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Verfahren zum Auffinden bzw. Feststellen des Verlaufes eines Kamines in einer Wand und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Auffinden bzw. Feststellen des Verlaufes von Kaminen in einer Wand und eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.
An Rauchfängen, Lüftungen u. dgl. es oft notwendig, zwecks Herstellung neuer Einmündungen und zur Durchführung von Reparaturen, Änderungen sowie des Freiarbeitens verlegter Stellen ihren Verlauf im Mauerwerk genau festzustellen. Auf diese Weise ist es möglich, über geringste Aufbrüche (Stemmarbeiten) in das Rauchfanginnere bzw. zur Schadensstelle zu gelangen. Die bisherigen Methoden wurden entweder auf die primitive und sehr ungenaue Art durchgeführt, dass man das Schlagen an den Rauchfanginnenwänden einer von oben mittels Leine gezogenen Eisenkugel abhörte, oder durch Ortung geeigneter elektrischer oder radiotechnischer Apparate, die mit Leine und mit Leitungsdraht (für den Stromanschluss) in den Rauchfang hinuntergelassen werden.
Die erste Methode ist besonders bei stärkerem Mauerwerk (z. B. im unteren Teil eines höheren Hauses) oder bei Betonmauerwerk wenig geeignet, da das Schlagen der Kugel entweder nur schwach hörbar ist oder der Schall der schlagenden Kugel sich so gleichmässig ausbreitet, dass kein Schallzentrum gehörmässig feststellbar ist. Die zweite angeführte Methode besitzt den Nachteil, dass diese empfindlichen Geräte beim Herablassen und Aufziehen im Rauchfang besonders über gezogene Stellen und Verengungen sowie über die oft vorkommenden Ziegelvorsprünge Schaden erleiden.
Eine weitere Möglichkeit zum Auffinden bzw. Feststellen des Verlaufes eines Kamines in einer Wand ist in der österr. Patentschrift Nr. 181075 angeführt, wo im Inneren einer komplizierten Kaminschleifvorrichtung unter andern Einrichtungen, wie Impulsgeber und Tastorgane, auch ein starker Permanentmagnet eingebaut werden kann, so dass die Lage einer so ausgestatteten Vorrichtung von einer empfindlichen Magnetnadel direkt angezeigt werden soll. Auch dieses Gerät besitzt unter andern den Nachteil der Empfindlichkeit. Sein Verwendungszweck zum raschen Auffinden des Kaminverlaufes, wie z. B. für Kaminuntersuchungen, ist unbrauchbar, da es wegen seines Hauptverwendungszweckes, nämlich für Kaminschleifen und Kaminschadenbehebung, kompliziert gebaut ist und am Untersuchungsort mit grösserem Aufwand eingerichtet werden muss.
Weiters muss das Gerät, das in der Hauptsache aus einem aufblasbaren Gummikörper besteht, mittels einer Winde durch den Kamin gezogen werden, welcher Vorgang zur Vermeidung von Verschmutzungen (Russ und Staub) weitere Vorbereitungsarbeiten notwendig macht (Abdichten der Putzöffnungen und Einmündungsstellen). Wegen der Empfindlichkeit seiner Einrichtungen und wegen seiner deformierbaren Hülle, die im übrigen die darin befindlichen Organe nur recht unvollkommen schützt, ist dieses Gerät zum Schlagen im Kamin nicht geeignet, so dass der ungefähre Verlauf des Rauchfanges zuerst mit einer Kugel, wie eingangs beschrieben, festgestellt werden muss.
Der schwerwiegendste Nachteil dieser Vorrichtung jedoch ist, dass ein gewöhnlicher, wenn auch starker Permanentmagnet in der handelsüblichen Stabform (ein hufeisenförmiger ist für angeführten Zweck unbrauchbar) weder in senkrechter noch in waagrechter Lage genaue Lageangaben ermöglicht. Es ist notwendig, den Magneten für diesen Zweck besonders auszubilden, wie in untenstehender Beschreibung angeführt werden soll.
