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Verfahren zur Herstellung eines Hautdesinfektionsmittels
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung eines Hautdesinfektionsmittels ; das Verfahren besteht darin, dass man den Monoäther aus Glykol und Äthylalkohol in Wasser und/oder in organischen Lösungsmitteln, z. B. in Äthylalkohol, löst oder in Pasten bzw. Salben einarbeitet, wobei eine Mischung mit andern Desinfektionsmitteln, z. B. 3, 4-Dichlorbenzylalkoholoderbaktericidenquaternären Ammoniumverbindungen, ausgenommen Monoäther aus Glykol- und Propyl- und Butyl-Alkoholen erfolgen kann.
Dass man auf diese Weise sehr wirksame Hautdesinfektionsmittel erhält, ist überraschend. Denn wasserige Lösungen von Glykolmonoäthyläthern der angeführten Art besitzen in vitro ein Keimtötungsvermö- gen, welches wesentlich geringer ist als das Keimtötungsvermögen von wässerigen Lösungen gebräuchlicher Desinfektionsmittel von der Art der quaternären Ammoniumverbindungen, die einen aliphatischen Kohlenwasserstoffrest von mindestens 9 Kohlenstoffatomen am Stickstoffatom gebunden enthalten, und das Keimtötungsvermögen von wässerigen Lösungen derartiger quaternärer Ammoniumverbindungen auf der Haut ist unzulänglich. Hierauf ist es auch zurückzuführen, dass Lösungen, Pasten oder Salben, die Glykolmonoäthyläther enthalten, als Hautdesinfektionsmittel - z.
B. in der ärztlichen Praxis zur Desinfektion der Hände - bislang noch niemals empfohlen worden sind.
Die nicht vorauszusehende Umkehrung der Wirkungsverhälmisse sei an Hand der nachfolgenden Tabelle noch näher erläutert :
Tabelle
EMI1.1
<tb>
<tb> wässerige <SEP> Lösungen <SEP> enthaltend <SEP> Desinfektionswirkung <SEP> in <SEP> vitro <SEP> Desinfektionswirkung <SEP> auf <SEP> der <SEP> Haut
<tb> ab
<tb> Glykolmonoäthyläther <SEP> l <SEP> : <SEP> 2 <SEP> Abtötung <SEP> in <SEP> 80% <SEP> der <SEP> Fälle <SEP> Abtötung
<tb> 1 <SEP> : <SEP> 20 <SEP> keine <SEP> Abtötung
<tb> Dimethyl-dodecylbenzyl-am-l <SEP> : <SEP> 5000 <SEP> Abtötung <SEP> in <SEP> 46% <SEP> t <SEP> ! <SEP> er <SEP> Fälle <SEP> Abtötung
<tb> moniumchlorid
<tb> Dimethyl-dodecyl-3. <SEP> 4-di <SEP> - <SEP> 1 <SEP> :
<SEP> 10000 <SEP> Abtötung <SEP> in <SEP> 25% <SEP> der <SEP> Fälle <SEP> Abtötung
<tb> chlorbenzyl-ammoniumchlorid
<tb>
Die Bestimmung der Werte der Spalte a erfolgte durch Infizieren von Verdünnungsreihender angegebenen Lösungen in Wasser mit Coli-Bakterien und durch Abimpfen in geeignete Nährböden nach 5 min.
Zur Bestimmung der Werte der Spalte b wurden jeweils 3 g 50joigne wässerige Lösungen des Glykolmonoäthyläthers auf den mit Coli-Bakterien stark infizierten Händen verschiedener Versuchspersonen 2 min verrieben ; durch Auskneten der Fingerkuppen in Nährbrühe und durchbakteriologische Untersuchung der Brühe wurde dann festgestellt, ob noch lebende Coli-Bakterien vorhanden waren. Zur Prüfung der quaternären Ammoniumverbindungen wurden die Hände der Versuchspersonen 5 min in 2 l wässeriger Lö-*
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sungen gewaschen, die im Liter 1 g dieser Wirkstoffe enthielten; konzentriertere Lösungen konnten nicht angewendet werden, da sie von der Haut nicht vertragen werden. Anschliessend wurde ebenfalls auf lebende Coli-Bakterien geprüft.
Gewünschtenfalls können die erfindungsgemäss hergestellten Lösungen, Pasten oder Salben des Mono- äthers aus Glykol und Äthylalkohol auch in Mischung mit Desinfektionsmitteln, z. B. mit3, 4-Dichlor- benzylalkohol oder mit baktericiden quaternären Ammoniumverbindungen, als Hautdesinfektionsmittel verwendet werden. Zweckdienliche Mengenverhältnisse der in Betracht kommenden Komponenten lassen sich durch Vorversuche leicht ermitteln.
Vor den Monoäthern aus Glykol und Propyl- oder Butylalkoholen, die in der Schweizer Patentschrift Nr. 248640 als Mittel zur Verhinderung der Entwicklung bzw. zur Abtötung von Mikroorganismen beschrieben sind, besitzt der erfindungsgemäss als Hautdesinfektionsmittel zu verwendende Monoäther aus Glykol und Äthylalkohol den Vorteil der billigeren Herstellung.