : Man stellt eine Zubereitung aus folgenden Bestandteilen her :
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<tb>
<tb> Oxoalkohol <SEP> vom <SEP> Molekulargewicht <SEP> 200
<tb> (synthetischer <SEP> Fettalkohol <SEP> erhalten <SEP> durch
<tb> Kondensation <SEP> von <SEP> 12,5 <SEP> Mol <SEP> Äthylenoxyd <SEP> 10 <SEP> g <SEP>
<tb> Mit <SEP> Monochloressigsäure <SEP> quarterniertes <SEP> Laurylimidazolin <SEP> 5 <SEP> g
<tb> Auffüllen <SEP> mit <SEP> Wasser <SEP> auf <SEP> 100 <SEP> cm3
<tb>
Man erhält ein gutes Haarwaschmittel, welches den Vorteil zeigt, dass es auf die Bindehaut des Auges praktisch ohne Reizwirkung ist.
Beispiel 4 : Man bereitet eine wässerig alkoholische Lösung aus folgenden Bestandteilen bei 250 :
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<tb>
<tb> Polyvinylpyrrolidon <SEP> K <SEP> 30 <SEP> 3%
<tb>
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Haltbarkeit der Ondulation bedeutend verbessert wird.
Beispiel 5 : Man bereitet aus folgenden Bestandteilen eine Paste :
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<tb>
<tb> Natriumbromid <SEP> 10 <SEP> g
<tb> Wasser <SEP> 75 <SEP> g <SEP>
<tb> In <SEP> diese <SEP> Lösung <SEP> wird <SEP> bei <SEP> 700 <SEP> eingetragen <SEP> Lanettewachs <SEP> 0 <SEP> 10 <SEP> g
<tb>
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<tb>
<tb> bei <SEP> 700 <SEP> geschmolzen <SEP> 5 <SEP> g
<tb>
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Es wird unter Rühren abgekühlt und erforderlichenfalls homogenisiert. Eine Lösung von 60 g dieser Paste in 60 cm3 heissem Wasser dient zur Neutralisierung der Kaltdauerwellen.
Beispiel 6 : Man bereitet eine Creme aus folgenden Bestandteilen :
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<tb>
<tb> Lanettewachs <SEP> 5 <SEP> g
<tb> Cetylalkohol <SEP> 3 <SEP> g <SEP>
<tb>
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Dieses Gemisch wird geschmolzen und in 89 g Wasser von 700 eingetragen.
Die so erhaltene Creme dient zur Behandlung trockener Haare.
Beispiel 7 : Man bereitet eine wässerige Lösung aus folgenden Bestandteilen :
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<tb> Lactat <SEP> des <SEP> Laurinsäureesters <SEP> von <SEP> oxäthyliertem <SEP> Polyäthanolamin <SEP> 5 <SEP> g
<tb> Nitro-paraphenylendiamin <SEP> 0, <SEP> 5 <SEP> g <SEP>
<tb> Wasser <SEP> 91, <SEP> 5 <SEP> g <SEP>
<tb> PH <SEP> 7
<tb>
Diese Lösung auf das Haar aufgetragen, erteilt demselben einen mahagonifarbenen Refelex.
Wenn man das Nitro-paraphenylendiamin in diesen Beispielen durch die gleiche Menge Picraminsäure ersetzt, erhält man eine Lösung, die dem Haar einen goldenen Reflex erteilt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Kosmetische Zubereitungen zur Haarpflege, insbesondere Haarwaschmittel, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine quarternäre Ammoniumverbindung der allgemeinen Formel
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einPiperidin-oder Pyrrolidinradikal darstellt, R3 ein niederes Alkyl- oder Hydroxyalkylradikal mit höchstens 4 Kohlenstoffatomen oder einen Aralkylrest, wie z. B. CACH2'X ein Anion, wie z. B. Chlor. Brom, Jod oder die Gruppe CHSO-bedeuten.