Alle diese den bekannten Vorrichtungen anhaftenden Mängel werden durch die vorliegende Erfindung vermieden. Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren, mit welchem auf einfache und dennoch genaue Weise der Verlauf eines Kamines od. dgl. festgestellt werden kann, und eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens. Erfindungsgemäss ist ein geeigneter Magnet, vorzugsweise ein Sintermagnet, in einem einfachen und widerstandsfähigen Gehäuse montiert, so dass dieses so gebildete Gerät zugleich zum Schlagen im Kamin verwendet werden kann.
Der Magnet ist senkrecht eingebaut und durch Anbringen je einer Weicheisenscheibe am oberen und am unteren Ende spulenförmig ausgebildet, so dass zwischen den Spulenköpfen, welche zugleich die Pole darstellen, ein scharfbegrenztes Magnetfeld entsteht und damit die Richtungsanzeiger der Magnetnadel eindeutiger und genauer werden als bei den bekannten Vorrichtungen. Der beschriebene Magnet ist von einem zylindrischen Gehäuse aus nichtmagnetischem Material derart umgeben, dass die Weicheisenscheiben Boden und Deckel des Gehäuses bilden. Zur Durchführung des Verfahrens wird das Gerät an einer Leine in den Kamin heruntergelassen, wobei der ungefähre Verlauf bzw. Bereich des gesuchten Kaminteiles durch Schlagen mit dem Gerät selbst festgestellt wird.
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Die Magnetnadel wird nun in diesem Bereich (Aussenseite der Wand) gebracht und innerhalb zirka
30 cm Höhe langsam auf-und abbewegt. Zufolge der Kraftwirkung der beiden Magnetpole wird die
Magnetnadel immer beim Passieren einer Stelle, in welcher sich einer der beiden Pole befindet, ihre Richtung wechseln. Damit ist die Höhenlage des Gerätes bereits gefunden, und es genügt nun, in Höhe einer der beiden Pole (wo die Nadel die Richtung wechselt), die Nadel in horizontaler Richtung zu verschieben, bis sie senkrecht zur Wand, d. h. direkt auf den betreffenden Pol des Magneten, zeigt.
Bei besonders starkem Mauerwerk, bei welchem die Nadel einen schwächeren bzw. ungenaueren
Ausschlag zeigt, genügt ein 15-20 cm tiefer Aufbruch von geringem Querschnitt, um die Nadel in den näheren Bereich des Magneten zu bringen. Es wird in den Aufbruch ein Kompass mit Spiegel eingeführt und die Richtung der Nadel von aussen abgelesen. Es kann nun in der korrigierten Richtung weiterge- stemmt werden, um auf kürzestem Weg in den Schlot zu gelangen.
Die Vorteile des Erfindungsgegenstandes liegen auf der Hand. Das zur Verwendung kommende
Gerät ist robust, dem rauhen Betrieb in jeder Beziehung gewachsen und kann auch von ungeschultem
Personal bedient werden. Eine Beschädigung des im Gehäuse untergebrachten Magneten ist praktisch ausgeschlossen und die Anzeige der Magnetnadel sehr exakt.
In der beiliegenden Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens im Längsschnitt dargestellt.
Die Vorrichtung besteht aus einem zylindrischen Mantel 4 aus Aluminium oder anderem nicht- magnetischem Material, der oben und unten mit Deckplatten 1 und 3 aus Weicheisen abgedeckt ist. Diese
Deckplatten sind zugleich die Pole des im Inneren des zylindrischen Körpers untergebrachten spulen- förmigen Magneten 2. Mit 5 ist ein Bolzen aus nichtmagnetischem Metall bezeichnet, der den Magneten zwischen den beiden Abdeckplatten 1 und 3 einspannt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Auffinden bzw. Feststellen des Verlaufes eines Kamines oder Kaminteiles in einer
Wand mit Hilfe eines Magneten, welcher an einer Leine in den Kamin hinuntergelassen wird, dadurch gekennzeichnet, dass zuerst durch Klopfen mit diesem Gerät der ungefähre Verlauf des Kamines festgestellt wird, um hierauf entlang der Aussenseite des Kamines mittels einer Magnetnadel (Kompass oder Bussole), die von dem im Kamin befindlichen Magneten bzw. Solenoid angezogen wird, den genauen Verlauf des
Kamines oder Kaminteiles zu ermitteln.